Weinrallye #36: Wein und Musik mit Cidre, pardon: Sydre sur Schiste

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Weinrallye Logo2007_Sydre Argelette_Sydre_sur_Schiste_02Lange schon ist es her, dass ich mal bei der Weinrallye mitgemacht habe. Bin gerad selbst erschrocken, im Mai 2008 war das. Doch ich lese die leckeren Beiträge der Weinblogger immer wieder gern. Und ärgere mich, dass ich das Datum und das Thema schon wieder verpasst habe. Nun also bin ich etwas vorbereitet und bringe gern meinen aktuellen Beitrag. Das Thema der 36. Weinrallye lautet: Wein und Musik, betreut vom Weinreich-Blog. Wir haben Sommer, hin und wieder heißes Wetter, was passt da besser als ein Cidre. Aber nicht irgendeiner, sondern ein eleganter Sydre. Und Musik mit Wein? Da fällt mir sofort ein Lied ein: „Allez, viens boire un p’tit coup à la maison…“ von Licence IV. Dies Lied war vom 11. April bis zum 11. Juli 1987 die Nummer 1 in Frankreich!

Doch hört selbst diesen Gassenhauer der alten Schule. Das Lied hat Witz, Humor, macht Laune und ganz viel Lust auf einen guten Wein im Kreise von Freunden. Und mir am liebsten in Frankreich.



Der Wein:
Es ist Sommer, es ist (hin und wieder) heiß. Da sind hochprozentige, schwere Weine nicht unbedingt angesagt. Also habe ich etwas leichtes gesucht. Etwas frisches, fruchtiges und doch mit toller Säure. Warum nicht mal einen Cidre. Da fiel mir eine ganz besondere Flasche in die Hände: ein 2007er Sydre Argelette, Sydre sur Schiste. Sydre ist dabei die alte Schreibweise von Cidre. Und da der Wein, pardon: die Apfelbäume auf Schiefer (=Schiste) wachsen, hätte er eigentlich auch gut zur Weinrallye #35 „Stein und Wein“ gepasst. Der 2007 Sydre Argelette, Sydre sur Schiste hat lediglich 4% Alc. und schmeckt perfekt nach Sommer mit wunderbarer Frucht und ausgewogener Säure.

Der Winzer:
Zum Winzer Eric Bordelet habe ich folgende Infos gefunden: Eric Bordelet hat in Beaune studiert und drei Jahre als Sommelier im Drei-Sterne-Restaurant „Arpège“ in Paris gearbeitet, bevor er 1992 in seinen Heimatort zurückkehrte, um dort große Schaumweine aus den Früchten der dortigen Obstgärten zu erzeugen. Sein Ziel ist es Schaumweine aus Obst mit der gleichen Sorgfalt und den gleichen qualitativen Ansprüchen wie große Champagne zu erzeugen. Dieses Vorhaben ist ihm auf spektakuläre Weise gelungen, denn wer Bordelets Produkte probiert, den erwartet eine außerordentliche Sinneserfahrung. Auf 10,5 ha werden 20 Sorten Äpfel und 14 Sorten Birnen nach biodynamischen und von ECOCERT zertifizierten biologischen Methoden mit sehr geringen Erträgen angebaut. Geerntet wird ausschließlich von Hand. Die Früchte werden, um ihnen Wasser zu entziehen, danach drei bis fünf Wochen trocken gelagert und mit einer traditionellen Handpresse vom Anfang des vorigen Jahrhunderts gepresst. Nach einer groben Filtration findet, wie auch in der Champagne üblich, auf der Flasche die weitere Gärung ohne Zugabe von Zucker statt. Das Ergebnis dieser harten Arbeit sind einzigartige, sehr komplexe Sydre und Pioré mit berauschendem Aroma nach reifem Obst gepaart mit einer feinen animierenden Säure. Die Obstbäume von Eric Bordelet sind bis zu 300 Jahre alt und bringen nur ein Siebtel der sonst üblichen Erträge. Es sind zum Teil uralte Sorten, die selbst in der obstreichen Normandie kaum noch im Ertrag stehen.

Zum Essen:
Da hat es diesmal zeitlich bei mir nicht gepasst. Sonst hätte ich auf jeden Fall einen Apfelkuchen – oder noch besser: eine Tarte Tatin gemacht. Ein gutes Rezept dazu findet sich bei Smitten Kitchen. Diese wiederum fand ich in zwei interessanten Variationen: einmal mit Quitten im Molekularküche-Blog von Benedikt Köhler, zum anderen mit Aprikosen bei 1x umrühren bitte.

Alors, mes amis, on y va boire un coup! Santé!

Zu beziehen gibt es diesen Wein u.a. über Grand Cru Select.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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