Top-Weine aus aller Welt: 2009er Spätburgunder Tradition vom Weingut Kiefer

2009_Spaetburgunder_Tradition_Weingut_KieferVon der Sonne verwöhnt – bei dem Spruch denken bestimmt viele an den Werbeslogan vom Badischen Wein. Derzeit sind wir in Deutschland eher vom Winter verwöhnt verkühlt, wissen kaum noch, wie der hellgelbe Stern am Firmament eigentlich aussieht. Doch wir hoffen auf den Frühling. Da wird es Zeit, sich die Sonne zumindest ins Glas einzuschenken. Für Le Gourmand hat sich Sommelier Markus A. Dilger diesmal einen Tropfen vom Weingut Kiefer gegönnt.

Dieser 2009er Spätburgunder „Tradition“ vom Weingut Kiefer aus Eichstetten hat alles, was man sich von einem roten „Kaiserstühler“ wünscht: eine glänzende rubinrote Farbe, ein Aroma von reifen Wildkirschen und roten Waldbeeren, einen saftig-frischen und samtigen Charakter am Gaumen, sowie einen würzigen, langen Nachhall. (mehr…)

Bataviawerf: Wilde Seefahrerromantik in den Niederlanden

Bataviawerf
Wilde Seefahrerromantik bietet die Bataviawerf im niederländischen Flevoland, in der seit den achtziger Jahren historische Segelschiffe aus dem 17. Jahrhundert nachgebaut werden. Ist die „Batavia“ bereits fertiggestellt und kann besichtigt werden, wird an „De 7 Provincien“ noch gebaut. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin besuchte Anika-Okje Erdmann die historische Werft.

BataviawerfFlevoland, die jüngste Provinz der Niederlande, hat viel zu bieten. Landschaftlich „typisch Holland“, nämlich flach wie ein Teller, ist Flevoland durch das Poldermodell entstanden. Die findigen Niederländer haben eine ganze Provinz dem Meer abgerungen. Durch geschicktes Eindeichen und Abpumpen sind hier beinah 2.500 km² entstanden, die rund 15 Meter unter dem Meeresspiegel liegen.

Auf Flevoland, neben der Hauptstadt Leyliestad, ist eine historische Werft entstanden. Diese hat sich darauf spezialisiert, historische Schiffe aus dem Goldenen Zeitalter zu rekonstruieren. Soweit nichts Besonderes, aber das Projekt wird nur über Spenden und Freiwillige getragen. Des Weiteren werden nur historische Werkzeuge und Materialien verwendet.

Bataviawerf
Das erste Projekt war die Batavia, ein Schiff aus dem 17 Jahrhundert, das als weltweit beste Rekonstruktion eines Schiffes der Vereinigde Oostindische Companie (VOC) gilt. Nach zehnjähriger Bauzeit wurde sie 1995 zu Wasser gelassen. Die originale „Batavia“ ist auf ihrer ersten Reise nach Java mit 341 Menschen an Bord auf ein Riff gelaufen und untergegangen. Diese Geschichte hat allerdings wenig mit Seefahrerromantik zu tun, sondern vielmehr mit Meuterei, Mord und Totschlag.

Bataviawerf
Bataviawerf
Nach niederländischem Recht war nicht der Kapitän Ariaen Jakobsz der Leiter der Expedition, sondern der Oberkaufmann Francisco Pelaert. Diese waren in der Vergangenheit bereits aneinander geraten und waren sich nicht wirklich „grün“. Mit an Bord war auch Unterkaufmann  Jeronimus Cornelisz, der aus den Niederlanden wegen Korruption fliehen wollte. Jakobsz und Cornelisz entwickelten einen Plan zur Übernahme des Schiffes, um mit dem geladenen Silber und Gold ein neues Leben zu beginnen. Sie hatten sogar eine kleine Gruppe um sich geschart und versuchten mehrmals Pelaert in eine Falle zu locken. Doch alle Versuche der Meuterei scheiterten.

Bataviawerf
Nachdem sie Kapstadt (Cape Town), wo sie einen Zwischenstopp machten, wieder verlassen haben, navigierte Kapitän Jakobsz das Schiff absichtlich von der Flotte weg. Durch einen Navigationsfehler, da der Ausguck den Schaum von den Wellen als Mondlicht deutete, lief die „Batavia“ auf ein Riff. 40 Menschen starben, der Rest konnte sich mit Booten auf eine nahe gelegene Insel retten. Von dort aus versuchte Jacobsz, Plesaert, Senior Offiziere, weitere Crewmitglieder und ein paar Passagiere mit Hilfe eines Langbootes Trinkwasser zu finden. Doch dies scheiterte. Schließlich machten sie sich auf den Weg in die Stadt Batavia, das heutige Jakarta, wo sie nach 33 Tagen ankamen.

Bataviawerf
Bataviawerf
Jeronimus Cornelisz wurde auf der Insel zurückgelassen und hatte das Kommando über die Überlebenden. Es war ihm klar, dass er wegen Meuterei angeklagt werden würde, sollte die Expedition die Stadt Batavia erreichen. So entstand bei ihm der Plan, das Rettungsschiff zu kapern und mit diesem zu entkommen. Er hatte auch weitere Pläne, ein eigenes Königreich mit Hilfe des Goldes und Silbers der „Batavia“, zu erreichten. Dazu entledigte er sich aller potentiellen Gegner. Er fing an, alle Waffen und Lebensmittel zu verwalten, er schickte Soldaten auf „Expeditionen“ zu weiteren Inseln, welche er dort sich selbst überließ. Insgesamt töteten er und seine Anhänger in den zwei Monaten bis zu deren Rettung mindestens 110 Männer, Frauen und Kinder. Von den ursprünglich 341 Menschen erreichten nur 68 den Hafen von Batavia. Cornelisz starb später vermutlich im Gefängnis von Batavia.

Bataviawerf
Momentan wird an einem weiteren Projekt gearbeitet: „De 7 Provinciën“. Diese hat unter dem niederländischen Admiral Michiel de Ruyter im 17. Jahrhundert viele Seeschlachten geführt.

Bataviawerf
Zwar ist „De 7 Provinciën“ nur von außen zu besichtigen, doch so ist es möglich in die „Batavia“ hineinzugehen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es war, auf einem Handelsschiff des 17. Jahrhunderts gefahren zu sein. Da ist nichts mit „Jack Sparrow“ Romantik zu fühlen.

Bataviawerf
Die Zwischendecks sind so niedrig, dass gerade Kinder aufrecht laufen können. Die Crew schlief in Schichten, die normalen Passagiere durften einmal am Tag für etwa fünf Minuten auf das Oberdeck. Der Gestank muss unglaublich gewesen sein. Eine Mischung aus Menschen, Exkrementen und der Küche, die ebenfalls unter Deck war.

Bataviawerf
Die Projekte werden von einer Stiftung getragen. An den Schiffen arbeiten Freiwillige und Langzeitarbeitslose, die wieder ins Berufsleben integriert werden sollen. Überall finden sich freundliche Menschen, die bereitwillig Auskunft über die Geschichte der Schiffe geben. Auf der Batavia selber werden auch Mitmachaktionen angeboten. So kann in die Takelage geklettert werden oder an Kursen für Seemannsknoten teilgenommen werden.

Mehr Infos gibts hier.

Die Autorin Anika-Okje Erdmann lebt in Bremen und San Francisco und war für Le Gourmand bereits in Groningen unterwegs.

Werfenweng im Pongau: Wie sich ein Ort als Tourismusmagnet neu erfindet

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Majestätisch grüßt der Eiskogel schneegewandet seine Bewunderer. Einzig der royal-blaue Himmel spannt sich über dem Riesen wie ein Baldachin. Geradezu königlich präsentiert sich Werfenweng seinen Besuchern. Der kleine Ort inmitten des Tennengebirges auf rund 1.000 Metern Höhe, ca. 60 Kilometer südlich von Salzburg, hat sich seit einigen Jahren zum Mekka für Fans des unaufdringlich ökologischen Wintertourismus entwickelt. Während woanders mittlerweile sogar die Pisten mit Beats der neuesten Charterfolge beschallt werden und der alpine Zirkus mit seinen Tschka-Laka-Parties schon fast bizarre Züge annimmt, finden hier naturverbundene Wintersportler mit Kind und Kegel noch ihren Raum für familienfreundliche Erholung. Schnörkellos und doch nicht langweilig. Auch deshalb zählt die Gemeinde im Pongau zu den Vorreitern der Tourismus-Initiative „Alpine Pearls“, den „Perlen der Alpen“. Eine Entwicklung, auf die Werfenweng und seine Bewohner heute besonders stolz sind, obwohl diese Art von Tourismus eigentlich eine Art „Notgeburt“ war.

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Schließlich hieß es auch hier im Salzburger Land bis vor 15 Jahren: „…größer, schneller, weiter“. Und es sah alles gut aus für die Gemeinde. 200.000 Übernachtungen erwirtschafteten jährlich die finanziellen Mittel, um das komplette Ferienprogramm, wie man es aus anderen Regionen kennt, knallbunt und rücksichtslos auszubauen. 1994 dann der Einbruch. Die Tauernautobahn, die zu diesem Zeitpunkt eingeweiht wurde, schleuste über Nacht jede Menge Gäste am Ort vorbei. Werfenweng geriet in Zugzwang, was sich heute als Glücksfall herausstellt. Denn just zu dieser Zeit suchte der junge Bürgermeister Peter Brandauer bereits nach einem neuen nachhaltigen Konzept für „seine“ Heimat. Er wollte anders sein, der Region eine neue Richtung und damit eine Eigenständigkeit geben. Erst argwöhnisch beobachtet, baute er mit viel Überzeugungsarbeit Werfenweng zum Modellort für „sanfte Mobilität“ (SAMO) um. Das war 1997. Seither füllen Stück für Stück Gastronomen, Hoteliers und Geschäftsleute das „SAMO“-Projekt mit Inhalten. (mehr…)