von Götz A. Primke am 19. Juni 2009, mit einem Kommentar
Ja, Ente gibt es hier auch. Aber sonst deutet nichts mehr auf die legendäre Ente vom Lehel hin. Außer der Location. Doch das geniale Gourmet-Restaurant ist ja auch mehrfach umgezogen: Lehel, Wiesbaden, Bogenhausen. Vielleicht fliegt die Ente ja gerade an einen anderen Ort? Ins Lehel? Vorerst aber ist sie verschwunden. Stattdessen feiern wir Münchens neuesten Thailänder. Obwohl: ein richtiges Thai-Restaurant ist es nicht, das Zen. Hier im Westin Grand Hotel München, bisher bekannt als ArabellaSheraton Grand Hotel, verführt jetzt ein asiatisches Restaurant auf höchstem Niveau.
Doch von vorn: Nach wie vor müssen wir erst in das große Hotel hinein, den großen geschwungenen Empfangstresen rechts liegen lassend, bis fast zu den Aufzügen. Auf der linken Seite sind gleich 3 gastronomische Outlets neben- und ineinander gefasst. Das Lobbycafé, die Cocktail-Bar Ducktails und das Zen gruppieren sich rund um einen Innenhof mit Glaskuppel. Im Innenhof befindet sich schon seit dem letzten Umbau ein kleiner japanischer Garten. Bisher war hier alles sehr offen gestaltet. Hell und licht ist es immer noch – doch die Gastro-Outlets sind jetzt durch Glaswände vom Lärm der Lobby abgetrennt. Das Problem der Ente war hier immer: tolles Essen, toller Service – aber lauter Lobbylärm. Das Problem ist jetzt behoben. Vom Interieur her hat das neue Zen nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun: Die gläserne Front zur Lobby, dunkler Parkettboden in Verbindung mit warmen Farben und floralen Mustern, große Feuersäulen im großzügigen Atrium, asiatische Elemente wohin man schaut. Auf der Speisekarte können wir quer durch Asien reisen: von Japan über Thailand und Indonesien nach Malaysia. (mehr …)
von Götz A. Primke am 16. November 2009, mit keinem Kommentar
Die Gäste sitzen in trauter und netter Runde beim Essen – da fällt ein Schuß. Tot bricht Don Enzo “The Cigar” Grambino zusammen. Er, der Boss der Bosse, wurde gestorben. Plötzlich und erwartet. Warum erwartet? Nun, wir sitzen im Forsthaus Bad Tölz und sind Gäste des Krimidinners. Die Schauspielergruppe von “Mördernacht Krimi & Dinner” versetzt uns während des Essens von Oberbayern nach Staten Island, New York. Und so bin ich für den Abend “Adriano Gotti”, ein Leibwächter. Denn wir Gäste nehmen ebenfalls am Krimi teil. Vor jedem liegt eine Regieanweisung. Hier lese ich, wer ich bin, welche Verwandtschaftsverhältnisse ich habe und mit wem ich mich verstehe – und wer mein Feind ist.
Doch erfahre ich nicht alles – ich bin gezwungen, mich nicht nur mit meinen Tischnachbarn zu unterhalten und herauszufinden, wer der Mörder sein könnte. Sondern es geht auch zwischen den Tischen lustig her. “Zu welcher Familie gehört ihr?” “Was habt Ihr gemacht, als der Mord geschah?” Die Fragen nach Motiv und Alibi, Verdächtigungen, Bespitzelungen, pure Spionage. Das Restaurant ist erfüllt von munterem Stimengewirr. Und einem köstlichen, anregenden Menü, das vom Team des Forsthaus Bad Tölz passend zum Abend italienisch gehalten ist. (mehr …)
von Götz A. Primke am 15. April 2009, mit 9 Kommentaren
Unter dem Motto „Spaghetti alla famiglia“ bitten der Chef aller Mafiosi-Bosse, Don „The Cigar“ Grambino und Chefkoch Maximilian Plötz am 17. April im Forsthaus Bad Tölz inständig um Mithilfe bei der Aufklärung des Mordes an Toni „Old Man“ Castello.
Wer schon immer einmal selbst Detektiv sein und zwischen Mafia-Schurken und heimtückischen Gouvernanten ermitteln wollte, sollte dieses Krimidinner mit der Schauspielgruppe „Mördernacht“ nicht verpassen! Wenn das Forsthaus zur Bühne wird, werden die Gäste Teil des Geschehens. (mehr …)
von Götz A. Primke am 12. Mai 2009, mit einem Kommentar
Den Italienern werden offensichtlich zu wenige italienische Antipasti in Deutschland gegessen. Um dies zu ändern startet das Italienische Institut für Außenhandel zusammen mit dem Institut zur Imageförderung italienischer Schinken und Wurstwaren eine Promotion-Tour durch Deutschlands Szene-Gastronomie. Das Motto “SalumiAmo” mit der Unterzeile: “Italienische Lebensart zum Aperitif” soll dem deutschen Nachwuchs verdeutlichen, um was es geht: Wurst und Schinken zum Aperitif. Vom 11. bis 17. Mai können die Spezialitäten nun in München kostenlos erlebt werden. Gestern fand die Auftaktveranstaltung in Schuhbecks Orlando-Keller statt.
Italienische Schinken- und Wurstspezialitäten wie Mortadella, Schinken und Südtiroler Speck genießen einen ausgezeichneten Ruf und haben sich einen festen Platz in der Gastronomie erobert. Vier dieser Spezialitäten, Bresaola della Valtellina g.g.A., Mortadella di Bologna g.g.A., Salame Cacciatore g.U. und Südtiroler Speck g.g.A., stehen jetzt im Mittelpunkt der Promo-Tour. Außerdem wird ein Gewinnspiel veranstaltet, der erste Preis ist eine Reise nach Italien. (mehr …)
Chefkoch in der “Grinsekatze” ist Andreas Schaer, der ehemalige Chefkoch des Ringhotels “Tallymann” in Bad Nenndorf und Mitglied von Eurotoques. (mehr …)
von Götz A. Primke am 9. März 2009, mit keinem Kommentar
Wertvollstes Startkapital für ein erfolgreiches Berufsleben ist eine fundierte Ausbildung. Sich in ihrem Rahmen das Wissen der Branchenbesten aneignen zu können, macht eine Ausbildung erstklassig und einzigartig. In der Spitzengastronomie bieten sich anschließend neben einem abwechslungsreichen, herausfordernden Job internationale Perspektiven und eine gewisse Krisensicherheit. In einer neuen Broschüre beschreibt die Vereinigung junger deutscher Spitzenköche Jeunes Restaurateurs auf 20 Seiten anschaulich die Rahmenbedingungen und Perspektiven ihrer Eliteausbildung zum Koch oder Hotelfachmann.
Die Jeunes Restaurateurs – aktuell 56 junge deutsche Spitzenköche mit Präsident Alexander Herrmann an der Spitze – setzen sich mit der Werbung um ehrgeizige und zielstrebige Auszubildende dafür ein, die Qualitätsstandards und Ideale des Koch-, Service- und Hotelfachberufes in der gehobenen Gastronomie weiterzutragen. (mehr …)
von Götz A. Primke am 7. August 2008, mit keinem Kommentar
Frau Schnutinger hat heute in Ihrem Toonblog einen Beitrag eingestellt, den ich trotz aller Obszönität für berichtenswert halte. Denn das Hofbräuhaus zu Bamberg hat auf dem Herrenklo etwas für einsame Herrenabende zum mitnehmen auszuliegen: eine Travel Pussy. Und sie bemängelt, dass auf dem Damenklo dieses Wirtshauses keine Travel Dildos ausliegen… Den vollen Videobeitrag könnt Ihr Euch hier anschauen. (mehr …)
von Götz A. Primke am 7. August 2008, mit keinem Kommentar
Es ist schon alles gesagt worden. Nur nicht von jedem. In den Kanon der diversen Artikel in Zeitschriften, Online-Portalen und Blogs, der in den vergangenen Wochen über sich selbst resp. die Kollegen reflektierte, ob Profi-Journalisten in Print-Titeln oder Online-Portalen besser sind als Blogger, oder ob Blogger überhaupt Journalisten sind, wollte ich mich bewusst nicht einmischen. Zu sehr hat mich die arrogante Haltung von Spiegel Online genervt, zu viele andere Blogger sind sofort auf diesen Zug aufgesprungen und haben ihre Stimme erhoben. Wer sich bisher noch nicht dazu äußerte, das waren die Genuss-, Wein-, Bier-, Food- und Kochblogger. Oder sollte ich da was überlesen haben? Doch nun haben sich auch in unserem Bereich die ersten Kollegen mit exzellenten, lesenswerten Beiträgen geäussert.
Im Herrn Paulsen seinem Kiosk ist dieser Artikel erschienen, der meines Erachtens sehr richtig differenziert, dass einige gute monothematische Blogs durchaus eine Konkurrenz zu Special Interest Titeln sein können. Und am Beispiel der verschiedenen beliebten Kochblogs im Vergleich zu den sinkenden Auflagenzahlen der Kochzeitschriften zeigt er auf, dass die Schnelligkeit, Flexibilität und vor allem Authentizität und Glaubwürdigkeit ein Vorteil der Genussblogs ist. Er schlussfolgert: (mehr …)
von Götz A. Primke am 15. November 2007, mit keinem Kommentar
Brilliante Bilanz für die Küchenchefs der Columbia Hotels & Resorts: In den neuen Ausgaben der Gourmetführer Michelin und Gault Millau erreichen die drei deutschen Häuser der Gesellschaft hervorragende Bewertungen.
Kevin Fehling erkochte sich für das Columbia Hotel Casino Travemünde seinen ersten Stern und steigerte sich von 15 auf 16 Punkte im Gault Millau. Denis Feix aus dem Columbia Hotel Bad Griesbach – Gault Millau-„Entdeckung des Jahres 2007“ – erhielt erneut einen Stern und 16 Punkte. Als Senkrechtstarter erwies sich Volker Drkosch, der erst im Sommer die Leitung des Restaurants Navette im Columbia Hotel Rüsselsheim übernommen hatte: Der Gault Millau verlieh ihm auf Anhieb 16 Punkte, Michelin Deutschland führt ihn in der Liste der „Hoffnungsträger“ für das kommende Jahr.
von Götz A. Primke am 22. Oktober 2007, mit keinem Kommentar
Wie immer war Michaela May mit ihren Freundinnen nach dem Yoga zum Essen im Grissini. Dabei auch ihre Kollegin und Freundin Jutta Speidel. Doch etwas war diesmal anders: ein Fernsehteam von Radio Bremen war nach München geflogen und umschwirrte den Tisch während des Essens.
Der Hintergrund: Michaela May hat gerade ein Buch veröffentlicht: “Mitten im Leben mit Yoga”, Südwest/Random-House. Ausserdem steigt die Schauspielerin 2008 aus der Serie “Polizeiruf 110” aus. Grund genug für das Erste bzw. die ARD ein Portrait im Rahmen der Sendung “Höchstpersönlich” am 01.12. um 14:03 Uhr zu bringen. Wer schaut am Samstag mittag in die Glotze?
Montagabend ist Mays Yoga-Abend. Gemeinsam mit bis zu acht Frauen sucht die Schauspielerin Ruhe und Entspannung in den Übungen. Michaela May betreibt das sogenannte Hatha-Yoga (wörtlich: Yoga der Kraft/des Impulses), das sich seit dem 13./14. Jahrhundert in Indien etablierte. Dieser Zweig des Yoga fußt auf der Weltsicht und dem Menschenbild des indischen Tantrismus. Das bedeutet, dass im Hatha-Yoga der Körper nicht nur eine stoffliche Hülle oder ein bloßes Werkzeug ist, sondern dass der Körper hier als eine wunderbare Möglichkeit gilt, unser Leben durch sinnliche Erfahrungen zu bereichern. Yoga ist eine einfache Methode, um sich gesund zu halten, sowohl körperlich als auch geistig.
Und nach dem Yoga geht’s oft noch gern auf einen Happen ins Grissini, damit auch die kulinarischen Sinne des Körpers ins Gleichgewicht kommen. Meine Fotos zeigen die muntere Runde und das Kamerateam bei der Arbeit im Lokal.
Die Yoga-Lehrerin und Co-Autorin Eva Schwarz
Eva Schwarz arbeitet seit 13 Jahren als staatlich geprüfte Yoga-Lehrerin. Sie machte Workshops bei anerkannten Yoga-Meistern wie Michael Forbs oder Anna Trökes. Auch Erkenntnisse aus der Beckenbodenarbeit von Benita Cantieni lies sie einfließen.
von Götz A. Primke am 13. Oktober 2007, mit keinem Kommentar
Das Leipziger Gourmet-Restaurant Falco unter der Leitung von Peter Maria Schnurr wurde von der Fachzeitschrift ‚Der Feinschmecker’ zum ‚Restaurant des Jahres 2007/2008’ gewählt. Damit geht der Titel zum ersten Mal an ein Restaurant in Mitteldeutschland.
Chef de Cuisine und Patron Peter Maria Schnurr und Maître Ingo Sperling nahmen am 11.10.2007 bei der offiziellen Verleihung im Rahmen der Frankfurter Buchmesse die Auszeichnung in Empfang. Vor rund 1.000 geladenen Gästen ehrte Marcel Reif das Falco zum ‚Restaurant des Jahres’: „Nicht immer ist das größte und höchste Restaurant auch das Beste – aber beim Falco im 27. Stock des Westin Leipzig ist es in der Tat so“, betont der Fernsehjournalist und Sportkommentator.
von Götz A. Primke am 12. Oktober 2007, mit keinem Kommentar
Pizza kennt jeder. Aber Vollkornpizza? In der Trattoria Grissini serviert Chefkoch Samir seine aktuelle Kreation: Vollkornpizza mit Lachs und Kürbis. Claudia Scott ist begeistert: hauchdünner Teig, knackig und kross, garniert mit zartem Lachsfilet, dünnen Tomatenfilets und Scheiben von Hokkaidokürbis.
Das Geschmackstrio von Tomatensäure, Fisch und knackigem Kürbis harmoniert wunderbar auf dem Vollkornteig. Und auch sonst hat die aktuelle Spezialitätenkarte wieder ein paar leckere Gerichte zu bieten, wie etwa Tiroler Bio-Milchkalbscarrée gebraten auf Pfirsich und Kräuterseitlingen oder Goldbrasse gebraten mit verschiedenen Meeresfrüchten.
von Götz A. Primke am 17. September 2007, mit einem Kommentar
Anlässlich des 35-jährigen Tantris-Jubiläums kochten erstmals Hans Haas und 17 seiner ehemaligen Schüler gemeinsam in Münchens Top-Adresse
Zehn Michelin-Sterne vereint im Münchner Spitzen-Restaurant Tantris: Das gab es noch nie! Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des besten Restaurants der Stadt kehrten am Sonntag 17 Haas-Schüler zu ihrer einstigen Wirkungsstätte zurück und kochten gemeinsam mit ihrem Meister groß auf. Seit nunmehr 15 Jahren verleiht Zwei-Sterne-Koch Hans Haas Münchens Gourmet-Tempel Nummer Eins seine ganz besondere Note. Der gebürtige Österreicher folgte im legendären Tantris auf keine Geringeren als “Koch des Jahrhunderts” Eckart Witzigmann (1978-1991) und dem damals jüngsten Drei-Sterne-Koch aller ZeitenHeinz Winkler (1971-1978). Kein Wunder, dass das Tantris heute Kult und im Jahr seines 35. Jubiläums mehr denn je zum Gesamtkunstwerk avanciert ist. Der Tempel der Genüsse, der Restaurantgeschichte schrieb, ist dabei stets auf der Höhe der Zeit und schafft es immer wieder aufs Neue, sein anspruchsvolles Klientel zu überraschen.
von Götz A. Primke am 8. Februar 2020, mit keinem Kommentar
Käsestulle auf Pumpernickel: Das ist die bisher beste Interpretation eines Klassikers auf Zwei-Sterne-Niveau. Während unten im Erdgeschoss die edelsten Schlitten von Mini, BMW und Rolls-Royce stehen, erwartet uns oben im dritten Obergeschoss ein privater Salon: Im “EssZimmer” empfängt uns Bobby Bräuer in der BMW-Welt in München. Eines von nur vier 2-Sterne-Restaurants in München.
Das “EssZimmer by Bobby Bräuer” ist der HotSpot für Gourmets und Gourmands in München. BMW als Inhaber der BMW-Welt hat die Räume im Obergeschoss an die Käfer-Gruppe verpachtet. MichaelKäfer, Geschäftsführer der Käfer GmbH & Co KG, gewann Bobby Bräuer für diese neue Location. Bis dahin kochte der ehemalige Schüler von Eckart Witzigmann und André Jaeger im Restaurant “Petit Tirolia” in Kitzbühel. Bobby Bräuer wurde zum Berliner Meisterkoch und zum Koch des Jahres in Österreich gekürt. Seit 2013 kocht Bobby Bräuer nun in München, sein Restaurant wurde vom Guide Michelin 2014 mit einem Stern und 18 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Im November 2014 erkochte er den zweiten Stern für das EssZimmer.
Wie ein Adlerhorst klebt das EssZimmer hinter bodentiefem Glas unter dem Dach der BMW Welt: spektakulär, majestätisch und entrückt vom irdischen Alltag. Die BMW Welt gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Bayern. Sie wurde gebaut, um den Käufern von fabrikneuen Autos die Abholung in einem passenden Rahmen zu ermöglichen und dies somit als tolles Erlebnis zu gestalten. Der Besuch lohnt sich aber auch für Nicht-BMW-Fahrer aus vielerlei Gründen. Das Gebäude am Rand des Münchner Olympiaparks ist ein architektonisches Kleinod und beherbergt wechselnde Ausstellungen rund um Autos aus dem BMW-Konzern. Der Besuch ist kostenfrei. Für BMW gehört es zum Prestige seinen Kunden hier ein Sternerestaurant zu bieten. Bis vor wenigen Jahren war Bobby Bräuer hier draussen, zwischen BMW Fabrik und Münchner Olympiapark, nicht der einzige Sternekoch: Sein ehemaliger Lehrmeister Otto Koch betrieb das Restaurant “181 First” mit einem Michelin-Stern hoch oben im Olympiaturm.
Das EssZimmer empfängt uns mit lediglich 45 Plätzen. Bobby Bräuer arbeitet für seine Gäste mit einem großartigen Team in einem Ambiente, das den Wunsch nach authentischer, entspannter Hochwertigkeit erfüllt, einem exklusiven Service in einer Location, in der von einigen Plätzen aus der Blick auf die edlen Limousinen unten offen steht. Das Ambiente ist elegant-exklusiv: an den Wänden hellbrauner Marmor, dunkle Holzböden und flauschige Teppiche in warmen Brauntönen, dunkles Leder auf Charles Eames Lounge Chairs, Vitra-Möbel und Steh- und Pendellampen im Retro-Design schaffen eine Wohnzimmeratmosphäre. Ein bis ins Detail als stilvolle Wohnstube durchdesignter Tempel der Edelkulinarik mit ironisch-tiefstapelndem Namen, in der das Essen beziehungsweise seine Zubereitung zur höchsten Kunst erhoben wird. Ein offener Kamin und Regale mit Kunst- und Dekorationsgegenständen verstärken diesen Eindruck. Im vorderen Bereich befindet sich eine Lounge sowie eine Art Stammtisch – ein großer Holztisch, an dem bis zu zehn Personen Platz finden. Dahinter ist ein hoher Weinkühlschrank in der Wand eingelassen. Im hinteren Teil laden Tische mit halbrunden Lederbänken und -sesseln ein. Dazwischen schiebt sich wie ein teilverglaster Würfel der Küchenteil der Patisserie. Wer hier genau hinhört, stellt fest, dass er beinahe gar nichts hört: Die angenehme Ruhe macht das Fine Dining-Restaurant auch akustisch zum Hochgenuss.
Unten stehen dafür die Nobelkarossen der Bayerischen Autoschmiede. Die Deutschen geben im Allgemeinen ja lieber deutlich mehr Geld aus für ihren fahrbaren Untersatz und das Benzin, während eine Flasche Wein im Durchschnitt kaum mehr kostet als ein Liter Sprit. Doch hoch oben bietet Bobby Bräuer Freude am Essen, nicht Freude am Fahren.
Zeremonienmeister Bobby Brauerei kombiniert Regionales mit seinem speziellen Französisch-mediterranem Stil und einem Spritzer Asien. Bei unserem Besuch begleitet mich mein Lieblingsmensch zu einem ganz besonderen Tag und wir wissen das Ambiente ebenso wie das Menü sehr zu geniessen. Im Gegensatz zu manch anderem seiner Kollegen steht Bobby Bräuer wirklich noch fast jeden Tag hinter dem Paß und kocht zusammen mit seinem Team. Das ist seine Passion. Er fühlt die Verpflichtung als Vorbild gegenüber seinen Mitarbeitern und will mit seiner Präsenz dem Kunden als Gastronomieinen Wohlfühlaspekt bieten. Der Tisch ist liebevoll eingedeckt mit feinen Tischtüchern und passenden Servietten, das Buttermesser steht außergewöhnlich stylisch oberhalb des Brottellers und die Menükarte in edlem Bronzeton liegt bereits auf der Serviette.
Bobby Bräuer verantwortet alle acht Restaurants des BMW-Kosmos. Nur so finanziert sich der Gourmet-Tempel oben, denn die anderen Restaurants, wie etwa „Bikers Lodge“, das „Coopers“ und die „Bavarie“, die wiederum mit 15 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet ist, sind deutlich günstiger, für den Publikumsverkehr jederzeit offen und haben naturgemäß mehr Umsatz und eine deutlich höhere Gewinnspanne. Die Cash-Cow seines kleinen Gastro-Imperiums ist der Eventbereich, der angeblich 40 Prozent seines Umsatzes ausmacht. Dennoch schafft er es, das jedes seiner Outlets wirtschaftlich erfolgreich ist.
Übrigens: Bobby Bräuer ist einer der – noch sehr wenigen – Gastronomen, die eine No-Show-Stornogebühr erheben. No-Shows sind Gäste, die reservieren und sehr spontan absagen oder gar nicht erscheinen. Die Verluste der letzten Jahre durch No-Shows waren so groß, dass Bobby Bräuer im Esszimmer eine Storno-Gebühr für Reservierungen ab 24 Stunden vorher eingeführt hat. Es ist bei Unternehmen und einer bestimmten Gruppe von “dreisten” Menschen mittlerweile zur “Mode” geworden, für einen Abend im voraus gleichzeitig in mehreren Restaurants Plätze zu reservieren. Dann wird kurzfristig entschieden, wo heute und jetzt hingegangen wird. Und die anderen Tische werden nicht mal abgesagt. Für Gastronomen in der Sternegastronomie, wie Bobby Bräuer, die oft einen Tisch am Abend nur einmal belegen können, bleibt ein wirtschaftlicher Schaden übrig. Durch die Einführung der Stornogebühr von 100 € sind die kurzfristigen Absagen rückläufig. Diese Stornogebühr ist mittlerweile in Top-Restaurants auf der ganzen Welt üblich. Da wird dann auch gerne mal der gesamte Menü-Preis erhoben. So gesehen sind die 100 Euro noch günstig.
Spanferkel | Pulpo | Chorizo | Perlzwiebel
Waldpilze | Aprikose | Ziegenkäse | Chawanmushi
Rochenflügel | Junger Lauch | Safran | Yuzu
Salzwiesenlamm | Bries | Zunge | Pak Choi
Das Trio vom Salzwiesenlamm mit Zunge und Bries überzeugt sowohl durch beste Qualität, wie perfekte Zubereitungsart. Das Pak Choi Gemüse ist leicht bitterer Kontrapunkt mit senfartigem Geschmack.
Emmentaler Urtyp | Apfel | Senfkörner
Dieser Gang hat uns total überrascht: Eine Käsestulle im Esszimmer? Anstelle einer Käsevariation vom Käsewagen serviert uns Bobby Bräuer ein kleines Experiment. Er hat das Pumpernickel selbst gebacken und zu Schaum verarbeitet. In der Schweiz hat er einen kleinen Produzenten gefunden, der einen Emmentaler herstellt, wie er ursprünglich einmal war. Herzhaft, würzig und bissfest der Käse, fruchtige Süße und Säure vom Apfel, leichte Schärfe von den Radieserln und dem Senf, dazu das Pumpernickel, dass seinen Umami-Geschmack gab und eben als Schaum nicht bissfest sondern wider Erwarten beim Wort Pumpernickel als weiche Mousse sich präsentierte: dieser kleine Käsegang allein spiegelt soviel wieder warum Bobby Bräuer zwei Sterne hat – und den dritten Stern verdient hat. Ja, für so eine Käsestulle gehen wir gern zu Bobby Bräuer!
Wilde Erdbeere | Pistazie | Rose | Fromage Blanc
Petit Fours
Fazit: Für uns ist Bobby Bräuer ein ganz heißer Kandidat für den dritten Stern. Dieses Menü war überragend und wer sich fragt, was eigentlich den Unterschied zwischen einem Zwei- und einem Drei-Stern-Restaurant ausmacht, der kommt hier ins Grübeln. Qualität, Perfektion und Kreativität gehen hier Hand in Hand und bringen den Gast zum Schwärmen. Keinen dieser Gänge könnte sich ein Gast daheim zubereiten, auch der geübte Hobbykoch nicht. Höchstwahrscheinlich isst man in keinem Autohaus auf der Welt besser. Für dieses Genusserlebenis gehen wir gern ins EssZimmer.
Über einen besondern Service dürfen sich die Gäste freuen: Nach dem Essen bietet BMW einen Chauffeur-Service für die kostenlose Heimfahrt im Stadtgebiet. Für Gäste, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind, gib es Valet Parkingmeter. Doch für einen perfekten Abend mit ausreichendem Weingenuss empfehlen wir, mit Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und dann den BMW-Shuttle zu geniessen.
Disclosure: Herzlichen Dank an das EssZimmer by Bobby Bräuer für diesen wunderschönen Abend mit meinem Lieblingsmenschen und dieses phantastische Menü. Es war ein wahrer Genuss. Die Überraschung mit der “Käsestulle” war natürlich nachhaltig und durchaus etwas sehr Besonderes. Doch insgesamt war jeder Gang für sich seine zwei Sterne wert.
von Götz A. Primke am 3. November 2018, mit keinem Kommentar
Wenn Paul Bocuse Gott war oder ist, dann ist Eckard Witzigmann sein persönlicher Kardinal. Doch der beste Koch der Welt sagt: “Witzigmann ist für mich ein Gott”. Dann wären Paul Bocuse und Escoffier was? Diese Frage – neben vielen anderen – lies Ferran Adrià, der derzeit wohl beste Koch der Welt, offen. Dafür aber gab er Einblick in sein Schaffen. Warum hat er El Bulli geschlossen? Und was macht El Bulli jetzt? Was macht Ferran Adrià jetzt? Für alle, die mehr wissen wollen über die Geschichte des einstmals besten Restaurants der Welt und des wohl innovativsten Kochs gibt es ein ganz besonderes Schmankerl: Amazon Prime Video veröffentlicht die 15-teilige Serie Die Geschichte eines Traums.
“Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen”, soll der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gesagt haben. Ferran Adrià hingegen sagt: “Visionen sind ja auch etwas Gutes, wenn man kein Depp ist.” Diese zwei Zitate verdeutlichen, warum in Deutschland ein Gourmet-Tempel wie das La Vie von Thomas Bühner in Osnabrück schliessen muss, weil der Investor sich plötzlich und unvermittelt “auf seine Kernbereiche konzentriert” oder das Gourmetrestaurant “Himmel un Äd” im Kölner Hotel im Wasserturm von den neuen Hoteleigentümern geschlossen wird und in Deutschland Top-Gastronomie nur mit Investoren im Hintergrund zu finanzieren ist. In anderen Ländern aber, wie etwa Frankreich und Spanien werden ganz andere Preise für Menüs in erstklassigen Restaurants aufgerufen, die Gäste kommen und die Gastronomie floriert. Das hat alles mit der Einstellung der jeweiligen Bevölkerung zu gutem Essen zu tun und auch mit den Steuern, Gehältern und anderen Abgaben, die die Wirte zu zahlen haben.
Im Juli 2011 schloss das Restaurant El Bulli seine Türen. Für immer? Jein! Das Restaurant ist geschlossen. El Bulli aber lebt. Was macht Ferran Adrià seitdem? Ferran Adrià ist mehr als ein Koch. Er ist mehr als ein Küchenmeister. Er ist ein Genie. Er hat die Avantgarde-Küche erfunden – den Begriff Molekularküche mag er nicht. Denn seine Erfindungen sind mehr als nur “molekular”. Er spricht selbst von der Avantgarde-Küche oder auf spanisch: La Vanguardia. Dieser Begriff stammt (wie so vieles in unseren Sprachen) aus dem Militär. Die Avantgarde waren die Soldaten, die als erstes dem Feind entgegen schritten – und meist auch als erstes fielen. Die Vorhut also, die zuerst Feindberührung hat. Ferran Adrià ist mehr als ein Künstler, er ist ein Schöpfer. Er versucht seitdem, die DNA der Lebensmittel und des Essens zu entschlüsseln. Er hat das Restaurant El Bulli in die elBulli Foundation, eine Stiftung, überführt.
Das El Bulli ist jetzt ein Laboratorium. Wissenschaftler, Köche, Biologen, Philosophen, Soziologen und Historiker erforschen unsere Nahrung. Was ist eine Tomate? Verstehen wir die Tomate? Wo kommt sie her? Wieviele Sorten gibt es? Wie wird sie produziert? Wie verstehen wir die Tomate? Wir erschaffen wir eine neue Sorte? Wie verkaufen wir sie: auf Märkten oder per Internet? Wenn wir das Wissen haben, dann kochen wir auch besser. Es gibt mehr als 3.000 Sorten von Tomaten auf der Welt, wir können also nicht alles wissen. Aber wir können uns annähern. Der kreative Küchenkünstler, ehemalige Sternekoch und Erfinder der Molekularküche forscht im Bullilab und führt mit seinem Bruder Albert ein kleines Gastro-Imperium von sechs Restaurants in Barcelona.
Ferran Adrià geht mit seiner Forschung zurück bis in die Anfänge des Menschen. Diese kaum zu erfassende Menge an Daten stellt er allen zur Verfügung. Er stellt alles online auf die Seite BulliPedia. Es soll einmal die größte Ansammlung an Wissen über Nahrung und Kochen sein, eine Enzyklopädie der Küche. Sein Ziel ist es, das ganze Wissen mit der ganzen Welt zu teilen. Er hofft dadurch, neue Gerichte zu erschaffen, neue Ideen zu erhalten und neue Generationen von Köchen zu inspirieren. Auch wenn Ferran Adrià kein Restaurant mehr führt, so ist sein Einfluss auf die Köche und das Essen enorm. Er ist der “Einstein of Food”.
Wie können deutsche Köche von Adriàs Forschung profitieren? “Alle können partizipieren”, sagt er und verweist auf die von seiner Stiftung entwickelte Methodik namens “Sapiens”, die man im Internet einsehen könne, sowie auf seine zahlreichen auch auf Deutsch erschienen Bücher.
Haben denn auch deutsche Köche Einfluss auf Adrià? “Nur Eckart Witzigmann, für mich ein Gott”, schwärmt er vom Großmeister der deutschen Küche. Was er an Deutschland zudem schätze, sie die Ernsthaftigkeit und die Professionalität bei der Arbeit. Und welches deutsche Gericht hat seiner Meinung nach Potential bis an die Spitze, wenn es gut zubereitet ist? “Sauerkraut”, sagt Adrià ohne viel Nachdenken. “Es ist etwas Geniales, weil es anders ist. Das Fermentieren des Kohls verleiht dem Kohl seine Komplexität.” Die kulinarische Kunst der Franzosen hingegen war sehr wichtig und vielseitig, doch nicht nur für Frankreich alleine sondern für die gesamte Welt. Die Nouvelle Cuisine begann 1965, erläutert Adrià. Doch ist diese Küche nicht ausschliesslich die Küche des 20. Jahrhunderts. Die Küche ist über 2 Millionen Jahre alt. Essen zubereiten ist die erste menschliche Tätigkeit. 1903 setzte Auguste Escoffier den Grundstein für die heutige Küche. In seiner Tradition sieht sich der katalanische Küchenkünstler. Ferran Adrià hinterfragt jetzt alles in Küche und Gastronomie.
Und wann öffnet wieder ein Restaurant mit dem Namen el Bulli? Angeblich soll es ab September 2019 auf dem Montjuic soweit sein.
El Bulli: Die Geschichte eines Traums
Während also das Restaurant geschlossen war, blieb das elBulli nicht untätig.
Alle Episoden der Dokuserie El Bulli: Die Geschichte eines Traums gibt es exklusiv bei Amazons Video-Streaming-Service. Adrià gilt als einer der renommiertesten Köche weltweit, sein Restaurant El Bulli wurde fünfmal als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet. Die Dokumentation umfasst 15 Episoden mit Filmaufnahmen aus 13 Jahren und über 200 Beteiligten. Neben den zwölf bereits vorhandenen Episoden, feiern auch drei brandneue Folgen exklusive Premiere bei Prime Video. Alle 15 Episoden werden weltweit für Prime-Mitglieder in über 200 Ländern und Territorien zur Verfügung stehen. Die Serie zeigt die letzten Momente des Restaurants El Bulli und die neuen Projekte, die Ferran Adrià mit seiner Stiftung elBullifoundation ins Leben ruft.
El Bulli: Die Geschichte eines Traumserzählt die Geschichte von Ferran Adrià, seinem Partner Juli Soler und seinem Bruder Albert, angefangen bei ihren ersten Schritten und der Gründung von El Bulli. Das Restaurant gilt als der Ort, an dem die Kombination aus Gastronomie, Kunst, Design und Wissenschaft ihren Anfang fand. Im Juli 2011 hat es seine Tore geschlossen. Mit über 30 Jahren Filmmaterial und einem einzigartigen Zugang hinter die Kulissen von El Bulli, gibt diese Dokuserie nie dagewesene Einblicke in die persönliche und berufliche Erfolgsgeschichte von Ferran Adrià. Als Produzent der Serie fungiert David Pujol.
In den letzten Episoden wird eine der bedeutendsten Errungenschaften der Koch-Legende vorgestellt: Die elBullifoundation, eine gemeinnützige Stiftung, die Ferran Adrià gemeinsam mit Juli Soler gegründet hat. Ziel der Stiftung ist es, die Grenzen der Kreativität und Innovationen in der Haute Cuisine und darüber hinaus auszudehnen. Damit möchten der Starkoch und sein Team Unternehmen, Start-Ups und anderen kreativen Köpfen helfen, ihre Projekte zu verwirklichen.
Wer noch etwas vom Esprit von Ferran Adrià schmecken will, dem empfehlen wir übrigens, in eines der Restaurants von Albert Adrià in Barcelona einzukehren. “Kreativität ist 20% Inspiration, 20% Wissen und 60% Intensität” – unter diesem Motto kocht Albert Adrià seine moderne Küche auf Steroiden. Er ist ebenso wie sein Bruder am Erforschen und Ausprobieren neuer Küchentechniken, versucht neue Texturen und Geschmacksexplosionen zu erschaffen. Und viele seiner Gerichte basieren auf den Ideen seines älteren Bruders Ferran Adrià.
von Götz A. Primke am 4. Februar 2020, mit keinem Kommentar
Ein Michelin-Stern für ein Thai-Restaurant: Das hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben. Dem Kin Dee ist dieses Kunststück gelungen. Dabei war Küchenchefin Dalad Kambhu die Karriere als Sterneköchin nicht in die Wiege gelegt worden. Und dass ihr Restaurant direkt an Berlins berüchtigtem Drogen-Straßenstrich liegt, lässt die Geschichte noch etwas kurioser werden.
Nutten Sex-Arbeiter:Innen vor der Tür, Thailändische Hochküche drinnen: Wer in das erste mit einem Michelin-Stern gekrönte Thai-Restaurant in Deutschland gehen möchte, muss sich erstmal in eine Gegend begeben, die schon seit Jahren ihren ambivalenten Ruf hat. Nicht weit entfernt liegt die alte pulsierende Mitte Berlins: Potsdamer Platz und Potsdamer Straße. Hier ist das Französische Gymnasium, eines der besten Gymnasien Berlins, in dem u.a. Reinhard Mey zur Schule ging. Hier ist das Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade, das einst die Berliner Heimat von Harrys New York Bar war. Als Neubau war es in seiner Architektur und Farbgebung Ende der 80er Jahre stilbildend in der geteilten Frontstadt. Hier waren früher viele Berliner Möbelhändler, davon ist nur noch Möbel Hübner übrig geblieben. Hier war das berühmt-berüchtigte Sound, damals die angeblich “modernste Diskothek Europas”, die vor allem durch Christiane F. traurige Berühmtheit erlang. Und hier war und ist nach wie vor Berlins Straßenstrich und ein Drogen-Umschlagplatz. Dies ist eigentlich nicht das typische Umfeld für Sternerestaurants. Und dennoch: Der Guide Michelin krönte im Februar 2019 das thailändische Restaurant Kin Dee mit einem Stern.
Wir trafen die Sterneköchin Dalad Kambhu bei der Sterne-Gala des Guide Michelin und vereinbarten einen Besuch vor Ort. Auf Thai bedeutet Kin Dee “Gut essen”. Dalad Kambhu serviert die Geschmäcker, mit denen sie in Bangkok aufgewachsen ist. Die Pasten und Saucen sind alle hausgemacht. Dalad Kambhu nutzt am liebsten saisonale und regionale Produkte. Das Besondere an ihrer Küche: typische thailändische Zutaten, die sich nicht vor Ort herstellen lassen, ersetzt sie durch typische brandenburgische Produkte. Sie möchte in ihrer Küche die grundlegenden Aromen, die für sie Kindheit bedeuten, in die Hauptstadt bringen. Zitronengras, Kaffir-Limette, Wild-Ingwer, Chili, Koriander, Kurkuma. Ihre Philosophie in Sachen Genuss ist es, so viele Zutaten wie möglich regional zu beziehen. Deshalb mischen sich auf der Karte typische Thai-Aromen mit deutschen oder zumindest europäischen Ingredienzien. Statt Mango serviert sie Apfel, und statt Papaya gibt es eben Gurke. Und danach schmeckt auch das, was in dem Fünf-Gang-Menü serviert wird. Natürlich schmeckt hier nichts nach Glutamat, nie ist etwas zu süß oder zu scharf. Sie will die Tiefe und Fülle verschiedenster Geschmackskombinationen kreieren, alles stets ausbalanciert, anders als man es von den typischen Berliner Thai-Restaurants gewohnt ist. Kambhu mag keine Klischees. Und genau das ergibt den ganz speziellen Typus ihrer Thai-Küche.
Dabei ist Dalad Kambhu die Karriere als Köchin nicht in die Wiege gelegt worden. Das Kochen lernte sie von ihrer Mama und von den Garküchen der thailändischen Metropole. Außerdem schaute sie sich von ihrer Mutter ab, wie man frische Pasten macht – das Geheimnis ihrer Küche. In Bangkok geboren und aufgewachsen zog die hochgewachsene Thailänderin als junge Frau nach New York, studierte dort Marketing und arbeite als Model u.a. für Nike – doch als echte Thailänderin brannte ihre Leidenschaft weiter für das Essen. Nach etwa einem Jahrzehnt in New York wechselte sie 2015 nach Berlin und traf die lokalen Gastro-Größen Moritz Estermann, Stefan Landwehr und Bors Radczun, in Berlin durch Grill-Royal und Pauly Saal bekannt. Als das Thai-Lokal “Edd’s” schloss, zog Dalad Kambhu ein und eröffnete das “Kin Dee”.
Bei Kin Dee gibt es kein Pad Thai und keine gebratenen Nudeln. Stattdessen setzt Dalad Kambhu auf innovative zeitgenössische Gerichte. Sie setzt auf höchste Qualität an Fisch, Fleisch und Gemüse aus der Region, die mit thailändischen Kräutern, Gewürzen, Pasten und Saucen zubereitet werden. Die Zutaten sind alle aus der Region, das Hauptaroma ist immer thailändisch. Einen Papaya- oder Mangosalat sucht man bei ihr vergeblich, stattdessen nimmt sie brandenburgische Äpfel und Kohlrabi und zaubert daraus einen thailändischen Salat.
Exzellente Restaurants sind in Berlin – verglichen mit der Größe und Bedeutung der Stadt – leider immer noch Mangelware. Das Kin Dee ist kein klassischer Gourmet-Tempel. Statt schwerer weißer Damasttischdecken sitzen wir an schlanken Holztischen. Die Mitarbeiter laufen in Turnschuhen und die Gäste werden geduzt. Kambhu versteckt sich nicht hinter dem Herd, sie geht aus der Küche raus zum Gast, serviert ihre Gerichte selbst und unterhält sich mit den Gästen.
Das Kin Dee ist noch ein Ort für die besser informierten Freunde der guten Küche. Doch sicher bringt der Michelin-Stern noch mehr Gäste. Für die Innenausstattung arbeitete Kambhu mit dem schwedischen Künstler Karl Holmqvist zusammen.
Im Kin Dee werden die Speisen als Acht- bis Zehn-Gänge Sharing Menu Dishes serviert, zum Teilen mit Freunden oder Familie. Das Menü ist dabei eine köstliche Reise durch Currys, Suppen, etwas zum Dippen, immer perfekt abgestimmt mit süßen, salzigen, sauren und scharfen Noten. Auch wenn es nur ein Menü gibt, so gibt es dennoch genügend Ausweichmöglichkeiten, wenn der Gast wegen irgendwelcher Unverträglichkeiten oder Präferenzen das eine oder andere nicht mag oder darf.
Wie in allen guten Restaurants wechselt auch im Kin Dee die Karte regelmässig. Bei unserem Besuch genossen wir:
Duo Pla – Thai-style Ceviche mit Fjordforelle, Jokobsmischel mit Thai-Kräuter Dressing
Kin Dee Kaprao Oktopus – Oktopus-Confit, Kaprao-Sauce
Gurkensalat
Als Mittelgang geniessen wir einen außerordentlich sensationellen Oktopus mit einer scharfen Kaprao Sauce. Dazu wird Reis, eine Kohlsuppe und Gurkensalat gereicht. Dieser Gang ist einfach unfassbar köstlich – der Oktopus ist wunderbar zart und schmeckt zusammen mit der Sauce genial. Die Suppe und der für uns außergewöhnliche Gurkensalat passen perfekt dazu. Ein extrem gutes Spiel zwischen Röstaromen, Säure, Schärfe und dem löschenden Reis.
Spring Un-Rolled: Geschmortes Rind, Gurke, Peperoni-Chili
Wolfsbarsch
Gebratener Fenchel
Der Wolfsbarsch wird mit einer köstlichen Sauce bereits filetiert geliefert. Der gebratene Fenchel kommt in einer köstlichen Marinade.
Sangkaya: Thai-Kokos Pudding, Kürbis
Glanz und Elend liegen oft beieinander. Nach diesem sensationell guten Dinner verlassen wir das gut gefüllte Restaurant. Auf dem Weg zum Auto passieren wir einige Bordsteinschwalben, die mittlerweile auf ihre Kundschaft warten.
Fazit: Kin Dee – Aroy Mak Mak! Authentische thailändische Rezepte mit regionalen Zutaten – das ist zum einen typisch Thai – zum anderen so ganz anders. Das Restaurant ist modern, edel, stylish, aber nicht überzogen. Die Umgebung erdet jeden Gast.
Bemerkenswert: Die enge Treppe in den Keller zu den Toiletten runter ist mit einem Treppenlift so ausgestattet, dass auch Rollstuhlfahrer hier essen gehen können. Sieht man leider immer noch nicht häufig genug.
Dieses Restaurant ist der perfekte Platz, um mit seinem Lieblingsmenschen hinzugehen und zu sagen: Chan rak khun mak mak teerak!
von Götz A. Primke am 10. Februar 2020, mit keinem Kommentar
The Morning Glory, Happy Ending, Silence of the Lamb und Codfather – die Auswahl aus der Menükarte liest sich etwas befremdlich. Beim zweiten Blick auf die Zutaten läuft uns allerdings das Wasser im Munde zusammen. The Butcher Berlin ist eine coole Burgerbraterei und bekräftigt den Ruf der Kantstraße als Foodie-Strip in Berlin.
Offen gesagt, hat sich der Image der Kantstraße in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder verändert. Eine Zeit lang war es eher das Mekka der polnischen Import-Export-Läden mit dubiosen Telefonen, die keine Zulassung der Deutschen Bundespost hatten. Mittlerweile ist es eher eine Art “Chinatown” mit vielen chinesischen, thailändischen, vietnamesischen und sogar Taiwanesischen Restaurants. Wer kann sich noch an das Ty Breizh, das bretonische Restaurant, erinnern? Jetzt bringt also The Butcher Abwechslung in die Kantstraße.
Keine fünf Laufminuten vom S-Bahnhof Savignyplatz und seinen vielen insbesondere italienischen Restaurants entfernt, ist ein stylisch umgebautes Boutiquehotel. Im Sir Savigny Hotel verbirgt sich das Butcher hinter noblen schwarzen Markisen. Innen empfängt uns erst ein großer schwarzer Tresen und ein offener Grill. Das Design des Butcher ist elegant und modern. Die rostfreien Stahl- und Holzelemente verleihen ihm definitiv das unverwechselbare Flair eines noblen Burger-Lokals.
In einem stilisierten Kühlraum hängt ein Kalb kopfüber, auf der Glasscheibe davor ist groß der Name des Restaurants eingraviert.
Auf dem Grill liegen die Buletten und brutzeln vor sich hin. Die Zutaten für die Burger liegen in den Mise-en-place Behältern bereit.
In den Räumen dahinter empfängt uns eine kuschlige Wohnzimmer-Atmosphäre. Ein großer Raum geht hinaus zur Kantstraße, ein anderer mit Blick in den Hinterhof. Der ist allerdings zu dieser Uhrzeit im Februar nicht mehr zu sehen.
Im Hinterzimmer steht in der Raummitte ein schöner Kamin, der uns in eine kuschlige, romantische Atmosphäre versetzt.
Der hintere Raum ist eher wie eine Bibliothek eingerichtet. Wie der Ausblick in den Hinterhof im Sommer aussieht, lässt sich zu der Uhrzeit und Beleuchtung leider nicht sagen. Bibliothek und Wohnzimmer teilt sich das Butcher mit dem Sir Savigny Hotel.
Als Vorspeise teilen wir uns eine Portion Nachos. Knackig, köstlich, die Guacamole, Salsa und Frischkäse sind genau passend.
The Ugly With Chicken – Gegrillt Hähnchenbrust, Salat, Avocado, Tomate, Cream Cheese, Jalapeños, BBQ Sauce, Tortilla Wrap
Ok, das Menü ist lustig gemeint, erfinderisch und die Küche liefert exzellente Burger und Hauptgericht. Entgegen unserer ersten Einschätzung, dass es in einem Lokal, das sich Butcher = Metzger/Fleischer nennt, auch Steaks geben würde, gibt es hier fast ausschliesslich Hamburger. Aber diese Burger gibt es in allerlei Variationen. Unsere Begleitung gönnt sich einen “Ugly With Chicken”, eine Hähnchenbrust im Tortilla Wrap. Knackig, köstlich, würzig.
Wir haben auch den Klassiker Benedict probiert. Perfekt zubereitet und köstlich saftig. Die Süßkartoffeln waren ebenfalls genau richtig, schön knackig frittiert. Sehr gerne kommen wir wieder her und werden weitere Burger ausprobieren. Gegebenenfalls sogar mit Namen wie Codfather (mit Kabeljau und Sauce Tatar) oder Silence of the Lamb (mit Neuseelandlamm) oder gar Morning Glory (mit Frischkäse, Spiegelei mit Speck, Tomate, Avocado).
Brownie & Vanilla Ice Cream
Der Service ist aufmerksam und effizient, weiss sich aber auch zurückzuhalten, zumal wir beide tief ins Gespräch vertieft sind. Wer hier an der Kantstrasse nicht lange warten möchte und einen schönen Tisch in Ruhe haben möchte, dem sei empfohlen, seinen Tisch rechtzeitig zu reservieren.
Belgische Waffel
Die Gegend um den Savignyplatz ist es immer wieder einen Spaziergang, einen Rundgang wert. Ich mochte diese Ecke schon als ich noch Anfang 20 war, als die Mauer noch stand und das alte West-Berlin hier einige seiner coolsten Kneipen und Bars hatte. Ach ja, das Schwarze Café gibt es immer noch. Manche Dinge verändern sich eben nicht.
Übrigens: The Butcher Berlin gehört zur Restaurant-Gruppe von Yossi Eliyahoo. Leider gibt es noch kein Izakaya-Restaurant. Das erste Butcher wurde 2012 in Amsterdam eröffnet und wurde auch dank der zentralen Lage schnell zu einem beliebten Veranstaltungsort. Nachdem es den heimischen Markt erobert hatte, erobert die Unternehmensgruppe um Yossi Eliyahoo nun auch den deutschen Markt. Bisher allerdings gibt es The Butcher nur in Amsterdam, Berlin, Ibiza und Dubai.
Disclosure: Herzlichen Dank für die Einladung an das Butcher Berlin! Selbstverständlich bleibt unsere Meinung davon unabhängig.
von Götz A. Primke am 6. Februar 2020, mit keinem Kommentar
Nachwuchsmangel, Imagewandel, Zero Waste, No Shows und noch so manches andere Thema mehr beschäftigen schon seit Jahren die Gastronomie. Dirk Luther und Bobby Bräuer, beide mit ihren Restaurants vom Guide Michelin mit jeweils 2 Sternen gekrönt, trafen sich zum 4. Chef’s Talk in München mit Gabriele Heins, stellvertretende Chefredakteurin des Magazins „Der Feinschmecker“.
Das Thema Nachwuchsmangel – und damit einhergehend auch die Bezahlung der Angestellten in der Hotellerie und Gastronomie – ist nicht wirklich neu. Ich meine, ich habe diese Diskussionen bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrtausends gehört. Doch hat sich seitdem eigentlich nicht viel verändert. Oder doch: Es ist alles viel schlimmer geworden. Die Bezahlung der Angestellten ist nicht besser geworden. Dafür aber sind sämtliche Lebenshaltungskosten gestiegen. Aber die Arbeitsbedingungen sind in der Branche nicht besser geworden. Natürlich ist vieles davon auch naturgegeben. In der Gastronomie wird gearbeitet, wenn andere feiern. Jedoch könnten viele Randbedingungen sich längst geändert haben. Nun denn, mittlerweile hat sich die Situation so verschärft, dass kaum noch Jugendliche in der Branche eine Ausbildung machen wollen.
“Deutsche Gastronomie – fit für die Zukunft?” fragte Gabriele Heins beim 4. Chef´s Talk in den Räumen des EssZimmer by Bobby Bräuer in der BMW Welt München. Es wurde nicht um den heißen Brei herumgeredet – es ging ans Eingemachte: Die 2-Sterneköche Dirk Luther („Meierei“ im Vitalhotel Alter Meierhof, Glücksburg) und Bobby Bräuer („EssZimmer by Bobby Bräuer“ in der BMW-Welt) sprachen ganz offen über die Veränderungen der Branche.
Chef´s Talk: Nachwuchsprobleme in der Gastronomie
Dirk Luther: Vom Nachwuchsmangel sind viele Betriebe betroffen. Auch die Meierei hat das Problem, Nachwuchs zu bekommen. Wir bräuchten eigentlich einen Nachwuchsbotschafter, der an die Schulen geht und die positiven Seiten, die unser Beruf mit sich bringt, auch den Schülern kommuniziert.
Bobby Breuer: Prinzipiell ist die gesamte handwerkliche Branche davon betroffen. Es gibt einfach insgesamt weniger Bewerber um Ausbildungsplätze. Wir stellen uns selbst immer wieder die Frage, woran es liegt. Wir schauen schon, wie wir die Arbeitszeiten attraktiver machen können. Es ist ein wunderschöner Beruf, aber es ist schade, dass wir so wenig Resonanz bekommen.
Chef´s Talk: Imagewandel der Branche: Hipsterbärte und Rock-Typen
Dirk Luther: Wie die Typen aussehen, die in Küche und Service arbeiten, ist egal. Viel wichtiger ist, wie unsere Branche voran kommt. Wenn die Leute in Food Trucks mit erstklassigen Produkten arbeiten, dann ist es super. Probleme bekomme ich, wenn ich diese XXL-Schnitzel sehe. Das ist billiges Schweinefleisch aus Massenzucht. Dieser Beruf hat mit unheimlich viel Fleiss zu tun. Mit viel Leidenschaft.
Ja, es gibt immer noch das Klischee des herumbrüllenden Küchenchefs. Aber ich glaube, es gibt keine cholerischen Küchenchefs mehr. Das war einmal, aber heute kann man nicht mehr so mit Mitarbeitern umgehen. Wir sollten lieber die positiven Botschaften herausbringen, nicht nur das negative. Wir arbeiten mit tollen Menschen, wir arbeiten mit tollen Produkten. Natürlich muss man am Wochenende arbeiten, aber dafür kann man auch Montag, Dienstag frei haben. Das hat auch Vorteile.
Bobby Breuer: Hipsterbärte und Rockertypen sind ja nur die Spitze, die wir im Fernsehen sehen. Ein Bekannter von mir, der im Fernsehen kocht, hat eine Anfrage bekommen von einem, der gern eine Ausbildung als Fernsehkoch machen möchte. Aber das geht natürlich nicht. Erst einmal muss der Beruf als Koch gelernt werden, eh man ins Fernsehen kommt.
Wir haben beide den Beruf gewählt, weil wir beide gern kochen. Aber in den letzten 10, 12 Jahren ist vieles sehr komplex geworden. Ein Koch muss sich selbst sehr gut organisieren, damit er sehr gut aufstellt ist.
Chef´s Talk: Zero Waste
Dirk Luther: Wir sehen ja, wie alles geliefert wird.. Wir können kaum beeinflussen, wie die Lebensmittel, die Produkte, die wir bei unseren Zulieferern bestellen, verpackt sind.
Wir haben im Norden eine riesige Katastrophe gehabt, als unheimlich viel Plastikmüll in die Schlei eingebracht wurde.
Bobby Breuer: Es liegt nicht in unserer Hand. Wir können da nichts gegen tun. Das muss von ganz oben gesteuert werden. Wir sehen aber, dass es immer weniger Salzwasserfische gibt. Sie werden teurer. Und das wird uns Gastronomen viel stärker betreffen. Die Ressourcen werden immer geringer, die Menschen immer mehr. Wir haben unsere eigene Fischzucht in Oberbayern. Früher hätten wir nie eine Forelle als Hauptgang auf den Tisch gebracht. Das hat sich heute gewandelt. Es muss eben nicht immer eine Seezunge sein.
Chef´s Talk: Entwicklungen im Ausland
Deutschland wird im Ausland immer nur mit Brezel, Sauerkraut und Wurst identifiziert. Nervt sie das?
Bobby Breuer: Wir haben ein grosses Defizit, Das sehen wir in den internationalen Rankings. In den Top 50 Listen der Weltbesten Restaurants ist nur Tim Raue als einziger deutscher Koch vertreten. Da muss sich etwas ändern. Zum einen können wir stolz sein, dass wir in Deutschland ganz viele tolle Köche haben. Zum anderen aber sehen wir in Spanien, Dänemark, in Südamerika, was sich verändert, sobald die Regierung die Top-Gastronomie unterstützt.
Es hat sich schon einiges bewegt. Wir reden nicht von Kaviar und Hummer. Aber wir reden von guten Produkten, gutem Essen, gutem Gemüse und Fleisch. Es hat etwas mit Genuss und Lebensfreude zu tun. Nicht mit Dekadenz. Ich habe damals in Berlin sehr gern für Bundeskanzler Schröder gearbeitet, denn der hat es sehr genossen. Die Nachfolgerin war dann nicht mehr so toll…
Dirk Luther: Es geht nicht Hummer & Kaviar sondern Leidenschaft. Wir sehen es ja, was passiert, wenn der Michelin herauskommt. Deutschland ist nach Frankreich das Land mit den meisten Michelin-Sternen. Aber wir haben 2010 die Bettensteuer heruntergesetzt. Seitdem sind neue Arbeitsplätze entstanden. Wir haben zum siebten Mal hintereinander einen Übernachtungsrekord. Wir sehen also, was sich ändert, wenn man nur etwas bewegen will.
Bobby Breuer: Wir haben eine Stornogebühr von 100 Euro für No Shows eingeführt. Also für Gäste, die bei uns einen Tisch reservieren, dann aber nicht wenigstens 24 Stunden vorher absagen. Im letzten Jahr haben wir durch solche Gäste 70.000 Euro netto verloren. Wir arbeiten hier für jeden Tisch, jeden Stuhl. Wir müssen drauf achten, dass wir ein gesundes Unternehmen sind. Einige sehen es noch nicht ein, dass sie ihre Kreditkartennummer angeben müssen. In New York wird der Betrag schon vorn vornherein abgebucht. Wir sind da noch sehr human. Wir müssen die Gäste darauf aufmerksam machen, dass wir nicht zum Spaß hier sind. Wir sind ein wirtschaftliches Unternehmen. Seitdem nehmen die No Shows deutlich ab. Wir rücken das Thema ins Bewusstsein. Auch schon durch die Medienaufmerksamkeit, die wir allein nur durch das Erheben der Stornogebühr erlangt haben.
Dirk Luther: Da wir über 90% Hotelgäste haben, die bei uns reservieren, haben wir dies Problem nicht. Aber wir kennen das Thema auf Sylt. Da überlegen die Gäste, ob sie in die Sansibar oder zu Johannes King gehen. Die rufen dann noch um 18 Uhr an und reservieren. Oder eben auch nicht.
Chef´s Talk: Französische Küche
Dirk Luther: Die Molekularküche hat mit zwei oder drei Elementen meine Küche bereichert. Ich möchte meinen Horizont stetig erweitern, aber meine eigene Handschrift darf dabei nicht verloren gehen. Alles andere brauche ich nicht. Wenn ich nach Frankreich gehe, da weiss ich was Handwerk ist. Ich schätze die klassische französische Küche.
Die System- und Kettengastronomie wird noch immer weiter gehen, das wird sich viel mehr durchsetzen. Dennoch wird es immer Trends geben und immer schnelllebigere Trends. Doch unsere Küche wird es auch immer geben. Dazu gehört immer das Spiel zwischen Wein und Essen.
Bobby Breuer: Ich schliesse mich da an. Handwerk ist eine essentielle Geschichte. Du siehst es an der Sauce, an einer gut gemachten Terrine. Es gibt wieder viel mehr Gäste, die es freut, wenn sowas auf dem Teller zu sehen ist. Ich muss nicht jedem Trend hinterhereilen. Die Gäste freut es, wenn man sie abholt. Der Gesamtauftritt muss stimmen. Wir haben die klassische französische Küche und das läuft gut.
Es kommt auch immer auf das Ambiente an. Der Gesamteindruck ist dabei wichtig: Wie ist der Service, der Sommelier, wie locker ist das Restaurant? Wird unbedingt eingesetzt und ausgehoben, wie es jeder in seiner Ausbildung früher einmal gelernt hat? Oder wird der Gast nicht viel gestört, dafür aber ein lockerer und ungezwungener Service gelebt? Das Zelebrieren ist nicht mehr angesagt.
Chef´s Talk: Warum sind so wenig Frauen Spitzenköche?
Bobby Breuer: Es werden schon bedeutend mehr Frauen. Es gibt schon mehr Küchenchefinnen. Ich selbst hätte gern mehr Mädchen in der Küche. So ein Drittel Frauen, nur wir haben kaum Bewerbungen bekommen. Es gibt auf jeden Fall eine bessere Stimmung in der Küche, wenn junge Frauen im Team sind.
Kochen Frauen anders? Sie kochen mehr aus dem Bauch heraus. In der Bavarie habe ich eine Frau als Küchenchefin. Die macht es leicht anders und einen sehr guten Job. Wie es in 50 Jahren aussehen wird, können wir jetzt nicht abschätzen.
Chef´s Talk: Der 3. Michelin Stern
Dirk Luther: Am Ende des Tages ist es wichtig, dass das Unternehmen wirtschaftlich läuft. Das ist wichtiger als ein Stern.
Bobby Breuer: Wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, dann ist es schön. Wir haben viel erreicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass es anstrengend genug ist, das zu halten, was wir erreicht haben. Dann ist es gut.
Nach der Podiumsdiskussion servierte uns Bobby Bräuer noch ein köstliches 3-Gänge-Menü in der Bavarie.
Herzlichen Dank an Bobby Bräuer, Dirk Luther für die Einladung zur Presseveranstaltung und die sehr aufschlussreichen Stunden im EssZimmer in der BMW-Welt.
von Götz A. Primke am 30. Januar 2020, mit keinem Kommentar
Sternekoch, TV-Koch, Inhaber einer Restaurantkette: Jorge Rausch ist in Kolumbien mindestens so bekannt wie Alfons Schuhbeck und Johann Lafer zusammen. Sein Top-Restaurant Criterion in Bogota ist in der Liste der 50 besten Restaurants in Lateinamerika die Nummer 1 in Kolumbien und die Nummer 19 in gesamt Lateinamerika. Fünf Tage präsentierte Jorge Rausch seine Küche im NH Collection Madrid Eurobuilding.
Insgesamt präsentierten sich unter dem Motto “Colombia in Residence” vier der besten Köche des Landes mit der größten Artenvielfalt pro Quadratkilometer der Welt in Madrid. Kolumbien brachte seine Haute Cuisine für eine der wichtigsten gastronomischen Veranstaltungen in die spanische Hauptstadt. Colombia in Residence wird von ProColombia betrieben und ist eine Initiative von Mateo & Co, Lateinamerikas 50 besten Restaurants und dem Hotel NH Collection Madrid Eurobuilding. Die von S.Pellegrino & Acqua Panna gesponserte Veranstaltung führte die besten Restaurants, Bars und Sommeliers Lateinamerikas zusammen.
Kolumbianische Gastronomie: Biodiversität, Tradition – und Kreativität
Die kolumbianische Gastronomie ist eine Kultur, die so bunt ist wie die Kolumbianer. Viele ihrer Restaurants, die heute zu den renommiertesten der Welt zählen, kreieren außergewöhnliche Gerichte, indem sie auf immer innovativere Weise mit traditionellen und überlieferten Zutaten experimentieren.
Das kulinarische Potenzial des Landes liegt in seiner großen Vielfalt. Das Land hat fünf Klimazonen, in denen das ganze Jahr über alle Arten von Pflanzen angebaut werden. Zusätzlich sind in der Region 50.000 Pflanzen- und Tierarten beheimatet. Die gastronomischen Wurzeln sind indigenen, afrikanischen und gemischten Ursprungs, die es ermöglichen, eine ungewöhnliche und authentische Küche zu genießen.
Jorge und Mark Rausch
Criterion ist das Markenzeichen des berühmten Restaurantimperiums der Brüder Rausch. Als jüngster Sproß kam zuletzt das Restaurant “Local by Rausch” in Bogota hinzu. Die Rausch-Brüder Jorge und Mark sind Starköche, die die klassische französischen Küche durch Erkundung und Experimentieren mit der kolumbianischen Küche vermählt haben und sich dadurch einen Namen gemacht haben. Das Ergebnis ist eine moderne, persönliche Speisekarte mit klassischen Gerichten, die mit vertrauten Aromen aufwarten. Mit einer umfangreichen Speisekarte und zwei Degustationsmenüs bieten die Brüder Jorge, Küchenchef, und Mark, Konditor, ihre einzigartigen Kreationen bei Criterion. Außerdem bieten sie einen umfangreichen internationalen Weinkeller.
Das Menü von Jorge Rausch zu “Colombia in Residence”
Jorge Rausch servierte uns im NH Collection Hotel Madrid Eurobuilding im Rahmen der Veranstaltung “Colombia in Residence” ein sensationelles Menü. Die Location: Das Restaurant DiverXO, das einzige mit 3 Michelin-Sternen gekrönte Restaurant von Madrid. Ein kleines Video davon könnt Ihr hier anschauen:
Copa de Bienvenida: Elyssia, Cava, cortesia de Freixenet
Amasijos Colombianos: Almojábanas | Pan Queso | Pan de Yuca
Entradas: Crema de Guasca con Espuma de Maíz
Entradas: Ceviche de Pez León
Entradas: Escalop Maíz
Primero: Encocado de Langostinos
Fuerte: Puré de Plátano Verde con Costilla de Res
Postre: Carpaccio de Mago Biche
Postre: Textura de Cuajada con Melao
Jorge Rausch – Zur Person
Er absolvierte eine Ausbildung an der Tante Marie Culinary Academy in London und arbeitete bei Le Manoir au Quattre Saisons in Oxford und bei Sally Clarke in London. Mit dem Criterion wurde er 2009 und 2010 bei den La Barra Awards als bestes Restaurant und bester Koch ausgezeichnet. Er gewann den „Five Diamond Star Award“ und entwickelte zusammen mit seinem Bruder Mark weitere gastronomische Konzepte in Bogotá wie etwa für das Rausch Patistier und Bistronomy Restaurant. Außerdem ist Rausch in Panama und in Ecuador tätig. Und er war Mitglied der Jury des MasterChef und MasterChef Junior Wettbewerbs.
In den letzten Jahren hat sich Jorge Rausch den Kampf gegen eine invasive Fischart in der Karibik vorgenommen: der Feuerfisch, auf spanisch: Pez León englisch: Lionfish, kommt eigentlich aus dem Indischen Ozean. Seit er in der Karibik “eingewandert”, vielmehr eingebracht worden ist, frisst er andere Fische und zerstört die Korallen. Jorge Rausch setzt diesen wohlschmeckenden Fisch auf die Speisekarte und hat ihm sogar ein Kochbuch mit Feuerfisch-Rezepten gewidmet.
In dem grandiosen Menü, das Jorge Rausch uns im Rahmen des “Colombia in Residence” Events servierte, war der Pez León, der Feuerfisch als Ceviche in der Vorspeise Bestandteil unseres Essens. Ein sehr feines, elegantes, köstliches Fischfleisch. Und ja, er ist es Wert, aufgegessen zu werden. Zumindest in der Karibik, wo er nicht hingehört.
Disclosure: Ich war eingeladen von ProColombia zu der Veranstaltung “Colombia in Residence” in Madrid, einschliesslich Flug und Übernachtung. Selbstverständlich bleibt meine persönliche Meinung davon unabhängig. Ich danke den Mitarbeiterinnen von ProColombia und Jorge Rausch persönlich sehr herzlich für die exzellente Betreuung, die persönlichen Gespräche und das sensationelle Essen.
von Götz A. Primke am 23. Januar 2020, mit keinem Kommentar
Münchens mondänste Meile Maximilianstraße hat wider Erwarten wenig Sterne zu bieten. Nur einer glänzt, und der strahlt über dem Restaurant Schwarzreiter im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München. Schon seit einem halben Jahr ist der luxuriöse Umbau des Gourmetrestaurants vollendet. Das Schwarzreiter wird mit Maike Menzel von einer Küchenchefin geführt. Leider in Deutschland immer noch etwas Besonderes. Es ist für uns an der Zeit, dort vorbeizuschauen.
Die Konkurrenz schläft nicht. Die Top-Hotels in München putzen sich mehr und mehr heraus. Während die Familie Geisel kurzerhand den Königshof abgerissen hat und komplett neu baut, entkernt die Familie Schörghuber nur einen Häuserblock vom Hotel Bayerischer Hof entfernt ein ehemaliges Bankgebäude und wird dort im Jahr 2023 ein 5-Sterne-Plus Hotel unter der Marke Rosewood eröffnen. Und wie Innegrit Volkhardt ihr Juwel am Promenadeplatz renoviert und modernisiert hat, so investierte die Kempinski Gruppe 20 Millionen Euro in das HVJK, das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München, für umfassende Renovierungsarbeiten für die Restaurants und die Bar. Die Gastronomieflächen wurden architektonisch umgestaltet und mit einem neuen, zeitgemäßen Einrichtungs- und Lichtkonzept ausgestattet. Schliesslich feierte diese “alte Dame” unter den Grand Hotels in der bayerischen Landeshauptstadt erst kürzlich ihren 160. Geburtstag.
Der Anspruch war einen Ort des Erlebens zu schaffen, der Eleganz, Kreativität und Wohlbefinden vereint. Kempinski spricht von einem räumlichen Kaleidoskop für die Sinne. Jung, saisonal und frisch, weg vom klassisch bayerischen Image, aber trotzdem inspiriert von traditionellen Gerichten. Denn an gleicher Stelle, an der sich heute das Schwarzreiter befindet, logierte das legendäre Restaurant Walterspiel, das 1966 zu den 66 Restaurants zählte, die in der ersten deutschen Ausgabe des Guide Michelin vertreten waren.
So präsentiert sich die Young Bavarian Cuisine in der Schwarzreiter Tagesbar und dem Schwarzreiter Restaurant. Purer unverfälschter Geschmack, leicht, schmackhaft und überraschend – abseits dessen, was man kennt und erwartet – sollen hier im Mittelpunkt stehen.
Jung und Bayerisch ist nicht nur das Motto der Küche. Jung und bayerisch ist auch die Küchenchefin. Maike Menzel, Deutschlands jüngste Sterneköchin, ist ein durch und durch bayerisches, ja eigentlich Münchner Gewächs. Küche und Kochleben haben ihr schon ihr Großvater und ihr Vater vorgelebt. Sie genoss eine ganz offensichtlich herausragende Ausbildung bei einem der besten bayerischen Köche Münchens, Hans-Jörg Bachmeier. Weitere Sporen verdiente sie sich im Restaurant Emiko im Louis Hotel, im Hotel Bachmair Weissach am Tegernsee sowie bei Ali Güngörmüs im Pageou. Im November 2016 wechselte sie in das Schwarzreiter, übernahm dort 2017 bereits die Souschef-Positon und erkochte unter Küchenchef Anton Pozeg mit dem Team den ersten Stern im Januar 2018. Seit dem August 2018 ist sie Küchenchefin, bestätigte den Stern im Februar 2019 und hält 15 Punkte im Gault Millau. Doch nicht nur das: Maike Menzel wurde vom Guide Michelin als jüngste Sterneköchin Deutschlands ausgezeichnet. Maike Menzel legt höchstes Augenmerk auf eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern und heimischen Herstellern, die die Frische und Saisonalität der Erzeugnisse garantiert.
Aber wer oder was ist eigentlich der Schwarzreiter? Der „Schwarzreiter“ (Salvelinus evasius), ein Tiefseesaibling, lebt in Wassertiefen von mehr als 40 Metern in Alpen- und Voralpenseen, z.B. dem Königsee. Er ist sozusagen der “Urfisch“ des Königsees und blieb Jahrhunderte von jeglichen Züchtungen unbeeinflusst. Der Schwarzreiter gehörte zu den Lieblingsfischen des Bayerischen Märchenkönigs Ludwig II., der als Feinschmecker bekannt war.
Bei der Renovierung wurden nicht nur die publikumswirksamen Räume im Erdgeschoss renoviert, sondern auch gleich die Küche im Untergeschoß. So hat die Küchenchefin im Rahmen des Umbaus eine nigelnagelneue Küche bekommen, aus der nicht nur die Michelin-besternten Menüs kommen, sondern auch die Fleischpflanzerl für die Tagesbar.
Das Servicepersonal freut sich, dass sie für den Weg von der Küche zum Gast mit den schweren Tellern in den Händen eine Rolltreppe benutzen können. Auch hier wurde das 32 Jahre alte Vorgängermodell ausgetauscht. Die jetzige Rolltreppe ist so rasend schnell, dass dem Servicepersonal die Münchner Kaufhaus- und U-Bahn-Rolltreppen viel zu langsam vorkommen.
Verantwortlich für das edle Interieur, das einem Grandhotel durchaus gerecht wird, zeichnet Designer Colin Finnegan. Er ließ sich auch von der beeindruckenden Umgebung des Hotels, der bekannten Münchner Maximilianstraße mit ihren luxuriösen Einkaufsmöglichkeiten inspirieren. Er hat ein Faible für edle Oberflächen und helle Töne. Die Gäste sitzen zwischen verspiegelten und rautenförmigen Wandelementen sowie einem aufwändigen Fries an edlen runden Tischen, in welche extra angefertigte Bronze-Zweige mit filigranen und frühlingshaften Porzellan-Blüten eingelassen wurden. Die Reliefs aus den 1950er-Jahren, die aufpoliert wurden, sowie die neuen Deko-Elemente (käuflich zu erwerben pro Ast ab 1.500 Euro) hat die Nymphenburger Porzellan Manufaktur entworfen.
Ebenfalls von Nymphenburger stammen die kleinen Messerbänkchen in Form von Schwarzreiter-Fischchen aus mattweißem Biskuitporzellan (Kaufpreis: 150 Euro pro Stück) .
Bei unserem Besuch im Schwarzreiter an einem Dienstag Mitte Januar 2020 ist das Restaurant eher schwach besetzt. Das liegt mit Sicherheit an dem Tag am Wochenanfang, mit größter Sicherheit auch an der Zeit kurz nach Jahresanfang, wenn viele potentielle Gäste noch von den festlichen Tagen zum Jahresende abnehmen wollen und das Geld sparen. Doch mit Sicherheit sollte im Restaurant Schwarzreiter immer gut im voraus reserviert werden.
Wir entschieden uns für das fischlastige Vier-Gänge-Menü, das sich nicht nur extrem köstlich liest, sondern auch für einen Tag unter der Woche leicht genug ist, so dass der Start am nächsten Morgen nicht zu schwer fällt. Wir starteten mit zwei kleinen Grüßen aus der Küche.
Zur Forelle mit Forellenkaviar, Forellenrogen, einem crunchy Fenchel und starker Säure durch die Quitte entspricht am besten ein 2016 Grüner Veltliner Federspiel “Im Weingebirge” vom Nikolaihof in der Wachau. Der Nikolaihof rühmt sich das älteste Weingut Österreichs zu sein mit fast 2.000-jähirger Geschichte. Die Reben werden nach strengen biodynamischen Demeter-Richtlinien kultiviert. Ein starker GV: Seine Power verleiht ihm ein halbes Jahr im grossen Tonneau. Der dezente Holzton ist sofort zu erkennen – und damit hebt er sich angenehm ab von der Masse der Grünen Veltliner. Dieser Tropfen ist mehr als nur ein dezenter Begleiter, er kann auch aromatischere Speisen begleiten.
Bayerische Garnele | Garnelen-Fumet | Hirse | Karotte | Kumquat – Die beliebten bayerischen Garnelen werden in Freising von Crusta Nova gezüchtet. Wir kennen sie seit einem Foodblogger-Event bei Käfer. Dadurch, dass sie hier in Bayern gezüchtet werden, können Garnelen in Deutschland endlich auch roh verzehrt werden. Das Tatar von der rohen Garnele entsprach geschmacklich genau dem, das ich selbst seinerzeit zubereiten durfte. Ein zartes, leicht süssliches Fleisch und ein sagenhaft feiner Schmelz auf der Zunge. Das Heu von der Karotte, die hauchdünnen Karottenscheiben und das Karottenmousse waren knackige sowie sanfte Partner, der Tapiokachip gab den crispy Partner. Die Krustentieressenz dazu war der Hammer, für diese habe ich mir gerne extra noch einen Gourmetlöffel reichen lassen.
Der 2012 Silvaner Alte Reben trocken vom Weingut Max Müller I aus dem schönen Volkach in Franken wird gekeltert aus den besten Lagen der Mainschleife. Auch dieser ist kein typischer Silvaner. Starke mineralische Noten, die Kraft der Tiefe aus den Wurzeln der Alten Reben verleihen diesem Silvaner ein ganz besonders intensives Aroma, so dass er hervorragend mit der intensiven Krustentieressenz und auch der Garnele korrespondiert.
Lugeder Ente | Blaukraut | schwarzer Knoblauch | Maronen – Die Ente vom Geflügelhof Lugeder in Pleiskirchen bei Neuerding hat uns begeistert. Sie war in Ceviche-Sud gebeizt, kurz angebraten und genau auf den Punkt im Ofen gegart. So präsentierte sich die Entenbrust wunderbar rosa. Das Blaukraut als Crème und Kraut bestach durch die unterschiedliche Textur und hervorragendes intensives Aroma. Ein schöner Kontrapunkt war der schwarze Knoblauch. Die Sauce war dicht und intensiv.
Ein wunderbarer Wein: 2015 Blaufränkisch “Am Berg” vom Weingut Heinrich aus dem Burgenland. Ein tiefes Violett verspricht eigentlich einen kräftigeren Wein, dieser aber hält sich zurück und harmonisiert perfekt zur Ente. Der Wein besticht durch andere Werte als ein kraftstrotzender Bursche. Er überzeugt uns mit Länge und Tiefe, mit anregender Säure und fruchtiger Eleganz.
Münchner Kaffee | Piemonteser Haselnuss | Tonkabohne | Milchschokolade | Zwetschge – Eine grossartige Kombination, die nicht wirklich viel mit Kaffee zu tun hatte. Aber mit den Aromen aus Haselnuss, Schokolade, Zwetschge und Tonkabohne spielte. Am intensivsten war das Tonkamousse. Das Zusammenspiel war perfekt. Der 2007 Rivesaltes Ambré “Chez Jau” vom Château de Jau aus dem Langedoc-Roussillon ist ein spannender Dessertwein dazu, der locker noch weitere 10 Jahre liegen kann. Die getrockneten Rosinen dieses Naturweins verleihen ihm ein sehr intensives Aroma. Robert Parker gibt ihm 92/100 Punkten.
Die abschliessenden Pralinen zum Espresso waren nochmal ein sehr schöner Hochgenuss.
Herzlichen Dank an das Team des Restaurant Schwarzreiter und das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München für das unfassbar grossartige Menü sowie die exzellente Gastfreundschaft!
von Götz A. Primke am 14. Januar 2020, mit keinem Kommentar
Zum Valentinstag mit dem Lieblingsmenschen essen gehen: Das macht so ziemlich jeder. Abgesehen von den Ausnahmen, die von diesem speziellen Tag nichts halten – oder die aus verschiedenen Gründen gerade an diesem Tag nicht an einem Ort mit dem Lieblingsmenschen sein können. Achja, und die Singles… Aber man muss ja nicht ewig Single bleiben. Ich war mit meinem absoluten Lieblingsmenschen am Valentinstag bei Holger Stromberg essen. Der ehemals jüngste Sternekoch Deutschlands und Koch der deutschen Fußball-Weltmeistermannschaft servierte ein unvergleichlich köstliches Menü.
Wir kommen am Valentinstag in das Restaurant von Holger Stromberg – und die gesamte Location ist liebevoll geschmückt mit Valentinstags- und Liebesmotiven. An der Eingangstür empfängt ein Tisch mit riesigen rosa Lutschern. Gleich daneben werden an einer Wand Pärchenfotos gemacht. So bleibt der Tag auch auf Foto für das Pärchen gebannt. Rote Luftballons in Herzform hängen im gesamten Restaurant. Auf dem für uns reservierten Tisch werden wir mit Namen Willkommen geheissen. In die Serviette ist eine Vorlage für einen Liebesbrief sowie ein Bleistift eingesteckt. Dies verkürzt die Wartezeit zwischen den Gängen und verführt uns zu kreativen Liebesschwüren, die nicht nur das Essen sondern höchstwahrscheinlich auch die anschliessende Nacht zu zweit unvergesslich wunderschön werden lassen. Und vor uns liegt die Karte mit dem Lieblingsmensch-Menü.
Nach Prosecco zum Aperitif und Brot und Butter sowie Amuse Bouche geniessen wir einen wunderbaren Abend mit einem wirklich köstlichen Menü. Holger Stromberg hat die Gänge mit wunderschönen Namen benannt, die vielversprechend klingen: “Pheromone”, “Love is in the Air”, “Count on Me” und “Kiss from a Rose”. Jeder Gang ist dabei perfekt abgeschmeckt, regt die Geschmacksnerven an, ist exzellent balanciert zwischen Süße, Säure und Schärfe, zwischen weicheren, festeren und crunchy Bestandteilen.
Holger Stromberg hat sich und seiner Arbeit fünf Leitlinien für grundlegend mehr Durchblick in der Ernährung von uns allen gegeben, die nicht nur seine Menüs und Menükreationen sondern auch seine Kochbücher, Kochkurse und seine Beratungen und Vorträge für Unternehmen kennzeichnen. So hat er bspw. für die Unternehmensgruppe, die hinter den Cotidiano Restaurants steckt, das Foodkonzept geschrieben.
Das Lieblingsmensch-Menü von Holger Stromberg
1.Nimm besser natürlich – Bevorzuge pure Lebensmittel, die so natürlich wie möglich gewachsen, angebaut, gehalten oder produziert worden sind. Wähle so oft es geht, ökologisch hergestellte Lebensmittel und achte dabei auf saisonal als auch regional vor global.
Pheromone: Langustino | Samosa | Granatapfel | Portulak | Topinambur – Côtes de Gascogne IGP Sauvignon 2015, Château du Tariquet, Gascogne
2.Achte Deinen Darm – Integriere regelmäßig präbiotische und faserreiche Lebensmittel in Deinen Speiseplan. Dies sind z. B. Vollkornprodukte; Gemüse wie Topinambur, Chicorée, Fermentiertes wie Sauerkraut, Kombucha, Miso oder Tamari Soja Sauce, aber auch lebendiger Joghurt und Buttermilch von Weidekühen, Weideschafen oder Ziegen. – Diese Lebensmittel schützen und stärken Dich auf zauberhafte Weise.
Love is in the Air: Wachtelbrust | Sellerie | Aprikose | Wirsing | Szechuan-Pfeffer
Love is in the Air: Wachtelbrust | Sellerie | Aprikose | Wirsing | Szechuan-Pfeffer – Hattenheimer Riesling Gutswein trocken 2015, Langwerth von Simmen, Rheingau
3.Versorge Deinen Flüssigkeitshaushalt – Nimm ausreichend Flüssigkeit zu Dir, trinke zwischen den Mahlzeiten und am besten stets Wasser oder alternativ leichte Kräutertees. Überprüfe, optimiere und organisiere Deine Versorgung von Zeit zu Zeit, bleibe anschließend Deinem Konzept treu und profitiere auf Dauer. Kombiniere auch Deinen Speiseplan mit wasserhaltigen Zutaten und Gerichten.
Count on Me: Kalbs-Entrecôte | Kakao-Chili-Knusper | Petersielienwurzelmousseline | Kartoffelmosaik
Count on Me: Kalbs-Entrecôte | Kakao-Chili-Knusper | Petersielienwurzelmousseline | Kartoffelmosaik – Nero d’avila Natura Terre Siciliane IGP 2015 Maggio Vini, Sizilien
4.Finde Balance – Kombiniere naturbelassene Lebensmittel, die Dich ausreichend mit Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten und Vitalstoffen versorgen. Reduziere Nahrungs- und Genussmittel auf ein gesundes Maß. Bleibe stets auf der Suche nach natürlicheren, besseren Lebensmittel-Alternativen die Dir mindestens genauso viel Freude und darüber hinaus wahre Glückshormone schenken.
Kiss from a Rose: Rosenblütensorbet | Kafir-Limetten-Sponge | Mandelhumus | Basilikumkristalle | Torf
Kiss from a Rose: Rosenblütensorbet | Kafir-Limetten-Sponge | Mandelhumus | Basilikumkristalle | Torf
5.Sei bewusst anders Du – Übe Deine Nahrung zu spüren. Entdecke dabei Deine ganz individuelle Ernährungsformel. Denn niemand weiß es besser als Dein Körper und Du, was Dir wirklich gut tut. Beginne und begebe Dich auf die spannendste kulinarische Reise Deines Ich’s und setze damit eine ungeahnte Energie frei.
Holger Stromberg und Mannschaft
Selfie mit einem Fußball-Weltmeister!
Wer oder wieviele ist Holger Stromberg?
Holger Stromberg, Unternehmer, Gastronom, Consultant und 10 Jahre lang Koch der Deutschen Fußballnationalmannschaft, begann seine Laufbahn im elterlichen Betrieb. Nach seiner Ausbildung in der Sterne-Gastronomie erkochte er sich mit 23 Jahren als jüngster deutscher Koch seinen ersten Stern, ging dann nach München ins Hotel Rafael als jüngster Küchenchef eines Leading Hotel of the World. Mit seiner Firma f.e.b. GmbH baute Stromberg ein europaweit agierendes Unternehmen in den Feldern Catering & Gastronomie auf und berät gastronomische Firmen bis hin zu DAX- Unternehmen. Durch sein Engagement bei der Deutschen Fußballnationalmannschaft und mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 erlangte er als einziger „4 Sterne Koch“ sein Alleinstellungsmerkmal. Stromberg gilt als Multitalent, visionärer Querdenker, Ernährungsbotschafter. Seinem Publikum vermittelt er, warum Ernährung unsere zweitwichtigste Energiequelle ist und wie Lebensmittel auf unsere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit wirken – Faktoren, die im 21. Jahrhundert unabdingbar sind, um in der heutigen Leistungsgesellschaft oben mitzuspielen.
Wer zum Valentinstag – oder auch jedem anderen Tag – mit seinem Lieblingsmenschen sich von Holger Stromberg bekochen lassen möchte, sollte unbedingt bei ihm einen der Kochkurse besuchen oder sich das Catering nach Hause bestellen.
Leider hat sich Holger Stromberg kurz nach unserem Valentinstagsbesuch aus dem täglichen Restaurantbusiness zurückgezogen – und den Schwerpunkt auf Catering, Beratung und Kochbücher gelegt. Aus verständlichen Gründen: aus Liebe zu seiner Frau Nikita, Söhnchen Mick und sich selbst, schliesslich sollten auch Top-Köche eine glückliche Familie haben. Der BILD-Zeitung sagte Holger Stromberg: „Ich möchte deutlich mehr Zeit für meine Familie und mich selbst haben“, sagt Stromberg. Und er wolle seine Gesundheit schützen. Die Wirbelsäule bereitet ihm seit Längerem Kummer und Schmerzen – die Prognose für die Zukunft sei „zunehmend alarmierend“.
Mein Lieblingsmensch und ich bedanken uns ganz herzlich bei Holger Stromberg für die Einladung und das exzellente Essen.
von Götz A. Primke am 1. Juni 2019, mit keinem Kommentar
Der Sommer steht vor der Tür. Wenn es in diesem Jahr wieder so heiß wird wie im vorigen Jahr, dann können wir uns wieder auf wunderschöne Abende freuen, an denen wir auf den Terrassen der Restaurants das Leben geniessen können. Wir haben für Euch die drei wohl coolsten Terrassen Münchens ausfindig gemacht. Die eine kennt jeder Münchner, die zweite nicht unbedingt und die dritte Terrasse ist bestimmt den Wenigsten bisher bekannt.
Brenners
Der Treffpunkt der Reichen und Schönen in der Altstadt: Der BrennerGrill, oder kurz nur “Das Brenners” ist wahrlich kein Unbekannter. Das Restaurant ist wegen der ungezwungenen Atmosphäre und den exzellenten Speisen in Kombination mit der zentralen Lage einfach unschlagbar.
Zum Terrassenopening startet das Brenner gern eine kleine Party im Innenhof. Musik, Cocktails und italienische Spezialitäten. Genau das richtige zum Feierabend an einem warmen Sommerabend. Wie wäre es mit einem Gin Mare als Sundowner?
Einen kleinen Überblick gibt Euch dies kleine Video:
In den Sommermonaten sitzt man unter Olivenbäumen und im Schatten des Probengebäude der Bayerischen Staatsoper.
Die Fassade wurde durch den international bekannten dänischen Künstler Olafur Eliasson gestaltet und verwandelt die Terrasse des Brenner und die Fassade des Gebäudes in eine öffentliche Theaterbühne aus Glas und Spiegeln.
Sophia’s
Ein exzellentes Restaurant in der Nähe des Hauptbahnhofes zu finden ist schwer. Es gibt nur wenige erstklassige Orte in dieser Umgebung. Und erst recht wenige tolle Restaurants, bei denen ein Business Lunch oder ein Dîner im entsprechenden Rahmen passen würde. Südlich des Hauptbahnhofes gäbe es das Sofitel MünchenBayerpost.
Nördlich des Hauptbahnhofes hingegen hat sich seit wenigen Jahren das The Charles Hotel etabliert, ein Haus der Rocco Forte Gruppe mit 160 Zimmern und Suiten. Hier empfängt das Sophia’s Restaurant & Bar. Mit Blick auf den Alten Botanischen Garten, dem Duft von Zitronenbäumen in der Nase und urbanen Beats in den Ohren können es sich Gäste auf der Terrasse gemütlich machen. Feinstes Grillgut vom Lavastein sowie dem Big Green-Egg-Grill, Backofen und Smoket in einem – und dazu erfrischende hausgemachte Limonaden machen das Urlaubsfeeling perfekt.
Ob gegrillte Wassermelone, Wolfsbarsch im Pandanblatt oder dry aged Entrecôte vom niederbayerischen Fleckvieh, bei den Sommerkreationen von Küchendirektor Michael Hüsken ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Dass in einem Haus dieser Klasse die Weinkarte Gewächse allererste Güte anbietet, versteht sich von selbst.
Wolfsbarsch im Pandanblatt | Thai-Pesto & Ochsenherztomate
Beef – Bayern vs USA | Süßkartoffel & Avocado
Echte Grill-Fans kommen bei einem ganz besonderen Event auf ihre Kosten: Der BBQ Chefs Table verspricht neben vielen Köstlichkeiten auch zahlreiche nützliche Tipps rund um das Thema “Das perfekte Sommer-BBQ”. Das Menü in 5 Gängen wird vor den Augen der Gäste zubereitet. Unter der Leitung des ehemaligen Sternekoch Michael Hüsken steht einem unterhaltsamen Sommerabend auf der Sophia’s Terrasse nichts mehr im Wege.
Westend Factory
Etwas abgelegener, etwas unbekannter, doch mit einem interessanten Konzept lockt uns die Westend Factory in Richtung Heimeranplatz. Im Sheraton München Westpark Hotel paart sich Grill mit Wein. Die Grundsätze des Restaurants sind regional & frisch, teilen & geniessen sowie herzlich & bodenständig.
Und so stehen auf der Speisekarte Steaks und Fisch aus Bayern, Craftbiere aus der Region München und die Weinberge bietet einige deutsche, österreichische und italienische Kreszenzen.
Und auf welcher Terrasse in München fühlt Ihr Euch am wohlsten? Seid Ihr lieber im P1, im Heart oder doch eher im H’ugos – oder habt Ihr schon die schöne Terrasse vom La Bohème entdeckt? Denn diese ist mein persönlicher Geheimtipp…
von Götz A. Primke am 2. September 2017, mit keinem Kommentar
The hottest place in town: Kuala Lumpur durchlebt einen Wandel. Die Hauptstadt von Malaysia ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Muslime, Buddhisten, Christen und Hindus haben ihre jeweiligen Gotteshäuser, Malaien, Chinesen und Inder bestimmen das Strassenbild neben den vielen weissen “Langnasen”. Auch wenn Malaysia nach außen hin ein stark muslimisch geprägter Staat ist, so gibt es für alle Andersgläubigen alle Freiheiten. Der Schmelztiegel der Kulturen findet sich auch auf den Tellern wieder. Die Malaysische Küche hat starke Einflüsse aus Indien, der Inselwelt der Philippinen und Indonesien, von den chinesischen Einwanderern ebenso wie von den arabischen Seeleuten und auch etwas aus Thailand. Wir waren zu Gast beim KL Big Kitchen Festival in Kuala Lumpur und erhielten einen kleinen Einblick in das Nachtleben der pulsierenden Metropole und sprachen mit Starköchen.
Kuala Lumpur hatte im Jahr 2010 laut Wikipedia etwa 1,6 Mio Einwohner, doch die Metropolregion Kuala Lumpur beherbergt über 8 Mio. Einwohner. Aktuelle Schätzungen gehen eher von 10 Mio. Einwohnern aus. Jährlich besuchen bis zu elf Millionen Touristen Kuala Lumpur. Die Stadt hat in den letzten Jahren einen immensen Wandel mitgemacht. Die Formel 1 Rennstrecke von Sepang vor den Toren der Stadt, die beeindruckenden Petronas-Zwillingstürme, der hochmoderne Flughafen und auch der KLIA Ekspres, die Hochbahn der Stadt, sind deutliche Zeugen einer pulsierenden Metropole zwischen Ost und West.
Wer mehr über die Stadt erfahren will, dem empfehlen wir das Musical MUD, das den Ursprung und Werdegang der Stadt erzählt, die aus dem Schlamm am Zusammenfluss zweier Flüsse entstanden ist.
Wir schauen auf die Teller der Malayen und Malaysier, wir schauen in die Küchen der Inder und Chinesen, wir geniessen die Gewürze Arabiens und Kräuter Thailands bei unserer Reise durch die kulinarischen Kreationen von so großartigen Köchen wie Norman Musa, dem offiziellen Botschafter der malaysischen Küche, wie Isadora Chai, dieser herzlichen und großartigen Köchin, die ihre Kenntnisse und Erfahrungen in einigen der besten Küchen Europas aufgesogen hat, wie Anis Nabilah, Wan Ismail, Ismail Ahmad, Alu Amran, Darren Chin, Dr. Ezani, Firdaus Hasan, Florence Tan, Izyan Hani, Kamarul Hasni, Malcolm Go Sok Siong und vielen anderen mehr, deren Namen uns so exotisch wie fremd sind, in Malaysia aber absolute Prominente sind.
Meine beiden persönlichen Favoriten, Isadora Chai und Norman Musa, haben derzeit je zwei Restaurants in Kuala Lumpur. Zum jetzigen Zeitpunkt, im Sommer 2017 hat der in der Küche hervorragende Kuala Lumpur Food Ambassador allerdings ein paar wirtschaftliche wie private Probleme, die seinem Lokal geschadet haben: Sein Restaurant Ning in Manchester wurde von den englischen Behörden im Februar 2017 geschlossen (hier: und hier. Sehr schade. Das schmälert allerdings nicht seine exzellenten Leistungen und Verdienste für die malaysische Küche. Ich habe in einem Kochkurs anlässlich der ITB Berlin sehr viel von ihm gelernt. Und die vier Tage zusammen in Kuala Lumpur haben viel Spaß gemacht.
Und dann das Nachtleben! Kuala Lumpur geht aus! Während anderswo nach dem Berufsverkehr die Stadt zur Ruhe kommt, geht es in Kuala Lumpur erst richtig los. Jeder wirft sich in Schale, trifft sich mit Freunden erst zum gemütlichen Abendessen, danach zieht man weiter in die Clubs. Wir haben für Euch ein paar der angesagtesten Restaurants, Bars und Clubs zusammengestellt, wie schon für Nairobi. Wir geben Euch die besten Tipps für Nightlife in Kuala Lumpur. Zuerst unsere TOP 10, doch möchten wir Euch einige weitere coole und angesagte Plätze der Stadt, die unsere Recherche zu Tage brachte, nicht verschweigen und stellen diese alphabetisch geordnet dahinter.
Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, bietet nicht nur die Küchen Südostasiens. Es gibt auch den einen Edel-Italiener, der sich im dritten Tower der Zwillingstürme der Petronas Towers verbirgt. Und noch viele Überraschungen mehr. Hier sind unsere Tipps für das Nightlife in Kuala Lumpur:
von Götz A. Primke am 8. Juli 2019, mit keinem Kommentar
Gleich vor der Haustür: So nah kann das Weinviertel sein. Zumindest in München bei der Tafel im Weinviertel, zu der Niederösterreich Tourismus in den Seestadl im Englischen Garten einlud. Wie kulinarisch fein das Weinviertel ist, davon konnten sich kürzlich über 50 Journalisten überzeugen.
Unter Anleitung des Obmanns der Niederösterreichischen Wirtshauskultur wurde groß aufgetischt und anschließend „getafelt“. Gemeinsam mit dem Regionalen Weinkomitee Weinviertel präsentierte sich Niederösterreich als Land für Genießer!
Jedes Jahr bringt das Weinviertel aus Österreich den Sommer in die bundesdeutschen Metropolen München, Berlin und Hamburg. Ausgewählte Restaurants und Weinhändler schenken den Weinviertel DAC, den echten Grünen Veltliner, und andere Weinviertler Weine aus. Die Ideen dahinter: Weine aus einer der faszinierendsten Weinregionen Österreichs lassen sich sozusagen vor der Haustür im eigenen Lieblingsviertel genießen – nach dem Motto „Trink a Glasl in deinem Lieblingslokal um die Ecke“!
So tafelten wir unter freiem Münchner Himmel an edel gedeckter langer Tafel erlesene Weinvierteler Spezialitäten. Jeden Gang begleiteten zwei unterschiedliche Weinvierteler Weine, so dass wir einen umfassenden Einblick in die köstlichen Kreszenzen der Region erhielten.
Wie die Gäste in München, Berlin oder Hamburg die teilnehmenden Lokale finden? Unter “Weinviertel in Deinem Viertel” sind alle Restaurants aufgeführt, die den Weinviertel DAC und andere Weinviertler Weine glasweise anbieten. Aber auch die Berliner, Hamburger und Münchner Weinhändler, die eine große Bandbreite an Weinen aus dem Weinviertel anbieten, finden sich auf der Seite. Auf einer interaktiven Karte, jeweils für die Städte Berlin, Hamburg und München, lassen sich die einzelnen Restaurants und Weinhändler für weitere Infos anklicken.
Und wer noch in diesem Jahr unbedingt die Köstlichkeiten des Weinviertels kennenlernen will, dem empfehlen wir, direkt zu den Tafeln zu reisen. Unter Tafeln im Weinviertel findet der geneigte Leser alle Tafeltermine, die noch in diesem Sommer stattfinden sowie die unterschiedlichen Gastgeber.
Weinviertel DAC ist das größte österreichische Weinbaugebiet. Die außergewöhnliche und spannende Region, die sich in den letzten Jahren massiv in Qualität und Wahrnehmung gesteigert hat, hat ihren Einfluss auf die Weinwelt in den letzten Jahren stetig ausbaut. Die Herkunftsbezeichnung – Weinviertel DAC – überzeugt nicht nur mit der klassisch-trockenen Variante des frischen, fruchtig-würzigen Grünen Veltliners, sondern seit dem Jahrgang 2009 auch mit Weinen in kräftiger Spielart: den Weinviertel DAC Reserve.
von Götz A. Primke am 4. Juli 2019, mit keinem Kommentar
Essen wie bei Mama, wie bei der Nonna – nichts anderes als ein lockeres italienisches Lebensgefühl wollen die Gastronomen Daniel Peitzner, Thomas Antesberger und Fabio Spagna mit ihrer neuen Trattoria und Bar in das neue Viertel an der Leopoldstraße in München bringen. Familienfreundlich, günstig, dennoch eine echt neapolitanische Küche mit den besten Zutaten. Einfach, naturbelassen, frisch und alles handgemacht.
Dabei wenden sich die drei Gastronomen, die bereits das Restaurant The Italian Shot in der Theresienstraße betreiben, sowohl an die Touristen, die etwa im gegenüber gelegenen Andaz Hotel nächtigen, wie auch an die Bewohner des neuen Quartiers “Schwabinger Tor” und an die Bewohner in der Berliner Straße, die rund um den wunderschön gelegenen Schwabinger See wohnen. Ich habe selbst etwa 10 Jahre dort in der Berliner Straße gewohnt – und da habe ich mir so manches Mal gewünscht, dass nicht dieses riesige und öde Gelände des Metro-Marktes mit Parkplatz den Durchgang zur Leopoldstraße erschwert. Und so manches Mal wünschte ich, dass eine italienische Trattoria oder Pizzeria in der Nähe gewesen wäre. Doch zwischen Grissini und Le Gaulois gab es damals nichts relevantes.
Das hat sich jetzt komplett geändert. Die Familie Hurler hat ihr Gelände behalten, doch die Strategie komplett geändert. Der alte Metro-Markt, bei alten Münchnern auch bekannt als Hurler Markt, mitsamt der einstmals günstigsten Tankstelle Münchens und dem Holiday Inn Hotel sowie der Disco Yellow Submarine wurden abgerissen. In den 70er Jahren haben sich in diesem Beatschuppen mit lebendigen Haien im Aquarium die VIPs die Klinke in die Hand gegeben. Alles Vergangenheit, alles abgerissen.
Stattdessen hat die Jost Hurler Unternehmensgruppe ein komplettes Stadtquartier mit neun Häusern auf dem Grundstück erschaffen. Ich behaupte mal die steile These, dass das Return on Investment, dass der Ertrag pro Quadratmeter jetzt deutlich höher ist als zu Zeiten, als nur Metro und Holiday Inn hier standen. Das Besondere: es ist ein absolut modernes, cooles Wohnquartier mit ausreichend Stellplätzen auf 2 Etagen im Untergrund, mit Carsharing und Coworking Offices, mit Sportstudios und einem reichhaltigen gastronomischen Angebot. Ein neuer Ort zum Wohnen, Arbeiten, Erleben und Einkaufen. Das erste Restaurant am Schwabinger Tor ist nach wie vor das allerbeste: Das La Bohème ist nach wie vor mein Geheimtipp für exzellentes Essen in München bei einem exzellenten Preis-Leistungsverhältnis. Das hat auch der Guide Michelin bemerkt und das La Bohème mit einem Bib Gourmand geadelt. Mit dem Chaadin bietet ein vietnamesisches Teehaus ein gutes Angebot für den Nachmittag an, das Jaadin Grillhouse ist ein vietnamesisches Restaurant, das das Shared-Food-Prinzip konsequent umsetzt. Das Jaadin / Chaadin ist eine vietnamesische Familiengeschichte, die sich dem Münchner Trend zu hochklassigen vietnamesischen Restaurants anschliesst.
Nun also eröffnet das Marta. Wir betreten das Restaurant am Tage des Soft Opening und stehen vor einem massiven zwölf Meter langen Marmortresen. Die Bar ist bis zur Decke hoch bestückt mit allen wichtigen Spirituosen, die man heute für eine moderne Bar braucht. Das Marta lädt ein von Aperitivo bis zum Absacker mit eigenen Cocktail-Kreationen.
Der Halbitaliener Fabio Spagna möchte im Restaurant den Gästen „sein“ Italien möglichst authentisch nahebringen. Mit diesem Konzept will Marta den Zeitgeist der Münchner, aber auch des internationalen Publikums treffen. „Italien verbinde ich mit vielen schönen Erinnerungen: Ausflüge mit der ganzen Familie, mediterranes Essen und dieses unbeschreibliche, entspannte Lebensgefühl. Mit der Rückkehr zum Authentischen wollen wir unseren Gästen wieder den puren Geschmack und den Wunsch nach Entschleunigung und Besinnung, auf das was wirklich zählt im Leben: Gutes Essen, Freunde und Familie, näherbringen.“ schwärmt Spagna.
Marta ist eine modern interpretierte Trattoria und bietet alles, wofür die mediterrane Küche zurzeit gefeiert wird: Traditionell zubereitet mit hochwertigen Produkten aber ohne Gedöns und Chichi, sondern frisch und authentisch. Wie auch bei guten Freunden zu Hause werden die Gäste in der Marta miteinbezogen – im Barbereich findet man eine große Vitrine in der täglich frisch zubereitete Affettati und Antipasti präsentiert werden.
Ein Besuch in der Marta ist wie eine Entdeckungsreise durch die verschiedenen Regionen Italiens. Auf der Karte stehen Klassiker wie beispielsweise handgemachte Pasta, aber auch Speisen von denen der Gast wahrscheinlich noch nichts gehört hat, dazu frische neapolitanische Pizza. Dabei werden die Pizzen in einem original neapolitanischen Schamottofen gebacken, der eigens in Neapel hergestellt wurde und noch als das Marta im Rohbau war durch ein grosses Fenster hindurchgehoben werden musste. Hier werden die Pizzen in nur 1 Minute fertig gebacken. Eben klassisch italienisch.
Die Lieferanten sind mit größter Sorgfalt ausgewählt und kommen aus dem Süden Italiens, vorwiegend aus Kalabrien. Marta bleibt dem Konzept „Essen wie bei italienischen Freunden zu Hause“ treu und hat auch bei der Zubereitung keine Geheimnisse vor dem Gast. Vom Restaurant aus kann man den Köchen bei der Zubereitung der handgemachten Pasta über die Schulter schauen, oder seine eigene Pizza im Ofen beim Fertigbacken beobachten.
Die kleine aber feine Auswahl an klassischen und modern interpretierten Desserts kommt ganz ohne Konservierungsstoffe oder künstliche Aromen aus und rundet das italienische Menü ab.
Und für Vegetarier gibt es Purzle Rain Burratina – Rote Beete mit Burratina und Pistazien-Pesto (11 Euro). Laut Aussage der drei Betreiber bietet das Marta genügend Möglichkeiten für Vegetarier und Veganer. Nur eben nicht für Zöliakie-Kranke. Denn ein guter Pizzateig braucht eben Gluten, denn das ist schliesslich der Kleber im Teig.
Beim Soft-Opening für Journalisten, Blogger und ausgewählte Freunde konnten wir einige exzellente Klassiker der italienischen Küche probieren, wie etwa Vitello Tonato Piemontese (11 Euro).
Besonders gut schmeckte mir persönlich die Babykraken in Tomatensauce, Moscardini genannt (8 Euro als Vorspeise).
Norcia: Salsiccia Piccante, Tomate, Steinpilze, Mozzarella di Bufala, Petersilie, Olio di Tartufo, frisch gehobelter Trüffel (17 Euro).
La Bufala: Mozzarella di Bufala, Tomate, Mozzarella fior die Latte / Basilikum (12,50 Euro).
Regina Royal: Prosciutto Cotto, Steinpilze, Tomate, Mozzarella fior di Latte, Olio di Tartufo (16,50 Euro).
Bei der Raumgestaltung fällt das Marta durch sein stilvolles Ambiente mit ungezwungenem italienischen Flair auf. Die imposante Raumhöhe erlangt nach einem modernen Interieur-Konzept, welches vom Innenarchitekturbüro Newman Zieglmeier aus London umgesetzt wurde. Gleichzeitig liess sich Fabio Spagna jedoch beim Design vom Wohnzimmer seiner italienischen Großmutter inspirieren. Für die Inszenierung des Raumes würden Stühle, Barhocker und Lampen mit hochwertigen Stoffen bezogen. Der gemütlich Eichendielenboden, die mit Samtstoffen bezogenen Sitzbänke, riesige Parmesanräder in den Regalen, die bunt gemusterten Stühle und die freie Sicht auf den Pizzaofen verpassen der Location eine coole Stimmung mit italienischer Lässigkeit. Überdimensionale Leuchten, die zum Soft Opening noch umständlich montiert wurden, und verkleidete Wände strahlen einen Hauch Luxus aus und spielen mit den Dimensionen. Die massive Marmorbar rundet das Raumkonzept ab.
Das Marta lädt dazu ein, in entspannt lockerer Atmosphäre einen Abend mit der Familie oder Freunden zu verbringen, ein Dinner zu zweit, ein lockerer Business-Lunch oder eine einsame Pizza für Business-Reisende, die in einem der Hotels in der Umgebung übernachten.
Herzlichen Dank an das Marta-Team für die Einladung und die exzellente Bewirtung! Wir wünschen einen guten Start!
von Götz A. Primke am 26. Februar 2019, mit keinem Kommentar
Der Guide Michelin wurde geleakt. Die neuen Sternerestaurants für 2019 sind heute mittag bereits veröffentlicht worden. Nein, uns ist der Coup – wie beim Gault Millau – diesmal nicht gelungen. Die Rollende Stecknadel war es. Also veröffentlichen wir hier jetzt auch bereits die bis jetzt bekannten neuen Sternerestaurants. Demnach gibt es kein neues 3-Sterne-Restaurant. Dafür aber fünf neue 2-Sterne-Restaurants und 37 neue 1-Stern-Restaurants.
Der Guide Michelin deckt mit seinen Restaurantführern mittlerweile 32 Länder ab, zuletzt kam bspw. Thailand hinzu. Einheitliche Kriterien sichern eine gleiche Bewertung über die ganze Welt ab.
Der Bib Gourmand 2019, der durch das “Bibendum”-Reifenmännchen repräsentiert wird, bietet 39 neue Restaurants. Für bis zu 37 Euro kann man in 424 Restaurants gut und günstig essen.
Der Guide Michelin Deutschland 2019 deckt mittlerweile 1.864 Restaurants und 1.560 Hotels ab. Die Preisrange ist bei diesen Häusern natürlich nach oben offen.
Die Trends in der Gastronomie werden bestimmt durch eine junge Generation, die neue Impulse setzt. Vegetarische und vegan Speisen sind mittlerweile fast überall zu finden. Nachhaltigkeit und Casual Fine Dining sind immer wichtiger. Das Tier wird also konsequent von der Nase bis zum Schwanz gegessen, dabei sind die Restaurants und ihre Gäste deutlich weniger formal. Der aktuelle Guide bietet 309 Sterne-Adressen, davon 42 neue Sterne-Restaurants.
Neue 2 Sterne Guide Michelin Restaurants:
Purs – Andernach
Sosein – Heroldsberg
Ox & Klee – Köln
Luce d’Oro – Krün
Alexander Herrmann by Tobias Bätz – Wirsberg
Neue 1 Stern Guide Michelin Restaurants:
Steigenberger Drei Mohren – Sartory – Augsburg
Traube Tonbach – Köhlerstube – Baiersbronn
CODA Dessert Dining – Berlin
Ernst – Berlin
Kin Dee – Berlin
SAVU – Berlin
Genuss-Atelier – Dresden
Tiger-Gourmetrestaurant – Frankfurt am Main
Weinsinn – Frankfurt am Main
100/200 – Hamburg
blanc – Hamburg
Lakeside – Hamburg
Oben – Heidelberg
La Vailee Verte – Herleshausen
sein – Karlsruhe
Weinschänke Schloss Groenesteyn – Kiedrich
maximilian lorenz – Köln
NeoBiota – Köln
Alte Vogtei – Köngen
Ursprung – Königsbronn
Tian – München
Gabelspiel – München
Zur Krone – Neupotz
Coquille St. Jacques im Parkrestaurant Nodhausen – Neuwied
Burg Nideggen – Brockel Schlimbach – Nideggen
Clostermanns Le Gourmet – Niederkassel
Koch und Kellner – Nürnberg
Der schwarze Adler – Nürnberg
WAIDWERK – Nürnberg
kochZIMMER in der Gaststätte zur Ratswaage – Potsdam
Atelier Sanssouci – Radebeul
Esplanade – Saarbrücken
LA MAISON – LOUIS – Saarlouis
Gams & Gloria – Schwangau
Hupperts – Stuttgart
Der Zauberlehrling – Stuttgart
Landwerk – Wallerfangen
Soweit der derzeitige Stand. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
von Götz A. Primke am 21. Februar 2019, mit keinem Kommentar
Es muss nicht immer Sterneküche sein. Die Preise in den Sternerestaurants können wir uns sowieso nicht ständig oder überhaupt nicht leisten. Auch wenn das Sternerestaurant mit Sicherheit jeden Euro wert ist – aber für einen Normalverdiener, für eine Familie ist das purer Luxus. Doch welche Restaurants sind außerdem empfehlenswert? Hier hilft uns der Guide Michelin mit seinem Bib Gourmand: Gute und günstige Restaurants. Der Guide MICHELIN „Bib Gourmand Deutschland 2019“ mit 424 Topadressen ist ab dem 4. März erhältlich.
Der Wegweiser für Gourmets und Schlemmerfreunde wurde gründlich aktualisiert: Die bereits vierte Auflage des Guide MICHELIN „Bib Gourmand Deutschland 2019“ mit insgesamt 424 Empfehlungen, darunter 39 neue, erscheint am 4. März 2019 zum Preis von 17,90 Euro (Österreich: 18,40 Euro). Das inzwischen fest etablierte Qualitätslabel mit dem lächelnden Gesicht des Michelin Männchens „Bibendum“ signalisiert, dass Gäste hier sorgfältig zubereitete Speisen zu einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten. In Deutschland bedeutet dies, dass ein 3-Gänge-Menü maximal 37 Euro kosten darf.
„Zum unbeschwerten Restaurantbesuch gehört auch ein gutes Gefühl, wenn die Rechnung kommt“, sagt Ralf Flinkenflügel, Direktor des Guide MICHELIN Deutschland. „Gäste wissen es zu schätzen, wenn für sorgfältig zubereitete Speisen ein angemessener Preis aufgerufen wird, und kommen gerne wieder. Davon profitieren Kunden und Restaurantbetreiber im gleichen Maße.“
Für seine vierte Ausgabe hat der Guide Bib Gourmand ein neues Gesicht bekommen. Das Format ist ein bisschen größer geworden, das Layout frischer und anschaulicher, nicht zuletzt dank vieler Bilder. All das soll die Lektüre erleichtern, im Nu wichtige Informationen liefern und Lesern noch mehr Lust auf den Restaurantbesuch machen.
Zahlreiche Küchenstile vertreten
Die neue Ausgabe umfasst ebenso rustikale Gasthöfe wie gemütliche Weinstuben oder modern orientierte Bistros. Die gleiche Vielfalt gilt auch für die Arbeit der Küchenchefs: Die Stilvielfalt reicht von bodenständig über klassisch bis modern, von regional bis international. Unabhängig vom Repertoire gilt für alle Bib-Gourmand-Adressen: Hier kommen frische, saisonale und bevorzugt regionale Zutaten auf den Teller.
Mit 139 Adressen finden sich nach wie vor die meisten Bib-Gourmand- Restaurants in Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern mit 103 Empfehlungen. Die größte Auswahl in einer Stadt finden Freunde guter Küche weiterhin in Hamburg mit 16 ausgezeichneten Restaurants.
von Götz A. Primke am 17. Dezember 2018, mit keinem Kommentar
TasteTwelve – der aktuelle Gourmetführer für München ist da. Dieser motiviert die Feinschmecker in München die eigene Stadt von einer anderen, kulinarischen Seite zu entdecken. Zwölf Restaurants, für jeden Monat des Jahres eines, bieten einen Einblick in fremde Kochtöpfe, fremde Stadtviertel und fremde Esskulturen. Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin hat zwei Exemplare TasteTwelve München für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt bekommen, die wir hiermit zum Advent sehr gern verlosen möchten. Alles was Ihr tun müsst: Bis spätestens Mittwoch, 19.12.2018, 14 Uhr, eine Frage beantworten.
Mit einer Gültigkeit vom Herbst 2018 bis einschliesslich 31. Dezember 2019 ist der Restaurantführer ein perfektes Geschenk für alle Feinschmecker, Genussmenschen und Leckermäuler.
TasteTwelve präsentiert neben München jeweils zwölf Restaurants in vielen weiteren europäischen Städten: Amsterdam, Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Rhein-Neckar, Stuttgart und Wien. Dabei können sich TasteTwelve-Inhaber auf ausgewählte Restaurant, vom Geheimtipp über Szene-Lokal, bis hin zur Sterneküche freuen. München glänzt unter anderem mit kulinarischer Exotik aus Peru, asiatischer Fusionsküche mit exzellentem Wine-Food-Pairing und Kunst auf dem Teller im sternewürdigen Museumsrestaurant. TasteTwelve inspiriert dazu, all dies für sich zu entdecken und so den eigenen Geschmackshorizont zu erweitern.
Eine Besonderheit bei diesem speziellen Restaurantführer ist die Einladung, die jeder Besitzer des Buches bei einem Restaurantbesuch zu zweit erhält. Denn Gäste, die mit TasteTwelve kommen, werden auf eines der beiden bestellten Hauptgänge bzw. einen Gang des bestellten Menüs eingeladen. Dabei ist bei der Reservierung lediglich der Hinweis, mit dem Restaurantführer zu kommen, anzugeben und diesen bei dem Besuch mitzubringen. Denn jede Einladung gilt nur einmal pro Buch, welches vom Restaurant mit einem persönlichen Gruß oder einem Stempel abgezeichnet wird.
Der TasteTwelve Gourmetführer erinnert mich an das Gutscheinbuch Mercussini, über das wir 2007, 2008und2009 bereits berichtet haben, das jedoch eingestellt wurde. Doch das TasteTwelve ist deutlich kleiner, da es deutlich weniger Restaurants anbietet. Die Restaurants – zumindest in München – gehören nicht zu den Standard-Restaurants der Stadt, es ist kein Biergarten, keine Schwemme und auch kein Michelin-Stern-Restaurant dabei. Es sind alles eher Geiheimtipps, wie beispielsweise das Gabelspiel, das von einem Pärchen betrieben wird, die früher im Tantris gearbeitet haben. In meinen Augen ist das Gabelspiel noch ein Hidden Champion, der bald mit einem Stern gekrönt werden könnte. Im TasteTwelve sind keine Gutscheine zum Ausreissen, sondern die Gastronomen “entwerten” die Seiten durch Stempel oder Unterschrift. Dadurch wird das Buch auch irgendwie aufgewertet. Außerdem macht das Buch durch die gebundene Ausführung deutlich mehr her.
Fazit:
Das TasteTwelve ist ein optisch wie inhaltlich sehr hochwertiges Büchlein, das perfekt in jede Handtasche passt, ohne diese auszubeulen. Jedes der präsentierten Restaurants ist es wert, besucht zu werden. Und mit dem TasteTwelve Gutscheinheft wird der Besuch etwas günstiger.
Die Frage zum Gewinnspiel lautet:
Wie lautet die Überschrift zum TasteTwelve München – ergänze das fehlende Wort: Die Genussmetropole mit …..
Mein Tipp: Auf der Webseite von TasteTwelve wirst Du mit Sicherheit unter dem Link zu München schnell fündig!
Bitte sende die Antwort auf diese E-Mail-Adresse. Bitte teile uns dabei Deine Anschrift und E-Mail mit, sonst können wir Dir Dein Exemplar TasteTwelve München nicht zusenden. Achja, nach DSGVO-Regeln erklärst Du dich mit der Teilnahme natürlich einverstanden, dass im Gewinnfall Deine E-Mail und Anschrift zum Versand gespeichert werden. Alle anderen Daten verbleiben bei uns.
Verlinke unter dem Post jemanden, mit dem Du diesen Gewinn gern zusammen geniessen möchtest.
Beantworte unsere Gewinnspielfrage.
Und jetzt gilt: Viel Erfolg! Meine Glyxfee wird die 2 Gewinner aus allen Einsendungen ziehen. Einsendeschluß ist Mittwoch, 19.12.2018, 14 Uhr mittags. Rechts- und Linkswege sind ausgeschlossen. Falls Du dann leider nicht gewonnen hast, kannst Du Dir natürlich dennoch gern noch das Schlemmer-Gutscheinbuch TasteTwelve gönnen.
Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin und TasteTwelve wünschen Guten Appetit!
Die neue Ausgabe von TasteTwelve ist ab sofort online, in ausgewählten Buchhandlungen und bei verschiedenen Vertriebspartnern erhältlich.
von Götz A. Primke am 6. Dezember 2018, mit keinem Kommentar
Die Hofpfisterei ist die wohl bekannteste und beste Bäckereigruppe in München. Vom 16. Jahrhundert bis 1964 war die Bäckerei direkt im Herzen der Altstadt. Mittlerweile gehört der gesamte Block der Familie Inselkammer. Und diese hat in den letzten Jahren viel Geld investiert in die Modernisierung des Platzl Hotels und des Restaurants Pfistermühle. Wir haben das neue Konzept für Euch unter die Lupe genommen. In der Pfistermühle hat Tradition eine Zukunft.
Beeindruckend ist schon im Entrée die historische Eingangstür. Das Münchner Traditionsrestaurant eröffnete im vergangenen Jahr nach umfangreicher Renovierung und überrascht uns mit bester Küche. Bereits in dritter Generation verbinden Familie Inselkammer und ihr Team bayerische Gastlichkeit und traditionelle Stilelemente mit moderner Lebensart und neuester Technologie. Sanft und doch konsequent modernisierte die Familie zuerst die Lokale zum Platzl hin und schuf bereits im Jahr 2000 das Wirtshaus Ayinger. Dann folgte das Platzl Hotel und nun auch die Pfistermühle. Eine halbe Million Euro hat Peter Inselkammer in die Aufhübschung seiner Pfistermühle investiert. Heute steht am Platzl die Pfistermühle für gehobene bayerische Küche – Münchens einzig erhaltene Stadtmühle.
Und das Brot steht nach wie vor im Vordergrund in der Pfistermühle. Es gibt täglich frisch gebackenes Brot. Allerdings nicht mehr hausgebacken sondern von der Münchner Brotmanufaktur Schmidt. Und das ist richtig kross und köstlich! Und noch heute heißen die vier Stuben des Restaurants mit den alten Gewölbedecken deshalb “Raum Mühlstein”, “Raum Pfisterbach”, “Raum Erntekammer” und “Raum Backstube”. Seit dem Umbau bezieht sich nun fast alles im Restaurant auf den Begriff Handwerk. Von der Inneneinrichtung und Dekoration bis hin zu den Lieferanten und der Arbeit in der Küche.
Ein kleines Amuse Gueule zum Start in einen perfekten Abend.
Konfierte Lachsforelle aus Neuhofen von Frau Niederer
Als Vorspeise genossen wir: Konfierte Lachsforelle aus Neuhofen von Frau Niederer | Zweierlei Schinken | geschrotetes Lieblingsbrot | Petersilien-Öl | Lauchkohle | Maldon Meersalz
Consommée vom bayerischen Ochsen | Ochsenschwanzpraline | Sherry | Sauerrahmbutter
Als Suppe kam eine Consommée vom bayerischen Ochsen | Ochsenschwanzpraline | Sherry | Sauerrahmbutter.
Vollkornravioli mit Tomate und Frischkäse | Fünf Gewürze | Wildkräuter | Grand Padano
Wir bekamen als Pastagang Vollkornravioli mit Tomate und Frischkäse | Fünf Gewürze | Wildkräuter | Grand Padano.
Wer erinnert sich noch an die Fernsehwerbung mit Joghurette? Die Pfistermühle hat ihre eigene Interpretation dieses Klassikers: Pfistermühlen Joghurette | Erdbeeren | Schokolade | Joghurt.
Petit Fours
Bei der Auswahl aus der wirklich reichhaltigen und gar köstlichen Variation an Petit Fours war uns klar: Es entstand eine eine stimmige Symbiose aus Tradition und Zukunft, aus Altem und Neuem, aus echter Handwerkskunst, liebevoll gestaltete Details mit vielen Reminiszenzen an die vergangene Zeit als Getreide-Mühle.
So wurde beispielsweise die ursprüngliche Wandvertäfelung aus alter Eiche erhalten, gelaugt und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. In den vier Stuben geben die kleinen Details ihren individuellen Charme: Alte Mehlsäcke wurden für die Leuchtenschirme verwendet; die Weinkühler und die dazu gehörigen Ständer aus gedengeltem Stahl sind Sonderanfertigungen von bayerischen Handwerkern. Die Holzknöpfe der aus Büffelhaut-Anilinleder bezogenen Sitzbänke sind antik, die eigens entworfenen Leuchten sind mit einem Juteband von der Decke abgehängt, das extra angefertigt und mit passenden Riemen und Haken versehen wurde.
Ein imposantes Weinregal mit edlen Kreszenzen! So eine Wand hätte ich auch gerne… 🙂
Das Besondere bei den Weinen: Wir bekommen die edlen Weine glasweise aus der Magnum für 7 Euro. Das ist ein exzellenter Service, denn Weine reifen grundsätzlich wesentlich besser in den grossen Flaschen, wie etwa einer Magnum, als in den kleinen Flaschen. Und so bekommen die Gäste wahrlich nur allerfeinste Weine für vergleichsweise wenig Geld. So einen Service bekommt man heutzutage selten geboten.
Fazit:
Wir haben bei unserem Menü viel Vergnügen und erkennen, dass in dem neu gestalteten Restaurant Pfistermühle die Tradition mit Zukunft wunderbar vermählt ist.
Disclosure: Ganz herzlichen Dank an das Restaurant Pfistermühle für die Einladung!
Fri Mar 05 07:28:01 +0000 2021
*Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin | A Connoisseurs Blogazine wurde soeben publiziert! https://t.co/yIuKHSbxUx #investigativ
Thu Mar 04 07:28:11 +0000 2021
*Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin | A Connoisseurs Blogazine wurde soeben publiziert! https://t.co/4MtyxWJNN6 Vi… https://t.co/I9n7w2Jrsq
Wed Mar 03 15:34:30 +0000 2021
Another one bites the dust...
Die Crowbar in der Agnesstrasse macht wohl auch nicht mehr auf.
#münchen #munich… https://t.co/TyjNbVCLZg
Wed Mar 03 07:28:01 +0000 2021
*Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin | A Connoisseurs Blogazine wurde soeben publiziert! https://t.co/Ru5tAWt9u9 #rechtsextremismus #spectre
Tue Mar 02 17:40:23 +0000 2021
RT @visit_dresden: Entdeckt den #DresdnerZwinger wie nie zuvor. 🤩 Macht euch bereit für eine unvergessliche, innovativ multimediale #Zeitre…