Restaurants in München: Refettorio München: Das frische Frühstücks-Brunch-Buffet

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Sonntagsbrunch. Auf Italienisch. Im Refettorio München. Das war eine Idee, die uns spontan kam: Vor reichlich langer Zeit trafen wir uns oft mit Freunden zum Brunch. Tempi passati. Wir haben uns verändert. Die Freunde haben sich verändert. Und auch die Zeit des „brunchen“, die Zeit der langen Mittagsfrühstücke am Sonntag scheint vorbei. Wir erfreuten uns am Brunchbuffet des Refettorio München, das in die Räume des ehemaligen Eisbach gezogen ist.

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Ristorante Refettorio München SonntagsBrunch Mar_2015_009Wer das Eisbach von früher noch kennt, weiß: das Wochenend-Frühstück oder besser der Brunch war das Highlight der Woche. Obwohl Italiener an sich ja eigentlich mit einem Brioche und einem Espresso zufrieden sind, wird im Refettorio die Tradition des „großen Frühstücks“ des Eisbach fortgeführt. Das Refettorio war ursprünglich der Speisesaal der Mönche in einem Kloster. Wenn die Mönche so gut gefrühstückt haben, wie es das Refettorio auftischt, dann lebten sie nicht schlecht. Das Frühstücks-Brunch-Buffet an Sonn- und Feiertagen mit frischem Obst und frisch gepressten Säften, hausgemachten Fruchtaufstrichen, verschiedenen Rohmilchkäse, Prosciutti und Salami, Müsli, hausgemachtem Brot und verschiedenen Bio-Brotsorten ist durchaus beeindruckend – wie Euch das kleine Video etwas weiter unten zeigt.

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Aber kann sich ein weiterer hochklassiger Italiener so dicht und dann noch versteckt hinter dem Brenner Grill halten? Welchen Anspruch hat das Refettorio München?

In meiner Ausbildungszeit, damals im Hotel Steigenberger Berlin, lernte ich schnell, dass „Brunch“ nicht unbedingt immer etwas mit Qualität zu tun hat. (Wie es heute in dem Haus aussieht, weiss ich nicht. Ich muss mal unbedingt wieder an die Stätten meiner Ausbildung!) Die Speisen, die wir in die Bain-Maries, die Chaving-Dishes, auf die Rechauds und auf die Tische stellten, waren vor allem:

  • schnell zu produzieren
  • günstig herzustellen
  • sehr schnell sehr sättigend
  • oft Lebensmittel, die am Rande der Haltbarkeit waren (nicht verdorben oder drüber! Für andere Gastronomen bzw. Hotels möchte ich aber nicht sprechen)
  • wir brauchten kaum Servicepersonal, denn das Eindecken, benutzte Teller abräumen und wieder neu eindecken geht mit einem guten Mise-En-Place sehr schnell, auch die Küche musste nur einen Koch abstellen, der hin und wieder frische Speisen nachlegte.
  • insgesamt also wenig Aufwand, wenig Kosten

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Im Refettorio München hingegen wird – wie im Kloster – fast alles selbst gemacht. Pächter Rinaldo Invernizzi lebt für seine Leidenschaft, das Essen. Mit dieser Leidenschaft hat er neben dem Stammsitz in Mailand auch in Salzburg und im Mai 2014 in München ein Refettorio eröffnet. Dabei sind ihm familiäre Atmosphäre, ein ungezwungenes Abmiete und eine Küche, die wandelbar, frisch, bodenständig und gut ist, besonders wichtig. Tiefkühlkost gibt es nicht. Damit alles optimal zusammenkommt, ist der Münchner Kloster-Speisesaal besonders bunt geworden.

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Ristorante Refettorio München SonntagsBrunch Mar_2015_011Fliesen, Teller, Tische, Stühle, Kacheln, Lichtinstallationen, selbst die Salz- und Pfefferstreuer sind quietschbunt. Dazwischen original alte Mosaike, restauriert, am Ende des Raumes eine Kupferwanne, aus der Münchner Wasser fließt, gefiltert und aufbereitetet und mit Kohlensäure versetzt, meterhohe Regale mit italienischer Feinkost: eingelegtes Obst in großen Einweckgläsern, Pasta, Marmeladen, Olivenöle, Weine…

Rinaldo Invernizzi hat in Mailand eigentlich Kunst studiert. Ein paar Werke aus seiner privaten Sammlung sind im Refettorio auch ausgestellt, ein antikes Mosaik, Bilder von Sean Scully und Antoni Tàpies. Und wie es mit kunstbeflissenen Menschen eben so ist: Sie haben auch in anderen Bereichen des Lebens einen Sinn für das Schöne.

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Ristorante Refettorio München SonntagsBrunch Mar_2015_010Doch, obwohl das Refettorio direkt hinter Residenz, Oper und Maximilianstrasse, in der Nähe von Staatskanzlei und Ministerien sowie diversen Büros liegt, möchte es nicht teuer sein. Das Refettorio bietet stets frische und ausgewählte Produkte an, welche die jeweils aktuelle Saison zu bieten hat. Die meisten verwendeten Produkte werden in der Regel regional aus kleinen Betrieben bezogen und sind überwiegend biologische Erzeugnisse, teilweise aus biodynamischen Anbau. Das Restaurant lebt durch Schlichtheit, Gastfreundschaft und guten Service. So werden alle Speisen täglich frisch und à-la-minute zubereitet und auch das Brot, die unterschiedlichen Pasta-Sorten, das leckere Focaccia, welches zu den Hauptgerichten gereicht wird, die leckeren Kuchen und das Eis wird im Refettorio selbst gemacht. Für alle Kaffeeliebhaber werden zu den kulinarischen Köstlichkeiten frisch geröstete Kaffeespezialitäten angeboten. In einer kleinen Rösterei in Genua aus Rohkaffee geröstet, werden die Bohnen für den klassischen Espresso über südamerikanische Importeure direkt ins Refettorio geliefert. Ausgewählte Schwarz- und Kräutertees sowie weitere 20 Teesorten runden das Arrangement ab.

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Entspanntes Brunchen mit Kindern im Refettorio München

Im Refettorio fühlen sich Eltern und Kinder wie zu Hause – dies ermöglicht die professionelle Kinderbetreuung des Restaurants. An Sonn- und Feiertagen bietet das Restaurant zwischen 11:00 und 14:00 Uhr eine kostenlose Kinderbetreuung an. Für die Kids ist eine kleine Ecke vorgesehen, in der sie malen, bauen oder einfach spielen können. Damit ihnen die Ideen nicht ausgehen, werden sie von einer netten Person liebevoll betreut. Die Kinderbetreuung im Refettorio hat die Firma Kids in Munich übernommen, die sich auf Kinderanimationen, Events und Geburtstage spezialisiert. Das Mädel, das bei unserem Besuch tätig war, hat es wirklich toll gemacht: sie hat sich gleich die Namen aller Kinder gemerkt, sie hat sehr aufmerksam mit ihnen gespielt und hatte immer neue altersgerechte Spielideen parat. Die Hochstühle und die Wickelmöglichkeit auf der Toilette runden das familienfreundliche Angebot ab. Ob Bastelwerkstatt, Gesellschaftsspiele oder ein umfangreiches Animationsprogramm – die Kinder werden liebevoll zum Spielen animiert. Eltern können das kulinarische Angebot in der Zwischenzeit in Ruhe genießen und einen entspannten Sonntag verbringen.

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Das Restaurant bietet im Erdgeschoß Platz für bis zu 80 Personen, auf der Empore befinden sich 45 Sitzplätze und der Außenbereich bietet Platz für bis für 200 Personen. Das Restaurant und einzelne Bereiche können für Veranstaltungen und Feierlichkeiten in privatem Rahmen gemietet werden.

Refettorio München auf Periscope und YouTube

Zu unserem Besuch war Periscope noch neu. Ich filmte ein Live-Video, das ich anschliessend auf YouTube stellte. Kurz vor dem Ende eine kleine Sequenz, die das Problem von Periscope verdeutlicht: Eine Kellnerin kommt aus der Küche, sieht, dass ich filme und sagt deutlich hörbar, dass sie nicht auf dem Video sein möchte. Nun gut, glücklicherweise ist sie nicht richtig erkennbar. Doch in der Sekunde, in der ich filmte, war sie ja schon live auf Sendung. Ihr Datenschutz war schon verletzt. Ein Thema, das bei Periscope, Meerkat und Facebook Live noch nicht endgültig geklärt ist – und wohl auch nicht werden wird.

Service:

Andere Restaurant-Kritiken über das Refettorio München:

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Tempi passati
As time goes by – Nach dem Brunch im Refettorio München schrieb ich diesen Artikel weitestgehend fertig, vergass ihn im Backend von WordPress, in den Entwürfen, war im letzten Jahr viel auf Reisen… Jetzt finde ich den Artikel wieder und will ihn online stellen… und muss feststellen, dass das Refettorio sang- und klanglos geschlossen wurde. Es ist noch nicht einmal zwei Jahre alt geworden. Schade um das schöne Konzept, das familienfreundliche Angebot und auch um die teure, bunte und wunderschöne Inneneinrichtung. Im Frühling 2016 soll dort wieder ein neues Restaurant eröffnen. „The spice bazaar“ will dann mediterran und oriental ausgerichtet sein.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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