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Mein Flug von München nach München – oder: Die verpasste Austernsafari

Austernsafari
Der Born der Aphrodisiaka. Der Überfluss, von dem Geniesser alle träumen. Austern im Übermaß am Strand der Insel Fanø. Der Tourismusverband Visit Fanø lädt mich ein zu einer Austernsafari. Ich freue mich schon sehr darauf. Doch der starke Schneefall über Europa macht mir einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen fliege ich nur von München nach München. Was für eine Zeitverschwendung. Was für eine ökologischer wie ökonomischer Schwachsinn. Wie kam es dazu?

Eine Reise kann auch mal zum Flop werden. Eine Reise kann scheitern. Ich hatte mich so sehr auf diese Tour gefreut. Mitten im Dezember nach Dänemark auf die Insel Fanø in Südjütland fahren, um dort mit dem sogenannten Austernkönig Jesper Voss auf Austernsuche zu gehen. Doch ich bin noch nicht mal bis nach Dänemark gekommen. Von München nach Billund geht kein Direktflug. Mit KLM geht es über Amsterdam, mit Lufthansa über Frankfurt und mit Brussels Airlines über Brüssel. Die Verbindung über Amsterdam war die Sinnvollste. Doch hatten wir die Rechnung ohne Wettergott Petrus gemacht. Ja, natürlich hatte ich meinen neuen Deuter Helion 80 Rollenrucksackkoffer vollgepackt mit Outdoor-Klamotten, mit Schnee- und Regenfesten Sachen. Denn ich ging davon aus, dass eine Austernsafari im Dezember in Dänemark eine sehr nasse Sache sein könnte. Mit Schnee, Wind und Wetter hatte ich gerechnet, aber in Dänemark. Nicht in Amsterdam.

AusternsafariBereits der Start verlief reichlich unglücklich. Denn ich wollte schon am Sonntag vormittag, einen Tag vor dem Treffen mit Austernkönig Jesper Voss, von München nach Billund fliegen. Doch schon am Samstag mittag, also etwa 24 Stunden vorher, erhielt ich eine SMS von KLM. Der Flug Amsterdam – Billund sei gestrichen. Kein Wort allerdings vom Flug München – Amsterdam. Ich versuchte per Twitter, Facebook und Whatsapp mit KLM Kontakt aufzunehmen. Eine telefonische Kundenhotline gibt es nicht, zumindest ist sie auf der Webseite von KLM nicht auffindbar. KLM ist stolz darauf, seine Social Media Strategie mit Hilfe eines Dienstleisters namens DigitalGenius komplett automatisiert zu haben. KLM erhält wöchentlich 130.000 Anfragen auf allen Kanälen und beschäftigt dafür etwa 250 Social Media Agenten, die in über 30.000 Unterhaltungen pro Woche eingebunden sind. Kein Wunder also, dass gerade in Spitzenzeiten nicht immer sofort jemand erreichbar ist. Dafür wird künstliche Intelligenz eingesetzt. Artificial Intelligence, abgekürzt auch nur noch AI genannt, gibt den Kunden mittlerweile automatisierte Antworten, die allerdings nicht immer befriedigen können oder ganz genaue zielgerichtete Antworten geben. Das System lernt eben noch. Per Twitter erhielt ich folgende Antwort:

Doch auf die folgende direkte Nachricht von mir an KLM erhielt ich keine Rückmeldung. Der Facebook-Account von KLM Deutschland antwortete mir noch mittags, brauchte dann aber bis 23 Uhr, um mir die für mich einzig akzeptable Verbindung zu buchen und zu bestätigen. Es wäre wohl an dieser Stelle sinnvoll gewesen, die Reise zu stornieren. Allerdings wusste ich ja nicht, was mir noch bevorstand. Hinterher ist man immer schlauer. Auch wenn man anschliessend liest, wie schon wenig Schnee für Chaos an den Flughäfen sorgen kann. Gerade die internationalen Drehkreuze Frankfurt, Amsterdam und Paris, aber auch Berlin, Hamburg, München, Wien, London oder Warschau kommen bei plötzlichem Schneefall im Winter an ihre Grenzen, das Chaos im Flugverkehr ist vorprogrammiert. Der Grund: die europäischen Flughäfen laufen an ihrer Belastungsgrenze. Zuviel Flugverkehr, zu wenige Landebahnen, zu wenig Personal. Der Flughafen München ist im Gegensatz zum Flughafen Frankfurt deutlich besser auf winterliche Bedingungen eingestellt. Doch wenn nach jedem Räumvorgang und einer Landung die Landebahn schon wieder zugeschneit ist, dann kommen auch die Bayern nicht mehr nach.

Am Montag früh stand ich dann um 4 Uhr auf, ein Taxi holte mich um 4.45 Uhr ab und fuhr mich zum Flughafen. Der Flug mit KLM von München nach Amsterdam in einer B737 war problemlos. Doch beim Anflug auf Amsterdam erkannte ich schon, dass Holland unter einer wunderschönen Schneeschicht lag. Nicht allzuviel, aber doch mehr als wir in München an Schnee hatten. Zufällig sass ich auf einem Platz, an dem ich in München sehen konnte, wie das Gepäck unten in den Bauch eingeladen wurde. Und in Amsterdam sah ich zufällig meinen Deuter Rollenrucksack aus dem Bauch auf einem Förderband herausfahren. Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Denn bis zum 15.12.2017, hat die KLM es nicht geschafft, den Koffer nachzuliefern.

Austernsafari
Im Flughafen Amsterdam-Schiphol ging ich direkt zum Gate für meinen Flug Amsterdam – Billund. Der Flieger stand zwar da, doch sehr bald erschien auf den Monitoren die Information, dass der Flug nicht stattfindet. Gestrichen. Cancelled. Ich bemühte mich, die nächste Verbindung zu bekommen. Doch auch hier hiess es schnell: Gestrichen. Ich reihte mich ein in die extrem lange Schlange am Info-Schalter, in der Hoffnung, dort schnell an Informationen zu gelangen. Zweimal kam Personal von KLM bzw. vom Flughafen Schiphol vorbei und verteilte Wasserflaschen und Mars. Und während ich in der Schlange stand, hörte ich die Information, dass der Flughafen von Amsterdam um 16.00 Uhr schliessen würde. Mir wurde klar: Ich habe keine Chance mehr, nach Billund zu kommen. In Amsterdam übernachten und am nächsten Tag nach Billund fliegen, war keine Option. Zum einen war nicht sicher, ob der Schnee am nächsten Tag geschmolzen sein würde. Zum anderen wusste ich, dass der Austernkönig nur an bestimmten Tagen verfügbar war.

Also zurück nach München. Nur wie? An einem Gate, an dem angeblich ein Flug nach München gehen sollte, half mir ein Engel der KLM. Die Dame gab mir zu verstehen, dass der letzte Flug nach München um 15.25 aus Amsterdam rausgehen würde. Sie buchte mich auf diesen Flug um und bog wohl auch ein paar Regeln zur Seite, damit ich an der Warteliste vorbei auf einen letzten freien Sitzplatz kam. Und sie sagte mir, dass der Flug wohl auch von einem anderen Gate in einem anderen Terminal ausgehen würde. Also schnell quer durch den Flughafen zum anderen Gate. Nach einer kleinen Wartezeit kam ich problemlos in den Flieger. Das wundervolle Winterwetter sorgte allerdings noch für eine weitere Verzögerung. Statt um 15.25 loszufliegen, standen wir erstmal in der Warteschleife zur Enteisung. Der Pilot und seine Crew waren spitze. Wir wurden jederzeit informiert und haben jeden Schritt erklärt bekommen. So war die Wartezeit zwar lang, jeder Passagier hatte allerdings Verständnis. Sicherheit geht vor – und dass das Wetter schlecht war, sah ja jeder. Oder eben nicht, denn mittlerweile waren unsere Scheiben zugeschneit. Und so flogen wir erst gegen 17.00 aus Amsterdam zurück.

Austernsafari

In München angekommen, brauchte ich mir keine Gedanken um mein Gepäck zu machen. Es war einfach nicht da. Dafür allerdings sehr viel Gepäck von anderen Leuten. Die Koffer standen hier mehr oder weniger unbewacht in einer Ecke. Für Menschen mit bösen Gedanken wäre es ein Leichtes, sich hier einfach schnell ein Gepäckstück zu greifen und durch den Ausgang rauszuspazieren. Am Terminal 1 ist das Gepäck offensichtlich nicht so exzellent abgetrennt wie am Terminal 2 auf dem Münchner Flughafen. Ich ging also gleich zum Lost & Found Schalter und wollte gleich meinen Deuter Rollenrucksack als verloren melden. Doch musste ich nach Auskunft der KLM-Damen am Münchner Flughafen erstmal warten, bis wirklich alle Gepäckstücke aus der Maschine raus waren und mein Koffer nicht dabei war. Doch schließlich konnte ich meinen Koffer als vermisst melden und mit der S- und U-Bahn nach Hause fahren. Es war ein langer, ereignisreicher und doch irgendwie verlorener, verschenkter Tag.

Der Koffer? Den bekam ich erst eine Woche später wieder. Während ich in München war, ist mein Koffer wohl ohne mich von Amsterdam nach Billund geflogen, hat dort einsame Runden auf dem Kofferband gedreht, bis jemand feststellte, dass der Koffer doch bitte wieder nach München kommen soll. Und so flog er von Billund via Amsterdam nach München zurück. Diesen Weg konnte ich auf der Lost & Found-Wegseite der KLM beobachten. Digitalisierung ist schön, vor allem, wenn man auch so sinnlose Umläufe sieht. Das Unternehmen, das am Flughafen München für KLM einsame Gepäckstücke zu den Eigentümern zurück bringt, war in diesen Tagen überlastet und so erhielt ich einen Anruf des Dienstleisters der Lufthansa. Ich bat darum, den Koffer in unserem Wohnhaus bei jedem Nachbarn – oder aber alternativ beim Frisör gegenüber auf der anderen Straßenseite abzugeben. Und was tat der Bote? Er gab den Koffer direkt beim Frisör ab – allerdings ohne mich darüber zu informieren. Und so fand ich am Samstag nachmittag, kurz nach Feierabend beim Frisör, meinen Deuter Rollenkoffer im Laden stehen. Sonntag war zu, montags hat der Laden natürlich auch geschlossen – und so hatte ich meine Klamotten erst am Dienstag wieder zurück.

Was es mit der Austernsafari wirklich auf sich hat

Was ich verpasst habe, die Austernsafari auf Fanø, werde ich hoffentlich und sicherlich bald nachholen. Wer in den Monaten mit „R“ das Eiland besucht, kann mit Austernkönig Jesper Voss auf Austernsafari gehen. Hier ist es „hyggelig“, was so viel heißt wie gemütlich. Ausgerüstet mit Gummistiefeln und Eimern geht es weit hinaus in das Wattenmeer vor Esbjerg. Zurück an Land gibt es zu selbst gesammelten Austern ein Vadehav Oyster Stout. Das herzhafte Craft Beer fließt auch auf dem Fanø Østersfestival in Strömen, einem alljährlich in Nordby ausgetragenen Wettstreit um den Titel des besten Austernkochs. Jesper ist kein Sternekoch und beteiligt sich nicht. Außerdem liebt er pikantere Zubereitungen, die er im „The Øyster King Cookbook“ zusammengetragen und veröffentlicht hat.

Vor Jahren wurden mit den Überseeschiffen, die als Ballast Meerwasser getankt hatten und selbiges kurz vorm Einlaufen in einen Nordseehafen abließen, Pazifikaustern eingeschleppt. Genau jene, wofür so mancher Unsummen ausgibt. Die Austern fühlten sich in der Nordsee ganz schnell heimisch. Nur leider zeigte sich bald, dass sie sich nicht von Luft, Liebe und Meerwasser ernähren, sondern bei der Gelegenheit auch Gefallen an den Garnelen, Würmern, Schnecken und vor allem den kleinen Miesmuscheln finden. Aber genau diese Ureinwohner des Nationalparks Wattenmeer sind der Grund, warum jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst zehn bis zwölf Millionen Zugvögel im Watt rasten und ebenfalls auf Nahrungssuche gehen. Also entweder die Austern fressen den Zugvögeln die Nahrung weg – oder wir Menschen essen die Austern auf.

Disclosure: Herzlichen Dank an Visit Fanø und Ehrenberg Kommunikation für die Organisation! Ich hoffe, dass wir eine erfolgreiche Austernsafari bald nachholen können.

Das schreiben die Anderen:

Service:

Romantik Hotel Gmachl Elixhausen: Das Feinschmecker-Refugium bei Salzburg

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Salzburg, die edle Festspielstadt, ist allzuoft von Ballzuviel Touristen überlaufen. Ebenfalls allzuoft lenkt der Reisende seinen Blick nur auf die hohen Berge, den Mönchsberg und die bezaubernde Altstadt, die ihm zu Füßen liegt. Festung, Dom und die prächtigen Barockbauten verzaubern noch jeden Besucher. Wer ein Hotel in Salzburg sucht, bucht allzuoft in der überlaufenen Altstadt. Doch viel zu selten lenkt sich der Blick auf die andere Seite der Salzach und weiter gen Norden, hinaus in das sanfte Hügelland gegenüber der Mozartstadt. Dort liegt das wohl romantischste Refugium Salzburgs: Das Romantik Hotel Gmachl in Elixhausen.

Als Martin Luther 1517 seine 95 Thesen anschlug, waren sie schon da. Selbst als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, gab es sie schon. Die Wurzeln der Familie Gmachl reichen weiter zurück. Im Jahr 1334 – zu dieser Zeit wütete in Europa die Pest – wird ein gewisser Georg als erster Wirt zu Elixhausen erwähnt, wie die Salzburger Nachrichten uns wissen lassen. Solch ein altes Gemäuer, soviel Historie will behutsam gepflegt und angemessen modernisiert sein. Die Familie Gmachl übererfüllt diese Prämisse im Vier-Sterne-Superior-Romantikhotel Gmachl in Perfektion.

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Das Gmachl, wie es unter Kennern genannt wird, hat eine geniale Lage: Vom Hotel aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf Salzburg unten im Tale, auf die Berge, die sich hinter der Stadt erheben und auf einen weiten Teil des Salzburger Landes und bis nach Oberbayern hinein. Denn die Landesgrenze liegt nicht weit entfernt. Nur 5 Kilometer von der Festspielstadt entfernt, finden Schöngeister und Feinsinnige im Romantik Hotel Gmachl in Elixhausen ein idyllisches Refugium mit kreativem Flair. Das 680 Jahre alte, familiengeführte Wellnesshotel mit Blick auf die Berge wurde in den letzten Jahren behutsam renoviert, vergrößert und ausgebaut. Neue Dimensionen reichen Alt-Bewährtem die Hand. Tradition und Moderne werden gekonnt gegenübergestellt. Fritz Hirnböck und seine Gattin Michaela Hirnböck-Gmachl führen nunmehr in der 23. Generation die Geschäfte des ältesten Familienbetriebs Österreichs. Bereits beim Eintritt in das Hotel erwartet den Gast ein farbenprächtiges, mit frischen Rosen dekoriertes Entrée. Die gekonnte Mischung aus Natur, Kultur, & Design kreiert den einzigartigen Schauplatz für entspannte Gastlichkeit in gelebter Perfektion. Die Mozartstadt Salzburg, das Trumer Seengebiet mit der idyllischen Hügellandschaft des Flachgaus sowie das benachbarte Salzkammergut ermöglichen einen einzigartigen facettenreichen Aufenthalt.

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Das Romantik Hotel Gmachl ist in Elixhausen das klassische, altbewährte erste Haus am Platze, das Gasthaus gegenüber der Kirche. Als kleiner Landgasthof entstanden, ist das heutige Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 73 Zimmern und Suiten immer am Puls der Zeit, integriert moderne Elemente und Angebote und bewahrt dennoch den historischen Charme des Hauses. Mit Weitsicht und Innovationsgeist entstand so 2009 ein neuer Anbau mit 39 modernen Wohlfühlzimmern sowie einem Panorama-Spa mit herrlichem Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Als Kontrast finden sich im Stammhaus 34 individuelle Wohnräume im Landhausstil. Dabei kümmert sich Gastgeberin Michaela selbst um die Dekoration. Verschiedene Grün- und Lilatöne kombiniert mit effektvollen Akzenten wie Blumensträuße aus rosa Rosen verleihen Leichtigkeit und holen die Natur ins Haus. Ungestörte Atmosphäre am Abend bieten die drei gemütlichen Stuben im rustikalen Haubenrestaurant. Neben typisch österreichischen Klassikern und internationalen Gerichten, stehen auch alt überlieferte Rezepturen wie der Sonntagsbraten mit Fleisch aus der eigenen Landmetzgerei auf der Speisekarte.

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Romantik Hotel Gmachl Elixhausen: Unser Hotelzimmer

Unser Zimmer war wunderschön eingerichtet. Ein moderner, klarer alpiner Stil, ein helles Parkett statt Teppich, grüner Lodenstoff auf den Möbeln und eine Wandseite in helles Rot getunkt.

Hier erhaltet Ihr einen Einblick in unser Hotelzimmer:

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Dein Business-Knigge für die ITB – 10 Tipps

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Etikette ist nicht alles. Aber fast. Gerade in der Tourismusbranche – und dort vor allem in der Hotellerie – zählt der erste Eindruck sehr viel. Etikette ist die Visitenkarte, ist Öffentlichkeitsarbeit im kleinsten Kreise. Sie gibt dem Gegenüber, dem Gast, dem Kunden, das Gefühl von Zuverlässigkeit, Sauberkeit, Ordentlichkeit und von anständigen, ordentlichen Geschäftspraktiken. Die Etikette ist die Basis für ein gutes Gespräch. Insbesondere im Tourismus geht es an vielen Stellen vor allem um Verkauf. Sei es im Reisebüro, auf der Webseite des Reiseveranstalters, an der Rezeption im Hotel oder am Tisch des Gastes im Restaurant: es wird verkauft. Und der Verkäufer, welchen Titel, welchen Beruf er auch haben mag, sollte zuallererst die Etikette beherrschen. Denn dann fällt der jeweilige Verkauf auch deutlich leichter.

Gerade angesichts einiger Kollegen auf der ITB Berlin sowie auf vielen anderen Reisemessen halten wir es für wichtig, einen Artikel über dieses Thema zu schreiben. Wir erkennen im Umfeld von Journalisten und vor allem Bloggern einen Trend zu einer besonderen „Coolness“, der unserer Meinung nach im Geschäftskontakt mit der Tourismusindustrie kontraproduktiv sein könnte. Eben weil der nötige Respekt fehlt. Jeans, Lederjacken, Flipflops sind bequem, machen Spaß, haben aber im Geschäftsumfeld der Reise-, Hotel- und Gastronomiewelt nur sehr eingeschränkt Platz. Es ist ja nicht so, dass wir uns nicht alle selbst gern bequemer anziehen würden. Doch wenn die eine Seite sich in Anzug oder Kostüm zwängt, dann sollte auch die andere Seite diesen nötigen Respekt aufbringen. Nach unseren Do’s und Don’ts des Reisebloggens mag dies als ein weiteres grundsätzliches Statement einer professionellen Berufsauffassung aufgefasst werden. (mehr …)


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Jaguar F-PACE: Die andere Art der Hotel-Limousine

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Von hinten werden ihn wohl die meisten sehen: Der neue Jaguar F-PACE ist kein reiner SUV. Er ist kein reiner Sportwagen. Er hat auch wenig mit den vielen Jaguars zu tun, die wir aus der Vergangenheit kennen. Und doch ist es ein Jaguar. Der F-PACE ist ein sogenanntes Sport-Crossover. Der Wagen ist eine ernsthafte Alternative für Hotels, die einen Fuhrpark für Gäste ihr Eigen nennen.

Warum nicht mal statt der üblichen Karossen aus Untertürkheim, Zuffenhausen und München ein elegantes Kraftpaket aus England dem Gast während seines Aufenthaltes zur Verfügung stellen? Oder als Limousinen-Transfer den Gast vom Flughafen oder Bahnhof „diskret“ mit diesem Muskelprotz abholen. Denn diese Gäste sind auch potentielle Käufer des neuen Jaguar F-PACE. (mehr …)


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Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin: Aktuelle Themenliste und Mediadaten

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Sportlich, umfangreich, anspruchsvoll – Änderungen, Ergänzungen und Verschiebungen sind absehbar. Das können wir jetzt schon sagen, wenn wir uns die Themenliste anschauen, die wir erstellt haben. Sie soll uns als Redaktion und Euch als Lesern, aber auch gern unseren Partnern in der Tourismusbranche, eine Art Leitlinie, eine grobe „Roadmap“ sein. Dabei sind die Schwerpunkte, die vier Säulen von Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin klar definiert: Kulinarisches Reisen, Outdoor Reisen, Wellness Reisen und Familienreisen. Nach dem Motto: Man kann nicht nur lecker essen und trinken, sondern danach braucht man Bewegung – und danach eine Massage.

Außerdem haben wir die Mediadaten für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin auf den aktuellsten Stand gebracht. Schließlich müssen auch Reisejournalisten, Reiseblogger, Foodjournalisten und Foodblogger Essen und Miete zahlen, die Versicherungen und Krankenkasse wollen auch Geld und auch sonst bekommen wir nicht alles „für lau“, nur weil wir darüber schreiben. Also freuen wir uns über Medienpartnerschaften, Kooperationen – und behalten dennoch unsere journalistische Unabhängigkeit. (mehr …)

Ist das Canis Resort München auf den Hund gekommen?

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„Wir sind erstes Haus einer Kette“ – Ich kann den Satz nicht mehr hören. In den letzten Jahren war ich bei mehreren Eröffnungen von Hotels und Restaurants. Und bei einigen stellten sich die Inhaber breitbeinig hin und verkündeten grossspurig, dass sie schnellstmöglich expandieren wollen. Nur, um wenig später mehr oder weniger spur- und vor allem sprachlos zu verschwinden. Allerdings lesen wir bei den Kollegen der Printpresse selten vom Abgang. Wohl aber vorher von der lauten Eröffnung. Zeit wird’s also hier mal nachzufragen. Sozusagen eine Mini-Rubrik unter dem Motto „Was wurde eigentlich aus …?“. Das erste Mal, dass ich die „Konzerneröffnung“ hörte, war im Dezember 2008. Da eröffnete Deutschlands erstes Hunde-Hotel, das Canis Resort in Freising bei München. Und kündigte für das Frühjahr 2009 den Ableger für den Münchner Süden an. Denkste Puppe, nischt is‘ – wie der Berliner sagt.

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Im Vorfeld hatten wir bereits hier über das neue Hundehotel berichtet. Bei klirrender Kälte eröffneten die Gründer das Canis Resort, das Geschwisterpaar Sabine und Dr. Thomas Gerteis, mit richtig viel TamTam und B-Promis wie etwa Lisa Fitz. Doch für die Paparazzi war letztlich nicht Lisa Fitz der Hingucker – sondern der wunderbare Bernhardiner Nemo, der sich die Kabarettistin gerade als Streichelopfer ausgesucht hatte. Kaum hatte sich die Ulknudel zu dem kuschligen Wollknäuel hinuntergebeugt und mit Streicheln angefangen, riefen alle Fotografen „Lisa, schau mal hierher“ und das Blitzlichtgewitter ging los. (mehr …)


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Die „Titanic“ ist förderlicher für die Kreuzfahrtbranche als das „Traumschiff“

Vergleich
Wie umweltfreundlich sind Kreuzfahrtschiffe? Wie hat sich die Kreuzfahrtbranche in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Was für technische Möglichkeiten gibt es, damit die Giganten der Meere umweltfreundlicher werden? Diese Fragen versuchte eine Diskussionsveranstaltung an der Hochschule München zu beantworten. Nach ihren jeweiligen Auftaktvorträgen stellten sich die
Referenten, Dr. Henning Brauer, Principal Consultant, Maritime Advisory, DNV GL, Hamburg, Helge Grammerstorf, Direktor CLIA Deutschland, und Thomas P. Illes, Kreuzfahrtanalyst, Dozent und Fachjournalist, den kritischen Fragen der Studenten des Masterstudienganges Tourismus.

Tourism matters - Hochschule München
Tourism Matters: Volle Kraft voraus! Kreuzfahrtschiffe erobern die Weltmeere – Ist das grüne Gewissen auch mit an Bord? , so lautete der Titel der Veranstaltung an der Hochschule München unter der Moderation von Jacqueline Dzeik und Matthias Winter. Die Kreuzfahrtbranche verzeichnet ein rasantes Wachstum, von dem andere Tourismussegmente nicht zu träumen wagen. Doch wo hat diese Entwicklung Grenzen? Einerseits leiden die Anbieter unter einem starken Wettbewerb und steigendem Preisdruck. Andererseits geraten Destinationen an ihre Belastungsgrenze. Aufgrund hoher Emissionen gelten Kreuzfahrtschiffe zudem als Umweltsünder und stehen im Fokus von Öffentlichkeit und Naturschutzverbänden. Kann der Urlaub auf See ökologischer gestaltet werden und welche technologischen Lösungen sind möglich, welche umsetzbar? Gibt es auf der Nachfrageseite Potenziale für nachhaltigen Kreuzfahrttourismus? Und welche weiteren Ansatzpunkte existieren? Dieser spannenden Thematik widmete die Hochschule München ihre Auftaktveranstaltung im Rahmen des Master Forum Tourismus 2014. (mehr …)

Warum nicht mal den Osterhasen zu Ostern servieren?

I Killed The Easter Bunny: Kaninchen À La Crème Mit Backpflaumen Und Rosmarinkartoffeln @ Le Gourmand, Private Home Fine Dining
I killed the easter bunny! Frischer geht es kaum. Draussen aus dem bayerischen Schwabenland, von einem kleinen Hof, bei dem ich mir hin und wieder Kaninchen, Honig, Marmeladen und so manches andere leckere Gedöns hole, da habe ich mir diesen Osterhasen geschnappt. Der Osterhase hier auf dem Bild hatte seine Pflicht und Schuldigkeit für das Jahr getan. Die Eier hatte er gebracht und versteckt. Es war also Zeit, ihm das Fell über die Ohren zu ziehen. Meister Lampe sah das auch ein, zumal wir ihm die Aussicht gaben, von uns besonders lecker zubereitet zu werden. Wir entschieden uns also für Kaninchenschlegel mit Backpflaumen und Rosmarinkartoffeln.

Die Karzeit ist vorbei. Wer bisher gefastet hat, der möchte sicherlich nicht gleich mit einer Schweinshaxn loslegen. Kaninchenfleisch ist leicht und mager. Zudem enthält das Fleisch wenig Cholesterin und versorgt den Körper mit ungesättigten Fettsäuren. Es eignet sich daher besonders für die fettreduzierte Küche. Zusammen mit frischen Kräutern und Backpflaumen wollen wir dieses Karnickel also zu einem wunderbaren Ostersonntagsbraten werden lassen. (mehr …)

Gründonnerstag: Frankfurter Grüner Sauce mit Ei oder mit Gebackenem Kotelett

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Zum Gründonnerstag gibt’s was Grünes. Ich wage einen Ausflug in die hessische Küche. Ich bin zwar kein Hesse – insofern mögen mir Puristen unter Euch bitte schon vorab verzeihen, falls es nicht ganz in Eurem Sinne gelungen sein sollte. Doch schmeckte schon mein erster Versuch so gut, dass ich Euch gern daran teilhaben lasse. Auf meinem Münchner Wochenmarkt gab es in der Karwoche die ersten Bündel mit frischen Kräutern für Frankfurter Grüne Sauce (oder Soße). Am Stand nebendran hatte der Metzger ganz frische Koteletts im Angebot. So also fügte sich schon beim Einkaufen auf dem noch dick eingeschneiten Jospephsplatzmarkt in der Zieblandstrasse das eine oder andere Osteressen.

Frankfurter Grüne Soße Mit Ei Und Pellkartoffeln @ Le Gourmand, Private Home Fine Dining
Der brav fastende Katholik wird mich jetzt zurecht darauf hinweisen können, dass es zum Gründonnerstag doch noch bitte rein vegetarisch zugehen sollte. Also habe ich die vegetarische Variante auch noch zubereitet. Die klassische Frankfurter Grie Soß mit Ei und Pellkartoffeln folgt unten auf dieser Seite im Anschluss.

Doch zuerst widme ich unsere Aufmerksamkeit der Frankfurter Grüner Sauce mit gebackenem Kotelett. (mehr …)

Ost-Afrika: Nur noch ein Visum für Kenia, Uganda und Ruanda

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East African Community: der neue Touristenmagnet? Wer kennt noch die Montanunion? Der – im Vergleich – klitzekleine Vorgänger der Europäischen Gemeinschaft bzw. der jetzigen Europäischen Union war hauptsächlich für wirtschaftliche Belange zuständig. Weit vor meiner Zeit. Dieses Staatenbündnis bildete nach dem Zweiten Weltkrieg die Grundlage für den Wohlstand, den wir heutzutage in Westeuropa geniessen. Dies Staatenbündnis hat Vorbildcharakter für ein paar afrikanische Staaten. In Ostafrika hat sich vor wenigen Jahren die Ostafrikanische Union, die East African Community, gegründet. Sie besteht aus Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi. Vor wenigen Jahren waren Völker in diesen Staaten noch verfeindet, es gab einen schrecklichen Genozid. Heute kooperieren sie – und sie haben sich viel vorgenommen. Sie sind die ‘Destination of Wonders and Opportunities’ – Destination der Wunder und Möglichkeiten.

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Aus Deutscher Sicht erfreulich: Die Länder, die früher Deutsch-Ostafrika bildeten, sind gemeinsam in diesem Bündnis zusammengeschlossen. Tansania, Ruanda und Burundi waren zu Zeiten von Kaiser Wilhelm II. eine deutsche Kolonie. Doch waren die Deutschen nicht allzulange dort involviert, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg gingen die Kolonien an die damaligen Siegermächte. Glücklicherweise blieb den Deutschen also die Unabhängigkeitskriege erspart, was die anderen Kolonialmächte nicht besonders glanzvoll lösten. Somit haben wir Deutsche in den dortigen Ländern immer noch einen ganz guten Ruf. Oder auch wieder, weil Deutschland eine wichtige Wirtschaftsmacht geworden ist. Und auch weil die nachfolgenden Kolonialmächte sich noch viel schlimmer benommen haben.

Und heute schliessen sich einige der fünf ostafrikanischen Länder enger zusammen. (mehr …)


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Griechenland: Full of unique travel experiences – Webseite discovergreece.com gestartet

Griechenland PK auf der #itbberlin @itb_berlin @wildepr @travelpr_online
Die Deutschen sind zurück! Die deutschen Urlauber haben ihre Liebe zu Griechenland wieder entdeckt. Waren die vergangenen Jahre eher von Stagnation und Zurückhaltung geprägt, so rangiert Griechenland in der Gunst der Bundesbürger unter den beliebtesten Zielen des Reisesommers 2014 erneut auf den vordersten Plätzen.

Andreas Andreadis, Präsident von Marketing Greece Griechenland #itbberlin @itb_berlin @wildepr @travelpr_online
Zum Auftakt der ITB Berlin sagte Andreas Andreadis, Präsident von Marketing Greece und Aufsichtsratsvorsitzender der SETE (Association of Greek Tourismus Enterprises): „Die bislang vorliegenden Buchungszahlen aus Deutschland und die Prognosen sämtlicher namhafter Reiseveranstalter und Fluggesellschaften signalisieren zweifellos ein neues Rekordjahr. Griechenland ist auch in Deutschland zurück! Schon der Anstieg der Ankünfte deutscher Touristen im Jahr 2013 auf rund 2,3 Millionen – das entspricht einem Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr – zeigen die Verbundenheit und die Begeisterung der Deutschen zu unserem Land. Es sind die Besonderheiten Griechenlands, wie die Gastfreundschaft, die einmalige Landschaft, Kultur und das gute Wetter, die die deutschen Gäste so schätzen.“ (mehr …)


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ITB 2014: Ruiz Massieu Salinas eröffnet für das Partnerland Mexiko die weltgrößte Tourismusmesse

ITB Berlin Eröffnungs-PK #ITBBerlin @itb_berlin
Länder mit Krisen als Partnerländer – hat die ITB einen Hang dazu? Nunja, sicherlich nicht freiwillig. Doch mit Blick auf Länder wie Ägypten und jetzt Mexiko kommt mir dieser Gedanke. Doch Mexiko ist ja schliesslich weit mehr als nur Drogenkrieg. Das Land ist so groß, so weit, so vielfältig und bezaubernd, dass es genau jetzt richtig ist, für das Land und seine verschiedenen Destinationen Werbung zu machen. So eröffnet jetzt zu diesem Zeitpunkt die Tourismusministerin Ruiz Massieu Salinas die Internationale Tourismus Börse (ITB) Berlin. „Come to discover this diverse country“, ist nicht nur eine Aufforderung, es klingt auch nach einer Bitte, das Land nicht allein zu lassen und die Drogenbarone gewinnen zu lassen. Deutsche Touristen stehen an der neunten Stelle der Herkunftsländer der Touristen in Mexiko. Also: Mexiko – Live it to believe it.

Außerdem sprach Dr. Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V., stellte kurz die aktuellsten Zahlen dar. Die Destination Deutschland verzeichnet neue Rekorde: (mehr …)


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Wahlen 2013: Was wollen wir wählen?

Bayern wählt. Deutschland wählt. Ich habe bereits gewählt. Briefwahl – denn da habe ich die Ruhe und Zeit, die ich brauche, um diese langen Wahlzettel zu lesen, durchzuschauen, ob ich vielleicht jemanden persönlich kenne. Irgendwo, auf den hinteren Rängen fand ich sogar jemanden. In den letzten Monaten haben wir viel lesen können, sehen können, sind auf allen möglichen Medienkanälen von den Parteien mit ihren Inhalten zugeschüttet worden. Zum grossen Teil allerdings war das in diesem Jahr sehr inhaltsleer. Doch manche Zeitschriften haben sich die Mühe gemacht, die Wahlprogramme durchzulesen, durchzuarbeiten und den Parteien Fragen zu stellen. Mein Fazit aus diesen Artikeln: FDP wählen!

Wer die Artikel-Serie in der AHGZ oder auch in der SuperiorHotel durchgelesen hat, kann eigentlich nur diese eine Partei wählen. Mit wenigen Abstrichen auch die CDU. Doch schon alle anderen Parteien sind für jemanden, der freiberuflich, selbstständig oder als Unternehmer arbeitet, nicht mehr wählbar. Insbesondere in der oder den Branchen Tourismus, Hotellerie, Gastronomie, in der gesamten Reisebranche ist das Fazit aus allen diesen Artikeln und auch aus allen Aussagen der einzelnen Politiker, dass die FDP die bestmögliche Partei ist. Warum? (mehr …)

Pasta mit Fenchel, Pinienkernen und Safran

Spaghetti Con Finocchio, Pinoli E Zafferano @ Le Gourmand, Private Home Fine Dining
Freunde erweitern die Geschmackserlebnisse. Und dank Social Media gewinnen wir heute mehr Freunde aus anderen Gegenden als früher, als wir uns nur in einem eher begrenzten regionalen Umfeld bewegten. Während eines Facebook-Chats sagte mir eine Südtiroler Freundin, was sie gleich für ihre Familie kochen würde: Spaghetti con Finocchio, Pinoli e Zafferano – Spaghetti mit Fenchel, Pinien und Safran.

Ich fragte nach, was das genau sei und wie es machen würde. Sie beschrieb mir ihr Rezept, das sich wirklich sehr nach Italien, nach Sommer, nach Mittelmeer anhört. Es ist außerdem komplett vegetarisch, also auch etwas für die Veggie-Day-Befürworter. Ich bakam Appetit, das auch zu machen und fing an zu kochen. Es war so lecker, dass ich es Euch nicht länger vorenthalten möchte.

Was brauchen wir also? Klar; Fenchelknollen, Pinienkerne, Safranfäden und Spaghetti. Doch wie geht es weiter? (mehr …)

Miesmuscheln in Roquefort-Weissweinsauce mit tollen Weissweinen von Johner Estate und Kiefer

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Muscheln in Käsesauce? Ja, richtig! Schmeckt sagenhaft gut! Während in diversen italienischen (und sicher auch anderen) Restaurants Miesmuscheln immer nur mit Tomatensauce oder einer Weißwein-Gemüse-Sauce serviert werden, sind unsere französischen Nachbarn etwas kreativer. Ich habe dies Gericht zum allerersten Mal bei einem Studenten-Austausch 1997 in Orléans gegessen. Die französischen Freunde schwärmten uns deutschen Studenten vor von den „Moules frîtes“. Fritierte Muscheln, verstand ich zuerst. Irrtum: Muscheln mit Pommes. Und die Stäbchenkartoffeln „à volonté“, also Nachschlag bis zum Abwinken. Auf der Speisekarte des Restaurants waren noch andere Saucen wie etwa Currysauce. Doch ich bin seitdem ein Fan der Roquefortsauce. Und die habe ich für Euch nachgekocht, dazu gab es zwei komplett verschiedene Weißweine, die beide hervorragend passten: ein 2010er Riesling von Johner Estate und ein 2010er „Mit den Wolken ziehen“ vom Weingut Kiefer.

Ein zweiter Besuch in Orléans im Sommer 2009 führte meine Schritte in ein absolutes Szeneviertel der jungen Studentenstadt. Mehrere Straßen sind hier umgebaut zu Fußgängerzonen, Kneipen, Restaurants, Clubs, diverse Läden reihen sich dicht an dicht. Wer hier essen gehen will, sollte vorher reserviert haben. Oder früher oder reichlich später essen. Wir entschieden uns für die Spätvariante, reservierten in einem typisch französischen Restaurant einen Tisch für 21 Uhr und genossen das Nachtleben. Warum wir uns genau für dies Restaurant entschieden? Ich hatte auf der Speisekarte die Muscheln in Roquefort-Sauce gelesen. Die wollte ich unbedingt wieder essen, diesmal auch unter dem Aspekt, sie mal nachzukochen. Der Abend endete nach einem leckeren, reichhaltigen und langen Essen damit, dass wir uns mit dem Wirt anfreundeten, wir als letzte Gäste gingen und er mit uns in seinen zweiten Laden ging: eine angesagte Disco mit toller Bar. On s’est bien amusé! (mehr …)

Geldhauser KitzSkiXpress: Mit dem Bus zum Skifahren auf die Streif und zum Hahnenkammrennen

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Per Linienbus München – Kitzbühel zum Skifahren und zurück. Das bietet nunmehr schon im dritten Jahr Geldhauser Busreisen an. Ohne Stress und Plackerei, ohne sich um Stau und Umsteigezeiten kümmern zu müssen, ohne nervige Nebensächlichkeiten, mit denen die Anreise per Auto oder Bahn sonst begleitet ist, fährt der Bus direkt an die Talstation in Kitzbühel. Schon im Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) von München ist der Bus einfach nicht zu übersehen: der KitzSkiXpress leuchtet im starken Rot selbst zur frühen Morgenstunde entgegen und fällt somit positiv auf zwischen all den osteuropäischen Billigbussen. Nur der lindgrüne Bus von Meinbus.de, der direkt daneben steht, setzt noch einen positiven Kontrapunkt. Doch der will nach Zürich, wir jedoch zum Skifahren nach Kitzbühel. So traf sich kürzlich eine halbwegs muntere Journalistentruppe früh um 7 Uhr am ZOB, um den KitzSkiXpress und die Pisten rund um Kitzbühel zu erobern.

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Es ist schon irgendwie eigenartig, bepackt mit Skiern im Skisack und Abfahrtsschuhen in einer anderen Tasche, Bus und U-Bahn zu betreten. Zum anderen aber ist das in München absolut normal. Wer das allerdings unter der Woche macht, der ist sich der neidvollen Blicke der anderen Fahrgäste sicher. Ist das ein Tourist? Ist das ein Student? Ein Arbeitsloser? Nein, ein Journalist, ein Reiseblogger auf Recherchefahrt. Nun denn, es sei! Der Einstieg in den Bus ist absolut unkompliziert: Skier und Skischuhe werden sicher im Gepäckabteil verstaut, ein Platz in dem bequemem Luxusliner ist sicher. Angeschnallt – denn das ist ja Pflicht in Reisebussen – und schon geht’s los. (mehr …)

Die Challenge, die einen Winter dauert: Bergscout zu werden ist das höchste der Gefühle

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Schnell, sicher und rücksichtsvoll die Talabfahrt runter: Das ist schon eine saubere Leistung. Vor allem rücksichtsvoll und keinen anderen Skifahrer behindernd, gar gefährdend. Und das auch noch so oft wie möglich in einem gegebenen Zeitfenster: das ist schon deutlich anstrengender. Denn irgendwann tun jedem die Muskeln weh. Wenn es dann auch noch so eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Talabfahrt ist, wie die der Kanzelwand, dann sollte man schon sehr fit sein. Wer sich außerdem noch der Aufgabe stellt, einen ganzen Winter lang sich weiteren Prüfungen zu unterziehen, sich mit Social Media gut auskennt und noch so manches mehr erledigt, der kann Bergscout 2013 von „Das Höchste“ werden. Diesen eigenartigen und doch passenden Namen haben sich die Bergbahnen Oberstdorf-Kleinwalsertal gegeben, die die Bergscout nunmehr schon zum fünften Mal ausrichten.

Einen ersten Eindruck geben Euch meine Videos, die ich parallel gedreht habe. Es ist also jeweils der identische Inhalt. Doch in der einen Hand halte ich meine Flip Kamera, in der anderen mein neues iPhone 5. Hier zuerst das iPhone 5:

Und dies ist das Video mit der FlipCam :

Ok… und als nächste Filmkamera wünsche ich mir eine GoPro Hero 3 Black Edition mit Wlan-Verbindung…

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37. Pustertaler Ski-Marathon: Wie ich mein erstes Langlauf-Rennen im Hochpustertal überstanden habe

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Alles begann mit einem Sturz. Ich wollte schon immer mal so eine Brücke in einem Langlauf-Stadion runterfahren. Doch in der Kurve unten vergass ich offensichtlich umzusetzen. Aber eigentlich fing es etwas früher an: An einem Sonntag morgen war ich früh um 7 Uhr aufgestanden, quälte mich in meine Langlauf-Klamotten, frühstückte und verliess das Hotel Monika und stand jetzt um 8.25 Uhr an der Bushaltestelle in Sexten und wartete auf den lokalen Bus nach Toblach. Hier unterhielt ich mich mit einem Italiener aus Parma. Nun, das was man „unterhalten“ nennen kann mit meinen rudimentären Italienisch-Kenntnissen und seinen nicht-vorhandenen Englisch- oder Deutsch- oder sonstwas Kenntnissen. Augenscheinlich hatten wir das gleiche Ziel. Warum sonst sollte er so früh in Langlauf-Klamotten an dieser Bushaltestelle stehen?! Wir strebten den Pustertaler Langlauf-Marathon in Toblach an.

Hochpustertal_Sexten_Langlauf_Marathon_Jan2013_05Oder fing alles sogar mit drei Stürzen an? Ich war am Vortag mit Langlauf-Guide Christian Schwienbacher durch das malerisch-schöne Fischleintal unterwegs. Sexten liegt in einer Art Dreiländereck: auf dem Bergkamm gen Norden ist die Grenze zu Osttirol, also Österreich. Und gen Süden über den Pass geht es ins Veneto. Aus dieser ärmeren Ecke der Alpen kommen viele Italiener in das reichere Südtirol rüber, so erfahre ich es bei unserer Tour.

Hier erklärt mir Christian die Berglandschaft:

Wir liefen diese Loipe bis hinter zum Talschluss, wo es nur noch mit Tourenski in die Berge hoch geht. Rings um uns herum die Sextener Sonnenuhr. Die Loipe geht am Anfang fast nur bergauf. (mehr …)

San Daniele Pop Up Store: An der Klaue sollt Ihr sie erkennen!

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Leicht und luftgetrocknet. Weich und würzig. Wer denkt bei diesen Attributen an Schinken? Nein, nicht der kräftige, fette, geräucherte Schinken, wie wir ihn in aus dem Schwarzwald her kennen. Wie so vieles, so verstehen die Italiener auch den Schinken elegant herzustellen. Er braucht halt etwas mehr Zeit. Und davon haben die Italiener ja bekanntlich genügend. Zumindest für das Reifen von Lebensmitteln, sei es Fleisch, Wurst oder Käse. Südlich der Alpen, südlich von Österreich, östlich vom Trentino und westlich von Slowenien liegt die Region Friaul-Julisch-Venetien. Sie besticht durch ihre Mischung aus ungestümen, unwegsamen, ja fast ungastlichen Gebirgen im Norden und der sanften, weichen, welligen Landschaft am warmen Mittelmeer. Friuli Venezia Giulia ist nicht so touristisch wie Südtirol, ist nicht so bekannt wie Venetien, ist aber auch nicht über Jahrzehnte in der Entwicklung gebremst wurden wie Slowenien. Von hier kommen tolle Weißweine wie der Friulano. Und der berühmte San Daniele Schinken. Diese leckeren Spezereien präsentierte die Region in einem Pop-Up-Store in München.

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Ok, was ist ein Pop-Up-Store? Nichts anderes als ein Laden, der nur eine kurze Zeit offen ist. Der extra nur für einen ganz bestimmten Zweck für ein paar Wochen oder Monate existiert. Wir kennen das ja schon von irgendwelchen Sonderangebots-Rabatts-1Euro-Läden. Eben noch war hier ein Drogerie-Markt, heute ist es ein Trachten-Shop, weil es kurz vor dem Oktoberfest sein mag, morgen ist es ein Matratzen-Outlet.

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Diese Masche hat die Region Friaul-Julisch-Venetien aufgegriffen und unterstützt ihre Produkte mit Pop-Up-Stores. Eben noch gab es diesen Laden in Mailand, dann in London, jetzt in einer ehemaligen Eisdiele in München und morgen in irgendeiner anderen Stadt in Europa. Oder vielleicht in Japan? Man weiss es noch nicht.

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Ich besuchte kürzlich den San Daniele Pop Up Store in München. Das Consorzio del Prosciutto die San Daniele präsentiert zusammen mit dem Consorzio delle DOC del Friuli Venezia Guilia die bekanntesten Spezialitäten der Region Friaul-Julisch Venetien. In bester Lage, direkt am Gärtnerplatz im Glockenbachviertel, lockt der Laden mit frischem Schinken und Weinen aus Friaul. Wer will, der kann hier auch zum Master ausgebildet werden, im Hinterzimmer gibt es Kurse über die Besonderheiten von Schinken und Weinen. Ich liess es mir nicht nehmen, an so einer Masterclass teilzunehmen. Und ich habe eine Menge über diesen leckeren Schinken gelernt. (mehr …)


GAP

Kleine Wintergedichte für eine gesegnete, fröhliche Weihnachtszeit

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Gans vom Grill zur Weihnachtszeit? Der Schnee ist geschmolzen, keine weiße Weihnacht in diesem Jahr. Letzte Woche noch versank Deutschland im Schnee, heute, am 24. Dezember 2012, strahlt München unter weiß-blauem Himmel bei 20°C. Vor zwei Tagen war ich noch skifahren an der Kanzelwand im Kleinwalsertal, heute ist die gesamte weiße Pracht verschwunden, an manchen Orten droht leider schon das Hochwasser. Die Gestade der Isar locken, wer will da nicht die Gans oder Ente statt in den Ofen auf den Grill werfen? Wintergrillen ist so noch eine Spur abgefahrener. Da greife ich doch gerne wieder eine kleine „Tradition“ auf. In den Anfangsjahren von Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin habe ich schon Weihnachtsgeschichten gebracht.

Immer wieder herzergreifend finde ich die Weihnachtsgeschichte von der kleinen Virginia. „Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann!“ habe ich daher gleich doppelt gebracht: im Dezember 2007 und im Dezember 2008. Ebenfalls im Dezember 2008 veröffentlichte ich hier die bayerische Weihnachtsgeschichte: „I hätts‘ scho einilassn“. Angesichts des fehlenden Winterzaubers greife ich heute auf zwei kurze Wintergedichte zurück. Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin wünscht Euch eine gesegnete, fröhliche Weihnachtszeit im Kreis Eurer Lieben! (mehr …)

Rib-Eye Steak mit Cognac-Pfeffer-Sahnesauce und 2009er LUCE

Rib-Eye-Steak Mit Pfeffer-Cognac-Sahne-Sauce Und Grünen Bohnen @ Le Gourmand, Private Home Fine Dining Guten Freunden brät Mann ein Steak! Für gute Freunde kommt ein reelles Stück Fleisch auf den Tisch.
Guten Freunden brät Mann ein Steak! Für gute Freunde kommt ein reelles Stück Fleisch auf den Tisch. Etwas Besonderes sollte es sein. Mein Metzger um die Ecke, die Metzgerei Liedl, hatte letzte Woche ein exzellentes Stück Rib Eye Steak da, lange genug abgehangen. Genau das Richtige, um eine herzhafte Sauce dafür zuzubereiten. Rib-Eye-Steak mit Cognac-Pfeffer-Sahnesauce: Eine Begleitung, für das ein Filet viel zu zart und dezent wäre. Das Rib-Eye bringt schon etwas mehr Fett mit und verspricht viel Spaß. Als Begleitung passen grüne Bohnen. Mehr braucht’s nicht. Und am Abend kam ein Freund zu Besuch. Es war extrem lecker!

Doch wie bereiten wir das nun zu? Wie machen wir Männerherzen und -mägen glücklich? Etwa wie Truthahn in Whisky? Äh nein, nicht ganz. Hier ist mein Rezept, eine schöne Abwechslung zwischen Braten, Garen und Kochen:
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Touristische Runde: Brauchen Destinationen und Wintersport sportliche Großereignisse?

Arosa Stella: Ein Nachtspaziergang durch Avignon

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Monumente laufen nicht weg. Die lassen sich auch nachts noch besuchen. Ja, die Museen sind zu. Die können warten. Mein nächster Besuch kommt bald. Schon allein deshalb, weil meine Flasche Pastis von Manguin bald leer ist. Das warme Spätsommerwetter hier in Avignon lädt gerade dazu ein, sich die Stadt mal nachts zu erobern. Zumal die A-Rosa Stella eine geführte Nachtwanderung durch Avignon anbietet. Am Tage war ich auf der Île de la Barthelasse radeln und hab nur am Ende der Radltour etwas von der Stadt gesehen. Jetzt also soll mir doch bitte ein lokaler Stadtbilderklärer die Schönheit der Stadt erschliessen.

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Wer nicht, wie wir, mit seinem persönlichen 4-Sterne-Hotel auf der Rhône hierher geschippert ist, braucht sich in einer touristischen Kleinstadt wie Avignon keine Sorgen zu machen. Hier sind genügend Hotels, kleine und größere, vorhanden. Direkt in der Innenstadt sind in bester Lage beispielsweise ein paar Mercure-Hotels, Lauffaule wohnen hier also direkt neben den historischen Gemäuern.

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Der mächtige Papst-Palast liegt nach wie vor trutzig am zentralen Platz. Es sind wesentlich weniger Touristen zu sehen, was diesen Ort wesentlich angenehmer macht. Ich geniesse die Ruhe. Der Mond erhellt den Platz, doch auch die Illuminierung der Stadt ist wunderschön. Avignon weiß mit seinem touristischen Pfund zu wuchern. Unser Stadtführer ist weit davon entfernt ein Eingeborener zu sein. Als flämischer Belgier ist er zum Studium hierher gekommen und hängen geblieben. Er verrät uns, dass die meisten Menschen in Avignon nicht in der Altstadt, sondern in den modernen Vororten drumherum leben. Die Stadt lebt sehr stark vom Tourismus. Wenn im Winter die Saison vorbei ist, dann kommt auch er mal dazu, Urlaub zu machen.

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Wer ein paar Euro mehr hat als andere, der findet natürlich auch in Avignon vom Michelin mit Sternen bekrönte Restaurants. So soll etwa dies Restaurant hoch oben zu den besseren Lokalen der Stadt gehören. Leider blieb keine Zeit, mal eben auf die Karte zu schauen, denn schon zog es unseren Belgier zu den verborgeneren Ecken der Stadt. Denn bis hierhin beschwerten sich einige Mitreisende, dass das Programm am Abend identisch sei mit der Stadtwanderung, die sie am Tage gemacht hätten. Tja, Leute, selbst schuld: wart ihr mal mit zum radwandern gekommen. Wer bucht denn bitte auch zwei Stadtführungen in so einer kleinen Stadt am gleichen Tag? Doch während die Führung am Tag dann die sonnige Zeit in kühlen, schattigen Papstmuseen verbrachte, zog es den netten Belgier in die hinteren Ecken von Avignon.

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Wie so manche südeuropäische Stadt lebt Avignon nachts auf den Plätzen. Restaurants, Crêperien, Cafés, Bars… Menschen jeden Alters treffen sich hier, essen, trinken, quatschen und haben eine schöne Zeit. So ein Flair wünsche ich mir oft auch in Deutschland. Doch selbst wenn wir schönes Wetter haben, dann gibt es leider viel zu oft ein paar Vollidioten, die es der Gastronomie und den Gästen schwer machen…

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Für mich sind diese Plätze jedenfalls ideal, um hier einen feinen Pastis als Apéritif zu geniessen, anschliessend ein kleines 3- oder 4-Gänge-Menü, dazu einen leichten Rotwein aus dem Rhônetal. Was will man mehr?

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Sogar auf dem Platz vor dem Rathaus sind die Restaurants noch offen, Gäste sitzen auf dem Platz und haben keine Eile. Im Gegenteil zu uns. Uns treibt unser Stadtführer durch die Gassen, damit wir auch ja rechtzeitig wieder auf unserem Dampfer landen. Denn dieser gibt uns leider eine Zeit vor, zu der wir wieder dort sein müssen. Nunja, aus dem Disco- und Kneipenalter bin ich ja schon lange raus, ich muss hier keine Nacht durch machen. Doch mit der richtigen Begleitung im richtigen Lokal würde ich es hier schon länger aushalten können.

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Für die Kunstbegeisterten hat Avignon übrigens auch ein kleines Theater. Es liegt direkt neben dem Rathaus. Wem also das Theater der Stadtoberen nicht genug ist, der kann dann hier noch etwas höhere Kunst und Kultur geniessen.

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Doch für uns ist es Zeit, wieder an Bord unseres Kußmund-Schiffes zu kommen. Doch auf welches? Mittlerweile liegt die A-Rosa Stella mit der A-Rosa Luna Seit‘ an Seit‘. Die Schwesterschiffe sind im Päckchen sicher miteinander vertäut. Und ich schließe erstmals nachts meine Jalousie, damit mir der Nachbar vom anderen Schiff nicht in meine Kajüte, äh mein Hotelzimmer schaut.

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Am nächsten Mittag heisst es dann Abschied nehmen von Avignon. Ich gönne mir noch einen schönen Stadtspaziergang, erkunde die Stadt auf eigene Faust, finde die Markthallen, die ich gleich leerfuttern könnte. Finde kleine, schnucklige Seitenstraßen, nette Straßencafés. Doch habe ich meine Kamera an Bord gelassen. Denn dieser Morgen fing total neblig, grau, diesig an. Das gibt keine schönen Fotos. Doch als ich zum Mittag hin, nur etwa eine Stunde bevor die A-Rosa Stella Avignon wieder verließ, auf die Pont d’Avignon ging, ich auf der Brücke ein paar Tanzschritte machte, da brannte sich die Sonne gerade durch den Hochnebel. Und ich ärgerte mich, dass ich die Kamera nicht dabei hatte. Mais j’étais sur le pont d’Avignon.

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Und während die Sonne sich mehr und mehr durch den Hochnebel kämpfte, installierten wir uns wieder auf dem Oberdeck. Die A-Rosa Luna legte als erste ab, Richtung Lyon. Und kurz darauf folgten auch wir, Richtung Arles. Auf in die Camargues!

Avignon: Die Stadt der Päpste mit dem Rad erobern

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Sur le pont d’Avignon – oder war es doch sous le pont d’Avignon? Jeder kennt das Lied heute mit dem Wort „sur“, also auf der Brücke. Doch sorry, ich muss Euch leider mitteilen, dass diese Brücke viel zu schmal ist, um darauf zu tanzen. Schon gar keine Tänze, Rundtänze, wie sie vor hunderten von Jahren üblich waren. Heute ist die Brücke auch nur noch ein kleiner, schäbiger Rest vom ursprünglichen Bauwerk. Schon lange führt sie nicht mehr über die Rhône. Sie führt nirgendwohin. Von ursprünglich 22 Brückenbögen stehen nur noch vier! Damals war die Brücke etwa 800 Meter lang und würde auch heute so noch zu den längsten Brücken zählen. Doch die vielen Hochwasser der Rhône machten ihr zu Schaffen, sie wurde nicht gepflegt – und stürzte Bogen für Bogen ein. Getanzt wurde früher unter – also: sous – den Brückenbögen auf der Insel Île de la Barthelasse. Genau dort machen wir jetzt eine Radtour.

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Radtour? Ja, Ihr habt richtig gelesen. Ich bin mit der A-Rosa Stella von Lyon bis nach Avignon gefahren. Und werde jetzt nicht, wie die vielen anderen Mitreisenden, mich zu einer stundenlangen Führung durch den Papstpalast aufmachen. Ich will mich endlich richtig bewegen, will mir die Pfunde, die ich mir beim Dine & Wine angefuttert habe, wieder ausschwitzen. Die beiden Schwesterschiffe A-Rosa Stella und Luna sind nicht nur die einzigen Flusskreuzfahrtschiffe auf der Rhône, die eine eigene Wellness-Landschaft mit Finnischer Sauna, Dampfbad, Ruheraum, Fitnessraum und Massageräumen haben. Die beiden führen auch Fahrräder im Bauch mit sich. Die Landschaft bietet sich absolut ideal für Fahrradausflüge an. Kreuzfahrer werden hier zu Pedalrittern. Also, auf, Kameraden, aufs Pferd Rad! (mehr …)

Venez à table! Die A-Rosa Stella bittet zum Dine & Wine auf der Rhône

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Frankreich ist Kulinarik. Genuss pur ist die Provence! Vive la Gourmandise! Die Gegend zwischen Lyon und dem Mittelmeer ist nicht nur von der Sonne verwöhnt. Die Böden und die Wetterverhältnisse sorgen in vielen Ecken der Gegend für optimale mikroklimatische Bedingungen für viele leckere Spezialitäten. Eine Kreuzfahrt durch Frankreichs Süden wäre also nicht perfekt, wenn es nicht auch ein Gourmet-Dîner geben würde. Die A-Rosa Stella begeistert mich auch in diesem Punkt. Das Schiff ist ein schwimmendes 4-Sterne-Hotel. Doch zum festlichen Menü zaubert die Chefköchin Silke Holz und ihre Küchenmannschaft Qualitäten hervor, die mit jedem 5-Sterne-Haus oder Sterne-Restaurant mithalten können. Dies Menü muss allerdings vorher reserviert werden, doch für mich war das keine Frage, das „Dine & Wine“ gehört zu meinem Programm.

Arosa_Stella_3_Cruise_Okt2012_007Wohlgemerkt: Das Dine & Wine-Menü ist zwar ein edles Menü und die Gäste ziehen sich auch dafür etwas eleganter an. Doch es ist kein Käptns-Dinner mit Smokingzwang. Auf der A-Rosa ist auch dies Dîner entspannt und ungezwungen. Das Dine & Wine-Menü hat, so erklärt uns die Service- und Küchencrew, den Anspruch, durch Gegensätze die Geschmacksnerven zu reizen. Die korrespondierenden Weine sollen gezielt im Spiel mit den Aromen und Gewürzen der Speisen etwas provozieren.

    Amuse Bouche:

  • Tartar von der Königskrabbe mit Pomello und Basilikum
  • Vorspeise:

  • Mediterraner Schwertfisch mariniert in nativem Olivenöl und Sojasauce mit Fenchel Confit
  • La Vieille Ferme Rosé 2011, Côtes du Ventoux
  • Fischgang:

  • Basilikum Zucchini mit Mandelmilch und gebratener Riesengarnele
  • Perrin Réserve blanc 2011, Côtes du Rhône
  • Hauptgang:

  • Lammrücken und -schulter mit Lorbeerblättern, Aubergine, und geschmorten Kartoffeln
  • Perrin „Peyre blanche“ 2010, Cayranne
  • Dessert:

  • Erdbeere an „Macalong“, kristallisierter Salbei
  • Perrin Muscat de Beaumes de Venise 2010

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A-Rosa Stella: Eine Kreuzfahrt, die ist lustig! Doch welchen Nutzen bringen Kreuzfahrtschiffe der Region?

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Alle Mann an Bord! Frauen und Kinder natürlich auch, denn jetzt geht es endlich los! Von Lyon geht es ab heute gen Süden bis hinunter nach Arles. Ab dort fliesst die Rhône nur noch durch die Camargue und mündet dann ins Mittelmeer. Vor uns liegen etwa 300 Kilometer südwärts, die wir dann auch wieder zurück fahren. Wir werden in Avignon und Arles halten, ebenso wie in Viviers. Von dort aus wird es per Bus in die Schluchten und Grotten der faszinierend wilden Ardèche gehen. Doch das ist eine andere Geschichte. Jetzt fahren wir mit der A-Rosa Stella aus Lyon ab. Während dieser Fahrt bin ich auch einigen betriebswirtschaftlichen Details auf den Grund gegangen. Was bringt es der Region, einer Stadt, wenn sie Kreuzfahrtschiffe gastieren läßt?

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Das Schiff wurde in Lyon mit frischen Lebensmitteln versorgt. Ein LKW aus Nürnberg stand vor der A-Rosa Stella. Das hat mich schon etwas verwundert, gehe ich doch davon aus, dass es in Frankreich, in Lyon, der „ville de gueule“, doch genügend leckere Sachen zu Essen gibt. Hier sollte doch eine regionale Nahversorgung möglich sein. Ich bin der Meinung, dass die Orte, an denen Kreuzfahrtschiffe anlegen, auch von dem Verkehr profitieren sollten. Damit meine ich nicht nur speziell A-Rosa, sondern auch und besonders alle großen Hochsee-Kreuzfahrtschiffe. Ich weiß, die Realität ist eine andere: Die Schiffe kommen, spucken ihre Gäste aus, die in Bussen durch das fremde Land gekarrt werden, evtl. noch ein wenig überteuerte Billig-Souvenirs kaufen und dann wieder an Bord gehen. Das Schiff selbst hat dabei alle Nahrungsmittel an Bord, die für die gesamte Dauer der Reise gebraucht werden. Eine lokale Versorgung ist nicht eingeplant. Das Publikum soll möglichst mit Essen aus der Heimat versorgt werden: Wiener Schnitzel weltweit. In abgelegenen karibischen Ecken kann ich das ja noch etwas nachvollziehen, da hier die Logistik für so einen riesigen Pott sehr schnell an die Grenzen stößt. Doch innerhalb Europas? In Lyon, Wien, Budapest etc. gibt es doch auch alles. Deshalb habe ich während meiner eigenen Kreuzfahrt die PR-Managerin von A-Rosa, Christine Cubasch, ausgefragt. Meinen herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten! Aus Sicht von A-Rosa stellt sich die Lage also so dar: (mehr …)

A-Rosa Stella: Mit dem Schiff ins Herz von Lyon – und die Stadt mit dem Rad erobern

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Bienvenue chez Paul Bocuse et Antoine de Saint-Exupéry. Herzlich Willkommen in der wohl unterschätztesten Stadt Frankreichs: in Lyon. Während alle Welt immer nur von Paris redet, schwelgt Lyon in seinem Ruf als Stadt der Geniesser. Mag Marseille zwar mittlerweile die zweitgrößte Stadt Frankreichs sein, so ist die Agglomeration rund um Lyon nach Paris die zweitwichtigste und -größte im Land der Gallier. „La ville de gueule“, wie Lyon auch genannt wird, bezaubert und verführt dezent. Ich würde sagen: die Stadt ist ein „hidden Champion“. Ab hier ist die Rhône bis zum Mittelmeer schiffbar. Und hier fliesst die Saône in die Rhône hinein, die schon weitaus nördlicher schiffbar ist. Das ist der Grund, warum die A-Rosa Flussschiffe Stella und Luna in Lyon liegen: die Tour geht zuerst gen Norden die Saône flussaufwärts, dann zurück über Lyon die Rhône flussabwärts. Ich hatte etwas Zeit, bevor die Stella ablegte und schaute mich am Ufer der Rhône etwas um.

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Ich war gerade erst in Lyon angekommen, hatte auf der A-Rosa Stella eingecheckt, meine Kajüte Hotelzimmer inspiziert und wollte jetzt die Stadt etwas kennenlernen. Wo bin ich hier eigentlich? Der Quai Claude Bernard liegt mitten im Herzen von Lyon. Die Kreuzfahrer, die hier ankommen, können wirklich alle historischen Ecken zu Fuß erobern. (mehr …)

A-Rosa Stella: Kajüte oder Hotelzimmer? Das schwimmende 4-Sterne-Hotel empfängt auf der Rhône

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A-Rosa: Der Name ist Programm. Eine Rose am Bug. Jeder weibliche Gast bekommt eine Rose beim Betreten des Schiffes. Überall Rosen. Das schafft gleich ein warmes Ambiente. Dazu die persönliche Begrüßung durch den Hoteldirektor Andreas Reinelt höchstpersönlich. Ich fühle mich gleich bestens aufgehoben. Noch vor der Gangway zum Schiff bitten mich ich die eifrige Pagen, meinen Koffer dort stehen zu lassen, sie werden ihn gleich an Bord tragen, während ich an der Rezeption die notwendigen Anmeldeunterlagen unterschreibe und meinen Personalausweis vorlege. Na, das ist doch schon mal ein prima Start in eine Woche Kreuzfahrt. Nicht mit einem der grossen Hochseepötte. Nein, ich will die Lande um die Rhône kennenlernen. Ich befinde mich in Lyon am Ufer der Rhône und stehe kurz vor einer Flussschiffkreuzfahrt an Bord der A-Rosa Stella.

Vor etwa einer Stunde war ich am Flughafen Lyon Saint-Exupéry angekommen, wurde gleich von einem Chauffeur in Empfang genommen und hier direkt zum Anlegekai im Herzen von Lyon gebracht. Auf dem Schiff habe ich kein Gefühl, wirklich auf einem Schiff zu sein. Ja, ich bin eben über eine kleine Gangway an Bord gekommen. Doch die Rezeption, die kleine Boutique, der Lobbybereich, die Treppe zum Wellness-Bereich nach unten und die Treppen zu den Kajüten sehen eher nach Hotel aus. Und zwar einem sehr schönen Hotel auf 4-Sterne-Niveau. Nach den Anmeldeformalitäten gehe ich zu meiner Kajüte. Der Koffer steht bereits vor der Zimmertür.

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Ich öffne – und der Eindruck wird bestätigt: Das ist keine Kajüte. Das ist ein Hotelzimmer. Sicherlich, vielleicht etwas kleiner als ein normales Zimmer in einem 4-Sterne-Hotel. Doch war ich schon in so manchem Ibis oder Motel One mit deutlich kleineren Zimmern. In meinem Video bekommt Ihr einen Eindruck vom Zimmer:

In Fotos sieht das so aus: (mehr …)

Champagner her! – Wir sind Kreuzfahrer auf der Rhône!

„Was darf ich Ihnen zu trinken bringen?“ fragt mich höflich, doch mit kokettem Augenaufschlag, der knackige, blonde Stewart an Bord der LH 2248 von München (MUC) nach Lyon St. Exupéry (LYS). Sascha K., dies verrät sein Namensschild, wäre ein süßes Leckerlie für einige meiner Freunde. Zur Einstimmung auf Frankreich bestelle ich mir nicht nur den obligatorischen Tomatensaft, sondern frage auch nach Champagner. Schließlich verbringe ich die nächsten fünf Tage auf der Rhône. Mit dem A-rosa Flussschiff Stella fahre ich diesen tollen Strom gen Süden. Neben Lyon werde ich Avignon, Arles und die Ardèche besuchen.

„Wir haben leider nur Sekt“, antwortet er und fügt schnell an „aber das ist ein sehr guter“. Ok, ich willige gerne ein. „Das ist die perfekte Einstimmung auf die Destination Frankreich“, sage ich etwas entschuldigend, (mehr …)

Risotto con Radicchio di Treviso und Papageienfisch mit Prosecco Superiore DOCG

Papageienfisch Con Risotto Di Treviso Con Radicchio di Treviso E Prosecco Docg @ Le Gourmand, Private Home Fine Dining
Dies Gericht ist (fast) Norditialien pur. Die Provinz Treviso steuert den größten Teil bei. Denn sowohl der Radicchio als auch der Prosecco stammen aus dieser Gegend nördlich von Venedig. Und es sollte auch keine Supermarkt-Schund sein. Wir genießen einen richtigen Prosecco, den Conegliano Valdobbiadene DOCG. In diesem Fall von der Scuola Enologica di Conegliano. Deren Prosecco ist hervorragend und passt bestens zu unserem heutigen Rezept.

Der Papageienfisch, der mich beim Fischhändler anlächelte, kommt zwar ursprünglich aus den Tropen, war in diesem Falle aber aus einer Aquakultur. Wie also geht das jetzt, dies Risotto con Radicchio di Treviso und Papageienfisch? (mehr …)