Rakomelo: Der Heiltrunk der griechischen Götter

Aber nur einen ganz winzigen Schluck! Feiner selbstgemachter #Rakomelo aus dem @apollonia_beach_hotel daheim genossen.
Rakí ist nicht gleich Rakī. Oder anders ausgedrückt: Der türkische Raki heisst bei den Griechen Ouzo. Und der griechische Rakí entspricht eher dem italienischen Grappa. Unser Grundprodukt heute ist also der griechische Tresterbrand, nicht der Anisschnaps. Und wir möchten uns einer feinen Variation widmen: dem Rakomelo, der Kombination also von Rakí mit Honig. Dies ist ein traditionelles Getränk auf Kreta. Eigentlich wird es besonders gern zur Weihnachtszeit getrunken. Doch da die Touristen hauptsächlich im Sommer auf Kreta sind, gibt es Rakomelo mittlerweile das ganze Jahr über. Vielleicht sollten Tsipras, Merkel & Co. einfach etwas davon bei den Verhandlungen trinken? Wir wollen Euch verraten, wie Ihr Euch diesen leckeren Trunk auch selbst ansetzen könnt.

Ein genau definiertes Rezept gibt es nicht. Wie so oft bei traditionellen Gerichten und Getränken, so macht auch auf Kreta jede Familie ihren Rakomelo auf ihre ganz eigene Art und Weise. Am simpelsten ist es Rakí und Honig zu vermengen. Aber wer es so billig mag, der kann auch gleich einfach Wodka als Basis nehmen. Und Industriehonig. Als Genussmenschen lehnen wir dies ab. Und stellen Euch den Rakomelo vor, den wir in der vergangenen Woche im Apollonia Beach Hotel & Spa bei Heraklion auf Kreta erhalten haben. Ob die TUI bei ihrer heutigen Katalogpräsentation auf Kreta den Journalisten auch diese Spezialität angeboten hat? Doch wie wird der jetzt genau hergestellt?
(mehr …)

Miesmuscheln in Roquefort-Weissweinsauce mit tollen Weissweinen von Johner Estate und Kiefer

Muscheln_JohnerEstate_KieferWolken_Dez2011_02
Muscheln in Käsesauce? Ja, richtig! Schmeckt sagenhaft gut! Während in diversen italienischen (und sicher auch anderen) Restaurants Miesmuscheln immer nur mit Tomatensauce oder einer Weißwein-Gemüse-Sauce serviert werden, sind unsere französischen Nachbarn etwas kreativer. Ich habe dies Gericht zum allerersten Mal bei einem Studenten-Austausch 1997 in Orléans gegessen. Die französischen Freunde schwärmten uns deutschen Studenten vor von den “Moules frîtes”. Fritierte Muscheln, verstand ich zuerst. Irrtum: Muscheln mit Pommes. Und die Stäbchenkartoffeln “à volonté”, also Nachschlag bis zum Abwinken. Auf der Speisekarte des Restaurants waren noch andere Saucen wie etwa Currysauce. Doch ich bin seitdem ein Fan der Roquefortsauce. Und die habe ich für Euch nachgekocht, dazu gab es zwei komplett verschiedene Weißweine, die beide hervorragend passten: ein 2010er Riesling von Johner Estate und ein 2010er “Mit den Wolken ziehen” vom Weingut Kiefer.

Ein zweiter Besuch in Orléans im Sommer 2009 führte meine Schritte in ein absolutes Szeneviertel der jungen Studentenstadt. Mehrere Straßen sind hier umgebaut zu Fußgängerzonen, Kneipen, Restaurants, Clubs, diverse Läden reihen sich dicht an dicht. Wer hier essen gehen will, sollte vorher reserviert haben. Oder früher oder reichlich später essen. Wir entschieden uns für die Spätvariante, reservierten in einem typisch französischen Restaurant einen Tisch für 21 Uhr und genossen das Nachtleben. Warum wir uns genau für dies Restaurant entschieden? Ich hatte auf der Speisekarte die Muscheln in Roquefort-Sauce gelesen. Die wollte ich unbedingt wieder essen, diesmal auch unter dem Aspekt, sie mal nachzukochen. Der Abend endete nach einem leckeren, reichhaltigen und langen Essen damit, dass wir uns mit dem Wirt anfreundeten, wir als letzte Gäste gingen und er mit uns in seinen zweiten Laden ging: eine angesagte Disco mit toller Bar. On s’est bien amusé! (mehr …)

Genuss aus dem Tessin: Risotto del Nostro Orto von Mattias Roock

IMG_5942

Vor einem Jahr traf ich Mattias Roock im Relais & Châteaux Hotel Castello del Sole in Ascona. Ein Jahr her – und “dank” des Corona-Virus fühlt es sich an wie eine Ewigkeit. Und so weit weg. Derzeit sind wir alle getrennt durch Grenzen, die wir alle schon seit Jahren nicht mehr kannten. Und jetzt sind sie wieder da – trennen Mattias Roock und mich so wie damals die Mauer zwischen Deutschland-West und Deutschland-Ost. Nun sitzen wir alle daheim, kochen für unsere Kinder, für die Familie. Und jedem gehen irgendwann die Rezepte aus. Es wird Zeit, wieder etwas Abwechslung an unseren Esstisch zu bringen. Daher präsentiert Euch Mattias Roock sein “Risotto del Nostro Orto”. Das Geheimnis: Das Hotel baut den nördlichsten Reis Europas an. Ja genau: Nicht Italien ist das nördlichste Reis-Anbaugebiet, sondern das Tessin.

IMG_5876

Vor wenigen Jahrzehnten noch lebten Mattias Roock und ich nicht allzu weit voneinander entfernt. Doch uns trennten Welten, uns trennte eine Mauer, uns trennten zwei Systeme: West und Ost. Er in Mecklenburg-Vorpommern, ich in Berlin-Spandau. Im letzten Jahr trennten uns zwar viel mehr Kilometer, doch keine Grenze – zumindest keine spürbare, da zwischen Deutschland und der Schweiz dank des Schengener Vertrages keine Grenzen mehr existieren. Und jetzt zerstört dieses Corona-Virus und die Krankheit COVID-19 viele vor noch kurzer Zeit für selbstverständlich gehaltene Freiheiten. Und baut Mauern und Grenzen wieder auf.

IMG_5880

Mattias Roock: Neue Heimat im Tessin

Also träumen wir uns mit dem Risotto del Nostro Orto von Mattias Roock wieder in die Schweiz, in das wunderschöne Tessin. Das Castello del Sole liegt direkt am Lago Maggiore. Der Sternekoch war bereits in einigen der besten Häuser auf der Welt, insbesondere bei der Kempinski Gruppe. Direkt nach seiner Ausbildung im Hotel Atlantic Kempinski Hamburg war er 2001 Olympiasieger mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft und im selben Jahr Kochweltmeister. Es fügten sich Stationen im Giardina Ascona, Clardige London von Gordon Ramsay, Steigenberger Hotel Frankfurter Hof Frankfurt, Kempinski Grand Hotel des Bains St. Moritz und Marsa Malaz Kempinski The Pearl Doha in seine Vita ein. Sein Posten im Castello del Sole Ascona ist quasi eine Rückkehr an den Lago Maggiore. Das Tessin wurde ihm zur zweiten Heimat.

IMG_5950

Zum Hotel gehören einige Felder, auf denen Obst, Gemüse, Kräuter und eben auch Risotto-Reis angebaut werden. Und Wein natürlich, köstlicher Wein. Das 5-Sterne-Hotel ist Mitglied der Relais & Châteaux Hotels und ein wahrhaft grossartiges Hotel.

IMG_5882

Mattias Roock steht seit 2017 als Küchenchef am Herd des Tessiner Fünfsternehotels Castello del Sole Beach Resort & Spa in Ascona und überzeugt mit seiner Küche nicht nur die Gäste. So wurde er innerhalb kurzer Zeit mit einem Michelin-Stern und 18 Gault-Millau-Punkten im Gourmetrestaurant «Locanda Barbarossa» ausgezeichnet.

IMG_5972

Mattias Roock: Mister Farm to Table in den Terreni alla Maggia

Das Castello del Sole ist umgeben von dem zum gleichen Besitz gehörenden, 150 Hektar grossen Landwirtschaftsbetrieb Terreni alla Maggia. In der Locanda Barbarossa von Mattias Roock kommt auf den Tisch, was im eigenen Garten oder auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb „Terreni alla Maggia“ wächst. Neben der Produktion von Wein und Getreide widmet sich dieser auch dem Reisanbau.

IMG_5962

In den Terreni wächst der nördlichste Reis der Welt, natürlich kommt dieser Loto in sämtlichen Restaurants des Castellos auf den Tisch. Einschränken lässt sich Mattias Roock nicht. Alles, was zugekauft wird, hat ebenfalls allerhöchste Qualität. Dank der Begrenzung des Transports von Lebensmitteln gelingt es dem Hotel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

IMG_5965

Loto heisst die kleinkörnige Risottosorte, die hier, auf dem nördlichsten Reisfeld in Europa und gleichzeitig weltweit, wächst. Hier werden in direkter Nachbarschaft auf den fruchtbaren Ausläufern des Maggia-Deltas unter anderem Wein, Mehl für die Teigwaren sowie weisser, gelber und schwarzer Mais für die Polenta, Spargel, Mais, Grüntee und eben der Loto Risotto Reis angebaut. Rund ums Hotel wachsen mehr als hundert Kräuter und selbst Yuzu-Bäumchen wachsen in diesem milden Klima. Es gibt über 25 verschiedene Tomatensorten und die Beeren werden kurz vor dem Service frisch gepflückt. Was fehlt, lässt Mattias Roock anpflanzen. 

IMG_5969

Von diesen Qualitätsprodukten profitiert Mattias Roock auch in seiner Küche. Für zu Hause empfiehlt er deshalb ein Rezept mit Risotto Loto, frischem Spargel und Tessiner Merlot.

Mattias Roock: Sapori del Nostro Orto – Aus dem Garten auf den Tisch

Der Chef ist stolz auf sein Konzept „Sapori del nostro orto“ = „Aromen aus unserem Garten“. Der Gault Millau Schweiz nennt ihn „Mister Farm to Table“. Gerichte, deren Zutaten fast komplett aus dem eigenen Garten, der eigenen Landwirtschaft stammen – das können die wenigsten Hotels von sich behaupten.

IMG_5883

Heute präsentiert uns Chef Roock sein berühmtes Spargelrisotto: Olivenöl, Zwiebeln, Weißwein, der hoteleigene Loto-Risottoreis, Spargel. Während der Küchenchef uns das Rezept erklärt und aus seiner Vita sowie seinem Garten, seinem Schaffen im Hotel erzählt, ist seine Mitarbeiterin Susanna Caneja bereits fleissig dabei, das Risotto zu kochen.

IMG_5887

Die Teller bestehen aus einheimischen Tessiner Steinen, die der Küchenchef im nahen Fluss Maggia im Alleingang gesammelt hat.

IMG_5889

Roock erinnert sich: „Einmal wollte ein Gast einen Teller kaufen und so musste ich zum Flussbett zurückkehren, um einen neuen Stein zu finden …“

IMG_5902

Selbstverständlich sieht die Zubereitung eines Risottos für eine Gruppe hungriger Journalisten bzw. für ein Restaurant etwas anders aus, als wenn wir im Privathaushalt das Gericht anrühren. Doch der Unterschied liegt nur in den Mengenverhältnissen, nie aber in der Qualität der Produkte und schon gar nicht in der Liebe, die der Koch im Restaurant und wir am heimischen Herd für die Zubereitung aufwenden sollten.

IMG_5906

Risotto, das bedeutet auch immer: Etwa 20 Minuten am Topf stehen und rühren, rühren, rühren. Reis, Brühe, Spargel müssen solange gerührt werden, bis sich die gewünschte Cremigkeit ergibt.

IMG_5909

Anschliessend wird mit einer kleinen Portion Butter…

IMG_5915

… sowie etwas Käse abgebunden.

IMG_5919

Gegebenenfalls kann ein kleiner Schuss Brühe die Konsistenz nochmal etwas verlängern.

IMG_5925

Zum Schluß mit etwas frischen Kräutern abschmecken.

IMG_5927

Während der Küchenchef das Risotto verkostet und überprüft hat die Köchin Zeit, die beiseite gelegten grünen Spargelspitzen in etwas Butter anzuschwitzen.

IMG_5933

Abschliessend ist es Zeit, das Risotto auf die wunderschönen Steinschalen zu geben und mit den Spargelspitzen zu garnieren. Ein purer Genuss! Guten Appetit!

Risotto del Nostro Orto von Mattias Roock

IMG_5980

Service:

Risotto und Wein können übrigens entweder im Hotel-Shop direkt vor Ort gekauft oder im Hotel-Onlineshop  bestellt werden. So zaubern wir uns ein Stück Tessin in unsere Wohnung.

IMG_5982

Mehr Infos:

Spargel-Möhren-Risotto mit Sauvignon Blanc von Tscheppe

Spargel_Tscheppe_Sauvignon_Blanc_April_2014_05

Vor dem Frisotto steht das Risotto. Wie kam ich auf die Idee, ein Frikassee und ein Risotto miteinander zu vermählen? Ganz einfach: Früher bei meinen Eltern habe ich oft genug klassisches Frikassee gegessen. Jetzt bereite ich in der Spargelzeit liebend gern Risotto zu. Und habe auch immer wieder frische Hühnerbrust dabei. Nun, das führt dann eben gern zu einer köstlichen Kreation. Ostern, Himmelfahrt bzw. Vatertag, Muttertag, Pfingsten und Fronleichnam liegen vor uns. Genug Zeit, ausführlich Spargelgerichte und unterschiedliche Kochrezepte auszuprobieren und zu geniessen. Vorher geben wir Euch gern noch an die Hand, wie ein köstliches Risotto zubereitet wird. Heute also ein Spargel-Möhren-Risotto mit Sauvignon Blanc vom Weingut Tscheppe aus der Steiermark.

In den wenigen Wochen bis zum Johannistag am 24. Juni lacht uns überall der weisse Spargel an. Grüner Spargel ist das ganze Jahr über verfügbar, er wächst weltweit in unterschiedlichen Qualitäten – und er ist kein wirklich klassisch deutsches Gericht. Der weisse Spargel hingegen ist so eine typisch deutsche Angelegenheit. In unseren Sandböden wächst das Gemüse perfekt, die geschickten Hände der polnischen und ukrainischen Erntehelfer, die jedes Jahr durch ganz Europa ziehen, holen ihn so rechtzeitig frühmorgens aus der Muttererde heraus, so dass die weissen Spitzen sich nicht von den ersten Sonnenstrahlen violett färben können. Wir können Euch sehr empfehlen, mal bei einer Spargelernte zu helfen.

Spargel-Möhren-Risotto: Zum Abstechen in den Gäuboden

Wir waren einmal im Gäuboden dabei und haben die Knochenarbeit auf dem Feld getestet. Dieser Ausflug in das schöne Niederbayern in der Nähe von Straubing war sehr lehrreich. Woher der Spargel letztlich kommt, ist unserer Ansicht nach egal. Schwetzingen, Schrobenhausen, Gäuboden, Beelitz… Schmeckt Ihr den Unterschied heraus? Ein Spargelbauer hat uns erklärt, dass die unterschiedlichen Arten weisser Spargel alle zusammen angepflanzt werden. Sie unterscheiden sich insbesondere im Zeitpunkt der Reife. So wachsen in den gleichen Feldern die einen Sorten früher, schon im März/April, die anderen eben erst später bis in den Juni herein. Der geschmackliche Unterschied sei minimal.

Spargel_Tscheppe_Sauvignon_Blanc_April_2014_01

Risotto, Frisotto, Spargel in Alufolie: Die grosse Vielfalt der Spargelvariationen

In den letzten Jahren haben wir bereits einige sehr schöne Spargelrezepte für Euch veröffentlicht. Zur weiteren Variation könnt Ihr Euch ja beispielsweise auch mal an einem Frisotto versuchen. Oder doch lieber ein Risotto mit Prosecco? Oder Spargel bei Königsberger Klopsen dabei? Daher verweisen wir Euch sehr gern auf dieses Rezept von Spargel in Alufolie.

Es ist die wohl schonendste Zubereitung für den Spargel. Denn er behält alle seine Inhaltsstoffe, seine Energie in sich. Nichts wird ins Kochwasser abgegeben. Und je nach gusto kann der Spargel in der Alufolie individuell gewürzt werden. Für Risotto empfehlen wir Euch beim Spargelbauern Eures Vertrauens Spargelbruch zu kaufen. Der ist deutlich günstiger, schmeckt ebenso gut und ist schon zerbrochen. Er sieht oft nur etwas komisch aus. Denn hier findet Ihr die Spargelstücke, die sonst nicht verkäuflich wären. Für unser Spargel-Möhren-Risotto oder auch für das Einkochen einer Spargelsuppe sind sie perfekt!

Spargel_Tscheppe_Sauvignon_Blanc_April_2014_04

Im heutigen Risotto variieren wir lediglich einen schönen knackigen, geschmacklich und farblich auffälligen Kontrapunkt: Zum Anrösten zusammen mit der gewürfelten Schalotte und dem Reis geben wir auch eine gewürfelte Karotte dazu. Ausserdem haben wir dem Risotto eine gute Prise Safranfäden beigegeben. Das gibt die schöne, kräftige gelbe Farbe sowie ein tolles Aroma.

Spargel-Möhren-Risotto mit Sauvignon Blanc von Tscheppe

Zutaten:

  • 1kg Spargel
  • 1 Schalotte
  • 0,25 Liter Weißwein (mind.)
  • ein gutes Stück Butter
  • 1 Liter Spargelsud (ersatzweise Gemüsebrühe)
  • 400g Risotto- (Arborio-, Carnaroli oder Vialone Nano)-Reis
  • Karotten
  • 200g Parmesan oder Pecorino, gerieben
  • Zucker, Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss
  • einige Safran-Fäden

Zubereitung:

Spargel-Möhren-Risotto: Der Sauvignon Blanc von Tscheppe

Spargel-Möhren-Risotto Tscheppe Sauvignon Blanc April_2014_06

Das Weingut Tscheppe befindet sich in der Südsteiermark in Österreich. Der Sauvignon Blanc kommt vom Pössnitzberg. Seit mehr als 150 Jahren kultiviert die Familie Tscheppe in der Südsteiermark Wein. Das heute stattliche 46 ha Weingärten umfassende Weingut Eduard Tscheppe war stets ein Zugpferd für den steirischen Wein. Die Weingärten umfassen insgesamt 32 Hektar Rebfläche in den Rieden Czamillonberg (10 Hektar) und Pössnitzberg. Sie sind zu 80% mit den Weißweinsorten Sauvignon Blanc, Morillon, Pinot Gris, Gelber Muskateller und Gewürztraminer, sowie zu 20% mit den Rotweinsorten Cabernet Sauvignon, Zweigelt und St. Laurent bestockt.

Die Weine vom Pössnitzberg werden duftig, fruchtig und sortentypisch ausgebaut. Die Lagenweine vom Czamillonberg reifen zum Teil in Barriques. Jährlich werden rund 200.000 Flaschen Wein erzeugt. Es können Weine bis zurück zum Jahrgang 1949 erworben werden. Der Pössnitzberg ist der ideale Ort für wunderbare Tage im Sinne der Genusskultur. Im äußersten Süden des Naturparks Südsteirisches Weinland gelegen, bietet er seinen Gästen außerordentliche Ruhe abseits stark frequentierter Routen und ist doch eine Location, von der aus eine Vielzahl an kulinarischen, kulturellen und naturgegebenen Attraktionen nach nur kurzer Fahrt erreichbar ist. Der Sauvignon blanc stammte ursprünglich aus Frankreich. In den letzten Jahren gelangten Sauvignon ́s aus der Stei- ermark zu Weltruhm. Internationale Verkostungserfolge machen diese Rebsorte zum Shootingstar unter den steirischen Reben.


Sauvignon blanc zählt zu den spät austreibenden Rebsorten. Die Traube ist klein, zylindrisch und dichtbeerig. Die Beeren sind länglich und dick- schalig. Der Sauvignon blanc verlangt warme, frühe Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie fruchtbare Böden mit guter Wasserführung. Für das Spargel-Möhren-Risotto ist der Sauvignon blanc ein erstaunlich perfekter Wein. Der vorliegende Wein ist eigentlich ein perfekter Dessertwein, er ergänzt mit seiner Süße, seiner Frucht jedes gute Dessert. Doch zum trockenen Spargel gibt er seine Aromen als toller Begleiter, seine Süße tritt stark in den Hintergrund. So ist er ein schönes Beispiel für ein Food- & Wine-Pairing, das nicht selbstverständlich ist. Zum Spargel pur würde er mit Sicherheit nicht so gut passen, zu diesem Risotto hingegen perfekt.

Guten Appetit!

Mein Weihnachtsbuchtipp: Arm aber Bio – Wie kann ich mit wenig Geld gesund essen?

Rosa Wolff Arm aber bio

Abgebrannt, pleite, arbeitslos, Hartz IV? Also arm aber Bio essen wollen? Heutzutage ist das alles keine Schande. Es kann jeden von uns treffen. Denn die meisten von uns haben nicht das Glück freigestellt zu werden und dennoch für die nächsten Jahre das Gehalt weiterzubeziehen. Oder eine fette Abfindung zu erhalten. Gerade freie Journalisten, so wie ich – oder eben meine liebe Münchner Kollegin Rosa Wolff kennen diese Herausforderung. Doch die ehemaligen Yuppies und Dinks, die heutigen Lohas wollen gesund essen. Bio ist gefragter denn je. Doch was, wenn das Geld knapp ist? Also arm aber Bio?

Ist Naturkost dann unerschwinglich? Rosa Wolff hat den Selbsttest gemacht. Einen Monat im Frühjahr 2009 lebte sie in München nur von dem Geld, was bei Hartz IV für Essen vorgesehen ist: 132,71 Euro. Pro Monat! Das sind 4,35 Euro/Tag!

Rosa Wolff ist seit vielen Jahren Food- und Weinjournalistin, das Weinmagazin Divino stammte aus ihrer Feder. Für diverse andere Titel auf dem Printmarkt ist sie unermüdlich unterwegs. Doch als ihr ein wichtiges Magazin wegbrach, war auch ein grosser Teil ihres Einkommens weg. Wohl auch etwas provoziert durch die Thesen von Thilo Sarrazin, beschloss sie einen Monat lang zu versuchen vom genehmigten Regelsatz nur noch Bio zu essen. Gelingt das? Zumal in München, der teuersten Stadt Deutschlands? Und Rosa wohnt in Schwabing… – auch nicht für günstiges Leben bekannt.

Arm aber Bio: Der tägliche Kampf um das Geld

So erzählt Rosa Wolff Tag für Tag von ihren Erfahrungen, rechnet täglich centgenau ab, berichtet von ihren Gefühlen, ihren kleinen Sünden, peinlichen Ausreden, verkohlten Keksen im Ofen und vielem mehr. Garniert werden die einzelnen Kapitel mit kleinen Ausflügen in Hintergründe, Vertiefungen und der Makroperspektive. Gewürzt ist das alles mit dem herrlich sarkastischen, ironischem Humor von Rosa Wolff. Sie vergleicht die Bio-Angebote von Aldi, Lidl, Penny und Münchner Biomärkten. Sie versucht Kino und Freibad in die Rechnungen mit einzubeziehen, denn etwas Kultur, Sport, Freizeit braucht der Mensch ja auch.

Rosa Wolff radelt durch München, besucht die Wochenmärkte in verschiedenen Stadtbezirken, versucht Freunde, die zu Besuch kommen, irgendwie angemessen zu verköstigen, verzichtet dabei selbst aufs Essen, setzt sich mit einer Volvic-Flasche voll Leitungswasser an den Eisbach und geniesst das schöne Maiwetter. In einem Winter, wie etwa dem jetzigen im Dezember 2010, wäre das alles deutlich härter, unangenehmer und kräftezehrender.

Arm aber Bio: Bayerisch, Italienisch, Asiatisch selbst gekocht

Was mich besonders begeistert, ist die schöne Erklärung aus welchen Zutaten sie sich täglich kleine Köstlichkeiten zaubert. Bayerisch-traditionell, italienisch oder asiatisch, alles ist frisch und selbstgemacht. Und sie ärgert sich, wenn sie Lebensmittel wegwerfen muss, nur weil sie eben eine größere Packung gekauft hat, die gerade günstiger war. Sie gibt sich alle Mühe, doch kommt auch sie zu dem Fazit, dass es nicht leicht ist. Oft genug hat ihr Magen hungrig geknurrt. Und sie stellt erschrocken fest: “Was ich aber wirklich schlimm finde, ist, dass so etwas Schlichtes wie ein gemischter Salat kaum drin ist. Ganz gleich, ob Bio oder nicht, dafür reicht es einfach nicht.”

Arm aber Bio: Mit Hartz IV ist es hart

Und sie kommt zu dem Fazit: “Sollte es passieren, dass ich wirklich nur den Hartz-IV-Satz zur Verfügung hätte, würde ich ganz genau so weiter machen wie in dem protokollierten Monat. Würde mich durchlavieren, ab und zu mal den Etat für den winzigen Luxus überziehen – und dafür am nächsten Tag darben. Ich hätte meine liebe Not damit, jeden Tag das Obst-Gemüse-Soll zu erfüllen – und doch würde mit steigender Übung auch das immer besser klappen.” Für ein fast perfektes Essen müsste man noch etwa 30 Euro drauflegen.

Abschliessend folgen noch Rosas diverse Rezepte, was sie alles gekocht, zubereitet, gegessen hat.

Arm aber Bio: Der Buchtipp für das schmale Budget

Das ist mein absoluter Weihnachts-Buchtipp! Zum einen, weil das Buch super geschrieben ist, absolut authentisch. Ausserdem ist es im Eigenverlag erschienen, hier steckt keine Marktmacht dahinter, die das Buch bei Hugendubel, Thalia & Co. in die Regale drückt. Und die Wirtschaftslage ist für uns alle, die wir als freie Journalisten arbeiten, nicht besser geworden.

Noch mehr gute Tipps für gesundes Essen bei knapper Kasse gibt es bei Hans Gerlach: Kochen (fast) ohne Geld.

Die Daten:
Rosa Wolff
Arm aber Bio!
Mit wenig Geld gesund, ökologisch und genussvoll speisen. Ein Selbstversuch
Erfahrungsbericht, Rezepte, Tipps & Infos
Broschiert: 228 Seiten
Verlag: Edition Butterbrot (November 2010)
ISBN-10: 3981346912
ISBN-13: 978-3981346916

Das Buch Arm aber Bio von Rosa Wolff gibt es hier bei Amazon zu bestellen. Mittlerweile ist auch das Kochbuch zu Arm aber Bio! erschienen:



Churfranken: Die 17 genussvollsten Orte rund um Wein, Bier, Brot und Whisky

IMG_7429

Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muss rosten. Wer mit dem ICE bis Aschaffenburg fährt, dort die Regionalbahn bis Miltenberg nimmt, kommt im Land der Franken in die ominöse Region Churfranken. Klar, das Frankenland kennt jeder. Auch Ober-, Mittel- und Unterfranken sind uns geläufig. Aber Churfranken? Wo soll das bitte sein? Wir begeben uns auf die Spurensuche und finden eine genussreiche Region. In Churfranken gibt es Wein, Bier, Brot und Whisky. Doch der Reihenfolge nach.

Churfranken: Das Dreiländereck am Untermain

Was und wo ist Churfranken eigentlich? Die nordwestlichste Ecke Frankens, im Dreiländereck von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gelegen, im landschaftlich überaus reizvollen Maintal zwischen Odenwald und Spessart ist ein Landstrich, der früher zum Kurfürstentum Mainz gehörte. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam Bürgstadt zum Fürstentum Leiningen, mit dem es 1806 dem Großherzogtum Baden einverleibt wurde. Nachdem die Stadt ab 1810 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörte, wurde sie schließlich 1816 an Bayern verkauft. Nur 60 Kilometer lang und 20 Kilometer breit erstreckt sich Churfranken zu beiden Seiten des Untermains zwischen Frankfurt und Würzburg. Von Großostheim bis Faulbach finden wir eine Szenerie aus traditionellen Weinbaudörfern, historischen Fachwerkstädtchen, Wander- und Treidelpfaden und ländliche bis hochklassige gastronomische Betriebe mit fränkischer Spezialitätenküche.

IMG_7208

Den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Herrgott kosten. Es sind über 30° Celsius in diesen Tagen, in denen wir das schöne Churfranken bereisen. Die Region präsentiert sich von ihrer allerschönsten Seite. Vom Bahnhof bis nach Bürgstadt bringt uns ein Taxi und wir können einen ersten Blick auf die malerische Gegend mit den mittelalterlichen Gebäuden und den Fachwerkhäusern erhaschen.

Churfranken: Landhotel Adler Bürgstadt

IMG_7211

Wir beziehen unser Zimmer im Landhotel Adler in Bürgstadt und lassen erstmal sämtliche Jalousien geschlossen. Draussen ist es so heiss, dass wir das kühle Zimmer sehr geniessen. Dieses schnucklige Hotel ist wunderbar modern eingerichtet und bietet auch eine exzellente Küche. Die Küche des Hotels ist nach der Philosophie von Slow Food ausgerichtet. Außerdem stehen natürlich Weine aus der Region auf der Karte, die sollte man auf jeden Fall degustieren. Einen kleinen Einblick in unser Zimmer und einen Spaziergang durch das Dorf sowie das Mittagessen in der Häckerwirtschaft des Weingut Neuberger gibt Euch unser kleines Video:

IMG_7214

Übrigens: Diesen Kuhfellhocker finde ich extrem cool. Den würde ich sehr gern selbst kaufen. Echt ein cooles Element in dem Hotelzimmer. Hat in meiner Bude nur leider keinen Platz.

IMG_7303

Churfranken: Bürgstadt

IMG_7220

Die erste urkundliche Erwähnung von Bürgstadt erfolgte im Jahr 1181. Bis ins 18. Jahrhundert war Bürgstadt Centgrafensitz, verlor jedoch schon im Mittelalter viel von seiner Bedeutung an das unmittelbar benachbarte Miltenberg, das strategisch günstiger lag und durch eine Burg geschützt wurde.

IMG_7221

Im ganzen Ort stehen wunderschöne Baudenkmäler – also eigentlich normale Wohnhäuser. Aber so schön alt, wunderbar erhalten in der typischen schönen Fachwerkbauweise, dass es ein Vergnügen ist, durch den Ort zu spazieren.

IMG_7222

Besonders schön ist das historische Rathaus im Renaissancestil, das mit einer Rundbogen-Durchfahrt gebaut wurde.

IMG_7301

Als Bewohner müsste man sich eigentlich fühlen, wie wenn man in einem UNESCO-Welterbe-Museumsdorf wohnen würde.

Churfranken: Häckerwirtschaft Weingut Neuberger

IMG_7224

Wir kehren ein im Weingut Neuberger. Was in anderen Weinregionen Besenwirtschaft heisst, sind hier die Häckerwirtschaften. Der Begriff Häckerwirtschaft kommt von Häcker oder Hacken, weil das früher die einzige Möglichkeit der Bodenbearbeitung in den steilen Weinbergen war. Die Winzer waren nur mit ihren Hacken unterwegs, um den Boden vom Bewuchs freizuhalten. Hier stehen die eigenen Weine und die Weine der Nachbarn, des Ortes im Vordergrund. Dazu gibt es regionale Spezialitäten für wenig Geld. Die Gäste sitzen im Innenhof auf Bierbänken unter Sonnenschirmen, das Ambiente ist wunderbar rustikal und charmant.

IMG_7235
IMG_7236

Die regionalen Spezialitäten sind hier die Saumaise und der Spessart-Beißer. Die Saumaise ist ein aus fein gehacktem Pökelfleisch geformtes Laibchen. Der Spessart-Beißer ist eine Wurst, die erst im Jahre 2005 von lokalen Metzgern erfunden wurde. Leider gibt es für beide Spezialitäten noch keine Rezepte online. Zusammen mit Sauerkraut und/oder Kartoffelsalat schmeckt es uns alles exzellent gut. Dazu geniessen wir eine kleine Weinprobe der Weine des Weingutes Neuberger.

Churfranken: Der Centgrafenberg

IMG_7241

Der Wald steht grün, die Jagd geht gut. Wir treffen uns mit Marianne Krommer. Sie ist die Gästeführerin Weinerlebnis Franken und zeigt uns einen der bekanntesten Orte für Weinliebhaber: Die Centgrafenkapelle ist Namensgeber für einen der besten Rotweine Deutschlands. So erhielt ein Jahrgang des Spätburgunder Centgrafenberg Großes Gewächs trocken vom Weingut Rudolf Fürst einmal beim Weinguide Gault Millau die Höchstwertung von 100 Punkten.

SAM_4162

Der Centgraf war ein Beamter des Mainzer Erzbischofs als Landesherren. Er stand dem Gerichtsbezirk (Cent) Bürgstadt vor und organisierte auch die Landesverteidigung. Der Centgraf Leonhard Gackstatt begann 1629 mit dem Bau einer Kapelle an dieser Stelle und konnte sie bis zur Dachhöhe fertigstellen. Der Einfall der Schweden ein Jahr später machte dem Bau aber ein Ende und blieb bis heute unvollendet. Die eindrucksvolle Ruine steht am Beginn des “Historischen Wanderwegs”, der zu zahlreichen Steindenkmälern, wie etwa Heunesäulen, Sarkophag- und Mühlsteinfragmenten) führt.

IMG_7258

Die Lage der Centgrafenkapelle könnte nicht besser sein. Von hier aus haben wir einen atemberaubenden Ausblick auf Bürgstadt, Miltenberg und das ganze Maintal. Direkt zu unseren Füßen blühen, wachsen und gedeihen die Reben von Rudolf Fürst und anderen Bürgstadter Winzern. So geniessen wir von hier aus den 2017er Bürstadter Weissburgunder trocken vom Weingut Neuberger, bei dem wir kurz zuvor einkehrten.

SAM_4181

Anschliessend schenkt uns Marianne Krommer einen guten Schluck vom 2016er Silvaner Sandsturm vom Weingut Sturm aus Bürgstadt aus.

SAM_4167

Sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Auf der anderen Mainseite sehen wir zwischen den Weinhängen die “Mainhölle“. Hier wurde früher Buntsandstein abgebaut, der u.a. für die Bauten des Frankfurter Domes sowie der kurfürstlichen Martinsburg in Mainz eingesetzt wurde.

IMG_7272

Churfranken ist eine ganz offensichtlich sehr gut organisierte Region. Denn überall stehen Informationstafeln für Touristen und Einheimische.

SAM_4164

Für Touristen und Einheimische gibt es hier auch viele Möglichkeiten zum Einstieg in Wander- oder Radwege. Die gesamte Umgebung ist erstklassig ausgeschildert.

Churfranken: Die Martinskapelle Bürgstadt

SAM_4206

Die Martinskapelle in Bürgstadt wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts errichtet. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen in Franken. Im Jahre 1247 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Das Langhaus und der Chor wurden um 1200 auf die heutige Höhe gebaut, während um 1490 an der westlichen Giebelseite das aufwändige gotische Hauptportal eingebaut wurde. Das reich profilierte Portal zeigt im Tympanon den Heiligen Martin.

SAM_4212

Die glücklicherweise vollständig erhaltenen Wand- und Deckenmalereien stammen vom Maler Andreas Herneisen aus dem 16. Jahrhundert. In der sogenannten Bilderbibel werden in 40 Medaillons Begebenheiten aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt und in Merkversen kommentiert. Die vollständige Erhaltung der Ausmalung der Martikskapelle ist von überregionaler kunsthistorischer Bedeutung. Die Malereien wurden in Sacco-Technik ausgeführt und waren bis 1907 übertüncht.

Churfranken: Ein Rundflug

IMG_7287

Zum heil’gen Veit von Mainbullau bin ich emporgestiegen und seh die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen. Durch einen dichten Wald geht es hoch auf ein Hochplateau. Auf dem Flugplatz Mainbullau warten bereits Peter Duffeck und seine Diamond DA 40 auf uns. In der einmotorigen Sportmaschine ist nur Platz für den Piloten und uns zwei Journalisten. Ich bin schon in einigen Flugzeugen geflogen. Aber bisher noch nicht in so einer kleinen Maschine, das war bisher immer nur ein Traum.

Hier umrahmen Berg und Hügel die weite stromdurchglänzte Au, ich wollt’ mir wüchsen Flügel. Peter Duffeck ist ein erfahrener Pilot – er beherrscht nicht nur sein Leichtflugzeug perfekt, sondern vermittelt seinen Passagieren in der engen Maschine sofort ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit. Das Fliegen ist auf einmal so ganz anders als gewohnt: du spürst den Wind, nimmst jede Bewegung intensiv wahr und die Glaskanzel erlaubt einen grandiosen Rundumblick.

SAM_4229

Nachdem die kleine Propellermaschine die Startbahn von Mainbullau verlassen hat, sehen wir die wunderschöne Landschaft von Odenwald und Spessart, die hier vom Main durchzogen ist, zu unseren Füßen. Hier Franken, dort Baden-Württemberg und da hinten Hessen – mit dem Flugzeug ist das alles nur einen Katzensprung entfernt. Streuobstwiesen, bunte Felder, Wälder, Weinberge, dazwischen geheimnisvolle Gemäuer romantischer Burgen und Schlösser. Auch massive Festungen, Klöster, Kirchen und altehrwürdige Fachwerkbauten, kontrastvoll eingerahmt vom üppigen Grün der Reben und dem Rot des Buntsandsteins, sind zu sehen. Mittendrin schlängelt sich das blaue Band des Mains.

SAM_4261

Churfranken: Landhotel Der Schafhof

IMG_7342

Am Abend geht der Weg in den Odenwald. Hinter der Barockstadt Amorbach mit ihrer Abteikirche führt eine verschlungene Straße in ein Talende zum Amorbacher Schafhof. Hier befand sich einstmals die Schäferei der Benediktiner. Heute ist das Klostergut Landhotel und Restaurant.

IMG_7380

Der Schafhof beherbergt heute ein stilvoll restauriertes Hotel der gehobenen  Kategorie. Serviert wird in der Abt- und Schäferstube mit ihren jahrhundertealten Eichendecken. Küchenchef Achim Krutsch  kreiert mit seiner Brigade täglich wechselnde Gourmetmenüs der traditionellen französischen Hochküche. Zu unserem Besuch war sein Restaurant noch mit einem Stern des Guide Michelin gekrönt. Im Jahr 2020 verlor das Restaurant allerdings seinen Stern.

SAM_4270
Terrine von Landser Gänseleber im Sauternes Gelee mit Aprikosenkompott und hausgebackener Brioche
SAM_4272
Medaillon vom Kabeljau auf Creme von geschmortem Fenchel, Safransauce und Chorizo-Öl
SAM_4275
Schaumsüppchen von heimischen Steinpilzen
IMG_7408
Lammrücken auf Couscous, Tomaten und Auberginenekompott, Just mit Raz el Hanout
IMG_7410
Rohmilchkäse-Auswahl
SAM_4286
Gâteau von der Valrhonaschokolade mit Dreierlei von Kirschen
IMG_7338

Im Nebenhaus, der ehemaligen Remise, werden  in der Benediktinerstube ländlich – mediterrane Gerichte angeboten.

IMG_7335

Das Privatmuseum: Hier stehen noch ein paar schöne, alte Kutschen.

IMG_7326

Die Streuobstwiesen vor der Tür laden dazu ein, die im Obst enthaltenen Vitamine dauerhaft einzufangen. Dazu verhilft eine hauseigene Destille.

IMG_7332

Wir verkosten die hauseigenen Brände, wie etwa Apfel- oder Williams-Birnen-Brand oder Kräuter von der Schafsweide. Das sind Vitamine pur. Exzellente Qualität.

IMG_7346

Der Kräutergarten könnte noch von den Mönchen stammen. Jedoch sind es die Küchenkräuter der Sterneküche des Küchenchefs. Direkter und frischer geht es nicht mehr.

IMG_7354

Die Gäste haben im Hotel die Möglichkeit im Souvenirshop ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

IMG_7360

Mehrere Gastro-Outlets geben den Gästen die Möglichkeit zwischen rustikal, mediterran und Gourmet-Tempel auszuwählen.

IMG_7365

In diesem Saal können beispielsweise Hochzeiten ausgerichtet werden.

IMG_7373

Der Weinkeller ist exzellent ausgestattet. Insgesamt ist der Abend sehr vinophil und köstlich.

Churfranken: Der Fränkische Rotweinwanderweg

IMG_7421

Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines. Nach einer sehr kurzen Nacht wandern wir ein Stück auf dem längsten Wanderweg Deutschlands entlang: Der Fränkische Rotwein Wanderweg durchstreift auf einer Gesamtstrecke von 72 Kilometern Länge Churfranken durch das Terroir des churfränkischen Spätburgunders. Der Rebaustrieb im Mai hat seine Reize, ebenso der Juni, wenn die Rebblüten, auch Gescheine genannt, die Rebstöcke zieren. Das üppige Grün der Rebflächen prägt den Hochsommer der Monate Juli und August. Ab späterem August beginnen die “Roten” in ihr Herbstlaub umzufärben, bis in den September, an dessen Ende die Lese beginnt. Dunkelrotes Herbstlaub prägt den Weinberg dann im Oktober. Das ganze Jahr über ist also perfekt, um durch Churfranken zu wandern.

IMG_7420

Der Winzerschutzherr Kilian beschert uns etwas Feines. Das Teilstück über der alten Fachwerk- und Rotweinstadt Klingenberg am Main zeichnet sich durch seine Steillagen aus, die nur von Hand bearbeitet werden können. Entsprechend ist die Lage in unterschiedliche Parzellen aufgeteilt, die leider nicht mehr alle bewirtschaftet werden. Wer sich also gerne etwas Weinlage kaufen möchte, hier gäbe es etwas Arbeit für engagierte Nebenerwerbswinzer. Anhand der Böden können wir leicht erkennen, welche Winzer konventionell arbeiten und welche Winzer bereits voll auf nachhaltigen Weinanbau umgestellt haben.

SAM_4304

Churfranken: Bio-Weinbau Anja Stritzinger in Klingenberg

Wir treffen die Winzerin Anja Stritzinger in ihrem Weinhang in der Lage Schlossberg. Für sie hat der nachhaltige Weinanbau und der liebevolle Ausbau ihrer Weine eine deutlich höhere Priorität als der Aufbau einer eigenen Webseite (zu diesem Zeitpunkt, an dem ich diesen Artikel schreibe, ist zwar eine Domain reserviert, aber keine Webseite vorhanden).

IMG_7423

Anja Stritzinger zeigt uns anhand der Spätburgundertrauben, die direkt am Wein hängen und fast auf den Buntsandsteinmauern aufliegen, im extrem heissen Sommer 2019 fast verbrennen. Sie erklärt uns, dass der Klimawandel für die Winzer auch bedeutet, dass sie von Winzern aus Südeuropa lernen muss. Im eigentlich eher kühlen Franken haben die Winzer bisher immer die Reben von Blättern befreit, die Trauben somit frei gelegt, damit sie genügend Sonne tanken. Mittlerweile werden die Sommer auch bei uns in Mitteleuropa so heiss, dass die Winzer umdenken müssen. Die Blätter sollten doch eher dran bleiben und die Trauben schützen. Sonst verbrennen die Beeren noch bevor sie wirklich reif sind.

Seit mehr als 40 Jahren bewirtschaftet die Familie Stritzinger bereits die Weinberge an den steilen Hängen des Maintals. Die besondere Atmosphäre in den denkmalgeschützten Terrassen und die alten, tief wurzelnden Rebstöcke beflügeln die Familie ihre Weine nach Bioland-Zertifikation auszubauen. Die Buntsandsteinmauern speichern am Tage die Wärme der Sonne und geben sie nachts wieder ab – perfekt für die Wärme liebenden Rotweintrauben. Doch manchmal kann es zuviel Wärme sein.

SAM_4316

Die Weinbaugermarkung Schloßberg gehört zum Ökosystem “Alter Weinberg“. Diese landschaftliche Nische, die durch die Flurbereinigung nicht betroffen war, beherbergt einige Reben, die noch älter sind als 50 Jahre. Also wirklich alte Reben, deren Wurzeln tief im Weinberg verankert sind und richtig gute Mineralik hervorbringen. Innerhalb des Klingenberger Museumsweinbergs gibt es sogar einen Wein, den sogar Weinkenner eher nur mit Wien verbinden: den “Gemischten Satz“. Das heisst, dass in dieser Lage nicht etwa ausschliesslich sortenreine Trauben wachsen. Sondern hier wurde über die Jahrzehnte, Jahrhunderte alles mögliche angepflanzt, ausprobiert, egal ob weiß oder rot. Der sortenreichsten “Rote Gemischte SatzDeutschlands im Klingenberger Museumsweinberg besteht aus 16 verschiedene Rebsorten – Achtung, tief einatmen: Portugieser, Spätburgunder, Roter Franke, Blauer Urban, Tauberschwarz, Cabernet Sauvignon, St. Laurent, Schwarzer Trollinger, Blauer Kölner, Roter Gutedel, Bouquetrebe, Ortlieber, Weißer Honigler, Alter Silvaner, Roter Elbling, Traminer, Muskateller. Kennst Du alle diese Reben? Ich nicht.

SAM_4312

Aber wir sind ja in Franken. Neben dem für den Rotweinwanderweg typischen Spätburgunder gedeihen hier natürlich auch noch Riesling und – wie könnte es ander sein? – Silvaner.

Der Riesling wurde bis nach dem Zweiten Weltkrieg ausschliesslich im Gemischten Satz angebaut. Erst in jüngerer Zeit auch wieder sortenrein. Auf dem Klingenberger Schloßberg ist er allerdings mit weniger als 1 Hektar Rebfläche vertreten. Der Grund: Er benötigt die gleichen exzellenten Bodenqualitäten wie der Spätburgunder. Der Riesling, der von hier kommt, ist meist rassig, säurebetont, mit feinem Muskatbukett. Der Silvaner hingegen hat in Klingenberg kaum Tradition, auch er nimmt nur weniger als 1 Hektar Rebfläche in Anspruch. Der Silvaner vom Buntsandstein ist leichter, dafür etwas rassiger als die bekannteren Tropfen aus den Lagen um Würzburg.

IMG_7428

Der Müller-Thurgau ist hingegen mit 6 Hektar Rebfläche die dominierende Weißwein-Sorte am Klingenberger Schloßberg. Fast verschwunden mit nur noch weniger als einem Hektar Rebfläche ist die Müllerrebe, auch Schwarzriesling genannt. Um 1830 war diese Traube rund um Klingenberg allerdings sehr stark vertreten und als Wein sehr beliebt.

Neben dem Spätburgunder dominiert der Blaue Portugieser mit einer Rebfläche von 9 Hektar neben dem Spätburgunder die Lagen von Klingenberg. Er ist die “Brot-und-Butter”-Sorte der Winzer und bringt auch in weniger guten Weinjahren zarte, milde, dunkelrubinfarbige Rotweine.

SAM_4321

Churfranken: Das Terroir f

Kraftorte. Orte, die wir im Gedächtnis behalten. Besondere Orte, die die Vielschichtigkeit der Region ausstrahlen. Orte, die uns den Atem rauben. Orte, die uns in der Landschaft lesen lassen wie in einem offenen Buch. Orte, an denen wir das Gefühl haben, mit der Landschaft befreundet zu sein. Orte, an denen wir am liebsten wohnen möchten: Diese Orte sind im Weinland Franken als Terroir f gekennzeichnet. Wer zu einem Terroir f hinaufsteigt, geniesst einen herrlichen Blick über die faszinierende Landschaft des Fränkischen Weinlandes. Doch ein Terroir f ist mehr als nur ein Aussichtspunkt. Hier verschmilzt die Natur mit Landschaftsarchitektur, Kunst und Weinkultur. Das Terroir f in Klingenberg am Main ist noch so neu, dass es immer noch nicht auf der Webseite vom Weinland Franken verzeichnet ist, wohl aber auf der Webseite der Stadt Klingenberg.

IMG_7429

Von hier oben geniessen wir wirklich einen sensationell schönen Ausblick auf die liebliche churfränkische Weinlandschaft.

SAM_4317

Bis vor kurzem stand hier noch ein in die Jahre gekommener Holzpavillon. Dieser wurde mittlerweile durch einen hochmodernen kubusförmigen Neubau ersetzt. Hier erfahren wir etwas über die Wein-Terrassen rund um Klingenberg am Main, über die Steillagen, den Buntsandstein und wie die Sonne auf die Reben wirkt. Steil- und Terrassenlagen zählen zu den faszinierendsten Kulturlandschaften, die der Mensch in der Geschichte der Landwirtschaft geschaffen hat. Die Erzeugung des Weines in diesen Flächen wird jedoch durch den nach wie vor hohen Anteil an Handarbeit immer kostenintensiver. So beträgt der Arbeitszeitbedarf für die Traubenerzeugung in einer voll mechanisierbaren Hanglage ca. 250 Stunden. Dagegen sind in Steillagen mit Mauern bis zu 800 Stunden in Terrassenlagen bis zu 1.600 Stunden erforderlich. 

IMG_7434
IMG_7433

Weil alles nur graue Theorie wäre, wenn wir es nicht schmecken könnten, lässt uns Anja Stritzinger von ihren feinen Tropfen kosten. Wir probieren den 2016er Klingenberger Schlossberg Spätburgunder, ein herrlicher Wein, der in der Sonne am späten Vormittag einen perfekten Aperitif gibt.

IMG_7435

Da man möglichst nicht Alkohol trinken sollte ohne etwas zu essen, serviert uns die Bio-Winzerin noch köstlichen Bio-Käse aus der Region.

IMG_7440
IMG_7442

Insbesondere, da wir anschliessend noch einen ganz besonders edlen Tropfen degustieren: den Alter Satz Vinum Franconium Purpureum 20 vom Weingut Stritzinger. Den Alten Satz prägen Spätburgunder- und Portugieserreben. Sie liefern Tiefe, Struktur, billigten Frucht und einen kräutrig-mineralischen Abgang. Ein extrem dichter, toller Tropfen, der uns begeistert. Ein sehr typischer Klingenberger im durchscheinenden Rubinrot, eher leichtgewichtig, aber keineswegs dünn, angenehme Dunkelfrucht mit einem Hauch kantigen Tannin, ein Wein, der Spaß macht.

IMG_7443

Wir werfen noch einen schnellen Blick in den Keller des Weingutes Stritzinger. Ein paar alte, grosse Tonneaus für die Rotweine finden wir hier ebenso,

IMG_7447

wie kleine Barrique-Fässer sowie Edelstahl für die Weißweine. Wirklich ein kleines, feines Weingut, das mit sehr viel Liebe edle Tropfen erzeugt.

Churfranken: Gasthaus Zum Riesen Miltenberg

IMG_7460

Nach dem Wein als Aperitif fahren wir ins Herz der mittelalterlichen Stadt Miltenberg. Wir kehren in das Gasthaus Zum Riesen ein, der ältesten Fürstenherberge Deutschlands. Das Haus war schon Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich bekannt. 1314, kurz nach seiner Königswahl, habe sich Ludwig der Bayer im “Riesen” zu Miltenberg aufgehalten und Karl IV. habe im Februar 1368 acht Tage lang hier Quartier genommen. Das heutige imposante Renaissancegebäude allerdings stammt von 1590. Wer Rang und Namen hatte, kehrte hier ein, diverse Kaiser, etwa Kaiser Friedrich I., Kaiser Friedrich III., Kaiserin Maria Theresia, Kaiser Karl IV., Martin Luther, Albrecht Dürer, Elvis Presley  oder auch Königin Christine von Schweden. Sogar ein Bordell soll hier angeblich betrieben worden sein.

IMG_7454

Im 19. Jahrhundert hatte der “Riesen” auch ein Braurecht. Davon zeugt heute noch der Braustern am Wirtshausschild.

IMG_7453

Im April 2001 fand nach einer grundlegenden zweijährigen Renovierung der Innenräume durch das Brauhaus Faust zu Miltenberg, die Neueröffnung des Gasthaus “Zum Riesen“ statt. Bei den Renovierungsarbeiten wurde der historischen Bedeutung dieses Hauses in besonderem Maße Rechnung getragen. Heute befindet sich hier wieder ein traditionelles Wirtshaus auf gutbürgerlichem Niveau.

IMG_7450

Ich gönne mir eine typische Spezialität: Original Miltenberger Rossäpfel, das sind Leberknödel mit einer Dunkelbiersauce, Speck, Sauerkraut und Bratkartoffeln.

IMG_7449

Dazu probiere ich das helle Hefe-Weißbier und ein Dunkles Bier von der Brauerei Faust. Sehr köstlich, exzellent, empfehlenswert. Die Brauerei Faust bietet immer eine Vielzahl an frischen und selbst gebrauten Bieren an. Ein absoluter Geheimtipp!

Churfranken: Miltenberg

IMG_7477

Die Zwillingstürme der Stadtpfarrkirche St. Jakobus weisen den Weg in Miltenbergs „gute Stube“, den Marktplatz am Schnatterloch

IMG_7483

Der Marktbrunnen von 1583 wird von hübschen Fachwerkbauten umrahmt, wie die gesamte Altstadt zwischen dem Mainzer und dem Würzburger Tor aus alten Fachwerkgassen besteht. Das romantische Ensemble von Marktbrunnen und Fachwerkhäusern wird auch Schnatterloch genannt und ging mit Lilo Pulver und dem “Wirtshaus im Spessart” in die Filmgeschichte ein.

IMG_7463

Miltenberg, 1237 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte der bekannteste Ort in Churfranken sein, zumal er 2012 775-jähriges Jubiläum feierte. Die Altstadt, die sich zwischen Würzburger und Mainzer Tor auf weniger als zwei Kilometern erstreckt, zeigt sich in schönstem Fachwerk, gekrönt von der Mildenburg.

IMG_7472

Warum gab es überhaupt so viel Fachwerk? Weil es das billigste Material für den Hausbau war. Den Stein, den besonders harten Miltenberger Buntsandstein, den man hier abbaute, exportierte man lieber, etwa zur Errichtung der Frankfurter Paulskirche, ebenso wie Holz und Wein. Lediglich die Stadtmauer entstand aus Buntsandstein.

IMG_7491

Am Schnatterloch durchschreiten wir den Durchschlupf in der Stadtmauer. dahinter befindet sich ein weiteres Loch, das eigentliche Schnatterloch. Hier fließt bei starkem Regen das Wasser durch die Stadtmauer und über eine Entwässerungsrinne bis zum Marktplatz. Der Name Schnatter leitet sich aus dem alten Begriff „Snade“ ab, mit dem eine Grenze bezeichnet wurde, denn der Regenwassergraben war ursprünglich einmal die Stadtgrenze. Der Name hat also nichts mit frieren oder viel reden zu tun.

IMG_7486

Vom Marktplatz und dem Schnatterloch erreicht man auch die Mildenburg hoch über der Stadt. Doch für diese haben wir heute keine Zeit. Schliesslich muss es ja immer noch ein paar Gründe geben, wiederzukommen.

IMG_7513

Viele Städte und Gemeinden haben Spott- und Spitznamen, die heutzutage vor allem im Karneval verwendet werden. Die Miltenberger sind die „Staffelbrunser“ und diesem Spottnamen wird mit dem „Staffelbrunserbrunnen“ gedacht. Auch wenn sich um die Herkunft dieses Spitznamens verschiedene Legenden ranken, ist die plausibelste Erklärung, dass diejenigen, die in früherer Zeit ihr Wasser am Staffelbrunnen holten, als „Staffelbrünnler“ bezeichnet wurden. Irgendwann wurde diese Bezeichnung auf alle Miltenberger ausgeweitet und zum „Staffelbrunser“ verballhornt. – „Brunsen“ ist das hiesige Wort für „urinieren“. Die Figuren stellen unterschiedliche Charaktere dar: der „Glee“ („Kleine“), der „Gross“ (Große) und der „Angeber“. 

Churfranken: Die Brauerei Faust

IMG_7527

Stattdessen treffen wir uns mit Cornelius Faust, Inhaber der Brauerei Faust. Die einstige Miltenberger Löwenbrauerei stammt von 1654. Heute ist das Brauhaus Faust die älteste Brauerei im Rhein-Main-Gebiet. Im Schatzkeller der Brauerei Faust in Miltenberg lernen wir alles Wissenswerte über den Gerstensaft. Auch der prämierte Eisbock aus dem Holzfass lagert hier unten.

IMG_7545

Churfranken: Mayer’s Bäck Miltenberg

Im Stammhaus der Miltenberger Traditionsbäckerei Mayer’s Bäck unterhalten wir uns mit Brotsommelier Volker Mayer. Er ist der Bäckermeister und Inhaber von Mayer’s Bäck. Seine Herzensangelegenheit ist es, besonders schmackhaftes, traditionelles Brot herzustellen. Erst seit 2015 gibt es Brotsommeliers. Volker Mayer ist einer der ersten Brotsommeliers weltweit. Er lässt uns verschiedene Brotsorten probieren, wir diskutieren nicht nur über die verschiedenen Arten von Korn, sondern auch über die Art der Mahlgrades, über die Kruste, die verschiedene Beschaffenheit der Brote und vieles mehr.

IMG_7542

Die Backstube, die sich im hinteren Teil des Stammhauses befand, ist seit Juni 2012 eine kleine gemütliche „Kaffeeschenke“. Hier haben die Eltern von Volker Mayer vor über 50 Jahren die Bäckerei gegründet. Nachdem der Junior 1993 den elterlichen Betrieb übernommen hatte, fing er an, das Unternehmen zu einer modernen Bäckerei mit mehreren Filialen umzubauen. Denn mittlerweile kommen die Kunden nicht mehr zu den guten Bäckereien. Doch er will nicht den Platz den Billig-Aufbackläden überlassen. Daher hat er moderne Filialen in Gewerbegebieten aufgemacht. Die neugebaute Backstube mit großem Laden und einem “Bäck Drive” Schalter befindet sich jetzt in Großheubach. Wer das Brot probieren möchte, kann es sich über den Onlineshop bestellen.

IMG_7623

Churfranken: St. Kilian Distillers

Nach so viel festem Getreide widmen wir uns wieder der flüssigen Verarbeitung von Körnern zu. Den gebrannten, destillierten Körnern. Deutschlands größte Whisky-Destillerie liegt nur einen Autostunde von Frankfurt am Main entfernt am Rande von Rüdenau in Unterfranken. Wenn man das Ende der Welt sucht, dann hat man es hier zwar noch nicht erreicht. Man ist ihm aber schon sehr nah. Rüdenau ist ein sehr kleines Kaff am Ende eines Tales. Wunderschön gelegen, doch ausser den Einheimischen verirrt sich sonst kein Normalsterblicher hierher. Hier steht die Industrieruine eines Pleite gegangen Unternehmens. 20010 lernte der Investmentbanker Andreas Thümmler den irischen Master Distiller David F. Hynes in Irland kennen. Sie legten beide den Grundstein für eine Zukunft als Gründer der St. Kilian Destillerie.

IMG_7557

Im Heimatort von Andreas Thümmler fanden sie das leerstehende Fabrikgebäude am Ortseingang des Dorfes. Die echt schottischen Brennblasen aus Kupfer liessen die beiden in Handarbeit bei Forsythe Pot Stills fertigen. Zwei Jahre später kamen die 6.000 Liter-Kessel in der Destillerie an. Die beiden Tüftler einigten sich schliesslich auf zwei verschiedene Whisky-Stile: einen eher weichen und einen rauchig-torfigen Whisky, der sehr an Ardbeg erinnert.

IMG_7555

Für die Lagerung der Whiskys haben die zwei bereits reichlich Holzfässer eingekauft. Auch hier spielen sie mit verschiedenen Charakteristika: Fässer aus Eiche oder Kastanie, neue und alte Fässer, die bereits für bspw. Portweine gebraucht wurden.

IMG_7571

In den bereits gut gefüllten Sudkesseln köchelt der Whisky vor sich hin.

IMG_7579

Den ersten Whisky präsentierte St. Kilian Distillers kurz vor unserem Besuch im Mai 2019. Die limierten, bereits vor dem Start ausverkauften Erstabfüllungen “First Kilian” und “One” bilden die Signatur Edition.

IMG_7609

Jetzt lagern die Whiskys in den Fässern der Lagerhallen der ehemaligen Fabrik. Wer jetzt schon sich etwas ganz besonderes leisten möchte, kann hier auch ein ganzes Faß kaufen. Einige Fässer sind bereits reserviert.

IMG_7643

Churfranken: Gasthof Metzgerei Zum Stern Rüdenau

Zu guter Letzt fahren wir noch weiter in Richtung Ende der Welt, bis in den Dorfkern von Rüdenau hinein. Hier betreten wir den Gasthof Metzgerei Zum Stern Rüdenau. Der Gasthof ist seit etwa mehreren Jahrzehnten nicht mehr renoviert worden. Uns empfängt eine Einrichtung, wie man sie wirklich nur noch in urigen, alten Dorfkneipen findet. Doch dann begrüßt uns Dieter Baumann, ein junger, engagierter Koch und Gastwirt. Ein Blick auf die Speisekarte beweist, dass man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen sollte. Die Holzbanktäfelung aus den 40er Jahren kombiniert mit aktueller Tischkultur bietet ein unverwechselbares Ambiente. Die Einrichtung ist total unwichtig, wenn die Küche frisch, köstlich, regional und innovativ ist. Ein Gasthof kann nicht schlecht sein, wenn er seine eigene Metzgerei dabei hat.

IMG_7628

Als Vorspeise gönne ich mir ein richtig frisches Tatar, das eben erst gewolft wurde. Richtig schön klassisch angerichtet, zum selbst anrichten.

IMG_7630

IMG_7632

Zum gebackenen Schnitzel wird Wirsingrahmgemüse serviert.

IMG_7635

Der große Salatteller mit Lachsstreifen sieht auch großartig aus.

IMG_7639

IMG_7641

Die Metzgerei nebenan bietet laute frische, köstliche Spezialitäten an. Der Gasthof hat außerdem noch mehrere Räume für Feierlichkeiten.

Fazit: Churfranken ist eine wunderschöne Region. Etwas abseits vom Schuss, nicht direkt an der Autobahn, nicht direkt an einer ICE-Strecke gelegen, aber dennoch nicht weit von Frankfurt und Würzburg entfernt, bietet sich diese Destination optimal an für Wochenendausflüge oder Urlaube für gestresste Frankfurter – aber auch aus anderen Ecken des Landes. Insbesondere Genussmenschen, Wein- und Bierliebhaber, wie auch Wanderer und Radfahrer kommen hier voll auf ihre Kosten.

Service:

Das schreiben die Anderen:

Literatur:


Disclosure: Herzlichen Dank an Churfranken Tourismus für die Einladung zu dieser Pressereise. Dennoch bleibt meine Meinung unabhängig.

Das perfekte Weihnachts-Menü: Gefüllte Ente mit Calvados-Äpfeln und Champagne Dom Caudron

Kochen_Ente_Calvadosaepfel_Champagne_Dez_2014_001
Weihnachten: Gans oder Ente? Ente! Bei mir ist diese Antwort gans eindeutig. Ich bevorzuge das Entenfleisch gegenüber dem der Gans, da es deutlich saftiger, feiner und wohlschmeckender ist. Das trifft übrigens auch auf die leckere Stopfleber bzw. Leber zu. Doch dazu ein anderes Mal. Ich habe zu Weihnachten 2014 wieder meine leicht-locker-leckere Ente serviert: Die Gefüllte Ente mit Calvados-Äpfeln und diesmal gab es dazu einen edlen Champagne Dom Caudron. Ich möchte Euch gern an diesem Rezept teilhaben lassen.

Kochen_Ente_Calvadosaepfel_Champagne_Dez_2014_002Kommen wir zuerst zur Ente. Hier stellt sich oft und gern die Frage: Welche Ente nehmen wir? Generell würde ich zur Barbarie-Ente raten. Sie ist die beste, wohlschmeckendste und köstlichste Art am Markt. In diesem Fall stammte sie von meinem Lieblingshändler vom Münchner Bauernmarkt in der Zieblandstrasse, dem Egeler Hof. Ich habe vor einigen Monaten hier an dieser Stelle bereits die Gefüllte Ente mit Calvados-Äpfeln beschrieben, doch dieses Mal ist sie mir deutlich besser gelungen. Besonders elegant passten dazu meine neuen Champagner-Gläser von Riedel aus der Serie Veritas, in denen der Dom Caudron Cuvée Cornaline besonders fein zur Geltung kam. (mehr …)

San Daniele Pop Up Store: An der Klaue sollt Ihr sie erkennen!

San_Daniele_Schinken_PopUp_Store_20Nov2012_008
Leicht und luftgetrocknet. Weich und würzig. Wer denkt bei diesen Attributen an Schinken? Nein, nicht der kräftige, fette, geräucherte Schinken, wie wir ihn in aus dem Schwarzwald her kennen. Wie so vieles, so verstehen die Italiener auch den Schinken elegant herzustellen. Er braucht halt etwas mehr Zeit. Und davon haben die Italiener ja bekanntlich genügend. Zumindest für das Reifen von Lebensmitteln, sei es Fleisch, Wurst oder Käse. Südlich der Alpen, südlich von Österreich, östlich vom Trentino und westlich von Slowenien liegt die Region Friaul-Julisch-Venetien. Sie besticht durch ihre Mischung aus ungestümen, unwegsamen, ja fast ungastlichen Gebirgen im Norden und der sanften, weichen, welligen Landschaft am warmen Mittelmeer. Friuli Venezia Giulia ist nicht so touristisch wie Südtirol, ist nicht so bekannt wie Venetien, ist aber auch nicht über Jahrzehnte in der Entwicklung gebremst wurden wie Slowenien. Von hier kommen tolle Weißweine wie der Friulano. Und der berühmte San Daniele Schinken. Diese leckeren Spezereien präsentierte die Region in einem Pop-Up-Store in München.

San_Daniele_Schinken_PopUp_Store_20Nov2012_032
Ok, was ist ein Pop-Up-Store? Nichts anderes als ein Laden, der nur eine kurze Zeit offen ist. Der extra nur für einen ganz bestimmten Zweck für ein paar Wochen oder Monate existiert. Wir kennen das ja schon von irgendwelchen Sonderangebots-Rabatts-1Euro-Läden. Eben noch war hier ein Drogerie-Markt, heute ist es ein Trachten-Shop, weil es kurz vor dem Oktoberfest sein mag, morgen ist es ein Matratzen-Outlet.

San_Daniele_Schinken_PopUp_Store_20Nov2012_025
Diese Masche hat die Region Friaul-Julisch-Venetien aufgegriffen und unterstützt ihre Produkte mit Pop-Up-Stores. Eben noch gab es diesen Laden in Mailand, dann in London, jetzt in einer ehemaligen Eisdiele in München und morgen in irgendeiner anderen Stadt in Europa. Oder vielleicht in Japan? Man weiss es noch nicht.

San_Daniele_Schinken_PopUp_Store_20Nov2012_005
Ich besuchte kürzlich den San Daniele Pop Up Store in München. Das Consorzio del Prosciutto die San Daniele präsentiert zusammen mit dem Consorzio delle DOC del Friuli Venezia Guilia die bekanntesten Spezialitäten der Region Friaul-Julisch Venetien. In bester Lage, direkt am Gärtnerplatz im Glockenbachviertel, lockt der Laden mit frischem Schinken und Weinen aus Friaul. Wer will, der kann hier auch zum Master ausgebildet werden, im Hinterzimmer gibt es Kurse über die Besonderheiten von Schinken und Weinen. Ich liess es mir nicht nehmen, an so einer Masterclass teilzunehmen. Und ich habe eine Menge über diesen leckeren Schinken gelernt. (mehr …)


GAP

Wolfsbarsch mit Fenchelpüree, gebratenem Fenchel und Chinon Blanc

Wolfsbarsch_Fenchelpueree_2010_005Lesen bildet. Kochrezepte lesen regt an. Und sie nachkochen und variieren macht Spaß und gibt Freiraum für die Kreativität. Kochen ist für mich eh eine wunderbare kontemplative Tätigkeit. Ähnlich wie beim Golf spielen: der Streß des Tages ist verschwunden, die Lust am ausprobieren, variieren, an den kulinarischen Genüssen entspannt Geist, Seele und den Körper. Kürzlich las ich im Magazin der Süddeutschen etwas anregendes, das ich doch gern ausprobiert habe: Fisch mit Fenchelvariationen.

Beim Fischhändler fiel mir ein leckerer Wolfsbarsch auf. Den wollte ich gern ausprobieren. Fenchel sowie die meisten anderen Zutaten bekomme ich immer frisch auf meinem Bauernmarkt. Zum Fenchel erzählt Christian Jürgens, der Autor des SZ-Magazin Rezeptes und Chefkoch im Althoff Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern: “Der Fenchel ist schon seit dem Altertum als wahre Energiebombe bekannt. Besonders amüsant ist, dass er auch gegen den Teufel und gegen Hexen helfen sollte. Der Fenchel soll die Hexen der Sage nach dazu gezwungen haben, seine zahllosen Blattspitzen zu zählen, ein Unterfangen, das dem Zählen von Wassertropfen im Bodensee gleicht.” Na, dann gehen wir doch mal auf Hexenjagd: (mehr …)


GAP

Netzfundstücke: Sinnloses Bloggen, sinnbefreites Twittern und Wein-Charaktere

Bei meinem gestrigen Streifzug durch diverse Nachbarblogs – mit Hilfe meines Feedreaders Feedly – fielen mir folgende lesenswerte Beiträge auf: (mehr …)

Grandi Marchi d’Italia: Große Marken voll Passion und Hingabe

Grandi_Marchi_dItalia_Sep2009_068Wenn italienische Weingüter zur Verkostung bitten, dann kommen zumeist feine Tropfen auf den Tisch. Wenn es dazu noch italienische Traditionsweingüter sind, dann steht sicher etwas feines auf dem Tisch. Bei den Grandi Marchi allerdings sind ausnahmslos die edelsten Tropfen versammelt. Die Vermarktungsgesellschaft von 17 italienischen Weingütern, die ausschließlich in Familienhand sind, hat sich zum Ziel gesetzt, Kultur und Vermarktung von hochwertigem italienischen Wein auf den internationalen Märkten zu fördern. Bei einer exklusiven Verkostung für Fachhandel und Gastronomen präsentierte sich kürzlich Grandi Marchi im Münchner HVB Forum.

Dr. Jens Priewe führte im Rahmen einer kommentierten Verkostung durch die Flaggschiff-Weine, die jedes Weingut präsentierte. Einmal quer durch den italienischen Stiefel, von Südtirol bis Sizilien hatten die jeweiligen Winzer die Charakteristika ihrer Weinreben mit dem jeweiligen Boden herausgearbeitet. (mehr …)

Genußcamp: Eine Idee findet immer mehr Zuspruch

Heute morgen unterhielt ich mich via Skype über Journalismus, PR, Twitter und Blogs mit Literaturluder. Dabei machte sie mich auf einen Artikel bei Sonntagmorgen aufmerksam: Die deutsche Blogosphäre hat Lust auf ein Genußcamp. Diese Idee kam mir zwar schon vor ein paar Monaten, doch gebe ich zu, dass ich bisher Mühe, Arbeit und Organisation – jedenfalls alleine – scheue. Und hier vor Ort in München noch zu wenig andere Blogger kenne, die mithelfen würden. Doch heute kam der Gedanke von den richtigen Menschen zur richtigen Zeit und wurde gleich aufgenommen: Hirnrinde schlug das Thema vor, Sonntagmorgen und Matthias griffen das Thema auf, so dass sogar Rivva aufmerksam wurde. Und der Twitterfeed zum dem Thema war einige Zeit sehr aktiv.

Jetzt freue ich mich sehr darüber, wenn wir Ort, Zeit und Leute finden, die hier mitmachen. Ich bin gerne dabei. Und freue mich, wenn Travel-, Hotel-, Wein-, Bier-, Food- und Kochblogger zusammenfinden. (mehr …)

Chianti Classico: Glasweise entdecken

Vom 7. bis zum 14. September 2008 können Weinfreunde vom Einsteiger bis zum Kenner den Chianti Classico (wieder)entdecken – einen der erfolgreichsten und beliebtesten Weine Italiens. Konzentriert auf München, Hamburg, Köln, Frankfurt und Berlin werden bundesweit 30 Vinotheken, Häuser der gehobenen Gastronomie sowie Szenelokalitäten in dieser Woche mindestens sieben Chianti Classico Weine glasweise ausschenken. Zuvor speziell geschultes Servicepersonal kann Ihnen aus diesem Sortiment den jeweils passenden Tropfen zum Gericht oder Menü Ihrer Wahl empfehlen.

Veranstalter der „Chianti Classico Promotions 2008“ ist das Consorzio Vino Chianti Classico, eine Erzeugergemeinschaft des toskanischen Rotweins, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Chianti Classico-Wein und seine Ursprungsmarke zu schützen. Die Partner werden mit besonderer Werbung und Weinkarten auf ihre Teilnahme an der Aktion hinweisen. (mehr …)

Grands Crus aus Deutschland: Interesse wächst

Das fünfte Jahr der Vorpremiere für die Erste Lage der Prädikatsweingüter Deutschlands markiert einen Höhepunkt. Die Teilnehmerzahl bei der Vorpremiere, an der nur geladene Degustatoren teilnehmen dürfen, erreicht ihre Kapazitätsgrenze. Erstmals kommen 392 Weine aus Ersten Lagen zum 1. September 2008 in den Markt. Daran ist nicht nur der hervorragende Jahrgang 2007 „schuld“. Auch 30 Prozent mehr VDP-Weingüter, 143 an der Zahl, haben sich an die Erzeugung der Flaggschiff-Weine der Prädikatsweingüter, ob trockene Grosse Gewächse oder feinfruchtige Prädikatsweine aus Ersten Lagen, gewagt.

Die offizielle Premiere für die Erste Lage ist am 6. und 7. September am Potsdamer Platz in Berlin und am 28. September in Kloster Eberbach, Rheingau. (mehr …)

Genussblogs im Aufwind – Wer liest noch Zeitschriften?

Es ist schon alles gesagt worden. Nur nicht von jedem. In den Kanon der diversen Artikel in Zeitschriften, Online-Portalen und Blogs, der in den vergangenen Wochen über sich selbst resp. die Kollegen reflektierte, ob Profi-Journalisten in Print-Titeln oder Online-Portalen besser sind als Blogger, oder ob Blogger überhaupt Journalisten sind, wollte ich mich bewusst nicht einmischen. Zu sehr hat mich die arrogante Haltung von Spiegel Online genervt, zu viele andere Blogger sind sofort auf diesen Zug aufgesprungen und haben ihre Stimme erhoben. Wer sich bisher noch nicht dazu äußerte, das waren die Genuss-, Wein-, Bier-, Food- und Kochblogger. Oder sollte ich da was überlesen haben? Doch nun haben sich auch in unserem Bereich die ersten Kollegen mit exzellenten, lesenswerten Beiträgen geäussert.

Im Herrn Paulsen seinem Kiosk ist dieser Artikel erschienen, der meines Erachtens sehr richtig differenziert, dass einige gute monothematische Blogs durchaus eine Konkurrenz zu Special Interest Titeln sein können. Und am Beispiel der verschiedenen beliebten Kochblogs im Vergleich zu den sinkenden Auflagenzahlen der Kochzeitschriften zeigt er auf, dass die Schnelligkeit, Flexibilität und vor allem Authentizität und Glaubwürdigkeit ein Vorteil der Genussblogs ist. Er schlussfolgert: (mehr …)

Gambero Rosso Roadshow erstmals in Deutschland

Gambero Rosso Logo49 italienische Top-Weingüter bieten mit der erstmals in Deutschland gastierenden „Top Italian Wines Roadshow“ von Gambero Rosso die einmalige Gelegenheit, die besten italienischen Weine kennen zu lernen.

Zudem können sich die Besucher anhand ausgewählter Weine aus den letzten zehn Jahrgängen ein Bild von der beständigen Qualität und dem Potential dieser Top-Weine machen:

  • am 14. April 2008 in Berlin im Hotel de Rome
  • am 16. April 2008 in Düsseldorf im Templum

(mehr …)

Dolce Frégate Hotel: Die Provence bei Bandol zwischen Wein, Oliven und Golf

Dolce Fregate Nov 2007_0922

Bandol, Provence: Einst Zentrum des Jetset, heute nahezu vergessen. Doch die Franzosen feiern diesen Ort nach wie vor. Weinliebhaber pilgern hierher, zu den Winzern, zu den Restaurants, zu den Hotels. Zwischen der Provence und der Côte d’Azur liegt der kleine Küstenort Bandol. Der beliebte Ferienort ist nicht weit von Marseille und Toulon entfernt. Wir machen Station im Dolce Frégate Hotel und gönnen uns Wein, Oliven und eine Runde Golf.

Dolce Fregate Nov 2007_0912

Bandol ist ein eleganter Ferienort. Knapp 8.000 Einwohner leben in dem Badeort. Neben noblen Villen mit gepflegten Gärten werden die Straßen und Gassen in Bandol von pastellfarbenen Häusern mit schmiedeeisernen Balkonen gesäumt. An der Uferpromenade stehen Palmen und Schirmpinien.

Dolce Fregate Nov 2007_0913

Wie die Fußgängerzone im Zentrum lädt die Promenade zum Flanieren ein. In Bandol gibt es einen großen Jachthafen, in dem täglich Fährschiffe zur vorgelagerten Insel Ile de Bendor ablegen. Das Eiland befindet sich im Privatbesitz des Industriellen Paul Ricard. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich die Insel zu einem Treffpunkt des internationalen Jetsets.

Dolce Fregate Nov 2007_0894

Wir flanieren über den Markt. Ich liebe die Märkte in Südeuropa. Diese sind immer so farbenfroh, voller frischer Früchte. Obst, Gemüse und Salate werden hier deutlich mehr als bei uns von der Sonne verwöhnt – und das sieht man in den knackigeren, kräftigeren Farben.

Dolce Fregate Nov 2007_0895
Dolce Fregate Nov 2007_0896
Dolce Fregate Nov 2007_0899

Auch die reichhaltige Auswahl an Fischen und Meeresfrüchten lässt mir immer das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Dolce Fregate Nov 2007_0902
Dolce Fregate Nov 2007_0904
Dolce Fregate Nov 2007_0907
Köstliche Austern
Dolce Fregate Nov 2007_0909
Appetit auf Seeigel?

Deutlich ruhiger und angenehmer geht es im Hinterland zu. Hier liegen schöne Hotels zwischen Weinbergen und Olivenhainen. Die typische provençalische Küche verwöhnt den Gaumen, die Weine sind perfekte Begleiter.

Dolce Fregate Nov 2007_0919
Dolce Fregate Nov 2007_0930

Ausflug von Bandol nach Cassis

Eine halbe Stunde westlich von Bandol liegt das malerische Örtchen Cassis. Es bietet sich an, hier einen Zwischenstopp einzulegen, wenn man eh auf dem Weg von oder nach Marseille ist. Von hier aus empfehlen wir unbedingt mit den Ausflugsschiffen oder Fischerbooten eine Tour zu den berühmten Calanques zu unternehmen.

Dolce Fregate Nov 2007_0920
Dolce Fregate Nov 2007_0925

Cassis hat eine malerische, typisch provençalische Altstadt. Im Mittelalter befand sich Cassis auf einer erhöhten Stelle, die heute Château (Burg) genannt wird. Die heutige Altstadt wurde im 18. Jahrhundert am Hafen erbaut und die befestigte Siedlung auf dem Hügel wurde allmählich aufgegeben. Die Château-Siedlung verfiel – und ist heute zu Luxusferienwohnungen ausgebaut und im Privatbesitz.

Dolce Fregate Nov 2007_0921
Dolce Fregate Nov 2007_0927
Dolce Fregate Nov 2007_0934

Besichtigenswert sind das Rathaus sowie die dreischiffige Kirche Saint-Michel, die zwischen 1859 und 1867 im neoromanischen Stil errichtet wurde. Cassis lebt heutzutage hauptsächlich vom Tourismus, da keinerlei nennenswerte Gewerbe oder Industriebetriebe in der Stadt mehr vorhanden sind. Das merkt man dem Ort an. Aber an Overtourism leidet der Ort noch nicht.

Dolce Fregate Nov 2007_0929

In der Altstadt dominieren kleine Kunsthandwerksläden mit den typischen Spezialitäten der Provence wie Wein, Oliven, Knoblauch, Zwiebeln, Marmeladen und viele andere köstliche Produkte. Außerdem Schmiedeeisernes oder bemaltes Steinzeug.

Dolce Fregate Nov 2007_0943
Dolce Fregate Nov 2007_0931
Dolce Fregate Nov 2007_0924

Die Weine rund um Bandol

In Bandol treffen alle Bedingungen zusammen, um große und geschmacklich eigenständige Weine entstehen zu lassen. Diese herrlich sonnige Ecke im Südosten Frankreichs zwischen Toulon und Marseille ist mit ihren dem Meer zugewandten und gegen kalte Nordwinde geschützten Hängen geradezu ideal für den Weinbau. Mehr als 3.000 Sonnenstunden im Jahr, warme, aber nicht zu heiße Temperaturen aufgrund der Nähe zum Meer, lange, niederschlagsarme Herbste und die positiven Effekte des Mistral, der nach Regenfällen wie eine Schnelltrocknungsanlage wirkt und dadurch dem Fäulnisbefall vorbeugt, bieten selbst für den Anbau spätreifender Rebsorten außergewöhnlich günstige Voraussetzungen.

Dolce Fregate Nov 2007_0825

Im Hinterland der Küste liegen die Weinberge von Bandol. Wie mit dem Lineal ausgerichtet ziehen sich die Reben schnurgerade an den Hängen einer Hügelkette entlang und sind in der Form eines natürlichen Amphitheaters angeordnet. Zu den Weinorten zählen weiterhin die Küstenstadt Sanary und im Inland die reizenden mittelalterlichen Bergstädtchen Le Castellet und La Cadière d’Azur sowie der Marktflecken Le Beausset. Tausende kleiner Parzellen ziehen sich entlang der Hügel auf durch Trockenmauern gestützten Terrassen. Restanques nennen sich diese dem steinigen Grund abgerungenen Flecken, auf denen außer Reben auch Olivenbäume, Aleppo-Kiefern, immergrüne Eichen und alle möglichen würzigen Kräuter gedeihen. Die Böden im Gebiet sind uneinheitlich, aber vor allem geprägt von Lehm, Kalk und Schotter. Die Südlage und die durchschnittliche Sonnenscheindauer von 3.000 Stunden im Jahr tragen zum Reifen exzellenter Rebsorten bei. Weine der Sorte Mourvèdre machen den Hauptanteil an der Rotweinproduktion aus. Auch der Rosé wird mehrheitlich aus der Mourvèdre-Traube hergestellt. Daneben sind noch die roten Sorten Grenache, Cinsault, Syrah und Carignan verbreitet. Vielfältiger ist das Traubenangebot für Weißwein. Hier gedeihen Bourboulenc, Clairette Blanche und Uni Blanc. In Bandol werden die Sorten Clairette Blanche, Bourboulenc und in geringem Umfang Sauvignon Blanc und Marsanne blanche angebaut.

Dolce Fregate Nov 2007_0815

Keine andere französische Appellation hat dermaßen strenge Produktionsbestimmungen wie Bandol. Der maximale Ertrag ist auf 40 hl/ha begrenzt, das heißt nicht mehr als etwa zwei bis drei Trauben pro Stock. Beispiellos ist die Bestimmung, Trauben frisch gepflanzter Reben erst dann für den Bandol AOC zuzulassen, wenn die Stöcke ein Alter von acht Jahren erreicht haben. Die Pflanzdichte muss mindestens 5.000 Stöcke pro Hektar betragen und die Ernte ausschließlich per Hand erfolgen. Chaptalisierung, das heißt die Anreicherung des Mostes mit Zucker, um den Alkoholgehalt zu erhöhen, ist ebenso verboten wie alle Verfahren der Konzentration von Most und Wein. Für den Ausbau schreiben die Appellationsdisziplinarien eine Fasslagerung von mindestens achtzehn Monaten vor. Traditionell werden hierfür auch heute noch große Holzfuder verwendet. Doch einige Kellermeister haben – wie in anderen Gebieten auch – längst damit begonnen, Barriquefässer einzusetzen.

Dolce Fregate Nov 2007_0794

Domaines Ott

Eines der bekanntesten Weingüter rund um Bandol ist mit Sicherheit die Domaines Ott. Insbesondere Liebhaber großer Roséweine werden die Flaschen mit der charakteristischen schlanken Amphoren-Form kennen. Die Geschichte des Weingutes und der Familie Ott geht bis auf das Jahr 1896 zurück, als Marcel Ott in Provence, in der schon seit der Antike Wein angebaut wird, Land erwarb. Heute gehören drei Lagen zum Weingut: Château de Selle, Clou Mireille und Château Romassan. Seit 2004 gehört das Weingut allerdings zum Champagnerhaus Louis Roederer, wird aber von den Cousins Christian et Jean-François Ott weiter betrieben.

Dolce Fregate Nov 2007_0803

Wir besuchen das Château Romassan, das etwa 10 Kilometer vom Dolce Frégate Provence entfernt liegt und seit 1956 der Familie gehört. Wir bekommen eine Kellerführung und Degustation und sind sehr angetan von diesen Weinen, die das typische Terroir der Provence, des Bandol widerspiegeln.

Dolce Fregate Nov 2007_0810

Die Familie Ott hat seit der Übernahme die alten Reben rausgerissen, die Weinberge mit besten Mourvèdre-Reben bepflanzt, außerdem einige Grenache, Cinsault und Syrah Weinstöcke gesetzt. Das alte Schloß aus dem 18. Jahrhundert wurde komplett restauriert.

Dolce Fregate Nov 2007_0811

Die Weine der Domaines Ott, vor allem die aus der autochthonen Mourvèdre-Traube, präsentieren sich uns ganz typisch aus dieser Region, kraftvoll, robust, perfekt dem heissen Klima und trockenen Böden angepasst, wunderbar aromatisch – und mit einer tollen Länge sowohl am Gaumen wie auch im Keller zum lagern. Tolle Weine mit Charakter, die sensationell Spaß machen.

Dolce Fregate Nov 2007_0822

Domaine de la Bégude

Vom Château Romassan aus geht es mit dem Jeep zur Domaine de la Bégude. Wir fahren eine halbe Stunde an Reben und Olivenbäumen vorbei in das Hinterland. Über 500 Hektar, davon 30 Hektar mit Reben bepflanzt, erstreckt sich diese Domaine. Hier streichelt der Mistral die Trauben. “Beguda” ist provençalisch und bedeutet übersetzt “der Ort an dem man trinkt”. Und das tun wir sehr gern.

Dolce Fregate Nov 2007_0818

Die Weine der Domaine de la Bégude sind etwas rustikaler, robuster, haben etwas weniger Eleganz als die Tropfen der Domaines Ott. Die Rosés präsentieren sich eher mit explosiven Aromen von Pfirsich, roten Früchten und Zitrusfrüchten und sind somit perfekte Begleiter zu typischen provenzalischen Gerichten. Die Weine der Domaine de la Bégude sind exzellente Weine für die Gastronomie und für sommerliche Atmosphäre.

Dolce Fregate Nov 2007_0830

Bei einem Rundgang durch das Weingut sehen wir die für die Gegend typischen terrassierten Hänge, die zum Teil jahrhundertealten Weinbergmauern, deren Steine die Sonne am Tage speichern und über Nacht die Wärme an die Reben abgeben.

Dieses Weingut konzentriert alles, was für die Provence so typisch ist: Weine, Olivenöl, alte romanische Straßen, sensationelle Ausblicke auf das Mittelmeer, die spürbare Geschichte der Region und das typische “l’art de vivre provençal”.

Dolce Fregate Nov 2007_0834

Die Weine der Domaine de la Bégude werden nachhaltig angebaut, ohne Einsatz von Herbiziden, Pestiziden oder sonstigen chemischen Einflüssen. Die Terrassen liegen bereits zwischen 350 und 420 m üNN und profitieren von den kälteren Winden. Im Keller werden einige Tropfen gezielt im Barriquefaß ausgebaut.

Dolce Fregate Nov 2007_0839
Dolce Fregate Nov 2007_0842

Der größere Teil der Weine wird allerdings in den Edelstahltanks ausgebaut.

Dolce Fregate Nov 2007_0854

Selbstverständlich verkosten wir die Weine sowie das Olivenöl.

Dolce Fregate Nov 2007_0856

Und gönnen uns ein paar lokale Knabbereien dazu.

Dolce Fregate Nov 2007_0892

Das Dolce Frégate Hotel

Das Dolce Frégate bietet seinen Gästen 133 Zimmer und Suiten, natürlich alle mit Klimaanlage. Alle Zimmer sind im Stil der Provence eingerichtet, fast alle bieten eine kleine Terrasse mit Blick aufs Meer. Es ist ein modernes, stylisches 4-Sterne-Plus-Hotel. Der Sprung zum fünften Stern wäre in so einer Lage, mit so einem Hotel und mit den Möglichkeiten nicht schwer. Doch angesichts der Ausrichtung des Hotels auf den MICE-Markt ist hier bestimmt der Blick auf die Corporate Governance Regeln entscheidend, die Unternehmen vorschreiben, nur in 4-Sterne-Hotels zu buchen.

Dolce Fregate Nov 2007_0890

Dieser Blick auf Pool und Golfplatz zeigt sich mir erst am Morgen nach unserer Ankunft. Als wir am Vortag vom Flughafen Marseille aus das Hotel erreichen, ist bereits alles dunkel, so dass sich mein Zimmer nur mit künstlicher Beleuchtung etwas schummrig präsentiert:

Dolce Fregate Nov 2007_0763
Dolce Fregate Nov 2007_0767
Dolce Fregate Nov 2007_0774
Blick auf den Pool bei Nacht

Am Abend geniessen wir im Restaurant des Dolce Frégate Provence ein Jakobsmuschel-Dinner. Der Küchenchef hat sich “La Noix de St. Jacques sous toutes ses formes” auf die Fahnen geschrieben. Und so werden wir mit dieser kostbaren Muschel perfekt verwöhnt.

Dolce Fregate Nov 2007_0780
Tartare de Saint Jacques mariné au citron vert
Dolce Fregate Nov 2007_0782
Tartelette de Saint Jacques sur son lit de poireaux et coulis d’épinard
Dolce Fregate Nov 2007_0786
Déclinaison de Saint Jacques d’Erquy, mousseline de potimarron et petits légumes du moment
Dolce Fregate Nov 2007_0787
Pomme just caramélisée sur son fin sablé breton façon coquille Saint Jacques
Dolce Fregate Nov 2007_0964

Wie für alle Dolce Hotels, so wendet sich auch das Dolce Frégate nicht nur an Urlauber sondern auch an den MICE-Markt. Insgesamt 13 Konferenzräume mit dem modernsten technischen Equipment geben Veranstaltern wie Unternehmen genügend Möglichkeiten hier auch im grossen Stil Events zu organisieren.

Dolce Fregate Nov 2007_0959

Golf Dolce Frégate: Golf am Golf

Der spektakuläre Golfplatz hat 27 Löcher: Ein 18-Loch-Golfplatz und ein 9-Loch-Golfplatz bieten genügend Abwechslung für den Urlauber. Zumal eigentlich von fast überall der Blick auf den Golf, auf das Mittelmeer möglich ist. Wer noch etwas lernen möchte, der kann sich bei der Golf Akademie zum Unterricht anmelden.

Dolce Fregate Nov 2007_0861

Und so probieren wir es ebenfalls und versuchen uns mal etwas beim Golf spielen. Wenn auch die wenigsten von uns schon mal vorher einen Golfschläger in der Hand gehalten haben. Aber mal so zwischendurch ein paar arme, kleine, weiße Bälle über eine schön gepflegte Rasenfläche zu prügeln macht schon Spaß.

Dolce Fregate Nov 2007_0953

Disclosure: Herzlichen Dank an Dolce Hotels für die Einladung ins Dolce Frégate in die Provence. Unsere Meinung bleibst selbstverständlich davon unabhängig.

Dolce Fregate Nov 2007_0889

Service:

FC Bayern München: Tourismusregion Istrien ist neuer Partner

Zwei starke und bekannte Marken wollen gemeinsam wachsen: Der FC Bayern München hat sich als strategischen Partner die kroatische Tourismusregion Istrien ins Boot geholt. Der Fußballclub aus der bayerischen Landeshauptstadt erhofft sich davon noch mehr Bekanntheit durch das sympathische und genussreiche Land am Mittelmeer. Der Verein freut sich auf perfekte Trainingsplätze in mediterraner Landschaft, die Spieler träumen bereits von Wein, Weib und Gesang mit Trüffeln, Wein, Olivenöl aus Istrien. Vor dem Fußballspiel FC Bayern – FSV Mainz 05 am vergangenen Sonntag stellte  Denis Ivošević, der Direktor des Tourismusverbandes in Istrien, die neue Partnerschaft vor.

“Deutschland ist unser wichtigster Markt und innerhalb dieses Marktes hat Bayern den größten Anteil. Auf der anderen Seite ist Istrien eine Tourismusdestination, die sich dynamisch verändert und schnell ihre Qualität erhöht”, führte Denis Ivošević gegenüber Vertretern der Presse in der Allianz Arena aus.

Der FC Bayern München trifft nicht auf einen unerfahrenen Partner, die Kroaten haben bereits mehrere strategische Partnerschaften. So will nicht nur der FC Bayern von der Halbinsel in der Adria profitieren, sondern bereits BMW, Cube, Bosch, Turkish Airlines, Hering Berlin sowie Mastercard.

Zusammen mit diesen Partnern will Istrien mehrere Zielgruppen noch besser erschliessen. Mit Mastercard und Turkish Airlines wird das Lifestyle-Segment erschlossen, mit BMW, Cube Bikes und Bosch wird Istrien als “Bike-Destination” vermarktet, egal ob motorisiert oder per Muskelkraft – und auch die Cabrio- und Elektroauto-Fahrer. Bosch hat in Istrien 40 Aufladestationen für eBikes und 17 Charger für Elektroautos aufgestellt. Und Hering Berlin ist ein profilierter Partner für das Istria Gourmet Festival.

Und warum jetzt der FC Bayern München? Der Verein ist mit über 290.000 Mitgliedern der größte Sportverein der Welt, außerdem gibt es über 340.000 Fanclub-Mitglieder. FC Bayern ist eine weltweit starke Marke. Wenn die Bayern in Istrien trainieren, dann werden höchstwahrscheinlich auch ein paar Bayern-Fans vor Ort einkehren und die Schönheit der Halbinsel erkunden.

Istriens Schönheit ist vielfach ausgezeichnet. Von 2010 bis 2018 ist Istrien beim ADAC als “favourite holiday region for German car drivers” ausgezeichnet. Und der Gourmetguide für Olivenöl Flos Olei zeichnet Istrien seit 2016 bis 2019 als die “Worlds Best Olive Oil Region” aus.

Istrien möchte den Gourmet Tourismus ankurbeln. Mit über 800 Restaurants und Konobas, mit Kochkursen und Weintourismus, mit sieben Weinstraßen und über 140 Winzern sowie etwa 600 Sommeliers zieht Istrien derzeit etwa 235.000 Weinbesucher pro Jahr an.

Außerdem punktet die Region mit Trüffeltourismus. Istrien ist weltweit die einzige Region die sowohl weiße Trüffel – die sonst vor allem im italienischen Alba wachsen – und schwarze Trüffel – die vor allem aus dem französischen Perigord stammen – bieten kann. In Istrien werden von etwa 2.500 Trüffeljägern und 160 Trüffelsommeliers pro Jahr etwa 10 Tonnen Trüffelpilze gefunden. 1999 wurde hier der größte weiße Trüffel der Welt gefunden.

Das alles sind also schon alleine viele Gründe nach Istrien zu reisen. Und das werden auch die Spieler des FC Bayern erkennen. Nachdem sie in den letzten drei Jahren schon die großartigen Vorzüge des Trentino kennenlernen konnten – und mit Sicherheit einige Flaschen vom TrentoDOC dabei vernichtet haben – können sie jetzt also Wein, Olivenöl, Trüffel und die vielen anderen Vorzüge in Istrien geniessen.

Achja, Fußball wurde am Sonntag auch noch gespielt. Es war eine ganz knappe Kiste. Der FSV Mainz 05 hätte zu jedem Zeitpunkt das Spiel drehen können. Also dann, wenn die Mainzer ihre Offensive dabei gehabt hätten und den Willen, etwas mehr vom Spiel zu haben. Hatten sie aber nicht. Oder anders ausgedrückt – Ironie off: Der FSV Mainz 05 wurde mit 6:0 (3:0) vom Platz gefegt. Der individuelle Klassenunterschied zwischen den verschiedenen Spielern war sehr deutlich. Der FC Bayern, derzeit punktgleich mit BVB Dortmund, baut in den letzten drei Spieltagen extrem sein Torverhältnis aus. Der Ball zirkulierte hauptsächlich zwischen den Bayern-Spielern. Ein Zeichen, dass die Mainzer noch im Karneval oder schon in der Fastenzeit/Ramadan oder bereits in den Osterferien waren.

Nur das wundert einen ja eh nicht mehr. Doch frage ich mich schon, wie viel besser die Spieler des FC Bayern München denn noch spielen werden, wenn sie erstmal mit den Genüssen Istriens gestärkt sind. Und die jetzige Partnerschaft ist erst der Anfang. Istrien ist jetzt “lediglich” strategischer Partner, der FC Bayern hat mehrere Partnerschaftsmodelle. Nach Aussagen von Tourismusdirektor Denis Ivošević wollen die Kroaten das Partnerschaft intensivieren und so auch auf den Banden im Stadion stehen. Nun denn, Glück auf!

Tenuta Perano: Das neue Weingut im Herzen des Chianti Classico

Ein einzigartiges Weingut mit tollen Weinen: Die Familie Frescobaldi hat sich ein weiteres Weingut zugelegt und präsentiert jetzt die ersten Weine. Bei einer Degustation in München erklärte Lamberto Frescobaldi den versammelten Journalisten, Sommeliers und Gastronomen was die Familie mit dem Weingut vor hat.

Zum Imperium des toskanischen Weinproduzenten Frescobaldi, mit seiner 700 jährigen Familiengeschichte, zählen sieben Weingüter. Die 250 Hektar Weinberge der Tenuta Perano befinden sich vorwiegend in der Gemeinde Gaiole im Chianti, ein Gebiet das geschaffen ist für die Rebsorte Sangiovese. Zwei Weine seines neuesten Weinguts Tenuta Perano stellte Marchese Lamberto Frescobaldi am 19. November in München, gemeinsam mit Romana Echensperger, Master of Wine, vor. 

Hier ein Einblick auf das Herz der Toskana:

Von großem Vorteil für die Rebsorte Sangiovese sind die günstige Süd-West Ausrichtung, die einem Amphitheater gleichende Form der Weinlagen, die 500 Meter Höhenlagen und die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, insbesondere im September. Der steinige Boden und das steile Gefälle begünstigen zudem positiv die Entwässerungskapazität. Alles zusammen helfen diese natürlichen Vorgaben dem verantwortlichen Önologen Nicolò d’Afflitto um gut strukturierte Rotweine, reich an intensiven, fruchtigen Aromen zu vinifizieren. 

Den Löwenanteil des Verdienstes für den großartigen ersten Jahrgang 2015 muss der Witterung zugesprochen werden. Es war ein extrem warmer Sommer, mit lediglich zwei Regenfällen im August, und die außergewöhnlich gesunden und qualitativ hochwertigen Trauben konnten im September trocken eingebracht werden. Ein wahrlich optimaler Start für die neue Tenuta Perano, der Familie Frescobaldi. 

In traumhafter Lage, inmitten der Weinberge, wurde eine neue, große Kellerei gebaut die sowohl für die Vinifizierung, wie auch für die Reifung der Weine, ausgerichtet ist. Seit kurzer Zeit ist die Tenuta auch für Besucher geöffnet. 

Marchese Lamberto, der Präsident des Unternehmens Frescobaldi, erzählte: “Wir haben im März 2014 dieses wunderbaren Fleckchen Erde erworben, und ein Jahr benötigt um seine Besonderheiten und die besten Möglichkeiten zu erforschen. Deshalb entschieden wir uns nicht die Ernte 2014 auf den Markt zu bringen, sondern erst den Jahrgang 2015. Unserer Meinung nach ist es ein äußerst hochwertiger Jahrgang mit Komplexität, der Langlebigkeit verspricht. Unser Wunsch war es, im Herzen des Chianti Classico, einen Wein zu produzieren, der den Charakter des Terroirs widerspiegelt.”

Romana Echensperger, Master of Wine, stellte die zwei Rotweine vor, einen Chianti Classico Annata und einen Chianti Classico Riserva – beide Jahrgang 2015.

Hauptsächlich Sangiovese wurde für die beiden Weine vinifiziert, der 24monatige Ausbau erfolgte teils in Edelstahl und in Barrique. In der Nase verlockte bei beim Annata ein zarter Blütenduft vereint mit fruchtigen Noten, die an Brombeere, Himbeere und Kirsche erinnern. Balsamische Aromen, würzige, pfeffrige Noten und eine angenehme Tanninstruktur machen die Weine zu angenehmen Begleitern von Fleischgerichten, allen voran natürlich zu einer Fiorentina. Aber auch zu einer perfekt rosa gebratenen Entenbrust mit Rosmarin und Reis.

Le Gourmand Gewinnspiel: 6 Weinpakete von Domaines Barons de Rothschild (Lafite) zu gewinnen

Hawesko, das Hanseatische Wein & Sekt Kontor, ist Deutschlands führender Versandhändler für hochwertige Weine und Champagner. Seit der Gründung 1964 hat sich das Unternehmen zu einem der bedeutendsten deutschen Importeure von Weinen aus aller Welt entwickelt. Fast ebenso lange besteht schon die Partnerschaft zwischen Hawesko und den Domaines Barons de Rothschild (Lafite). Für den 4. Advent hat Hawesko in Verbindung mit der Domaines Barons de Rothschild (Lafite) für Euch ein ganz besonderes Paket geschnürt: Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin hat sechsmal je drei Flaschen für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt bekommen, die wir hiermit zum Advent sehr gern verlosen möchten. Alles was Ihr tun müsst: Bis spätestens Montag, 24.12.2018, 14 Uhr, eine Frage beantworten.

Zum vierten Advent, mithin also zu Weihnachten 2018 könnt Ihr drei grossartige Tropfen, die ich selbst neulich genießen konnte, gewinnen. Allerdings halt: Es geht nicht um einen großen Bordeaux aus dem Hause Lafite. Aus Frankreich ist gar nur eine Flasche Champagner in dem Gewinn dabei. Viel spannender und interessanter sind die zwei Bouteillen vom Weingut Los Vascos aus Chile. Sechs Gewinner können also je ein Paket gewinnen bestehend aus:

  • Champagne Barons de Rothschild Brut
  • 2017 Los Vascos Sauvignon Blanc
  • 2016 Los Vascos El Aniversario Gran Selección

Chile, die Basken, die Rothschilds und der Wein

„Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, ein Pionier in Chile zu sein, und mein Team vor diese Herausforderung zu stellen.“ So erklärt es Baron Eric de Rothschild. Er war der erste aus der Familie Rothschild, der die Winzerfamilie aus dem Bordelais in die weite Welt hinausführte. Das Weingut, das er in Chile kaufte, hat eine lange Geschichte. Die Familie Echeñique kam aus dem Baskenland und pflanzte um 1750 im Colchagua Valley die ersten Rebstöcke auf dem heutigen Weingut Los Vascos. Damit legte sie den Grundstein für den chilenischen Weinbau. Überaus erfolgreich produzierte Familie Echeñique im Laufe der Jahrhunderte chilenische Weine mit französischem Akzent. Mit der chilenischen Agrarreform im Jahr 1970 wurden alle Großgrundbesitzer enteignet. Familie Echeñique kaufte aber Ende der 1970er Jahre das Weingut zurück. Als Andenken an die ersten Besitzer nannten sie das Weingut Los Vascos, was übersetzt „Die Basken“ bedeutet.

Nach der Übernahme durch Éric de Rothschild wurde umfangreich investiert, Ziel war es Spitzenweine mit der Qualität der eigenen Bordeaux zu produzieren. Die bestehenden Rebflächen wurden umstrukturiert, neue Flächen bepflanzt, die Bewässerung perfektioniert und eine eigene Wetterstation eingerichtet. Die reichhaltigen Terroirs um Los Vascos und das immense Know-how der Produzenten bringen jedes Jahr Spitzenweine hervor. Hier schmeckt man förmlich die Leidenschaft der Winzer, die einzigartige Qualität des Bodens und der Reben.

Champagne Barons de Rothschild

Nur wenigen ist bekannt, dass die Familie Rothschild auch Champagner im Programm hat.  Die Wurzeln des neuen Champagnerhauses liegen in Vertus an der Côte des Blancs, wo der Chardonnay die wichtigste Rebsorte ist. Die Böden sind dort sehr kreidehaltig, was dem Wein eine spritzige Säure verleiht. Weitere Weinberge der Rothschilds finden sich im Montagne de Reims. Hier dominiert Pinot Noir und die Weine sind sanfter und anschmiegsamer. Die Cuvée daraus macht die Rothschild Champagner einzigartige. Genau diese Eigenart ist es, die den großen Champagnerhäusern ihren Ruhm beschert. Klassischer Champagner zeigt ist frisch und fein im Geschmack. Bei Barons de Rothschild hat man das verstanden. Anstatt unzähligen Stilistiken hinterherzurennen sind alle Weine vom Chardonnay geprägt, recht säurehaltig, schlank und grazil. Die Dosage ist niedrig gehalten, um das Terroir so deutlich wie möglich zu zeigen. Denn die Weinberge der Rothschilds gehören zu den besten der Champagne. Das Haus besitzt Lagen in berühmten Orten wie Mesnil-sur-Oger, Oger oder Avize. Vollernter wird man bei Barons de Rothschild nicht finden. Dafür aber kilometerlange Kellergewölbe in denen die Flaschen sur lattes, auf der Hefe, lagern. Mindestens 15 Monate bleiben die Weine in Kontakt mit der Hefe, was zu besonders feiner Perlage führt.

Die Frage zum Gewinnspiel lautet:

In welchem Jahr kaufte die Familie Domaines Barons de Rothschild (Lafite) das Weingut Viña Los Vascos – und wurde somit Pionier in Chile?

Mein Tipp: Auf der Webseite von Hawesko wirst Du mit Sicherheit unter dem Link zu Winzer schnell fündig!

Bitte sende die Antwort auf diese E-Mail-Adresse. Bitte teile uns dabei Deine Anschrift und E-Mail mit, sonst können wir Dir Dein Weinpaket der Domaines Barons de Rothschild (Lafite) nicht zusenden.  Achja, nach DSGVO-Regeln erklärst Du dich mit der Teilnahme natürlich einverstanden, dass im Gewinnfall Deine E-Mail und Anschrift zum Versand gespeichert werden. Alle anderen Daten verbleiben bei uns. 

Und so erhöhst Du Deine Gewinnchance:  

  • Werde Fan unser Facebook-Fanpage.
  • Like den Post zu diesem Gewinnspiel.
  • Verlinke unter dem Post jemanden, mit dem Du diesen Gewinn gern zusammen geniessen möchtest.
  • Beantworte unsere Gewinnspielfrage. 

Und jetzt gilt: Viel Erfolg! Meine Glyxfee wird die 6 Gewinner aus allen Einsendungen ziehen.
Einsendeschluß ist Montag, 24.12.2018, 14 Uhr mittags. Rechts- und Linkswege sind ausgeschlossen.
Falls Du dann leider nicht gewonnen hast, kannst Du Dir natürlich dennoch gern noch die Weine der Domaines Barons de Rothschild (Lafite) gönnen. 

Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin und die Domaines Barons de Rothschild (Lafite) in Kooperation mit Hawesko sagen Prost!

Service:

Südtirol: Die Heimat von Speck, Käse, Apfel und Wein

Roland Trettl ist landesweit bekannt als Fernsehmoderator und Fernsehkoch. Mit den Shows The Taste, Kitchen Impossible, Grill den Profi  und First Dates – Ein Tisch für zwei ist er einem Millionenpublikum bekannt geworden. Doch sein Vorleben ist viel interessanter: Roland Trettl stammt aus Südtirol und war vom Guide Michelin mit einem Stern gekrönt – bevor er sich dem schnöden Mammon zuwandte. 

Roland Trettl ging durch die exzellente Schule von Küchengott Eckart Witzigmann, er kochte im Aubergine, im Tantris, war für Witzigmann im Restaurant Ca’s Puers auf Mallorca und führte das Restaurant Ikarus in Salzburg. Die exzellente Kochkunst liegt dem Südtiroler also im Blut. Die Liebe zu den Produkten vor allem – oder besser: zu den Lebensmitteln. Denn darauf legt er selbst allergrößten Wert: Wir leben von Lebensmitteln, wir kochen und essen, damit unser Körper funktioniert, damit wir gut leben können. Das Wort “Produkt” hört sich künstlich an, eher wie ein maschinell hergestelltes Teil. Wir essen jedoch natürliche Dinge, die auf bzw. in unserer Erde wachsen. 

Vor wenigen Tagen präsentierte Roland Trettl einige der besten Lebensmittel aus seiner Heimat: Speck, Käse, Äpfel und Wein. Genau diese Lebensmittel spiegeln die traditionelle Lebensweise und Geschichte Südtirols. 

Roland Trettl ist ein waschechter Südtiroler. Er ist in Bozen geboren und aufgewachsen. So ist er perfekt geeignet, um Südtiroler Lebensmittel vorzustellen. Mit 16 Jahren hat er eine Kochlehre begonnen, da es zum Eishockey-Profi nicht gereicht hat. Mit 21 Jahren hat er Südtirol verlassen, und zu Eckart Witzigmann gegangen. Jetzt ist Roland Trettl das Gesicht der Kampagne zu EU-Gütesiegeln “Europa, wo Qualität zu Hause ist”. 

Das Förderprogramm informiert drei Jahre lang über die Qualitätsversprechen, die mit den europäischen Gütesiegeln geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) und geschützte geografische Angabe (g.g.A.) sowie der Auszeichnung DOC (Italienisch: „Denominazione di origine controllata“ für kontrollierte Herkunftsbezeichnung) verbunden sind.

Von 2018 bis 2020 klärt die Kampagne mit dem Untertitel „Authentischer Geschmack mitgarantierter Herkunft“ am Beispiel von Südtirol DOC Wein, Südtiroler Apfel g.g.A.,Südtiroler Speck g.g.A. und Stilfser g.U. Käse Fachleute aus Handel und Gastronomie sowie Verbraucher darüber auf, welche Garantien die EU-Gütesiegel geben und welchen Mehrwert sie für Konsumenten und Produzenten bergen. Initiatoren der Kampagne sind das Südtiroler Apfelkonsortium, das Konsortium Stilfser Käse, das Südtiroler Speck Konsortium und das Konsortium Südtirol Wein. Das von der Europäischen Union geförderte Programm umfasst Aktionen im Heimatmarkt Italien und in den Exportmärkten Deutschland, den Niederlanden und Schweden.

Für den Handel sind insgesamt 540 Verkostungstage mit Südtiroler Apfel, Südtiroler Speck und Stilfser Käse geplant. Dabei sollen Endverbraucher sich davon überzeugen können, dass Produkte mit geschützter Herkunftsbezeichnung auch geschmacklich den Unterschied machen. Zudem sind 12 Seminare zur Schulung von angehenden Wein-Profis vorgesehen. Darüber hinaus setzt die Kampagne auch auf die Zusammenarbeit mit Influencern. So erhalten mehrere Food- und Weinblogger die Gelegenheit, die vier Produkte mit EU-Gütesiegel kennenzulernen und sich bei Studienreisen nach Südtirol von den traditionellen und kontrollierten Herstellungsmethoden zu überzeugen.

EU-Gütesiegel stehen für garantierte Herkunft und Qualität

Die Gütesiegel der Europäischen Union zeichnen landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel aus, die eng mit ihrer Herkunftsregion, handwerklichen Traditionen und den Menschen, die sie herstellen, verbunden sind. Sie geben Verbrauchern die Sicherheit, ein authentisches und kontrolliertes Qualitätsprodukt zu kaufen. So garantiert die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.), dass alle Produktionsschritte nach traditionellen Methoden in der Herkunftsregion erfolgt sind. Die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) dokumentiert, dass mindestens ein Produktionsschritt nach festgelegten Kriterien in der Herkunftsregion stattgefunden hat. Damit sind die Erzeugnisse rückverfolgbar – ein Aspekt, der für Konsumenten immer wichtiger wird. Das gilt auch für den Südtirol DOC Wein, den Südtiroler Apfel g.g.A., den Südtiroler Speck g.g.A. und den Stilfser g.U. Käse. Mit EU-Gütesiegel ausgezeichnet, stehen diese Produkte mit geschützter Herkunftsbezeichnung für Qualität aus der Region Südtirol und beispielhaft für Qualität aus Europa.

Qualitätsprodukte Wein, Apfel, Speck und Käse

Die DOC-Herkunftsbezeichnung für Südtiroler Weine existiert seit 1971. Heute sind mehr als 98 Prozent der gesamten Rebfläche Südtirols DOC-klassifiziert. Alle Weine aus dem DOC-Gebiet unterliegen strengen Qualitätskontrollen – beispielsweise mit einer Begrenzung des Höchstertrags, Mindestwerten für Alkohol- und Säuregehalt und vieles mehr. Dank seiner geografischen Lage und dem milden, alpin-kontinentalen Klima stellt Südtirol auf 5.400 Hektar Rebfläche ein überaus facettenreiches Weinanbaugebiet dar. Hier wachsen 20 verschiedene Rebsorten – etwa 60 Prozent davon sind weiß, 40 Prozent davon sind rot.

Der Südtiroler Apfel g.g.A. ist seit 2005 von der EU als geschützte geografische Angabe anerkannt. Mit 300 Sonnentagen im Jahr, viel Regen im Frühling, einem in der Regel milden Sommer und Herbst bietet die Region ideale Bedingungen für den Apfelanbau auf bis zu 1.000 m Höhe. Dieses einzigartige Klima, gepaart mit einem kontrollierten, naturnahen und ökologischen Anbau, verleiht dem Südtiroler Apfel seine typische saftige und knackige Qualität. Aktuell tragen 13 Sorten das g.g.A.-Siegel: Braeburn, Elstar, Fuji, Gala, Golden Delicious, Granny Smith, Idared, Morgenduft, Jonagold, Pinova, Red Delicious, Topaz, Winesap.

Der Südtiroler Speck g.g.A. trägt seit 1996 die geschützte geografische Angabe. Die sorgfältige Auswahl des Schweinefleischs sowie klare Leitlinien und Kontrollen bei der Produktion machen den Südtiroler Speck unverwechselbar. Der Leitsatz der Hersteller„Wenig Salz, wenig Rauch und viel frische Luft“ ist Teil der gelebten Handwerkstradition,die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Typisch für den Südtiroler Speck sind sein würziger und leicht rauchiger Geschmack – nur der beste Speck bekommt das historische Brandsiegel.

Der Stilfser g.U. Käse ist seit 2007 von der EU als einziger Käse Südtirols mit geschützter Ursprungsbezeichnung anerkannt. Das spricht für traditionelle Qualität und den historischen Bezug zum Ursprungsgebiet: Die Herstellung des „Stilfser“ lässt sich bis ins Jahr 1914 zurückverfolgen. Es handelt sich um einen für die Region typischen Käse, der mindestens 60 Tage gereift ist. Hierfür wird frische Kuhmilch von Südtiroler Bergbauernhöfen, die größtenteils oberhalb von 1.000 Metern Höhe liegen, innerhalb von 48 Stunden verarbeitet. Derzeit wird der Stilfser von Mila im Werk Bruneck und in der Sennerei Burgeis produziert.

Service:



Food & Life 2018: Weinseminare für Liebhaber

Der Herbst steht in München ganz im Zeichen der Genussmessen. So startet am 28. November auf dem Messegelände München die Food & Life 2018. Bis zum 2. Dezember kann man sich über aktuelle Trends in und für die Küche informieren, Lebensmittelproduzenten treffen, verkosten und auf den zahlreichen Workshops sein Wissen erweitern.

Nach dem Erfolg ihrer Weinseminare auf der ‚Food & Life 2017‘  vermitteln Andrea Vestri und Jean Jacques Marcel, Inhaber und Dozenten der European Wine Education bereits zum zweiten Mal mit Spaß den Zugang zum Weinprobieren mit System. Mehrere 45minütige Seminare finden täglich an den fünf Messetagen statt.

‚Sensorik – die Kunst der Weinverkostung‘ zeigt dem Teilnehmer einen Weg mit allen Sinnen Wein zu erfahren. Sehen, riechen, schmecken – wie sie es richtig machen zeigen die beiden anhand verschiedener Beispiele.

Italien liegt nah, nicht ohne Grund wird München oft als ‚nördlichste Stadt Italiens‘ bezeichnet. Es verwundert die meisten Münchner Weinliebhaber daher nicht, dass sich das Seminar ‚Rosso! Die Vielfalt der italienischen Rotweine‘ ausführlich mit den Rotweinen vom Stiefel beschäftigt.

Ebenso ein italienischer Klassiker ist Lambrusco. Im Seminar ‚Lambrusco – die Vielfalt des italienischen Klassikers‘ erfahren die Teilnehmer Spannendes und Überraschendes über den oft verkannten Wein aus der Emilia-Romagna. Als Aperitif oder überraschenden Speisebegleiter können hochwertige Lambruscos überzeugen.

International wird es bei ‚Weißwein international‘. In 45 Minuten treten Sie eine Reise durch die Welt der Weißweine an. Der Vergleich der wichtigsten weißen Rebsorten entführt auf eine außergewöhnliche Sinnesreise.

Wie wichtig die richtige Glaswahl ist, erfährt man bei ‚Wenn das Glas vom Wein erzählt‘. Auch ungeübte Nasen und Gaumen erkennen bei der Gegenüberstellung verschiedener Gläser die gewaltigen Unterschiede. Tom Rinser, Entwickler der Sensis Plus Gläser der Firma Eisch, zeigt mit Andrea Vestri welchen Unterschied Gläser bei der Verkostung machen. Bei einer Kostprobe von tollen Weinen zeigt es sich, wie ein Spitzenglas die Aromen vollkommen zur Geltung bringen lässt. Vorsicht! – Macht Lust die Weingläser im heimischen Schrank sofort auszutauschen.

Blubberndes ist im Glas, wenn es heißt‚ Champagner & Co. – feinste Perlen im Glas‘. Die Teilnehmer werden entführt die Welt des Champagners mit dem Rest der Schaumweinwelt zu vergleichen. Das Seminar verspricht tolle Entdeckungen.

‚Wein trifft Schokolade‘ entführt alle Süßmäulchen in die Weinwelt. Eine spannende Erfahrung erwartet den Seminarteilnehmer, wenn Andrea Vestri und Jean Jacques Marcel die unterschiedlichen Aromen von Schokolade und Wein kombinieren.

Die Plätze für die Seminare sind begrenzt. Es empfiehlt sich daher bereits jetzt für die Seminare anzumelden

Weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten

USB-Wein: Die innovative Bestellidee für Wein aus Frankreich

Endlich mal wieder etwas Innovatives im E-Commerce: Wein über USB. Mit USB-Wein kommt die Bestellung direkt aus dem Computer ins Haus bzw. ins Weinglas:

(mehr …)

Jungwinzerinnen Kalender 2018: Die 12 schärfsten Winzerinnen Österreichs

Jungwinzerinnen Kalender 2018
Es wird sehr heiß! Wenn da mal nicht der Funke überspringt und das eine oder andere Männerherz in Flammen steht… Es heisst nicht umsonst in dem bei Kindern beliebten – und vor allem bei Eltern gefürchteten – Schlauchgymnastik-Lied: “Schlauch nach rechts, Schlauch nach links, nach oben und nach unten…” Für die 15. Auflage des Jugendprojektes Jungwinzerinnen Kalender haben es wiederum zwölf Weingüter in den Kalender geschafft, deren Nachwuchs sich bei einer Kalendergala beim Weingut Feuerwehr Wagner in Wien-Grinzing präsentierte. Die hatten wahrscheinlich auch gleich die richtigen Schläuche zur Hand, um jeden Funken zu löschen. Oder zumindest zum Wein abfüllen.

Jungwinzerinnen Kalender 2018

Dieser Winzerkalender, erklärt Dr. Ellen Ledermüller-Reiner, Herausgeberin des Jungwinzerinnen Kalenders, „soll burgenländische, niederösterreichische, steirische und Wiener Betriebe einem breiten Publikum bekannt machen und möchte auf moderne, sympathische Weise das Vermarkten der gehaltvollen Weine unterstützen. Wer wäre da besser geeignet als der eigene Winzerinnen Nachwuchs. Weinwerbung und Tourismuswerbung sind das Ziel dieser Maßnahme.“ Die Weinbotschafter im In- und Ausland sind bereits ab Anfang September erhältlich. Als „Kalender-Pate“ fungierte diesmal Richard Lugner. Die Weinkellerei Lenz Moser AG ist Premium-Sponsor. (mehr …)

Primavera del Prosecco: 5 Jahre DOCG sind ein Grund zum feiern

Primavera del Prosecco Prosecco_3_Weinschule_G_B_Cerletti_2010_032
Blubberwasser in Dosen, blaue Flaschen mit Paketband verschnürt: Der Prosecco-Boom des letzten Jahrzehnts hat absonderliche Abscheulichkeiten produziert. Paris Hilton, die wahrscheinlich von Wein oder gar Prosecco ebensowenig Ahnung hat wie von Hotelmanagement, als Testimonial für Prosecco in Dosen, die diesen dann auch noch in einem knallgelben Dirndl auf dem Münchner Oktoberfest präsentierte: das war wahrscheinlich die absolute Spitze der Perversion. Ich vermute, dass sich spätestens zu diesem Zeitpunkt die Winzer in der Prosecco-Region zwischen Conegliano und Valdobbiadene zusammensetzten und beschlossen, etwas zu tun. Seit nunmehr fünf Jahren sind die Spielregeln geändert. Beim alljährlichen Prosecco-Frühling, dem Primavera del Prosecco, kann jetzt gefeiert werden. Ein Hoch auf die Qualität!

Primavera del Prosecco Prosecco_4_Cartizze_2010_001
Wir bekommen Einblick in die Welt des Prosecco bei einem Besuch vor Ort: Das Festival “Primavera del Prosecco DOCG”, der Prosecco-Frühling, ist jedes Jahr das weingastronomische Ereignis im nördlichen Veneto. Im traditionellen Anbaugebiet der ProseccoGlera-Traube, auf den Hügeln zwischen Valdobbiadene und Conegliano, lautet das Motto dann: Probieren, Plaudern und Prämieren. In diesem Jahr vom 14. März bis 14. Juni 2015 präsentieren rund 400 größere und kleinere Winzerbetriebe in 16 Ausstellungen ihre “Schätze”. Dieses Festival ist ein “Fest des Weins” bei dem von Ort zu Ort, von Valdobbiadene bis Conegliano, das “offizielle” Debüt der Weine der letzten Weinlese gefeiert wird. Wein- und Proseccogenießer können dabei die “Proseccostraße” entdecken: eine Weingegend, die teils zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Eine sanfte Hügellandschaft, die stellenweise von antiken Abteien, jahrhundertealten Bäumen und Gehöften unterbrochen wird. Neben Degustationen des Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore werden auch die “Nischenprodukte” des Cartizze DOCG, des Refrontolo Passito DOC, des Torchiato di Fregona DOC, des roten und weißen Colli di Conegliano DOCG und des Verdiso näher vorgestellt. Des Weiteren können die Touristen die passend zu jeder Ausstellung vorgeschlagenen Routen entlangfahren, die Gipsoteca von Canova (Possagno) und andere wunderbare Sehenswürdigkeiten dieser Hügellandschaft besuchen. Eine weitere Besonderheit der Gegend sind die alten herrschaftlichen Villen. Reiche Venezianer bauten sich auf dem Festland in Treviso prächtige Häuser – die Serenissima ist gerade mal 30 Kilometer entfernt. Inzwischen wurden viele von diesen Prachtbauten liebevoll restauriert und etliche in Hotels oder Restaurants umgewandelt.

Primavera del Prosecco Prosecco_1_Hotel_CanondOro_Conegliano_2010_001
Prosecco_2_Conegliano_2010_001Wir übernachten im Best Western Hotel Canon d’Oro und gehen mal stark davon aus, dass das Hotel auch andere, modernere Zimmer hat. Zumindest laut Webseite ist dem so. Vielleicht wurde dieses Zimmer ja mittlerweile auch schon renoviert. Jedenfalls ist das Vier-Sterne-Hotel mit allem eingerichtet, was der Gast so braucht und für eine kleine Entdeckungsreise in zwischen Conegliano und Valdobbiadene reicht es völlig aus. Der renovierte, fresken-geschmückte Palazzo aus dem 15. Jahrhundert liegt wunderbar ruhig. Die Altstadt von Conegliano ist auf jeden Fall an sich schon einen Besuch wert.
Prosecco_1_Hotel_CanondOro_Conegliano_2010_002

(mehr …)

Guía Peñín 2012: Führer durch Spaniens Weinwelten erschienen

penin spanien weinfuehrer 2012Was der Michelin-Führer für die Gastronomie und der US-Weinkritiker Robert Parker für die internationale Weinwelt, das ist für spanische Weine der Guía Peñín. Jetzt ist das über 1.000 Seiten starke Werk von José Peñín im Heel-Verlag erschienen und im Online-Shop vinogusta.com erhältlich. Die Neuauflage zeigt die wachsende Bedeutung der spanischen Weine und beeindruckt durch die durchschnittlich erzielte hohe Punktzahl. Miguel Martín, Gründer von vinogusta.com, hat den renommierten Weinführer als Erster übersetzt und 2005 in Deutschland eingeführt. Als anerkannter Weinexperte gehört er dem erweiterten Peñín-Verkostungsteam der 90+-Weine an.

9.800 verkostete Weine – das ist eine Rekordzahl in der Geschichte des Guía Peñín. „Die Entwicklung in der spanischen Weinwelt mit den vielen unterschiedlichen Weinbaugebieten und qualitativ hochwertigen Weinen war während der letzten 20 Jahre einfach rasant“, erklärt Miguel Martín die wachsende Bedeutung spanischer Weine. Das zeigt sich auch am Punkteranking: Die durchschnittlichen Punktzahl stieg in den letzten fünf Jahren von 83,6 Punkte auf 87,3 Punkte. Für einen negativen Beigeschmack sorgte allerdings der deutliche Rückgang des Durchschnittspreises bei exportierten Weinen. (mehr …)

Kulinarisches Franken: Eine Schmankerlreise durch Schweinfurt und Bamberg

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_Schweinfurt_005_2013 Weinberg Weingut Dahms
Wer den Spruch: „ Man muss Gott für alles danken, auch für Ober-, Unter– und Mittelfranken“ erfunden hat, war mit Sicherheit selbst nie in Franken unterwegs, sonst würde statt “auch“ ein „ganz besonders“ im Satz stehen. Weine, die in der Spitzenliga zuhause sind, die höchste Brauereidichte Europas, edle Brände und köstliche regionaltypische Speisen: Franken ist DAS kulinarische Schlaraffenland Bayerns. Und auch der Kulturkalender ist das ganze Jahr über prall gefüllt. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin war Andrea Gerum vor Ort und brachte ein 48-Stunden-Genuss-Protokoll mit. Wenn das nicht ein leckere Anregung zum Nachfahren ist…

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_schweinfurt_020_Fränkisches Weinland_Terrasse Museum Georg Schäfer mit Blick auf Ebracher Hof
1.Tag

14:00 Check-In im Panorama Hotel Schweinfurt. Unsere Zimmer im 9. Stock bieten einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, die Hassberge und den Steigerwald. Erster Eindruck: Die Stadt ist viel schöner als ihr Ruf. Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, dauerte es lange, bis sich die drittgrößte Stadt Unterfrankens wieder neu definieren konnte. Noch viele Jahre nach dem Krieg bestimmten Zerstörung und Armut das Stadtbild. Bekannt als Industrie– und Arbeiterstadt wandelte sich das Image in den letzten 30 Jahren hin zu einer modernen, lebendigen Stadt, die ihre Wurzeln pflegt. Unter dem Motto: „Industrie und Kunst“ kreierte sich Schweinfurt neu mit spannenden Kontrasten aus Bauwerken vergangener Jahrhunderte und moderner Architektur.

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_Schweinfurt_001_2013
15:00 Wir besuchen das Weingut Dahms. Gelegen an der Peterstirn, der Burganlage des Markgrafen Berthold aus dem 10. Jahrhundert ist sie ein Wahrzeichen der Stadt Schweinfurt und seit 1994 in Besitz der Winzerfamilie Jürgen Dahms.

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_Schweinfurt_002_2013
Schweinfurt und Wein? Zugegeben, diese Verbindung kommt einem nicht gleich in den Sinn. Denkt man doch zuerst an Kugellagerfabriken und nicht an edle Tropfen. Aber Schweinfurt hat eine lange Weinbautradition und war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein bekanntes Weinstädtchen.

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_Schweinfurt_004_2013
In den ersten Jahrzehnten nach 1900 aber zerstörte die Reblausplage fast alle Weinberge. Von ehemals 320 ha Rebfläche blieben nur noch 10 ha übrig, die seit 1980 von Familie Dahms mit großem Einsatz und Erfolg bewirtschaftet werden. (mehr …)

Weinpodcasts: Frische Brise aus dem Norden

Lange Zeit tat sich sehr wenig: das Angebot an deutschen Podcasts zum Thema Wein schien gesättigt. Bis sich jetzt eine quirlige Sommelière in Hamburg daran setzte, mit Wissen, Charme und Temperament ein eigenes Videoblog zu starten: Marlene Duffy und ihr bottleplot. Bisher hatte sie nur eine Youtube-Seite, doch seit dieser Woche können die bereits neun Folgen auch auf iTunes abonniert und heruntergeladen werden.

Ein ausführliches Interview mit der weitgereisten Gastronomin hat weinverkostungen.de unter dem Titel “Mit der Kamera quer durch die Wohnung” veröffentlicht. Und genau das ist einer der Punkte, der positiv auffällt: in jeder Folge befindet sich Marlene Duffy an einer anderen Stelle ihrer Wohnung. Glücklicherweise hat sie sich ab der zweiten Folge hingesetzt. Denn das nervöse Rumgerenne in ihrem Wohnzimmer in der ersten Folge hat mich etwas genervt. Doch jetzt sitzt sie sicher, tritt auch schon selbstbewusst und sicherer auf und interpretiert – nicht: kopiert – ihr Vorbild Gary Vaynerchuk mit seiner Thundershow auf eine eigene, erfrischende Art und Weise. (mehr …)

Weinrallye #9: Das Thema lautet: Alltagsweine!

Weinrallye LogoNach der Weinrallye ist vor der Weinrallye.
Die Folge 9 wird vom Weingut Steffens-Keß betreut und vorgestellt. Thema ist diesmal der Alltagswein, der einfach, unkompliziert und gerade deswegen gut und daher ein Genuss für jeden Tag ist.

Veröffentlichungszeitpunkt für einen entsprechenden Beitrag ist der 8. März 2008. Die einfachen und unverbindlichen Mitmachregeln sind wie immer beim Winzerblog nachzulesen.

Wein aus Uruguay: Vier Bodegas im Vergleich

Wein aus Uruguay Bodegas Juergen Kagelmann 08
Uruguay ist nicht so sehr das zentrale Land für kulinarische Touristen, oder wie es in Neusprech heißt: für Foodies. Noch nicht. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es das nur zweitkleinste Land in Südamerika ist und gerne übersehen wird, neben Brasilien und Argentinien, oder auch, weil man es nur nach einem mehrstündigen, etwas beschwerlichen Flug erreichen kann. Zumal Economy auf dieser Langstrecke nicht bequem ist. Uruguay und insbesondere der Wein aus Uruguay könnte aber der Geheimtip für die Foodies werden, wenn nur erst mehr bekannt wird über die interessanten gastronomischen Angebote dieses Landes. Unser Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann scheute keine Mühen sich durch die Kreszenzen von Uruguay durchzutrinken.

Wein aus Uruguay Bodegas Juergen Kagelmann 02

Wein aus Uruguay: Holzfässer mit Rotwein im Keller der Bodega Juanicó-Deicas

Dazu zählt an erster Stelle der Wein. Ja, Uruguay ist ein bemerkenswertes Weinland! Angebaut werden hier erstaunlich viele Sorten – Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah bei den Rotweinen und Chardonnay, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Muscatel und Grauburgunder bei den Weißweinen.

Eine besonders wichtige Gegend, in der Wein hoher Qualität produziert wird, sind die Hügel im Departement Canelones. Dort existieren 270 große, mittlere – und immer mehr kleinere Winzereien, die auch viel ausprobieren und experimentieren. Dem expliziten Kenner südamerikanischer Weise ist die älteste Rebsorte „Tannat“ ein Begriff – in Mitteleuropa ist sie leider immer noch viel zu wenig bekannt und hat den Gout des Geheimnisvollen. 1870 oder 1875 soll sie von baskischen Einwanderen eingeführt worden sein, denn ursprünglich stammt sie aus dem französischen Baskenland. Man pflegt sie in Uruguay für einen wirklich hervorragenden Rotwein und auch einen Rosé-Wein und sie ist schlicht die erfolgreichste Rebsorte im südlichen Südamerika.

(mehr …)