Soulmade Hotel Garching: Die neue Dimension des Wohnen auf Zeit

Soulmade Hotel Garching
Beats & Burger im Wohnzimmer, das ist der coole Einstieg in ein neues Hotelkonzept. Fette Bässe aus den Boxen, gut gemachte Hamburger mit frischen Zutaten, dazu eine ordentliche Portion Pommes sowie selbstgemachte Saucen, garniert mit interessanten und unterhaltsamen Hotelgästen in einer Lobby-Bar, die eher wie ein Wunsch-Wohnzimmer aussieht, so empfängt uns das Soulmade Hotel Garching. Wir sind zum Kennenlernen eingeladen in einem Hotel, das das erste einer künftigen kleinen Kette sein soll. Ein Home away from Home.

Soulmade Hotel Garching

Im Münchner Vorort Garching gelegen, könnte man denken, dass der Gast hier etwas ab vom Schuss sei. Doch weit gefehlt. Das Soulmade Hotel liegt keine zehn Fußminuten von der U-Bahnlinie 6, die Garching mit der Münchner Innenstadt verbindet, in einem ruhigen Wohnviertel. Der Garchinger Ortskern hat sich in den letzten Jahren deutlich gemausert. Die Gebäude des Standortes Garching der Technischen Universität München sind nicht weit entfernt, ebenso die Münchner Standorte von General Electric, Apple, Microsoft und vielen anderen weltweiten Konzernen. Und Garching ist vom Flughafen München nur einen Katzensprung entfernt. Ein Einkaufszentrum stand hier zuvor, das nicht mehr genutzt wurde, in einer Gegend, in der ein Hotelbedarf bestand. Ein idealer Platz also. In unseren Augen mit grossem Erfolg. Einer weiteren Expansion in einem stark wachsenden Segment steht nunmehr nichts im Wege, zumal Hotelkonzerne wie Accor, Citadines & Co. jetzt in den deutschen Markt drängen.

Zuerst könnt Ihr Euch gern mein Zimmer im Soulmade Hotel Garching anschauen:

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Restaurants in München: August und Maria im Brauereigasthof Hotel Aying

August und Maria
August und Maria
Gehoben – ja, überteuert – nein. So ziehen wir unser Fazit nach einem kleinen Abstecher nach Aying. Doch kündigt sich hier schon Grosses an. Die Familie Inselkammer investiert in die Zukunft, denkt dabei an neue Gäste mit einem deutlich größeren Budget – und verliert dabei die Nachbarn und Stammgäste keinesfalls aus den Augen. So findet hier jeder mit jedem Geldbeutel etwas. Der Brauereigasthof Aying mit der Kombination von beliebtem, rustikalem, klassisch-bayerischem Bräustüberl und das Hotel mit dem neuen Gourmet-Restaurant August und Maria sind die beiden starken gastronomischen Angebote der Brauerfamilie.

August und Maria
August und MariaKaum ein anderer Ort im Münchner Umland ist so stark geprägt vom Bier geprägt wie Aying. Seit fast 140 Jahren wird dort Bier gebraut und auch in München ist das Ayinger Bier in vielen Gaststätten vertreten. Das gesamte Anwesen mit Maibaum, Kirche, Brauerei, Bräustüberl, Brauereigasthof, Hotel und Biergarten kann ein Stück Bayern en miniature bieten, das Brauchtum und Tradition mit Komfort und höchsten Qualitätsansprüchen verbindet. Dazu gehören Heimatschätze wie eine historische Kegelbahn, ein denkmalgeschütztes Herrenhaus und ein alter Getreidespeicher. Doch noch Größeres kündigt sich an: Das alte und seit Ende der 1980er leerstehende Brauereigebäude soll künftig zu einem Resorthotel umgebaut werden. Das Potential wäre vorhanden, hier am Ostrand von München ein internationales Edelobjekt für eine gehobenere Klientel zu schaffen. Feine, bayerische Gastlichkeit lautet die Devise.

August und Maria
Geschäftsführerin Angela Inselkammer (58), die auch Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes ist, ist im Gespräch mit uns sehr zuversichtlich, dass das mittelfristig gelingen wird. Doch die derzeitigen Prioritäten sind klar: zuerst müssen die Nachbarn und Stammgäste glücklich sein, die die Basis des Erfolgs der Ayinger Brauerei sind. Mit dem neuen Gourmetrestaurant „August und Maria“, benannt nach den Großeltern des heutigen Senior-Bräu Franz Inselkammer, August und Maria Zehentmair, und den behutsam renovierten Zimmern im Hotel wird eine etwas betuchtere Kundschaft angesprochen, oder auch Stammgäste, die sich zur Hochzeit mal etwas ganz Besonderes gönnen wollen.

August und Maria
Das Hotel liegt im Vier-Sterne-plus-Bereich, könnte aber mit einem etwas erweiterten Angebot durchaus auch fünf Sterne erhalten, doch fehlt dafür noch etwas Hardware, wie etwa ein Wellnessbereich. Allerdings ist beispielsweise für die Suiten ein Butlerservice eine Option, die vom Hotelmanagement bereits für die Zukunft angedacht ist. Think Big – aber behutsam Schritt für Schritt vorgehen, gibt hier offensichtlich der gesunde deutsche Mittelstand den Takt vor.

August und Maria

Im offiziellen Hotelvideo schaut es so aus:

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Das Kranzbach: Das wirklich wahre Wellness-Wohlfühl-Hotel – very british

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Als Mary Isabel Portman vor 140 Jahren geboren wurde, ahnte keiner, dass sie eines Tages ein bedeutendes Kulturdenkmal in den bayerischen Alpen hinterlassen würde, weit von ihrer Heimat in London entfernt. Doch Zufall und Weltgeschichte wollten es, dass sie ihr Traumschloss nie bewohnen konnte. Dafür können wir heutzutage in einem historischen Schloss und gleichzeitig hochmodernen Hotel großartig ausspannen und das britischen Flair geniessen. Wir gönnen uns ein paar Tage im alpinen Hideaway Das Kranzbach in den bayerischen Alpen, unweit von Garmisch-Partenkirchen entfernt.

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Das_Kranzbach_Hotel_Juli_2014_024Mary Portman wird als hübsche, feingliedrige junge Frau mit ernstem, beinahe ein wenig trotzigem Blick von Zeitzeugen und Bildern beschrieben. Doch muss die Dame auch ein wenig mehr als trotzig-störrisch gewesen sein. Die Nähe zu Persönlichkeiten wie Emmeline Pankhurst und Virginia Woolf legen nahe, dass sie frauenrechtlerische und eventuell sogar radikalfeministische Theorien vertrat. Ob sie gar lesbisch war…? Und das war damals im konservativen England ein Frevel. Also wurde sie von der Familie finanziell reichlich abgefunden, so dass sie wohl keinerlei Geldmangel litt, aber enterbt und rausgeworfen wurde. Selbst heute noch ist sie auf der Wikipedia-Seite ihres Vaters Henry Berkeley Portman, 2nd Viscount Portman, nicht namentlich erwähnt. Dort steht, er habe nur acht Kinder gehabt, sie war aber sein zehntes Kind. Eine eigene Wikipedia-Seite hat ihr noch keiner gegönnt. So zog Mary Portman über Berlin und Dresden bis sie nach Krün kam.

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In Garmisch erwarb sie 1913 die Kranzbachwiese im romantischen Bergtal 15 km von Garmisch-Partenkirchen entfernt. Sie war zu dem Zeitpunkt 36 Jahre jung und zweifellos mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet. Noch im gleichen Jahr lieferten ihr die englischen Architekten Detmar Blow und Fernand Billerey die Pläne für ihr „Wohnhaus in Krün“. Sie erbauten das „Englische Schloss“ mit seinen typischen Treppengiebeln ganz im Geiste der britischen „Arts and Crafts“-Bewegung, deren Mitglieder eine Renaissance der mittelalterlichen Handwerkskünste anstrebten. Kranzbachs märchenhaften Äußeres erinnert an schottische oder irische natursteingemauerte Country Houses.

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Vom Bahnhof Klais aus, Deutschlands höchstgelegenen Bahnhof auf 933m üNN, an dem sogar der ICE nach Innsbruck hält, führt eine Privatstrasse den Berg hinauf ins Elmauer Tal. Keine Nachbarn, keine Straßen – sondern rundum geschützte Buckelwiesen, Wälder der Bayerischen Staatsforste und die imposante Bergwelt mit Zugspitze, Wetterstein- und Karwendelgebirge. Die Lage kann kaum traumhafter sein.

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Im südlichen Nebengebäude ließ die künstlerisch begabte Schlossherrin eine hohe holzgetäfelte Konzerthalle einrichten, in der die besten Musiker Europas auftreten sollten. Mary Portman, Schülerin von August Wilhelm, dem Konzertmeister von Richard Wagner, war selbst eine hervorragende Geigerin, eine der besten im Europa ihrer Zeit.

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Ihre kostbare, 1735 vom Italiener Guiseppe Guarneri del Gesu erbaute Violine, befindet sich heute im Besitz der Stradivari-Gesellschaft und trägt den Namen „Mary Portman“. Gespielt wird das mittlerweile über 2 Millionen Dollar teure Instrument derzeit von der in Australien geborenen Violine-Solistin Adele Anthony.

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Das_Kranzbach_Hotel_Juli_2014_028Mary, die auch ein Haus in Berlin-Charlottenburg besaß, unterhielt enge Beziehungen zur deutschen und europäischen Musikszene und zu allerhand illustren Persönlichkeiten in Künstlerkreisen und der Frauenbewegung. Der Beginn des ersten Weltkrieges machte Mary Portmans Pläne zunichte. Ihr „Englisches Schloss“ wurde zwar im Großen und Ganzen fertig gestellt, aber wegen des Krieges konnte seine Erbauerin vermutlich nicht mehr nach Deutschland zurückkehren. Da Mary das Geld für den Bau aus England bekam, der Krieg die Auslandszahlungen stoppte und die Bauunternehmen ihr zustehendes Geld forderten, wanderte die junge Multimillionärin sogar für einige Tage ins Gefängnis. Für ihr Verhältnis des Kulturfans zum Land der Dichter und Denker war dies wenig förderlich. Nach dem Krieg kam sie nicht mehr zurück und starb 1931 im schweizerischen Montreux – ohne je ihr Traumhaus gesehen, geschweige denn ausgestattet zu haben. Dies Traumschloss wurde Filmkulisse für die Ganghofer-Verfilmung „Das Schweigen im Walde“, Bildungsstätte, Erholungsheim, Lazarett oder stand einfach leer. Nach seiner wechselvollen Geschichte kaufte 2003 der österreichische Hotelier Jakob Edinger das Hotel und liess umwandeln und eröffnete es wieder 2007 als Vier-Sterne-Superior Hotel & Wellness-Refugium Das Kranzbach nach umsichtiger Sanierung der Bestandsbauten sowie architektonischer Neukonzeption mit 131 Zimmern. Die 31 Zimmer im Haupthaus, dem steinernen Mary Portman Haus, erinnern aber von der Einrichtung her noch an ein englisches Landhaus aus dem vorigen Jahrhundert.

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In memoriam Mary Portman, die als ebenso kunstsinnig wie unkonventionell galt, wurde dabei im historischen Stammhaus ein englisch-exzentrischer Stil verfolgt, dem Stil der „Arts-and-Crafts Bewegung“ nachempfunden.

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Dafür wählte die Londoner Interieur Designerin Ilse Crawford Möbeldesign-Klassiker aus den letzten 100 Jahren, die sie mit kräftigen Farben und Mustern kombinierte.

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Das_Kranzbach_Hotel_Juli_2014_126Den Großteil der Einrichtungen (wie Tapeten, Teppiche, Lampen, Böden) ließ sie extra anfertigen und mixte sie dann mit Klassikern aus verschiedensten Epochen: Wie z.B. Egg Chairs von Arne Jacobsen, Chaiselongues aus den 30ern von Poltrona Frau, Thonet-Tischen und Stühlen aus den 60ern, die Midgard-Nachttischlampen aus den 80ern und Bad-Keramik von Aston Matthews von 1890. Der Rosen-Wandteppich ist ein ganz besonderes handgeknöpftes Einzelexemplar. Die Zimmer im »Mary Portman House« sind alle individuell eingerichtet – teilweise mit Hummel- oder Schmetterlingstapeten.

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Wer mag, kann im Games Room eine Runde Schach, Mühle oder Backgammon spielen.

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Die Zielgruppe dieses außergewöhnlich schönen und sehr besonderen Wellnesshotels: Mindestalter 16 Jahre, Kinder sind also unerwünscht. Was nicht gegen die Kinder geht, sondern für diese absolute Ruhe sorgt, die in dem Haus vorherrscht. Als wirklich wahres Wellnesshotel wird hier Wert gelegt auf Ruhe, Entspannung, Entschleunigung. Es gibt keinen Verkehrslärm, keine Straße führt in der Nähe vorbei, kein Flugzeug überfliegt das Tal. Das Kranzbach hat auch kein Problem, seine Gäste, die mit Kindern kommen möchten, an ein perfektes Familienhotel in der Nähe weiterzuleiten: Das Leading Family Hotel Alpenrose in Lermoos. Laut Hoteldirektor Klaus King sind Pärchen die Hauptkundschaft, dabei hat das Haus eine sehr hohe Stammkundschaft. Die Besonderheit: Das Hotel wird hauptsächlich von Frauen gebucht. Zuerst kommen die Frauen mit ihrer Mutter auf ein Mutter-Tochter-Wochenende, anschliessend kommen sie mit der besten Freundin zu einem Wellnesswochenende und erst beim dritten Mal nehmen sie den Partner mit. Von so einer aufschlussreichen Zielgruppe hatte ich bisher noch nicht gehört.

Einen kleinen Eindruck gibt Euch mein Zimmervideo:

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Alpenhof Murnau: Winterromantik am Staffelsee

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Wohlfühlzeit im Werdenfelser Land: Ein perfektes Refugium versteckt sich in Murnau am Staffelsee. Der Alpenhof Murnau ist ein Fünf-Sterne-Hotel, das mit seinem individuellen Charme uns zu verzaubern weiss. Das Hotel ist Mitglied der Vereinigung Small Luxury Hotels of the World und bestätigt diese Mitgliedschaft mit dezentem Luxus auch in den kleinsten Dingen.

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Wir hatten bereits zweimal das Vergnügen im Alpenhof Murnau logieren zu dürfen. Daher bekommt Ihr auch den Einblick in zwei unterschiedliche Zimmerarten: Eine Maisonette-Suite und ein Doppelzimmer. Das Hotel bietet einige wunderschöne und große Zimmern und Suiten. Zu den Zeitpunkten unserer Besuche allerdings waren insbesondere die öffentlichen Bereiche zumindest in unseren sehr kritischen Augen renovierungsbedürftig. Der Investitionsstau des Fünf-Sterne-Hotels lag, wie wir sehr offen vom Hotelmanagement erfuhren, an den Eigentümern. Der Alpenhof Murnau gehört der Familie Erivan Haub, seinem Sohn Karl-Erivan W. Haub und der Kaisers-Tengelmann-Gruppe. Die einstigen unterschiedlichen Auffassungen zwischen der Hotelführung und dem Konzernmanagement sind wohl mittlerweile beigelegt. Denn inzwischen wurden große Teile der öffentlichen Bereiche, wie etwa die Lobby und die Rezeption komplett renoviert. Daher bringen wir unseren Einblick in dieses schöne Luxushotel erst jetzt.

Alpenhof Murnau: Zimmer #418 – Maisonette-Suite

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Crêpes Suzette flambieren: Kochen am Tisch des Gastes

Crêpes Suzette Alpenhof Murnau 3 Hofmanns Juni_2011_12
Eine Kunst verkommt: Das Kochen am Tisch des Gastes. Welcher Kellner kann heute noch eine Crêpes Suzette vor den Augen des Gastes richtig zubereiten und flambieren? Wer lernt heute noch einen Hummer-Cocktail im Restaurant anzurichten? Welcher Kellner kann heute noch ohne weiteres eine Seezunge filettieren? Oder ein Zürcher Geschnetzeltes oder Boeuf Stroganoff kochen oder gar einen Obstsalat vor dem Gast schneiden? In einer Zeit, in der immer mehr ungelernte Hilfskräfte zum Hungerlohn in Hotellerie und Gastronomie an den Herd und auf den Gast gehetzt werden, geraten klassische Zubereitungen und Künste in Vergessenheit. Dabei ist es ein Trugschluss zu denken, der Gast lege keinen Wert mehr darauf. Im Gegenteil, er ist bereit, mehr Geld dafür auszugeben, wenn er erstklassig beraten und bewirtet wird. Wir liessen uns im Alpenhof Murnau eine Crêpes Suzette am Tisch zubereiten. Sie war perfekt.

Und ja, das ist ein Plädoyer für meinen Berufsstand. Ich bin gelernter Restaurantfachmann und auch wenn ich schon seit einigen Jahren nicht mehr in diesem Beruf arbeite, so fühle ich doch nach wie vor so etwas wie eine Kellnerehre. Ich persönlich habe in meiner Ausbildungszeit an der Steigenberger Hotelberufsfachschule Bad Reichenhall und im Steigenberger Berlin gelernt, wie Tatar oder Hummercocktail anrichten, Seezunge filettieren, Zürcher Geschnetzeltes kochen, Crêpes Suzette flambieren oder auch einen Irish Coffee zubereiten geht. Und mit mir alle anderen Azubis in diesen Berufen. Jahr für Jahr mühen sich viele Auszubildende in den Ausbildungsberufen der Hotellerie und Gastronomie ab. Sie lernen viele Sachen, die sie dann später kaum oder gar nicht mehr brauchen. Akademikern kommt das bekannt vor, denn auch im Studium lernt man viele Dinge, die später überhaupt nicht mehr relevant sind. So könnte man achselzuckend darüber hinweg gehen und sagen: „Tja, das ist halt so.“ Doch in diesem Fall, in der Hotellerie und Gastronomie, im Service am Gast und in der Küche, führt es zu immer weniger Qualität, zu immer weniger Dienstleistungsbereitschaft, zu immer weniger Selbstbewusstsein des Kellners und des Wirtes. Die Servicekraft wird zur Tellerschleuder, zum Tellertaxi und braucht dementsprechend keine Ausbildung mehr. Also wird sie auch geringer entlohnt – und die innere Kündigung des Angestellten ist perfekt. Schleuderservice für den Gast, der eh nicht bereit ist, gutes Geld für gute, ehrliche und auch körperlich harte Arbeit zu entrichten.

Crêpes Suzette Alpenhof Murnau 3 Hofmanns 2011_09
Doch ist es nach wie vor ein Trugschluss der zahlengeilen und auf „cost-cutting“ fixierten Geschäftsführer, die keine Wirtsehre im Herzen haben, wenn sie denken, dass das Kochen am Tisch des Gastes nichts bringen würde. Im Gegenteil: Der Gast ist bereit, für die Show, die er persönlich am Tisch bekommt, mehr Geld auszugeben. Ja natürlich, Crêpes Suzette am Tisch des Gastes zuzubereiten kostet Zeit. Der Kellner braucht die entsprechende Ausbildung und kostet entsprechend mehr Gehalt als ein Student, der nebenbei etwas jobbt. Der Kellner steht die ganze Zeit an dem einen Tisch und kann sich nicht um die anderen Gäste kümmern. Es müssen also weitere Kellner im Restaurant arbeiten. In einem kleinen Restaurant mit nur einer Servicekraft geht das nicht. Außerdem muss bei vielen Gerichten, die vor dem Gast zubereitet werden, ein Commis parat stehen, der zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Zutaten aus der Küche abruft und seinem Kollegen, der gerade das Essen zubereitet, bringt. Ja, das ist alles zeit- und kostenintensiv.

Doch auf der anderen Seite möchte jeder von uns ein wenig verwöhnt werden. Ein wenig Bauchmiezelei. Ein wenig Angeberei mag es auch sein. Es ist die kleine, private Show, die im Restaurant für genau nur den einen Gast oder den einen Tisch gemacht wird. Es ist das Gefühl des individuellen Gastes, den anderen zu zeigen: „Seht her, ich kann mir das leisten“ oder auch „Schaut, was ich für ein geiler Typ bin“ – und ja, von dieser Sorte gibt es viele Gäste. Und ein bisschen davon mag in jedem von uns stecken. Es ist durchaus ein interessantes Gefühl, wenn plötzlich alle Augen der anderen Restaurantgäste auf einen selbst gerichtet sind. Dabei sind sie es nicht, die anderen Gäste schauen den Gast, der das Gericht bestellt hat, nicht an, sie schauen auf den Kellner und seine Show vor dem Gast. Sie schauen auf das Essen. Und dann, und dieses ist empirisch bestätigt, bestellen fast automatisch weitere zwei oder drei Tische an dem Abend genau dieses Gericht oder ein anderes, das vor dem Gast zubereitet wird. Es ist ein kleines Gesetz der Serie: entweder an dem Abend bestellt kein einziger das Flambée-Gericht – oder es wird drei- oder viermal flambiert. Und mit Fug und Recht kostet jedes Gericht, das vor dem Gast flambiert, gekocht oder zubereitet wird, mehr Geld als das andere Essen. Die Gäste zahlen auch sehr gern etwas mehr für das bisschen Privatshow, das sie bekommen. Denn das köstliche Ergebnis ist genau nur für sie. Und jeder wird gern verwöhnt.

Da ich im Rahmen meiner Restaurantrezensionen auch hin und wieder gern die Qualität der Servicekräfte auf die Probe stelle, habe ich mir im Alpenhof Murnau sehr gerne eine Crêpes Suzette zum Dessert bestellt. Die Zubereitung, die Show war perfekt, der Teller erstklassig angerichtet, es war ein Gedicht! Herzlichen Dank daher nochmal an Küche und Service, es war alles absolut perfekt. Daher möchte ich es Euch nicht vorenthalten und bringe hiermit als Nachtrag für Euch das Video und das Rezept für die Crêpes Suzette am Tisch des Gastes flambiert.

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Restaurants in München: La Bohème – Coole kulinarische Kreationen

La Boheme Schwabing Vote against Prohibition

Der Name ist nicht unbekannt in München: Bis vor etwa zehn Jahren gab es schon mal ein La Bohème in München. Allerdings ist diese Kneipe längst aus dem Stadtbild und der Erinnerung der meisten Münchner verschwunden, einem Italiener gewichen, wie der Münchenblogger über den Verfall der Türkenstrasse lamentierte. Wir scheuten keine Mühen und besuchten diesen Newcomer am Münchner Restaurant-Himmel gleich zweimal kurz hintereinander: einmal im Rahmen eines Blogger-Meetings, einmal privat. Wir wollen es hier schon verraten: Diese Location ist ein echter Gewinn für die Stadt und füllt eine kulinarische Lücke. Was uns besonders gut gefiel: Hier wird extrem grosser Wert auf exzellente Küchenqualität und auch Kochen am Tisch des Gastes gelegt. Perfektes Handwerk steht hier im Vordergrund. Eine Einstellung, die leider sehr selten geworden ist. Überzeugt Euch selbst mit den zwei Videos in diesem Artikel.

La Bohème Aperitif im @la_boheme_schwabing : ein Crudino. - einfachmuenchen #simplymunich #Munich #Muenchen #streetsofmunich @mucbook #munichlifestyle #muc #mucstagram #exklusivmuenchen #minga #ilovemunich #igersmunich #bavaria #muenchnerecken #instagood #pictureof
Beim Bloggermeeting im La Bohème lernten wir das neue Restaurant und seine Umgebung kennen. Das gesamte Quartier wird gerade neu erschaffen. Bis vor wenigen Jahren noch stand hier eine Filiale der Metro, eine der günstigsten Tankstellen der Stadt, ein riesiger Parkplatz sowie das Holiday Inn Hotel, das auch zwischenzeitlich als Crown Plaza firmierte. Diese Gebäude sind längst Geschichte. Aus einer riesengrossen Baugrube sind mittlerweile neue Gebäude entstanden, die Tram-Linie 23 wurde durch das Gelände gelegt, der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal wurde aus der Versenkung geholt und ein neues Stadtquartier geschaffen: Das Schwabinger Tor. Das Gebäude, in dem das La Bohème ist, soll eine Mischung aus hochmodernen, vernetzten Wohnungen, Büros, Geschäften und CoWorking-Offices werden. Schräg gegenüber will die Hotelkette Hyatt ein Haus der Boutique-Hotelmarke Andaz eröffnen. Die Jost Hurler Gruppe, der das gesamte Gelände gehört und die älteren Münchnern durch den damaligen Hurler-Markt, der später zur Metro-Filiale wurde, führte, schafft hier ein stimmiges und hochklassiges Ensemble. Während wir über das Neubaugebiet informiert werden, geniessen wir den Aperitif im La Bohème Schwabing: ein Crudino.

La Bohème Meet you at the bar! - #schwabingertor #laboheme #einfachmuenchen #simplymunich #Munich #Muenchen #streetsofmunich @mucbook #munichlifestyle #muc #mucstagram #exklusivmuenchen #minga #ilovemunich #igersmunich #bavaria #muenchnerecken #instagood #pictureof
Nomen est Omen: Der Name La Bohème bezieht sich auf die Goldenen Zwanziger, auf die Bohème, die sich in München einst zusammenfand. Dieser Ort will Frühstücks-Restaurant, Business-Lunch-Treff, Cocktail-Bar, Nachbarschafts-Restaurant und Fine-Dining-Location in allem sein. Wir müssen sagen: es ist gelungen. Die Bar lädt zum Drink ein, kuschlige Sitzecken für kleine Gruppen erinnern an amerikanische Diners, an anderen Tischen lässt es sich sehr gut zu zweit gemeinsam dinieren und bei schönem Wetter lädt die Terrasse ein, die Münchner Abendluft zu geniessen. Am Schwabinger Tor ist echt was tolles entstanden.

Michael Urban La Boheme
Restaurantchef Michael Urban zufolge soll sich in seinem durchgehend von 9:30 – 00:00 Uhr geöffnetem Restaurant „La Bohème“ jeder zu jeder Tages- und Nachtzeit wohlfühlen. Er entstammt einer Münchner Gastronomenfamilie und ist Wirt durch und durch. Seine Kochausbildung erhielt er im Sölring Hof und im Münchner Königshof, zudem studierte er Betriebswirtschaft. Mit Chef de Cuisine Lilian Schumann verwirklicht er das Konzept, Lilian kommt ebenfalls aus der Sternegastronomie, wie dem Dresdner Bülow Palais, weiter führte sie der Weg ins Carpe Diem in Salzburg und in die Tantris Weinbar München. Chris Rieder ergänzt das Team als Barchef und kann in seiner Vita als Bartender Stationen in der Goldenen Bar und der Fantom Bar vorweisen.

La Bohème Schwabinger Tor: Co-Working, Carsharing, Talent Trust - cool new place to live. Will include a @hyatt @andaz hotel. And the @la_boheme_schwabing restaurant. - #schwabingertor #laboheme #einfachmuenchen #simplymunich #Munich #Muenchen #streetsofmunich @muc
Die Hurler Gruppe will in dem Haus CoWorking und CarSharing Angebote integrieren. Wir sind gespannt, wie weit das inzwischen umgesetzt wurde. Natürlich sind auch Büros dort zu mieten, aber hier wird auch anders rangegangen: die Büros sind in allen Größen von Firmen auch für kürzere Zeitspannen zu haben, etwa für Projekte, die nur einige Monate dauern. Was normal nicht einfach ist, die meisten Büroräume werden mit 5 Jahresverträgen vermietet. Am Schwabinger Tor werden auch gemeinsam nutzbare Konferenzräume angeboten, was der Sharing-Idee des Projekts entspricht: es soll ein Carsharing mit Elektro-Ladestationen geben, Künstler-Ateliers, auf dem großen Platz könnte ein Wochenmarkt angesiedelt werden, ein 3D Drucker soll in irgendeiner Form nutzbar sein, es ist vieles am Entstehen. So kommt am Ende Bewegung ins Viertel und es findet ein Austausch statt.

Einen ersten Einblick, insbesondere in die Kunst, perfekte Crêpes Suzette am Tisch des Gastes zuzubereiten, gibt Euch dies Video:

Und um es schon vorwegzunehmen, könnt Ihr hier schon das Video unseres zweiten Besuches anschauen:

Und hier unsere Eindrücke der zwei Menüs: (mehr …)

Franziskaner: Ein genussreicher Abend mit einem Biersommelier

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Ganz schön anstrengend. Sechs Bier vor mir. Daneben ein Block und ein Stift. Ich sitze in einem Seminar. Harte Arbeit. Es geht um Bier. Wir verkosten in einer Blindprobe die verschiedensten Biersorten und müssen erraten, was es ist, obergäriges oder untergärig, Helles, Pils, Weissbier, Bock, alkoholfrei… Die Franziskaner Weissbierbrauerei in München hat zu einem Sommelierabend mit Arno Stockinger, Braumeister und Biersommelier, eingeladen.

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Franziskaner Weissbier ist eine der vielen Marken im Universum der weltgrössten Brauerei der Welt. AB InBev ist ein buntes Konglomerat, das durch die Übernahme der amerikanischen Anheuser-Busch Gruppe durch den brasilianisch-belgischen Konzerns InBev entstand. Im Oktober 2016 wurde ausserdem die südafrikanische Brauerei SABMiller übernommen. In Deutschland gehören die Marken Becks, Haake-Beck, Diebels, Spatenbräu, Löwenbräu, Franziskaner sowie Hasseröder zum Imperium. Die Münchner Franziskaner Brauerei konzentriert sich dabei als einzige ausschliesslich auf Weissbier. Der geneigte Leser mag sich nun fragen, was denn ein Verkostungsabend überhaupt bringt, wenn eine Brauerei nur eine einzige Biersorte, das bayerische Weißbier, produziert. Doch weit gefehlt. Denn Weißbier, im Norden Deutschlands als Weizenbier bezeichnet, hat viele Spielarten. Und auch wenn Franziskaner eine kleine Marke in einem weltweiten Konzern ist, so bekommen Geschäftsführung und Braumeister offenkundig den Spielraum, ein paar Spezialbiere aus dem Weißbier zu zaubern, die sich nicht nur in Bayern und Deutschland, sondern eben auch weltweit vertreiben lassen.

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Kulinarisches Franken: Eine Schmankerlreise durch Schweinfurt und Bamberg

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_Schweinfurt_005_2013 Weinberg Weingut Dahms
Wer den Spruch: „ Man muss Gott für alles danken, auch für Ober-, Unter– und Mittelfranken“ erfunden hat, war mit Sicherheit selbst nie in Franken unterwegs, sonst würde statt „auch“ ein „ganz besonders“ im Satz stehen. Weine, die in der Spitzenliga zuhause sind, die höchste Brauereidichte Europas, edle Brände und köstliche regionaltypische Speisen: Franken ist DAS kulinarische Schlaraffenland Bayerns. Und auch der Kulturkalender ist das ganze Jahr über prall gefüllt. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin war Andrea Gerum vor Ort und brachte ein 48-Stunden-Genuss-Protokoll mit. Wenn das nicht ein leckere Anregung zum Nachfahren ist…

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_schweinfurt_020_Fränkisches Weinland_Terrasse Museum Georg Schäfer mit Blick auf Ebracher Hof
1.Tag

14:00 Check-In im Panorama Hotel Schweinfurt. Unsere Zimmer im 9. Stock bieten einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, die Hassberge und den Steigerwald. Erster Eindruck: Die Stadt ist viel schöner als ihr Ruf. Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, dauerte es lange, bis sich die drittgrößte Stadt Unterfrankens wieder neu definieren konnte. Noch viele Jahre nach dem Krieg bestimmten Zerstörung und Armut das Stadtbild. Bekannt als Industrie– und Arbeiterstadt wandelte sich das Image in den letzten 30 Jahren hin zu einer modernen, lebendigen Stadt, die ihre Wurzeln pflegt. Unter dem Motto: „Industrie und Kunst“ kreierte sich Schweinfurt neu mit spannenden Kontrasten aus Bauwerken vergangener Jahrhunderte und moderner Architektur.

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15:00 Wir besuchen das Weingut Dahms. Gelegen an der Peterstirn, der Burganlage des Markgrafen Berthold aus dem 10. Jahrhundert ist sie ein Wahrzeichen der Stadt Schweinfurt und seit 1994 in Besitz der Winzerfamilie Jürgen Dahms.

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Schweinfurt und Wein? Zugegeben, diese Verbindung kommt einem nicht gleich in den Sinn. Denkt man doch zuerst an Kugellagerfabriken und nicht an edle Tropfen. Aber Schweinfurt hat eine lange Weinbautradition und war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein bekanntes Weinstädtchen.

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In den ersten Jahrzehnten nach 1900 aber zerstörte die Reblausplage fast alle Weinberge. Von ehemals 320 ha Rebfläche blieben nur noch 10 ha übrig, die seit 1980 von Familie Dahms mit großem Einsatz und Erfolg bewirtschaftet werden. (mehr …)

Die Top-Restaurants in München für delikate Gespräche

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Top-Restaurants in München Tantris Piccolino

Geheime Absprachen in dezenter Atmosphäre, unbemerkt von Paparazzi und weiterem unerwünschtem Publikum: Das wünscht sich so mancher Politiker und Lobbyist, wenn er zur Sicherheitskonferenz nach München kommt. Delikate Gespräche bei delikatem Essen. Dezent und deliziös. Gerade bei diesen Veranstaltungen werden die interessantesten Gespräche hinter dicht verschlossenen Türen geführt. Und insbesondere beim Essen kommen sich die Menschen näher. Egal ob Politiker oder Lobbyist, normaler Arbeiter, Angestellter oder gar Attac-Mitglied: Jeder hat mal Hunger, jeder möchte gern etwas gutes essen. Wir haben für alle Gäste und Einheimischen der Stadt mal die unserer Meinung nach Top-Restaurants in München zusammengestellt. Einige davon sind Michelin-Stern gekrönte Restaurants, andere sind einfach cool und angesagt. Und sicherlich nicht nur zur Münchner Sicherheitskonferenz beliebte Restaurants.

Top-Restaurants in München Muenchen Herbst 2016
Mit größter anzunehmender Sicherheit sind die bekannten Top-Restaurants der Münchner Top-Hotels eh schon alle bekannt und ausgebucht. Allen voran sämtliche gastronomischen Bereiche im Bayerischen Hof. Denn dieser ist das Konferenzhotel. Da dürfte das beliebte Atelier im Bayerischen Hof gut besucht sein. Doch sitzt der Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz mit Sicherheit hier auf dem Präsentierteller.

Top-Restaurants in München Muenchen Herbst 2016

Das gleiche kann man annehmen, wenn man in das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski oder auch das Westin Grand Hotel München geht. Eigentlich gehört das Mandarin Oriental Hotel hier ebenfalls dazu, doch hat sich schon herum gesprochen, dass hier ein neues Restaurant, ein exzellenter Japaner, aufgemacht hat? Hier nun also unsere sehr subjektive Auswahl: (mehr …)

Messerwetzen im Gäuboden: Wie steche ich richtig ab?

Gaeuboden_Spargel_2010_051Wie gewinne ich essbares Elfenbein? Unter diesem Motto besuchte ich eine der Ecken Bayerns, die nicht allzusehr vom Tourismus heimgesucht wird. Doch das Bayerische Golf- und Thermenland ist in vielerlei Hinsicht eine der köstlichsten Regionen Deutschlands: Ob es sich dabei um Europas weitläufigstes Hopfenanbaugebiet oder Deutschlands größtes Essiggurken-Produktionsgebiet handelt. Von Mitte April bis „Johanni“ am 24. Juni verwandelt sich die Region südlich der Donau, im Dreieck zwischen Regensburg, Landshut und Straubing in ein kulinarisches Dorado für Spargelfreunde.

Gaeuboden_Spargel_2010_065Doch stellt sich dem einen oder anderen immer wieder die Frage: Wie steche ich richtig ab? Wie setze ich das Messer richtig an? Muß ich mir etwa die Hände dreckig machen? (JA!) Brechen meine Fingernägel dabei ab? (Hä?) Wie gewinnt man Spargel? Wo kommen diese leckeren weißen Stangen eigentlich her? Warum haben einige einen weißen, andere einen violetten Kopf? Wer immer noch auf der Suche nach Antwort zu diesen Fragen ist, der sollte unbedingt zur Spargelzeit in den Gäuboden kommen.

Gaeuboden_Spargel_2010_040Hierzulande findet man kaum geübte Deutsche, die sich darin auskennen. Die Erntekräfte sind hauptsächlich unsere polnischen Nachbarn, die von Ernte zu Ernte, von Frucht zu Frucht, von Saison zu Saison durch Europa ziehen. Im Gegensatz zu so manchem faulen, deutschen Hartz IV Bezieher sind sich diese Leute nicht zu schade, sich in aller Frühe auf die kalten Felder zu begeben und ungezählte Male zu bücken, um aus dem feuchtnassen Erdreich die Stangen hervorzustechen.

Gaeuboden_Spargel_2010_058Mit gleich zwei großen Spargel-Anbaugebieten – Abensberg und dem Gäuboden – und knapp 600 Hektar Anbaufläche zählt die Region zu den größten Spargel-anbaugebieten in ganz Bayern. Je nach Bodenbeschaffenheit der Anbaugebiete weisen die edlen Stangen unterschiedliche Geschmacksnoten auf – wobei allen eines gemein ist: der unvergleichliche Genuss! Doch was ist das Besondere am Gäuboden? Warum schmeckt der Spargel von hier einfach noch etwas mineralischer? Es liegt am Boden. Wie uns der Vorarbeiter erklärte, ist die Gegend um Straubing von einem schweren Löß-Lehm-Boden geprägt. Nicht vom üblichen Sandboden, aus dem der meiste Spargel stammt. Der Vorarbeiter ist übrigens ein Deutscher, der allerdings mit einer Polin verheiratet ist, wie er mir anschließend verraten hat.

Hier zeige ich Euch, wie professionell und richtig Spargel gestochen wird: (mehr …)

Dolce Munich Unterschleissheim: Goasslschnalzer zur Eröffnung

Dolce Munich Unterschleissheim 30Apr2010_030Ein typischer bayerischer Brauch ist das Goaßlschnalzen. Und wenn ein Hotel schon sein Grand Opening zum Tanz in den Mai gestaltet, dann gehört nicht nur das Maibaumaufstellen dazu, sondern auch „a zünftige Musi'“. Selbstverständlich hat sich Hoteldirektor Paul C. van Wijk nicht lumpen lassen. Der gebürtige Holländer, der selbst im Janker landestypisch auftrat, organisierte Goaßlschnalzer zur Eröffnung des Dolce Hotel München Unterschleißheim.

Und weil es so schön war, gibt’s das Ganze auch mit Gesang:

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Kandinsky, Münter und Marc in Murnau: Auf den Spuren des Blauen Reiters

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Von Ahrenshoop über Dangast, Worpswede und Willingshausen bis nach Murnau am Staffelsee, so manches früher unbedeutende Dorf und Städtchen ist heutzutage berühmt und geehrt, weil Künstler es zum Refugium erwählten. Oft waren sie zu Lebzeiten eher unbekannt, unbedeutend oder unbeliebt. In ihrem Refugium erschufen die Künstler Großes. Sie dachten neu, dachten anders, waren in höchstem Maße kreativ. Niemand von uns weiss heute, von wem die Zeitgeschichte in 100 Jahren reden wird, der heute als Künstler tätig ist. Als Gabriele Münter und Wassily Kandinsky mit ihren Künstlerfreunden bis hin zum Dramatiker Ödön von Horváth sich in Murnau niederliessen, waren sie unbekannt. Heute werden ihre Bilder weltweit bewundert. Und alles begann hier: im Gabriele-Münter-Haus. Die Heimat des Blauen Reiters.

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Es ist ein nahezu unscheinbares Haus. Es ist keine großartige Villa. Es ist ein schlichtes Walmdachhaus, wie es Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufig in Deutschland gebaut wurde. Diesen Typ kenne ich aus meiner Heimatstadt Berlin, ähnliche Häuser stehen in und um München, dieses Haus wurde 1908 als Landhaus außerhalb von Murnau erbaut. In diesem Jahr verlebten Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin ihren Sommer und malten in Murnau, was bei Münter und Kandinsky die Hinwendung zu expressionistischer Malerei zur Folge hatte – aufgrund der Einflüsse von Jawlensky und Werefkin.

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Es war wahrscheinlich das Licht. Dieses warme, fließende Licht, das die Landschaft einhüllt und sie immer wieder in anderen Schattierungen schimmern lässt. Das blassblau aus dem weißen Nebel aufsteigt, der sich am frühen Morgen wie ein Schleier über das Murnauer Moos legt. Das mittags die Berge am Horizont so klar und deutlich in den Himmel zeichnet, dass jeder Felsgrat des Karwendelgebirges und der Zugspitze wie im Okular eines Fernglases heranrückt. Und das am Nachmittag das Alpenpanorama zu einem einzigen Bergmassiv zusammenschmelzen lässt – zu einem schwarz-blauen Scherenschnitt jenseits der endlosen Schilfwiesen der Murnauer Moorweiden, die in der Abendsonne rostrot aufleuchten. Es müssen diese Farben gewesen sein, die Wassily Kandinsky und Gabriele Münter so faszinierten. 1909 von Gabriele Münter erworben, wohnte sie dort dauerhaft mit ihrem Lebensgefährten Wassily Kandinsky bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 – wenn sie nicht gerade auf Reisen waren oder sich in München aufhielten. Damals kamen oft Malerfreunde, Sammler oder Kritiker zu Besuch nach Murnau, wie Franz Marc, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, August Macke, Heinrich Campendonk, Paul Klee oder der Komponist Arnold Schönberg. So entstanden hier Ideen und wichtige Kunstwerke, die heute als Kunst des „Blauen Reiter“ berühmt sind. (mehr …)

Andechser Molkerei Scheitz: Warum ich ein Fan von Andechser Natur geworden bin

Besuch der Andechser Molkerei Scheitz. Milch, Joghurt, Käse und alles in Bio. Neu: Crème Brulée Joghurt.
Denk‘ ich an Andechs, denk‘ ich an Bier – und Milch. Denn das kleine, verträumte Dörfchen südlich von München, mit wunderschönem Blick auf den Ammersee steht zum einen für sein weltberühmtes Kloster Andechs, in dem exzellente Biere gebraut werden. Und es steht für die Andechser Molkerei Scheitz, die seit über 100 Jahren beste Milch- und Käseprodukte herstellt. Bei einem Ortsbesuch lernte ich Frau Scheitz und ihre Molkerei persönlich kennen. Bis dahin hatte ich extrem selten mal zu Produkten von Andechser Natur gegriffen. Seitdem bin ich Stammkunde und Fan. Warum dieser Unternehmensbesuch dazu führte, erzähle ich Euch hier.

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Andechs ist immer eine Wallfahrt wert. Doch sollten wir nicht nur des guten Bieres wegen zu den Mönchen pilgern. Da sind wir nicht wirklich alleine, die Wirtschaft des Kloster Andechs platzt an schönen Tagen aus allen Nähten. Nur ein wenig weiter, in Sichtweite des Klosters liegt ein beeindruckend schöner, von Friedensreich Hundertwasser inspirierter Bau. Hier sitzt die Andechser Molkerei Scheitz. Wer sich allerdings die Mühe macht, etwas zu guugeln, der stellt schnell fest, dass es in diesem kleinen, beschaulichen Dorf eine sinnlose Konkurrenz gibt: Das Kloster gegen die Molkerei. Mal geht es um den Begriff „Andechser“, mal um das Hundertwasser-Gebäude. Es entsteht der Eindruck, dass sich die Klosterbrüder mit allen erdenklichen juristischen Mitteln dagegen wehren, dass ein zweites Unternehmen in Andechs Erfolg hat. Während die Inhaberin der Molkerei, Barbara Scheitz, ein gutes nachbarschaftliches Miteinander bevorzugt und bereit ist, den Mönchen entgegen zu kommen, verhält sich das Kloster seit dem Abgang von Pater Anselm Bilgri alles andere als christlich. Von Nächstenliebe und Partnerschaft sind die Mönche seitdem meilenweit entfernt. Man könnte versucht sein zu denken, dass denen der Genuss des eigenen – zugegebenermassen exzellenten – Gerstensaftes wohl zu stark zu Kopf gestiegen ist. Dabei beschäftigen beide Unternehmen ähnlich viele Mitarbeiter. Laut Wirtschaftswoche beschäftigt die Andechser Molkerei Scheitz 190 Mitarbeiter, die Andechser Brauerei und Klostergastronomie 220 Mitarbeiter. (mehr …)

Kochkurs I: 3-Gang-Menü mit Carpaccio, Skrei und Crème Brûlée

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Reisejournalisten kochen zusammen ein Neujahrsmenü: Dieser Kochkurs bringt uns auf ein paar neue, erfrischende Ideen, wie wir schnell, leicht und unkompliziert ein Drei-Gänge-Menü auch daheim für Freunde zaubern können. Wir trafen uns im Flemings Hotel München-Schwabing und kochten zusammen ein Diner aus: Rinder-Carpaccio, Gratiniertem Schrei und einer Creme Brûlée. Hier verrate ich Euch die Rezepte zu diesen drei edlen Gängen.

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Touristische_Runde_Neujahrsessen _Jan_2014_030Wie Ihr an den Bildern erkennt haben wir alle viel Spaß gemeinsam gehabt. Wir haben uns gleich am Anfang auf drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe war für einen Gang zuständig. Innerhalb der Gruppen bekam jeder wiederum seine Teilaufgabe für den jeweiligen Gang. Ich war in der Gruppe für den Hauptgang. Es gab Fisch: Skrei. Wikipedia weiß zum Skrei: „Der (Atlantische) Kabeljau oder Dorsch (Gadus morhua) ist ein Meeresfisch, der in Teilen des Nordatlantiks und des Nordpolarmeers verbreitet ist. Als „Dorsch“ bezeichnet man junge Kabeljaue vor der Geschlechtsreife sowie die in der Ostsee lebenden, kleineren Kabeljaue.“ Für mich war der Skrei bislang eher unbekannt, daher hatte ich mich für diesen Gang gemeldet. Außerdem sind Carpaccio und Crème Brûlée eher gängige Gerichte. Eine Piccaata-Saltimbocca mit Fisch hingegen hatte ich bisher noch nicht gekocht.

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Hans-Werner Rodrian holt sich Tipps beim Küchenchef ab.

Unser Dreigang-Menü bestand aus:

  • Carpaccio vom Argentinischen Rinderfilet, Frühlingszwiebeln, Kichererbsen, Spinatsalat
  • Piccata-Saltimbocca vom Skrei mit Pistou-Risotto, glasierte Rote Beete
  • Vanille-Zitronen Crème Brûlée

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen! (mehr …)

Restaurants in München: Fleischkonsum by Vincent Fricke

Fleischkonsum by Vincent Fricke Kiss me! Es ist Tag des Kusses! Im Stubaital sind auch die Kühe zum knutschen.

Steak oder Vegan – derzeit gibt es den Trend der Extreme. Je militanter die Veganer werden und jedem erbeten oder unerwünscht aufdrängen, dass sie Veganer sind und krampfhaft versuchen, ihr Umfeld zu missionieren, umso mehr Steak-Restaurants spriessen an allen Ecken. Die Wahrheit liegt wie immer in der goldenen Mitte. Ja, wir essen zuviel Fleisch. Und ja, die Massentierhaltung ist nicht gut für die Tiere und sie ist auch nicht gesund für uns Menschen. Umso wichtiger ist der aktuelle Trend, sich auf das zu besinnen, was schon unsere Großeltern und frühere Generationen getan haben: das ganze Tier essen. Von der Nase bis zum Schwanz – oder wie es auf Neusprech heißt: „nose to tail“. Das Münchner Pop-up Restaurant Fleischkonsum by Vincent Fricke setzt einige wichtige Akzente. Die Neuauflage von Fleischkonsum startet am 06.03.2017 im Holzkranich in der Maxvorstadt.

Bewusster Fleisch zu essen ist eine Frage der Vernunft und der Verantwortung. Der Koch Vincent Fricke besinnt sich auf die Rezepte unserer Vorfahren und interpretiert sie neu. Moderne Kochverfahren, Zubereitungsarten aus der ganzen Welt, wunderschön angerichtet und nichts übertrieben, so werden auch Innereien und andere Körperteile, die sich in den letzten Jahrzehnten keiner grossen Beliebtheit erfreuen konnten, auf den Tisch gebracht. In den Steakhäusern werden hauptsächlich die kurzgebratenen Fleischstücke serviert. Doch ein Rind besteht nicht nur aus Filet und Entrecôte. Und warum sollte der Rest des edlen Tieres nicht ebenso edel zubereitet auf unseren Tellern landen? Auch die Innereien haben ein Recht darauf, beachtet zu werden. Schliesslich verbergen diese von vielen fälschlicherweise und auf der Basis reiner Vorbehalte verschmähter Teile, kulinarische Köstlichkeiten. Außerdem sollten wir mehr auf die regionale Herkunft unserer Nahrung achten. Ein Tier, egal ob Rind, Schwein, Huhn, Schaf oder Ziege oder gern auch mal ein Pferd, sollte ein glückliches, gesundes und schönes Leben bis zu seiner Schlachtung führen dürfen.

Woher kommt eigentlich dieser Wahn, nur das möglichst Magere, kurzgebratene Fleisch eines Tieres zu essen? Es sind die Modernen Zeiten . Es ist die Wohlstandsgesellschaft, die sich den Luxus leisten kann, nur einen kleinen Teil zu essen und den Rest unbeachtet wegzuschmeissen. So eine Wegwerfgesellschaft ist zum wegwerfen. In anderen Küchen zählen die Innereien nach wie vor zu alltäglichen Küche. In Asien beispielsweise werden alle Teile eines Tieres nach wie vor zubereitet und gern gegessen. Während die chinesischen Restaurants in Deutschland hauptsächlich nach wie vor auf Schweinefleisch süß-sauer setzen, serviert in München seit Kurzem das Restaurant Sichuan-Küche seine regionalen Spezialitäten, bei denen die Innereien etwa die Hälfte der Speisekarte ausmachen. Bei meinem Besuch dort waren dementsprechend über 80% der anwesenden Gäste Asiaten. Unter Feinschmeckern gilt es allerdings bereits als Geheimtipp für wirklich authentisch chinesische Küche. Wir brauchen allerdings nicht so weit zu suchen, denn auch die italienische und französische Küche kennt viele Rezepte mit den aktuell unbeliebteren Fleischteilen. Warum also sind unsere deutschen Rezepturen fast in Vergessenheit geraten? Vincent Fricke will uns das gerne wieder in unser Bewusstsein bringen. Bewusster Fleischkonsum – das ist die Nachricht, die uns Fleischkonsum by Vincent Fricke auf den Weg gibt.

Fleischkonsum by Vincent Fricke Chef Vincent Fricke opens pop-up restaurant Fleischkonsum in August, 24th. - #einfachmuenchen #simplymunich #Munich #Muenchen #streetsofmunich @mucbook #munichlifestyle #muc #mucstagram #exklusivmuenchen #minga #ilovemunich #igersmunich #bavaria #pictureo
Bei mir persönlich rennt Vincent Fricke damit eh offene Türen ein. Eines der traditionellen Weihnachtsessen bei meinen Eltern zuhause war und ist immer die Rinderzunge. Nicht dieses gepökelte Teil, das viele Metzger verkaufen. Sondern eine frische Zunge, die mein Vater sich beim Fleischer seines Vertrauens immer bestellt und dann daheim sehr köstlich zubereitet. Dieses zarte Fleisch ist einfach unübertroffen. Ein ganzes Tier zuzubereiten und alle Teile zu geniessen „bedarf ein wenig Know How, Offenheit für Alles und Altes und die Liebe zum Kochen und zum Produkt“, wie Vincent Fricke uns erklärt.

Einen kleinen Einblick in unseren Abend im Pop-up Restaurant Fleischkonsum by Vincent Fricke bekommt Ihr in diesem kleinen Video:

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Delikatessen in München: Feinkost Käfer lädt Foodblogger zum #meinkäfermoment

Delicious macaroons at @feinkostkaefer in Munich - #meinkäfermoment #einfachmuenchen #simplymunich #Munich #Muenchen #streetsofmunich @mucbook #munichlifestyle #muc #mucstagram #exklusivmuenchen #minga #ilovemunich #igersmunich #bavaria #pictureoftheday
Trüffelschweine und Perlentaucher, Foodblogger, Gourmets und Gourmands werden hier ebenso glücklich wie Liebhaber gehobener Tischkultur und Kenner feiner Küche: Feinkost Käfer ist der Inbegriff für Lebensmittel allerbester Qualität. Der Ruf des Münchner Mittelständlers geht weit über die Stadtgrenzen hinaus, in ganz Deutschland ist das Delikatessgeschäft in der Prinzregentenstrasse bekannt. Inhaber Michael Käfer lud nun Münchens Foodblogger zum Kennenlernen in seine Räume unter dem Stichwort #meinkäfermoment. Es war ein grossartiger Tag. Ein Rückblick.

Michael Käfer begrüßt die Münchner Foodblogger - #meinkäfermoment #einfachmuenchen #simplymunich #Munich #Muenchen #streetsofmunich @mucbook #munichlifestyle #muc #mucstagram #exklusivmuenchen #minga #ilovemunich #igersmunich #bavaria #pictureoftheday #p
Michael Käfer leitet bereits in dritter Generation das Geschäft. Seine Großeltern Paul und Elsa gründeten 1930 ein Kolonialwarengeschäft mit erlesenen Weinen, Likören und Flaschenbier und nannten es Feinkost Käfer. Deren Sohn Gerd führte das Unternehmen bereits zu deutschem Ruhm mit der Ausrichtung des Delikatessgeschäftes auf absolute Qualität, mit dem Gourmettempel Käfer Schänke in der ersten Etage des Hauses und er erfand den ersten Party-Cateringservice, der weltweit tätig ist. Michael Käfer verdiente seine ersten Sporen mit der Nobeldisco P1 und übernahm nach und nach das Imperium seines Vaters. Mittlerweile bewirtschaftet Käfer in München auch die Villa Stuck, den Genuss-Raum im Modehaus Ludwig Beck, die Messe München, den Audi Dome, die Galopprennbahn in Riem, mehrere Delikatessen Märkte und leitet die Gastronomie in der BMW Welt, in der Bobby Bräuer im Esszimmer zwei Michelin-Sterne erkocht hat. Seit kurzem gehört das Gut Kaltenbrunn im Geniesserland Tegernsee dazu. Und in Berlin speisen die Bundestagsabgeordneten im Dachgarten-Restaurant des Deutschen Bundestages feinste Käfer-Kost. Der Party-Service ist nicht nur an der Formel 1-Rennstrecke in Bahrein tätig sondern überall dort, wo die Kunden ihn wünschen. Und einmal im Jahr gehört das Wiesn-Zelt von Käfer zu den kultigsten Oktoberfestzelten der deutschen A-, B-, C- und Möchtegern-Promis.

#meinkäfermoment: Was Wilmersdorfer Witwen und Grünwalder Gören gemeinsam haben

Feinkost Käfer, das ist für mich als Berliner der Münchner Gegenentwurf zum KaDeWe am Tauentzien. In der siebten Etage des alt-ehrwürdigen Kaufhauses Des Westens liegt die Feinschmeckeretage. Hier ist alles auf einer grosszügigen hochmodernen, neu auf den Altbau aufgesetzten Etage versammelt, feinste Waren in rauen Mengen. Hier gehen die reichen Wilmersdorfer Witwen ihre Tomaten und Zitronen einkaufen. Der Berliner Otto Normalverbraucher leistet sich einen Besuch für Weihnachtsgeschenke oder zu besonderen Geburtstagen, wenn es mal etwas ganz Besonderes und Ausgefallenes sein darf. Oder er führt seinen Besuch dorthin aus. Ich erinnere mich, dass das KaDeWe früher auch besonders dazu taugte mit Besuch aus dem Osten dahinzugehen. Die DDR-Rentner waren dann immer extrem geschockt, wie sehr sie ihr ach so sozialer Arbeiter- und Bauernstaat betrügt und verar*.

Was also der Dahlemer Demoiselle das KaDeWe ist der Grünwalder Göre und Bogenhausener BussiBussi-Gesellschaft das Käfers. Die Schwabinger Schickeria shoppt in dem verwinkelten Altbau zwischen Keller und Erdgeschoss, treppauf, treppab ist der Laden eher ein Labyrinth und mit Sicherheit nicht behinderten- geschweige denn rollstuhlgerecht. Aber die hilfsbereiten Angestellten sind höchstwahrscheinlich jederzeit zur Stelle und erfüllen alle Wünsche, während die Berliner KaDeWe-Mitarbeitern mittlerweile den typischen Karstadt-Charme ausstrahlen… Doch auch der Münchner Otto Normalverbraucher geht zu Käfer wie zum örtlichen Wettbewerber Dallmeyer nur dann, wenn er für Geburtstage, Weihnachten oder als Mitbringsel das Besondere sucht. Die Hemmschwelle das teure Austern-, Champagner- und Kaviar-Paradies zu betreten ist in beiden Städten hoch.

#meinkäfermoment: Qualität aus Leidenschaft

Qualität aus Leidenschaft – so lautet der Leitspruch des Unternehmens. Das Stammhaus von Feinkost Käfer ist eine Art Deluxe-Supermarkt mit feinsten Produkten aus aller Welt mit 160 Mitarbeitern auf 1.400 qm. Bei nur 500 qm Lager führt das dazu, dass über 70% der 9.500 Produkte im Geschäft frisch sind.Die verwinkelte Struktur des ehemaligen Bürgerhauses schenkt jeder Abteilung ihr eigenes kleines Reich, in dem sich die Produktreihe wohl fühlt, wie es so schön blumig in einer Unternehmensdarstellung formuliert ist. Bei 350 Sorten Käse, 800 erlesenen Weinen und Spirituosen, 69 verschiedenen Mineralwasser, allein 10 Sorten Tomaten, 50 Sorten Fleisch oder 25 kostbaren Ölen fällt es sicherlich jedem schwer, sich zu entscheiden. Michael Käfer verbürgt, dass der Familienname für hochwertige Produkte und exklusive Dienstleistung steht: „Unsere fünf Unternehmenswerte einzigartig, hochwertig, überraschend, emotional und liebenswert müssen sich in jedem Produkt in in jeder Dienstleistung wiederfinden“, erklärt der Unternehmer.

Michael Käfer sucht nunmehr den Kontakt zu den Foodbloggern. Er kennt die Hemmschwelle und will diese abbauen. Jeder sei bei Käfer willkommen. So lud er zum gegenseitigen Kennenlernen in seine Heiligen Hallen in Bogenhausen. Nach einer persönlichen Begrüßung durch den Hausherren mit Aperitif inmitten des Kräutergartens auf der Dachterrasse des Hauses überliess er uns seinen Mitarbeitern. Michael Käfer erklärte uns, dass es eine Herausforderung sei, „sich als Unternehmen immer wieder neu zu erfinden, Feinkost Käfer aber den Ehrgeiz habe, sich immer weiterzuentwickeln“. Während früher ausgewählte Früchte von irgendwo her aus der Welt importiert wurden, gibt es heute beispielsweise eine Mango an jeder Obst- und Gemüsetheke. Unter anderem erfuhren wir dabei, dass zehn Prozent der Kräuter im Käfer-Stammhaus auf eben dieser Terrasse selbst angebaut sind. Wir erhielten eine sehr ausführliche und interessante Hausführung durch das Delikatessengeschäft sowie die Käfer Schänke mit Mario Stock, dem charmanten Leiter des Feinkostladens. Anschliessend wurden wir in eine Vorspeisen und eine Hauptgang-Gruppe geteilt. Ich schloss mich der Vorspeisengruppe an, da mich die Zubereitung für ein Saiblingstatar und die neue Züchtung einer bayerischen Garnele sehr interessierten. Die andere Gruppe bereitete das Dessert vor. Doch seht selbst im Video:

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Restaurants in München: Osterwaldgarten: Durchschnittliche Küche, inkompetenter Service

Ein Biergarten mit Einladung zum Steuerbetrug? Der Osterwaldgarten in München bietet diesen fragwürdigen Service. Ob dies von der Geschäftsführung des Osterwaldgarten so beabsichtigt ist oder aber eher der Bedienung geschuldet bzw zu verdanken ist, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. In Zeiten moderner Computerkassen und teilbarer Tische sollten jedenfalls Einzelrechnungen kein Problem mehr sein. Doch der Reihe nach.

Wir waren heute im Osterwaldgarten essen, wollten noch einen der letzten warmen Sommerabende im Biergarten geniessen. Wir fanden zwei Plätze an einem langen Tisch, an dem bereits zwei Pärchen sassen. Kurz nachdem wir Platz genommen hatten, zahlte das Pärchen am anderen Ende des Tisches und ging. Das Paar in der Mitte der Bierbank verspeiste gerade seine durchaus üppigen Portionen. Wir erhielten die Speisekarten von der Kellnerin und sie fragte unsere Getränke ab. Als sie uns die Getränke brachte, notierte sie unsere Essensbestellung. So weit, so gut. (mehr …)

Geniesserland Tegernsee: Die vermutlich traumhaftesten Wanderwege in Bayern

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Egal ob Berlin oder München: Tegernseer Hell gehört derzeit zu den angesagtesten Szene-Bieren in Deutschland. Das dazugehörige Herzogliche Bräustüberl Tegernsee ist wiederum eine der beliebtesten Adressen für einen Münchner Wochenendausflug zu den wohl schönsten Wanderwegen in Bayern. Wir setzen uns in die Bayerische Oberlandbahn, kurz: BOB, und fahren raus an den schönsten See Oberbayerns, den Tegernsee. Doch wir wollen uns die Mass auch verdienen. Also schnüren wir die Wanderstiefel, packen den Wanderrucksack, greifen die Wanderstöcke und erobern die wohl schönste Wanderregion Bayerns. Ein Ortsbesuch.

Geniesserlandregion Tegernseer Tal Herzogliches Brauhaus Wanderwege in Bayern  Feb_2013_001

Mit der Fahrt in der BOB vom Münchner Hauptbahnhof hin zum Tegernsee haben wir uns bereits das erste Bier verdient. Denn das BOB-Ticket ist ein Wertcoupon für eine halbe Mass Tegernseer Hell. Da schmeckt die erste und die zweite Halbe doch gleich doppelt so lecker. Dabei ist es übrigens egal, in welcher Jahreszeit wir uns zum Tegernsee aufmachen. Einige Wanderwege in Bayern sind auch im Winter begehbar. Für andere Strecken sind Schneeschuhe, Schlitten oder Langlaufskier eher geeignet.

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Für Bahnenthusiasten gibt es übrigens zeitweise auch Sonderfahrten in historischen Zügen.

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Jeder erliegt dem Zauber der Wanderwege in Bayern. Die Alpenregion Tegernsee-Schliersee bietet unzählig schöne Wanderwege, die auch hinüber zum Schliersee führen. Für jeden ist etwas dabei. Ob mit dem Kinderwagen, dem Touren- oder Mountainbike bis hin zum extremen Kletterer. (mehr …)

Restaurants in München: Les Cuisiniers pflegt die französische Tafelkunst

Les Cuisiniers
Les CuisiniersWir lieben die französische Küche, wir lieben Frankreich. Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin lehnt das Design nicht umsonst einer Schiefertafel an, die in französischen Restaurants fast überall zu finden ist. Als Reiseblogger sind wir gern in Frankreich unterwegs. Als Foodblogger haben wir bisher viel zu wenig über Restaurants in München geschrieben, die sich der französischen Küche widmen. Mit Les Cuisiniers wollen wir diese Lücke etwas schliessen. Küchenchef Jean Marc Ferrara führt sein Restaurant im Münchner Stadtteil Lehel bereits seit sieben Jahren. Zeit für ihn, etwas zu ändern. Unter dem Motto „L’Art Des Mets“ tischt er jetzt französische Klassiker modern interpretiert auf. Ein Ortsbesuch im Lehel.

Schon die Einrichtung des Les Cuisiniers versetzt uns in eine typische französische Brasserie. Eine grosse Schinkenaufschnittmaschine macht uns Appetit auf die typischen charcuteries, der jambon cru, der nicht nur in Italien, sondern auch in Frankreich sehr gern als Einstieg vorweg genossen wird. Auch die anderen Vorspeisen versetzen den Gast aus dem schönen München direkt nach Paris. Ein Salat mit gegrilltem Ziegenkäse und frischen Früchten? Oder eher ein Salat mit Gambas? Derzeit steht auch eine Hausgemachte Terrine vom Altöttinger Hirsch auf der Karte – regionale Spezialitäten auf französische Art dargeboten. Doch wir entscheiden uns für eine Auswahl von Klassikern.

Les Cuisiniers
„L’Art Des Mets“ bedeutet die Kunst der Telleranrichtung, doch übersetzen wir es auch gern etwas weiter als Tafelkunst. Noch ist nichts eingeschenkt – doch die Gläser laden ein, die edlen Kreszenzen zu geniessen, die der italienische Sommelier mit bester Sachkenntnis empfiehlt. Dieser ist stolzer Papa – und kümmert sich ganz nebenbei auch perfekt um freche Racker, die es im Restaurant kaum auf den Stühlen hält.

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Restaurants in München: Der italienische Advent im Brenner

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Des Deutschen Stollen ist des Italieners Panettone: Das Weihnachtsbrot. Süß, erquickend und labend. Ein Hefeteig voll mit Rosinen und Orangeat. Doch während der sächsische Stollen eine durchaus schwere Angelegenheit ist, kommt der italienische Panettone locker leicht daher. Die Italiener eben wieder: die Leichtigkeit des Südens. Gefühlt liegt München näher an Italien als an Sachsen, daher zog es uns in der Vorweihnachtszeit wieder in den Brenner Grill zu einem köstlichen Dinner.

Warum gerade ins „Brenners“? Nun, wir waren schon im Vorjahr dort und wurden bestens bewirtet, bedient, bekocht und wollten dies gern wiederholen. Für den Einstieg in einen perfekten Abend begannen wir gleich mit einem Glas Ruinart Rosé Brut. Die Weinkarte im Brenner ist exzellent sortiert. Doch Prosecco kann mir mittlerweile ziemlich gestohlen bleiben. Ich bin ein grosser Fan des TrentoDOC geworden. Doch leider finde ich auf der Weinkarte keinen exzellenten Ferrari oder ähnlich grossartigen Spumante aus dem Trentino, daher darf es dann gern ein Champagner sein. Mit seiner Hefigkeit erinnert er dezent schon an das, was als Dessert kommen könnte: Panettone. (mehr …)

Restaurants in München: Romans romantische Rom-Reise

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Das italienische Wohnzimmer in Nymphenburg: Wohl kaum ein Restaurant in München ist so wohnlich und gemütlich eingerichtet wie das Romans. In einem Jugendstilhaus im Münchner Nordwesten gelegen, geniessen die Gäste italienische Küche auf höchstem Niveau und können sich dabei fast wie daheim fühlen. Wir liessen uns gern von einem vorweihnachtlichen Menü verführen und liessen uns dabei die Panetonne-Interpretation des Chefkochs Riccardo Jannuzzi nicht entgehen.

Manchmal kann vornehme Zurückhaltung hinderlich sein. Nämlich dann, wenn ich in einem sehr schönen Restaurant zu Gast bin, die Einrichtung wirklich faszinierend gut gelungen ist, ich aber wegen der anderen Gäste nicht unbedingt als Fotograf unangenehm auffallen möchte. Im Romans war ein genialer Inneneinrichter am Werke. Sehr schöne Wandtapezierung, grosse Lampen an den hohen Decken des Altbaus. Eine sehr gelungene, romantische und leicht pompöse Gestaltung, die zur Umgebung und durchaus auch zum gut betuchten Zielpublikum passt, dass in München-Nymphenburg und Neuhausen in nächster Nähe wohnt. So müsst Ihr Euch mit dem Besuch der Homepage begnügen. Doch mein Diner möchte ich Euch nicht vorenthalten. Denn diese edlen italienischen Spezialitäten liessen uns geschmacklich gen Italien reisen. In die schönsten Restaurants Roms.

Schon die Vorspeise war ein wunderschöner Einstieg in die geschmackliche Italien-Reise.

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Das Adventsmenü im Romans:

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In die landschaftlich reizvollen Marken ging es mit dem Pasta-Gang. Hausgemachte Tagliolini mit Trüffel aus Marken liessen uns dahinschmelzen.

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Fast frisch aus dem Adria in die Pfanne und dann auf den Teller gehüpft kam das Steinbuttfilet, das von Kartoffelcarpaccio und Piccadilly-Tomaten sekundiert wurde.

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Kein italienisches Adventsmenü ohne Panettone! Die Interpretation von Chefkoch Riccardo Jannuzzi ist eine bayerisch-italienische Fusion und bringt uns somit wieder in die heimischen Gefilde zurück. Wir genossen Nockerln von Bauli-Panettone auf Marzipanschaum und Vanillesauce.

Romans img_1298 Riccardo Jannuzzi, der seine Hotelfachschule in der Campania absolviert hat, kocht bereits seit 2006 bei im Romans und verwöhnt nicht nur das Nymphenburger Publikum mit seinen Kreationen. Sein Credo ist dabei sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: hervorragende Qualität. Frischer Fisch, hervorragendes Fleisch und vor Ort von Hand produzierte Pasta fresca machen einen Großteil des Erfolges aus. Für Euch verriet er uns noch sein Dessertrezept:

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Nockerln von Bauli-Panettone auf Marzipanschaum und Vanillesauce
(für 4 Personen:)

Nockerln von Bauli-Panettone

  • Original italienische Panettone zerstückeln und im Hold-o-mat über Nacht bei 60 Grad trocknen lassen.
  • Das ganze abwiegen, etwa ca. 480 Gramm zerbröseln.
  • Dazu 120 Gramm Eiweiß einrühren und mit einem Schuss Liquore Strega abschmecken.
  • 1 Liter Wasser mit einer Prise Salz zum kochen bringen, mit zwei Löffeln die Nocken aus dem Teig herausstechen und Stück für Stück in das Wasser geben.
  • 3 Minuten kochen lassen
  • Auf Teller anrichten mit Vanille Sauce und Marzipanschaum.

Marzipanschaum:

  • 1/2 Liter Sahne mit 180 Gramm Marzipan langsam anrühren
  • Für 10 Minuten sieden lassen
  • Abkühlen lassen und servieren

Service:

Das schreiben die Anderen:


Disclosure:
Wir danken Bauli für die Einladung zu dem Adventsessen 2016.

Ludwig II: Mythos und Musical im Festspielhaus Füssen

Ludwig II
Ein Déja-vu mit Untoten. Die Bayern können nicht loslassen. Insbesondere nicht am pompösen König Ludwig II. Dieser war zwar daran schuld, dass Bayern fast pleite war und mit Bismarck paktieren musste gegen die Franzosen. Doch spülen seine Schlösser heute, 100 Jahre nach dem „Märchenkini“ soviel Gelder ins Staatssäckel, dass keiner dem damaligen Größenwahn böse ist. Nur das Musical über ihn geht immer wieder pleite. Am 17. August hatte eine neue Version des Märchenkönigs im Festspielhaus Füssen Premiere. Je nachdem, wie man zählt, ist es die dritte oder vierte. Und die Premiere war ein großer Erfolg, das anwesende Publikum begeistert, teils euphorisch, wie unser Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann berichtet.

Ludwig II
Regisseur Benjamin Sahler © Big DimensionAn den künstlerischen Leistungen gab es nichts zu mäkeln, sowohl die Darsteller des Ludwig, als auch der Elisabeth (Anna Hofbauer, übrigens gebürtig aus dem nahen Marktoberdorf) und Dr. Guddens (Uwe Kröger, den man nun wirklich nicht mehr vorstellen muß), waren einfach phantastisch gut. Letztlich ist der Musicalort einfach ideal – unmittelbar am Forggensee gelegen, mit einem traumhaften Blick auf die Berge und natürlich das Schloss Neuschwanstein, und dann herrschte noch hervorragend sonniges Wetter. Es wäre außerordentlich schade, wenn, wie in Füssen umlaufende Gerüchte berichten, tatsächlich aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen an einen Abriß gedacht wird. (mehr …)

Therme Bad Aibling: Entspanntes Bade-Idyll für gestresste Münchner

Therme Bad Aibling DachEin Erlebnisbad mit großzügiger Saunalandschaft rund um München? Egal, wen man fragt, die Antwort ist eindeutig: Therme Erding. Und richtig, die Therme Erding hat viel zu bieten. Seit den Erweiterungsbauten endlich auch viel für mich. Doch wer es gerne etwas ruhiger möchte, wer am Wochenende nicht totgetreten werden möchte, einen Saunabereich auch zum Entspannen versteht – der sucht noch weiter. Seit kurzem hat Münchens Umland ein weiteres Kleinod im Angebot: Die Therme Bad Aibling. Schon die Anfahrt ist etwas umständlicher, denn nicht die S-Bahn, wie nach Erding, sondern nur der Regionalzug fährt hier raus. Doch der zeitliche Aufwand ist etwa derselbe. Der kleine Kurort östlich von München bietet die schönere – oder vielmehr erwachsenere Alternative zum Trubel und Eventpublikum in Erding.

Schon aus der Ferne offenbart sich dem Gast der Blick auf die Therme Bad Aibling mit ihren acht Kuppeln, die sich wie selbstverständlich aus der Moor- und Seenlandschaft erheben. Sie wirken futuristisch und sprechen anmutig eine Einladung zum Wandeln und Verweilen aus. Unter dem Motto „genießen mit allen Sinnen“ ist eine Brücke entstanden zwischen Tradition und Moderne, zwischen dem traditionellen Heilmittel Moor und dem neuen Heilmittel Thermalwasser. Dabei verbirgt sich unter jeder Kuppel ein anderes Thema, ein anderer Bereich. (mehr …)

Romantik Hotel Lindner: Kuschliges und Kulinarisches in Bad Aibling

Romantik Hotel Lindner Bad Aibling_16Versteckte, romantische Hotels bietet Bayern nicht nur in den Alpen. Auch das leicht wellige Alpenvorland zwischen München und Rosenheim bietet verliebten Pärchen oder Vorstandsessen einen wunderschönen Rahmen. In Bad Aibling, dem kleinen Kurort östlich von München, „verbirgt“ sich mitten im Ortszentrum ein kleines Refugium: Das Romantik Hotel Lindner. Das ehemalige Schloss Prantshausen blickt auf eine spannende Geschichte zurück. Seit über 150 Jahren ist es im Besitz der Familie Lindner. Deshalb kommen hier Tradition, Komfort und gastronomische Freuden harmonisch zusammen. Eine Mischung, die das Wohlfühlen leicht macht. Was mir persönlich allerdings in einem Mitgliedshotel der Romantik-Hotels selten schwer fällt.

Seit sieben Generationen ist die Familie Lindner bestrebt, gemütliche und glückliche Stunden zu bereiten. Die Historie des Hauses beginnt bereits im frühen Mittelalter. Die Grundmauern stammen aus der Zeit der Karolinger, etwa aus dem Jahr 600. Historiker vermuten, dass das frühere Schloss und die dazugehörigen Ländereien zum Besitz des Adelsgeschlechtes der Familie von Prant gehörten, dem auch der Heilige Ratholdus entstammte. Er war der Gründer des Klosters St. Georgenberg im Tiroler Inntal, heute ein beliebtes Wallfahrtsziel. Im Jahr 800 n.Chr. taucht der „gefreyte Sedlhof Prantshausen“ zum ersten Mal in einer Urkunde auf. (mehr …)

Restaurants in München: Restaurant Alter Hof: Frankens Weine und Küche im Herzen Münchens

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Franken und Bayern: Das ist für mich Preussen so als eine Art gegenseitiger Hassliebe zu verstehen. Franken in München: Das funktioniert gut, sofern sie sich von ihren Mundarten her verstehen. So mancher Bayer definiert ja nicht etwa den Main, sondern bereits die Donau als Weisswurstäquator, die Franken rufen: Frei statt Bayern! Doch Münchner Weißwürste und Nürnberger Rostbratwürste passen immer gut zusammen. Nicht erst seit der Schwabe Uli Hoeness in Nürnberg eine der größten Rostbratwurstbratereien besitzt und damit Aldi beschickt und gleichzeitig (Noch-?)Präsident des FC Bayern München ist. Fränkische Küche in München hat immer Saison. Im Herzen der Residenz der bayerischen Könige, inmitten des ältesten Teils, eröffnete vor wenigen Tagen das Restaurant Alter Hof.

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Eigentlich ist es ja keine komplette Neueröffnung. Bis vor kurzem war hier noch das Vinorant Alter Hof. Und die Location war nur so kurz geschlossen, dass ich es nicht mitbekommen hatte. Einige XING-Abende hatten hier früher mal stattgefunden. Jetzt also ein komplett neues Konzept, eine komplett renovierte Location. Auf zwei Etagen erstreckt sich das Restaurant Alter Hof: Im Keller unter dem wunderschönen alten Gewölbe – oder in der ersten Etage. (mehr …)

Spargel liebt Silvaner – Zwei, die zusammengehören, werden vermählt

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Spargel_liebt_Silvaner_Restaurant_AlterHof_Frankenwein_2014_16Kulinarischer Frühlingsbeginn. Spargelzeit. Silvanerzeit. In München kooperieren erstmals Weinhandlungen, Restaurants und Wirtshäuser unter dem Motto „Spargel liebt Silvaner“. Bis Ende Mai dürfen sich Gäste und Kunden auf interessante Sonderverkostungen und besondere Spargelmenüs freuen. Alle Spielorte der Liebesgeschichte von Spargel und Silvaner stehen auf der Webseite von Spargel liebt Silvaner.

Der Aperitif war schon ein schöner Start in den Abend im Münchner Restaurant Alter Wirt in der Residenz. Doch warum der Cremant Silvaner Sekt Brut vom Winzer Sommerach den französischen Namen Crémant und nicht Sekt trägt, das habe ich immer noch nicht verstanden. Culinarium Bavaricum hatte zusammen mit den fränkischen Winzern und Schrobenhauser Spargel eingeladen, um einen vergnüglichen und informativen Abend mit viel Spargel und noch viel mehr Silvaner zu geniessen. Die lieblichste Begleitung des Abends war allerdings die aktuelle Fränkische Weinkönigin. (mehr …)

Ist das Canis Resort München auf den Hund gekommen?

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„Wir sind erstes Haus einer Kette“ – Ich kann den Satz nicht mehr hören. In den letzten Jahren war ich bei mehreren Eröffnungen von Hotels und Restaurants. Und bei einigen stellten sich die Inhaber breitbeinig hin und verkündeten grossspurig, dass sie schnellstmöglich expandieren wollen. Nur, um wenig später mehr oder weniger spur- und vor allem sprachlos zu verschwinden. Allerdings lesen wir bei den Kollegen der Printpresse selten vom Abgang. Wohl aber vorher von der lauten Eröffnung. Zeit wird’s also hier mal nachzufragen. Sozusagen eine Mini-Rubrik unter dem Motto „Was wurde eigentlich aus …?“. Das erste Mal, dass ich die „Konzerneröffnung“ hörte, war im Dezember 2008. Da eröffnete Deutschlands erstes Hunde-Hotel, das Canis Resort in Freising bei München. Und kündigte für das Frühjahr 2009 den Ableger für den Münchner Süden an. Denkste Puppe, nischt is‘ – wie der Berliner sagt.

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Im Vorfeld hatten wir bereits hier über das neue Hundehotel berichtet. Bei klirrender Kälte eröffneten die Gründer das Canis Resort, das Geschwisterpaar Sabine und Dr. Thomas Gerteis, mit richtig viel TamTam und B-Promis wie etwa Lisa Fitz. Doch für die Paparazzi war letztlich nicht Lisa Fitz der Hingucker – sondern der wunderbare Bernhardiner Nemo, der sich die Kabarettistin gerade als Streichelopfer ausgesucht hatte. Kaum hatte sich die Ulknudel zu dem kuschligen Wollknäuel hinuntergebeugt und mit Streicheln angefangen, riefen alle Fotografen „Lisa, schau mal hierher“ und das Blitzlichtgewitter ging los. (mehr …)

Restaurants in München: Restaurant Huber: Münchens verstecktes kulinarisches Kleinod

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„Perfektion ist die Einfachheit“, so begrüßt uns bereits die Speisekarte des Restaurant Huber in München. Diese Philosophie spiegelt sich im wunderschön-schlichten Lokal wie auch in der Präsentation und Zubereitung der Speisen nieder. Michael Huber will hochwertige Rohprodukte in harmonischen Geschmacksverbindungen leicht und liebevoll kochen und schnörkellos präsentieren. Dabei überrascht er mit vielen kulinarischen Details und einer weltoffenen Produkt- und Aromenvielfalt. Wir begaben uns kürzlich zu einer Genussreise in dies kulinarische Kleinod, das sich bereits seit Oktober 2008 im Stadtteil Bogenhausen in einer kleinen Seitenstraße versteckt. Hinter der langen Fensterfront entdecken wir rote Sofas, helle Wände, hübsch eingedeckte Tische und weiße Blumen. In der Mitte steht die Bar, mit dunklen Fliesen und Holz verkleidet. Das anspruchsvolle Klientel Münchens liebt das sympathische unprätentiöse Restaurant mit seiner liebevoll ausgewählten Weinkarte.

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Restaurant_Huber_Muenchen_DanielSchvarcz_20120910_268Die Grundlage für sein Können erlernte Michael Huber bei seiner Ausbildung im Hotel Bayerischer Hof in München. Weitere klangvolle Stationen folgten: das Restaurant Dallmayr, die Konditorei Kreutzkamm, das Bistro Terrine und das Restaurant Kleinschmidtz. Doch erst im eigenen Restaurant gelang es ihm, die einzelnen Bausteine aus Kenntnis, Erfahrung und Phantasie mit Feinheit, Begeisterung und Leidenschaft zu verbinden – und so das Geheimnis seiner Küche zum Leben zu erwecken: Die Magie Bekanntes neu zu interpretieren und zu etwas Großartigem zu machen. Seine Küche bewegt sich auf sehr hohem Niveau. Die Weinkarte entspricht dem hohen Qualitätsanspruch der Küche nach dem Motto „Ein guter Wein hat Körper – Ein grosser Wein hat Seele“. Auf der Karte des Restaurant Huber im Münchener Stadtteil Bogenhausen stehen französisch-mediterrane Gerichte, doch durch die Kreativität des Küchenchefs und Restaurantinhabers entstehen aus traditionellen Zutaten immer wieder neue Kompositionen. Das einzig Konstante ist, dass sich die Speisekarte permanent ändert. Wählen kann der Gast hier à la carte oder zwischen einem Vier- und einem Sieben-Gänge-Menü. (mehr …)

Bluetone Festival Straubing: Lionel Richie begeistert mit Charme, Esprit und grandiosen Songs

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„Ihr wurdet älter, ich blieb jung“, erzählt der Weltstar Lionel Richie seinem Publikum und schmunzelt. Doch dann zieht er mit seinem Konzert „All Hits All Night Long“ alle in seinen Bann. Keiner bleibt auf den Stühlen sitzen. Die Münchner Olympiahalle tanzt und singt mit. Der Altstar weiss noch immer mit seinen Hits aus den 80ern Alt und Jung zu begeistern. Nur mit einem Unterschied, wie er selbst feststellt: seine jungen Fans kennen ihn eher noch aus den Erzählungen der Eltern und Großeltern. Seine Oldies sind Goldies. Die Besucher des Bluetone Festivals in Straubing haben am 01. Juli 2015 die Möglichkeit noch einmal diese unvergleichliche Atmosphäre zu erleben.

Straubing ist mittlerweile mehr als nur eine BMW-Stadt in Niederbayern. Das ist mehr als Spargelstechen im Gäuboden. Mit Lionel Richie holen die Veranstalter des Bluetone-Festivals einen vielfach ausgezeichneten internationalen Superstar nach Straubing. Mit Hits, die ins Herz gehen, wird er für ein unvergessliches Konzert sorgen und die Menschenmenge im neuen Palast-Zelt zum Tanzen und Singen bringen. Der vielfach prämierte US-Pop- und Soulsänger ist derzeit auf seiner „All The Hits All Night Long“-Tour unterwegs und macht am 1. Juli 2015 im Festzelt am Hagen Halt, um das Bluetone-Festival 2015 mit einem unvergesslichen Konzert zu eröffnen. Eines ist gewiss: Mit Songs wie „Dancing On The Ceiling“, „Say You, Say Me“, „Hello“, „Three Times A Lady“, „Easy“ und „All Night Long“, die direkt ins Herz gehen, wird der geborene Künstler die Menschenmenge im neuen Palast-Zelt zum Tanzen und Singen bringen. (mehr …)

Bad Reichenhall: Mit der ältesten Seilbahn der Welt auf den Predigtstuhl

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Wir waren jung. Wir waren leichtsinnig. Und wir waren immer noch nicht nüchtern. Doch der Berg rief! Wir hatten es uns schon tagelang für das Wochenende vorgenommen: Wir wandern auf den 1.614 Meter hohen Predigtstuhl. Dass Tina, Sven und ich uns in der Nacht zuvor mit Bier und Tequila die Kante gegeben hatten, war nicht vorhersehbar. Allerdings standen wir zu unserem Vorhaben: ab, rauf, ausschwitzen. Der Restalkohol im Blut sollte raus. Wir wollten das grandiose Panorama vom Predigtstuhl geniessen, dem Hausberg von Bad Reichenhall. Viele Jahre später nun trieb es mich wieder auf den Predigtstuhl. Doch diesmal schneller und bequemer: Mit der ältesten Seilbahn der Welt, der Predigtstuhlbahn.

Wir waren damals Schüler der Steigenberger Hotelberufsfachschule in Bad Reichenhall. Das Wetter war optimal, wir gingen früh genug los und hatten ein unvergessliches Wandererlebnis. Was wohl auch daran lag, dass wir für den sehr bequemen Wanderweg, der auch für die Generation 60+, also der typischen Gästeklientel der Kurstadt, bequem zu wandern ist, statt der auf den Wegweisern veranschlagten 2,45 Stunden ganze dreieinhalb Stunden brauchten. Wir zollten dem Suff der Nacht zuvor Tribut und legten ordentlich viel Pausen ein, gingen sehr gemächlich. Normalerweise sind diese Zeitangaben ja für den ganz langsamen Wanderer gedacht. Wer fit und gut zu Fuß ist, kann diese Zeit unterbieten. Wir hingegen brauchten deutlich länger. Nun, der Aufstieg hat sich gelohnt. Dass wir Deutschlands älteste Bergbahn zur Seite hatten, ignorierten wir. Wir wollten ja etwas erreichen. Die Ehre und so…

Jetzt also, über zwei Jahrzehnte später, wollte ich wieder das grandiose Panorama geniessen. Der Wanderherbst lockt. Die Schönheit Bayerns, gerade mit dem Blick von oben in das Voralpenland, ist hier besonders intensiv erlebbar. Doch reichte die Zeit nicht für eine Wanderung. Aber schnell mal rauf, den Ausblick geniessen und wieder runter – das passte. Das Schuhwerk stimmte eh. Wobei schnell relativ ist. Allerdings liegt das an der Bergbahn, die zum Predigtstuhl hinauf führt. Denn diese ist ein Relikt aus einer anderen Zeit. Sie ist Deutschlands älteste Seilbahn. Ein Industriedenkmal. Und sie zählt zu den 10 spektakulärsten Seilbahnen der Welt (zumindest behaupten das die Betreiber).

Doch genug der Worte, geniesst die Auffahrt – am Ende der beiden Videos werdet Ihr mit einer schönen bayerischen Musikeinlage erfreut:

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