Kochbuch für Kochmuffel: Wie Ursula Karven das Kochen lernen will…

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Dickhaut Ursula Karven Kochbuch Kochmuffel 2011_03Noch ein Kochbuch? Von einer Schauspielerin? Die sonst hauptsächlich Yoga-Bücher veröffenticht hat? Wer braucht das denn? So habe ich gedacht, als ich das erste Mal davon hörte, dass die deutsche Schauspielerin Ursula Karven ein Kochbuch veröffentlicht hat: „Mein Kochbuch für Kochmuffel“. Was qualifiziert diese Frau dazu ein Kochbuch zu schreiben? Es gibt doch schon genügend davon. Und eine Menge von richtig guten Köchen geschrieben. So dachte ich. Bis ich erfuhr, wer der Co-Autor ist. Und dann wollte ich das Kochbuch doch haben. Die – laut Selbstbeschreibung – Mutter, Schauspielerin, Unternehmerin und Yogabotschafterin erhielt Schützenhilfe von keinem geringeren als Sebastian Dickhaut. Ok, dann muss das Buch ja gut sein!

Sebastian Dickhaut hat mindestens schon 40 Kochbücher geschrieben. Der gelernte Koch und Journalist ist Schöpfer der Basic Cooking-Reihe im Gräfe+Unzer Verlag und selbsternannter Retter des Mittagessens. Von Sebastians Kochkünsten habe ich mich ja schon selbst überzeugen können – hier steht mein Bericht – und bin davon überzeugt: wenn er wollte, könnte er auch ein Sternelokal haben. Will er aber nicht. Sebastian hat nach eigener Aussage viel mehr Spaß mit seinen Kochbüchern, seinem kleinen Küchenstudio „Hukodi“, immer wieder neuen Aufgaben und hat so Zeit für die Familie. Richtig so. Und da kann er auch einer Schauspielerin das Kochen beibringen und ein weiteres Kochbuch entwerfen.

Zum Kochbuch also: „Mein Kochbuch für Kochmuffel“ heisst das Werk der beiden. Das Konzept ist so simpel wie genial: Sebastian kann sehr gut kochen und erklären, Ursula Karven kann nur auf Fotos gut ausschauen. Dafür hat Sebastian diverse Rezepte in mehreren Schritten entwickelt, die sogar Frau Karven versteht und nachkochen können sollte. Ein mehrwöchiger Aufbauplan für Einsteiger, Zweisteiger, Bergsteiger, Aufsteiger … bringt Schritt für Schritt leckere Kocherfolge. Durchdachte Einkaufslisten, die demnächst nach Verlagsangaben auch als App zu erhalten sein sollen, und überraschende Rezepte machen es leicht, sich selbst köstlich zu bekochen. Außerdem gibt Sebastian zwischendurch immer noch kleine, hervorragende Tipps, wie man etwas selbst herstellen kann, was eigentlich kompliziert klingt. Und er hilft sparen: an einem Tag wird etwas mehr von einer Sache gekocht, die am anderen Tag weiterverwertet wird. Das Buch ist also absolut für Einsteiger und Koch-Neulinge geeignet. Insgesamt ergibt das 80 genial entspannte Rezepte für jeden Tag.

Mit Dickhauts Hilfe gibt es bei Ursula Karven in der Einsteigerwoche Spaghetti mit Avocado und Kaviar und in der Aufsteigerwoche Ofenkürbis mit Zucchini. Später wagt sie sich an pochiertes Fischcurry mit Spinat, und in der Überflieger-Woche steht schließlich Meeresfrüchtetopf mit Fenchel auf dem Tisch. „Wieso ich bisher so selten gekocht habe? Ganz einfach: Weil ich nicht wusste, dass ich mich damit jeden Tag selbst verwöhnen kann!“
sagt Ursula Karven heute.

Ich habe die Hähnchenbrust mit Currygemüse für Euch getestet. Es ist das zweite Rezept der Einsteigerwoche, für den Sonntag gedacht. Es ist also super einfach – und doch genial lecker. Der Kocheinsteiger wird gleich in asiatische Genüsse gebeamt und hat keinen Bock mehr zum Take-away-Asiaten um die Ecke zu gehen. Was brauchen wir jetzt zum kochen?

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Dickhaut Ursula Karven Kochbuch Kochmuffel 2011_01
Hähnchenbrust mit Currygemüse in einer Pfanne von Le Creuset, mit einem Topflappen von menu

Zutaten:

  • 6 TL Lieblings-Currypulver
  • Meersalz
  • 5 Hähnchenbrustfilets (etwa 750 g)
  • 2–3 Möhren (etwa 250 g)
  • 150 g Zuckerschoten, 6 Lauchzwiebeln
  • 1 Dose Kokosmilch (400 g)
  • 2 EL Öl
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Bio-Zitrone
  • 300 ml Gemüsebrühe

Zubereitung:

  • 2 TL Currypulver mit 1/2 TL Meersalz mischen. Die Hähnchenbrustfilets damit einreiben und 15 Minuten zugedeckt in den Kühlschrank stellen. Inzwischen die Möhren schälen, längs halbieren und quer in dünne Scheiben schneiden (wer das Foto anschaut, sieht, dass ich dringend mal wieder Julienne schneiden üben sollte). Die Zuckerschoten waschen und abtropfen lassen – falls nötig, die Enden abknipsen. Lauchzwiebeln waschen, Wurzel und dunkles Grün abschneiden, den Rest schräg in Röllchen schneiden.
  • Den Ofen auf 175 °C (Umluft 160 °C) vorheizen. Die Dose mit der Kokosmilch öffnen – oben sitzt der Rahm. Davon 2 EL mit dem Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Filets bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 1–2 Minuten hellbraun anbraten, dann mit dem Saft vom Anbraten in eine ofenfeste Form geben.
  • 2 EL Kokosrahm mit dem Gemüse, dem übrigen Currypulver und dem Zucker in die Pfanne geben. Die Zitrone heiß waschen, abtrocknen und die Schale fein über das Gemüse reiben. Alles 5 Minuten unter Rühren dünsten. Das Gemüse leicht salzen, restliche Kokosmilch und Gemüsebrühe einrühren. Einmal aufkochen und über die Filets geben. Die Form auf den Rost (mittlere Schiene) in den heißen Ofen stellen. Die Filets 15 Minuten garen und öfters mit der Sauce beschöpfen. – Ich habe gleich in einer Pfanne von Le Creuset das Gericht gemacht, so brauchte ich nur die Pfanne in den Ofen zu schieben.
  • Die Form herausholen. 3 Filets auf einem Teller im abgeschalteten Ofen warm halten – die anderen sind für Montag. Den übrigen Zitronensaft zum Gemüse pressen, salzen. Filets schräg in Scheiben schneiden und mit je zwei Dritteln des Gemüses und der Sauce servieren. Mit Reis oder Nudeln servieren (habe ich nicht gemacht, da ich derzeit etwas kohlenhydratärmer essen möchte).

Ihr seht im letzten Absatz den Hinweis: „die anderen sind für Montag“ – so ist schon etwas Rest vorgeplant, damit am darauffolgenden Tag ein schnelles, unkompliziertes und doch superschmackhaftes Resteessen entstehen kann.
Auf meinem oberen Bild seht Ihr noch ein kleines Schälchen zum nachwürzen. Das Rezept ist superschmackhaft, echt sehr lecker, allein: mir fehlt die asiatische Power. Ich habe noch etwas typisch thailändisches beigestellt:

  • Saft einer 1/2 Zitrone oder Limette
  • 1 EL Fischsauce
  • 1 Chilischote, klein geschnitten

Das ganze kurz vermischen und auf den Tisch stellen. So kann sich jeder das Essen nach Belieben nachwürzen.

Mein Fazit: Das Kochbuch ist wirklich sehr gut entwickelt. Das Konzept von einfachen bis hin zu schwierigen Gerichten, die Tipps, die Einkaufszettel: das Buch ist sehr gut durchdacht. Sebastian erklärt auch sehr gut. Das weiss ich, da er auch bei seinen Mittagskoch-Events den Gästen immer sehr gut nachvollziehbar seine Schritte erklärt. Hier läßt der Profi seine Leser nicht dumm stehen, sondern er erklärt Schritt für Schritt, er variiert und er läßt seinen Kochpartner mitwachsen. So kann es also endlich im Hause Karven etwas vernünftiges zu essen geben. Mir tun nur irgendwie die Kinder von Frau Karven leid. Mussten die bisher immer essen gehen? Sebastian sei Dank, jetzt kann Ursula Karven nicht nur Yoga, sondern auch kochen.

Mehr über Sebastian Dickhaut schrieb ich schon hier und hier.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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