Signe Reisch: Die Grande Dame des Rasmushof Kitzbühel

Rasmushof Kitzbuehel Signe Reisch Foto Johanna Stoeckl
Die Heroen der Streif schwingen vor ihrer Haustür ab. Die Zieleinfahrt des wohl berühmtesten Skirennens der Welt gehört zu ihrem Traditionshotel, dem Rasmushof in Kitzbühel. Urgroßvater Franz Reisch hat vor 120 Jahren mit ein Paar Skiern, die er aus Norwegen importiert hat, den Wintertourismus in Kitzbühel begründet. Signe Reisch ist am Fuße des Hahnenkamm aufgewachsen und somit wie sie selbst sagt „ein Kind der Streif.“ Die Vollbluttouristikerin führt aber nicht nur ihr Traditionshaus Rasmushof mit sehr viel Liebe, sondern steht als Präsidentin auch dem Tourismusverband Kitzbühel vor. Johanna Stöckl porträtiert die Grande Dame der österreichischen Hotellerie für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin.

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Kitzbuehel_1_Rasmushof_Apr_2011_025Kurz vor dem Jahreshöhepunkt in Kitzbühel geht es im Rasmushof mittags wie abends sehr gesellig zu. Die ersten Promis sind schon da. Firmenbosse haben zu Events geladen. Man spricht über Wirtschaft und Business. Am Stammtisch nebenan wird viel gelacht. Kitz-Urgesteine spielen dort mit Hotelchefin Signe Reisch Karten. In der Hotelbar plaudern sich die Moderatoren des ORF warm. Ein paar Männer vom Pistenkommando tauschen sich über den Zustand der Streif aus. Skilehrer schließen Wetten ab. Wer wird die Streif gewinnen? Jansrud oder Reichelt?

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Signe Reisch kann sich noch gut erinnern: Als kleines Mädel war sie völlig verschossen in Jean-Claude Killy, den französischen Skirennläufer, der Ende der 60er Jahre den alpinen Skirennsport dominierte. Als sie endlich ein Autogramm ergattern konnte, war sie selig. Später begeisterte sie sich natürlich vor allem für die österreichischen Skihelden Karl Schranz und Franz Klammer. Die Helden, welche die Streif seit 75 Jahren hervorbringt, haben Signe Reisch und ihre sechs Geschwister in Kindheitstagen dazu animiert, im Garten die Streif „nachzubauen“ und interne Skirennen auszutragen. Mit Siegerehrung und allem Drum und Dran: „Eine glückliche Zeit war das.“

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Unmittelbar hinter dem Rasmushof wird seit Anfang Januar ein Megazelt aufgebaut. Wobei: Eigentlich entsteht ein mobiles Luxushaus. Im so genannten Kitz Race Club feiern am Hahnenkamm-Wochenende die VIPs. Signe Reisch selbst nimmt kaum an Partys teil. Außer sie ist beruflich zu einem „Anstandsbesuch“ verpflichtet. Über Promis, die in ihrem Hotel nächtigen, spricht sie nicht gerne. „Es ist bekannt, dass Herr Ecclestone anlässlich des Hahnenkammrennens seit vielen Jahren zu uns kommt. Der österreichische Bundespräsident, die Führungsspitze von Audi und VW nächtigen ebenfalls bei uns.“

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Signe Reisch hat zahlreiche Anekdoten auf Lager. Als beispielsweise Felix Neureuther vor einem Jahr im Rasmushof seinen Slalomsieg feierte, ging bei der Party mit Freunden und Kollegen die Trophäe, die gläserne Gams, zu Bruch. Die Grande Dame der Tiroler Hotellerie organisierte innerhalb von ein paar Stunden Ersatz: „Wir konnten den Felix doch nicht ohne Preis nach Hause fahren lassen.“

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Wo nimmt diese Frau, deren Arbeitstag die 14-Stunden-Marke weit überschreitet, bloß die Kraft her? Man hätte es ahnen können: „Auf der Streif tanke ich Energie.“ Seit vielen Jahren fährt Signe Reisch als begnadete Skifahrerin im Winter die Rennstrecke täglich zweimal ab. In einer Arbeitspause gegen 8.30 Uhr.

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In drei Tagen, wenn der Weltcup-Tross abzieht, wird die Strecke endlich wieder öffentlich befahrbar. Darauf freut sie sich schon jetzt.

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Ein verlockendes Angebot für Skifans hat der Rasmushof mit den „Hahnenkamm Backstage-Days“.

Hier könnt Ihr den Rasmushof Kitzbühel direkt buchen.

Von München nach Kitzbühel geht es übrigens sehr bequem mit dem KitzSkiXpress von Geldhauser, der im Winter täglich frühmorgens nach Kitz fährt.

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Johanna Stoeckl

Als freie Journalistin schreibt Johanna für verschiedene Tageszeitungen und Magazine. Ihre Themen: Sport, Outdoor, Menschen, Abenteuer und Reisen. Johanna lebt in München und liebt die Berge - zu allen Jahreszeiten. Nach einer Schreibreise in der Türkei hat sie sich fest vorgenommen, den Lykischen Weg einmal – wenigstens Teilstücke davon – anzugehen. Der 500 Kilometer lange Fernwanderweg führt in 24 Tagesetappen entlang der Küste von Fethiye nach Antalya.
Johanna Stoeckl