Über Götz A. Primke

Götz A. Primke | Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin www.legourmand.de - Vita
Götz A. Primke | Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin

Der Wanderer zwischen den Welten

Es gibt einen Begriff des Schriftstellers Walter Flex, der mich seit meiner Studentenzeit begleitet: „Der Wanderer zwischen den Welten.“

Kaum ein anderer Satz beschreibt mein Berufsleben besser.

Nicht, weil ich ständig unterwegs bin – obwohl Reisen seit vielen Jahren zu meinem Leben gehört. Sondern weil ich mich beruflich und persönlich immer zwischen verschiedenen Welten bewegt habe.

Ich kenne die Hotellerie und Gastronomie von innen. Ich habe den Beruf des Restaurantfachmanns im Steigenberger Hotel Berlin gelernt, nachdem ich zuvor die Steigenberger Hotelberufsfachschule in Bad Reichenhall besucht hatte. Dort habe ich nicht nur den Beruf gelernt, sondern auch erlebt, was Gastfreundschaft, Service und Qualität wirklich bedeuten.

Gleichzeitig wollte ich schon immer schreiben.

Bereits als Schüler war ich im Redaktionsteam einer Spandauer Schülerzeitung. An der Hotelfachschule gründete ich mit Freunden eine eigene Schülerzeitung. Es folgte ein Praktikum beim Spandauer Volksblatt. Während des Studiums führte mich jeder freie Abschnitt wieder dorthin, wo ich eigentlich immer hinwollte: in Redaktionen und Pressestellen. So war ich u.a. bei der Fachzeitschrift NGZ-Der Hotelier, im PR & Marketing der InterCityHotels, mein Praxis-Semester und noch ein weiteres als studentischer Mitarbeiter im Marketing der Accor Hotellerie Deutschland, meine Diplom-Arbeit schrieb ich bei der PR-Agentur Wilde & Partner. Andere sammelten Erfahrungen im Reisebüro oder Hotel – ich wollte wissen, wie Journalismus und Kommunikationsmanagement für Tourismus und die Hospitality Industrie funktioniert.

Nach dem Studium der Tourismuswirtschaft an der Fachhochschule München führte mich mein Weg schließlich genau dorthin. Ein journalistisches Volontariat bei B&L Medien, unter anderem für die Fachzeitschrift First Class, legte den Grundstein für meine heutige Arbeit.

Mein Berufsleben war nie geradlinig. Und es war nie langweilig. Genau das war der Plan.

Und genau das ist heute meine größte Stärke.

Ich verstehe die Sprache eines Hoteliers ebenso wie die eines Winzers. Ich weiß, wie in einer Sterneküche gearbeitet wird, kenne die Abläufe eines Tourismusverbandes und die Anforderungen einer Redaktion. Wenn ich heute mit Produzenten, Sommeliers, Hoteliers oder Spitzenköchen spreche, dann begegne ich ihnen nicht als Außenstehender, sondern immer auf Augenhöhe. Denn dem Koch gegenüber bin ich kein abgehobener Akademiker – sondern gerne „das Tellertaxi“.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich weniger das fertige Gericht interessiert als die Geschichte dahinter.

Mich interessiert der Winzer, der seit Generationen denselben Hang bewirtschaftet.

Mich interessiert der Käser, der morgens um fünf Uhr in seiner Käserei steht.

Mich interessiert der Hotelier, der sein Haus über Jahrzehnte weiterentwickelt.

Mich interessiert der Koch, der erklärt, warum er einem regionalen Produzenten mehr vertraut als einem internationalen Großhändler.

Diese Geschichten erzählen mehr über eine Region als jede Sehenswürdigkeit.


Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin

Warum eigentlich Le Gourmand?

Der Name meines Magazins war keine spontane Idee.

Er beschreibt bis heute ziemlich genau, wer ich bin.

In Frankreich ist ein Gourmand kein Vielfraß und auch kein Mensch, der gedankenlos alles in sich hineinschlingt. Ein Gourmand genießt mit Freude. Er interessiert sich für gutes Essen, gute Weine, für Produkte, ihre Herkunft und die Menschen, die sie herstellen.

Im Deutschen gibt es dafür ein schönes Wort:

Schlemmer.

Nicht im Sinne einer Völlerei, sondern als jemand, der mit Begeisterung genießt.

Ich koche gerne.

Ich esse gerne.

Ich trinke gerne ein gutes Glas Wein.

Ich sitze gerne mit Freunden oder Gastgebern an einem großen Tisch und lasse einen Abend auch einmal etwas länger dauern.

Genuss ist für mich nie Nebensache gewesen.

Vielleicht war deshalb schon früh klar, dass mein Magazin nicht einfach meinen Namen tragen sollte.

Es sollte Le Gourmand heißen.

Denn genau das bin ich.

Ein Mensch, der neugierig geblieben ist.

Der gerne reist.

Der gute Gespräche schätzt.

Und der überzeugt ist, dass hinter jedem guten Essen immer auch eine gute Geschichte steckt.

Vielleicht ist genau dieses Wandern zwischen den Welten der Grund, warum ich mich bis heute weder ausschließlich als Journalist noch ausschließlich als Touristiker oder Gastronom sehe. Ich bin von allem ein Stück – und gerade deshalb kann ich zwischen diesen Welten vermitteln. Aus dieser Verbindung ist Le Gourmand entstanden.

Von Götz A. Primke zu Le Gourmand

Als ich 2007 Le Gourmand gründete, gab es weder Instagram noch Influencer. Der Begriff „Blog“ war in Deutschland kaum bekannt. Und es gab etwas, dass sich das „Web 2.0“ nannte.

Von Anfang an wollte ich etwas anderes machen.

Mich interessierten nie Rankings, Sterne oder Listen mit den „zehn schönsten Sehenswürdigkeiten“. Mich interessierten immer die Menschen, die Regionen prägen – Winzer, Produzenten, Hoteliers, Köche und Gastgeber.

Aus einem kleinen Weblog entwickelte sich über die Jahre ein journalistisches Online-Magazin für kulinarische Reisen, Wein, Hotellerie und Genuss.

Heute erscheinen auf Le Gourmand Reportagen, Interviews und Hintergrundgeschichten aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt.

Dabei geht es nicht nur um gutes Essen oder schöne Hotels.

Es geht um Herkunft.

Um Handwerk.

Um Qualität.

Um Gastfreundschaft.

Und um die Menschen, die all das möglich machen.


Journalismus beginnt mit Neugier

In den vergangenen Jahren durfte ich auf Gletschern stehen, Weinberge durchstreifen, Kartoffeln ernten, Wale vor der Pazifikküste Kolumbiens beobachten, auf einem Food-Festival in Kuala Lumpur die Königin von Malaysia begrüßen, Spitzenköche begleiten, Produzenten besuchen und unzählige Hotels kennenlernen.

Das Beeindruckendste waren dabei selten die Orte.

Es waren die Begegnungen.

Ein gutes Gespräch mit einem Winzer bleibt oft länger in Erinnerung als eine spektakuläre Aussicht.

Eine Führung durch eine Käserei erzählt mehr über eine Region als jede Broschüre.

Und ein Abend in einer Hotelküche sagt manchmal mehr über Gastfreundschaft aus als jede Hochglanzkampagne.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich bis heute unterwegs bin.

Nicht auf der Suche nach dem nächsten Luxus.

Sondern auf der Suche nach der nächsten guten Geschichte.

Denn guter Journalismus beginnt für mich immer mit einer einfachen Frage:

WARUM?