Alkohol und Sex: Beides gleich gefährlich? Zensur bedroht auch deutsche Hersteller und Webseiten

„Die spinnen die Franzosen“, möchte der Leser sagen. Doch halt, wir sind in Europa, in der EU. Da kommt etwas auch auf uns zu: Der Decanter-Blog meldet, dass in Frankreich Regierung und Parlament die Werbebeschränkungen für Alkohol, die aus dem Evin Gesetz von 1991 resultieren, noch weiter verschärfen wollen. Der Gesetzentwurfes sieht vor künftig Alkohol im Internet genauso zu behandeln wie Pornographie.

Wie der drinktank meldet, müssten dann angeblich alle Seiten, die sich mit alkoholischen Getränken wie Wein beschäftigen zu normalen Tageszeiten abgeschaltet werden, wenn Kinder und Jugendliche das Internet unbeaufsichtigt nutzen können. Werbung für Alkohol soll demnach auf die Seiten der Erzeuger beschränkt werden. Jede Alkohol-Werbung auf Seiten von Dritten wäre dann verboten. Auch soll jede Form von PR für Alkohol im Internet verboten werden. Gleichzeitig meldet Nikos Weinwelten, dass in diesem Herbst wird die Drogenbeauftragte der Bundesregierung ein „Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention“ vorlegen wird, das gerade im Juni aktualisiert wurde. Zusätzlich fordert die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) einen „Verzicht“ der Imagewerbung bei alkoholhaltigen Getränken.

In der deutschen Medienszene ist diese offensichtliche Zensur noch nicht angekommen. Dabei bedroht die weitere Einschränkung von Werbung in den Medien wichtige deutsche Anzeigenkunden aus der Bier- und Weinindustrie. Nur in der Bloggosphäre sind schon ein paar Meldungen erschienen, hier zusammengefasst.

Die Franzosen bedrohen damit einen der wichtigsten Motoren für Landwirtschaft und Tourismus, den eigenen Weinanbau. Und in Deutschland wird unsere zwar deutlich kleinere, doch auch feine Weinwirtschaft bedroht sowie unsere Brauindustrie. Ich bin gespannt, wie die deutschen Unternehmen und Verbände, die hiervon betroffen sind, reagieren werden.

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