Teestunde für Genießer – Das Buch für Tee’isten

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Teestunde fuer Geniesser - ars vivendi Verlag
Wie heißen Teeliebhaber? Teefetischisten? Eher weniger. Tee-Fanatiker? Hört sich so militant an. Teeisten? Aber damit wird das ei nicht als „Ei“ lesen, wäre da so ein kleiner Apostroph im Wort ganz gut. Also „Tee’isten“. Ok, das sieht die deutsche Sprache nicht vor. Aber egal, das soll uns nicht belasten. Jedenfalls gibt es jetzt ein wunderschönes Buch für die Freunde des Tees. Er ist eine Mischung aus Bildband, Zitatenschatz, Rezeptbuch und Kochbuch. Dass es dabei auch philosophisch zugeht, liegt in der Natur des Tees.

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Auf den ersten Blick dachte ich: Welch‘ Verschwendung! Ist das ein reiner Bildband? Doch wie so oft, der erste Blick trog mich auch hier. Denn in der Ruhe liegt die Kraft. Und Tee verheisst sowohl Ruhe als auch Kraft. Durch Meditation zur Energie. Wunderbare, Stimmungsvolle Farbfotografien empfangen den Leser auf den ersten Seiten. Herrlich Appetit anregend. Dazu philosophische Zitate aus der Welt des Tees und der Literatur. Natürlich fehlt dabei der berühmte Satz „Man trinkt Tee, damit man den Lärm der Welt vergisst“ von tief Yi-heng ebensowenig wie Oscar Wildes „Teetrinken ist der einzige Genuss, der uns geblieben ist“.

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Außerdem entdecke ich hier eine Definition, die mir hervorragend gefällt: „Denn Teeismus ist die Kunst, Schönheit zu verhüllen, um sie zu entdecken, und etwas anzudeuten, was man nicht zu enthüllen wagt.“ Kakuzo Okakura hat das gesagt – und hat offensichtlich nicht dabei die Bademoden-Ausgabe der Sports Illustrated durchgeblättert. Und schon sind wir vertieft, versunken in die Welt des Tees.

Ausgewählte literarische Texte laden ein zur genussvollen, gepflegten Teestunde – mit interessanten Einblicken, Wissenswertem, Unterhaltsamem und Kuriosem aus den unterschiedlichsten Teetrinkerkulturen. So erfährt der Leser unter anderem, wie man den Wasserkessel überlistet, dass Unhöflichkeit beim Tee schlimmer ist als Mord, wie das tägliche Teeprogramm eines Engländers aussieht und was die japanische Teezeremonie ausmacht. Ein ausführlicher Rezeptteil verrät das Geheimnis perfekt zubereiteten Tees – und geht dabei selbstverständlich auf die feinen Unterschiede zwischen grünem und schwarzem Tee, zwischen Chai und Ostfriesentee ein. Das Eistee-Rezept werden wir im Sommer bestimmt ausprobieren.

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Am Ende des Buches schliesslich erfahren wir, welche Köstlichkeiten man am besten dazu reicht. Hier finden wir die Klassiker der Teestunde, wie etwa Scones, Madeleines, Teezwieback mit Anis sowie Muffins, Crumble, Tartelettes und manche süße Delikatesse mehr.

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Fazit: Das Buch ist ein schönes Geschenk für Teeliebhaber – oder eben solche Tee’isten, wie ich einer bin. Es ist eine Anregung, auch mal wieder einen anderen Tee zu probieren. Und es gibt dem Tee die Ruhe, die Gelassenheit, die Musse, die er verdient hat. Es ist jetzt genau die richtige Zeit, sich liebevoll einen Tee zuzubereiten, das Buch zu nehmen und etwas zu schmökern, die Gedanken treiben zu lassen und abzuschalten. Und danach wieder mit frischem Elan und neuen kreativen Ideen zur Arbeit zurückzukehren. Und ich habe mal wieder Lust auf eine richtige klassische Teestunde, dem High Tea, wie sie etwa Das Kranzbach bietet.

Für Teefreunde habe ich selbst auch noch ein paar kleine Tipps:

Teestunde für Genießer – Die ganze Welt des Tees
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten
ars vivendi Verlag, Cadolzburg
Auflage: 1 (15. Dezember 2014)
ISBN: 978-3-86913-488-8

Übrigens: Die Fotos in diesem Artikel entstammen nicht dem Buch. Sie sind von meiner eigenen Reise nach Sri Lanka, als ich erstmals in meinem Leben eine Teeplantage besucht habe. Es war für mich der Himmel auf Erden. Dieser von mir so geliebte Tee – und erstmals konnte ich das Ursprungsprodukt anfassen, riechen, eine große Plantage besuchen. Gut, es war „nur“ Ceylon-Tee. Ich war leider noch nicht in Darjeeling. Dennoch: Es war eine tolle Erfahrung!

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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