Hull, England: Change is happening!

Change is Happening – Das neue Motto von Hull

Die Einwohner von Hull sind sehr stolz auf ihre Stadt, finden es aber absolut verständlich, dass auf dem Kontinent nur wenige Leute von ihrer Stadt gehört haben, eher schon von den Nachbarstädten Liverpool, Manchester und Leeds. Schließlich hat Hull gerade mal eine Viertel Million Bewohner und setzt (wenn überhaupt) nur Assoziationen als Endpunkt der Route einer Fähre von und nach Rotterdam frei. Dass viele in Großbritannien die Stadt mit dem naheliegenden Homoioteleuton „Hull is dull“ kennzeichnen, wollen wir mal beiseite lassen. (Irgendwie fällt einem dabei Bielefeld ein, mit dem es das Schicksal auch nicht besonders gut gemeint hat ..)

Jedenfalls sollte sich seit 2018 einiges ändern für Kingston-on-Hull, wie der offizielle Name für das 1299 gegründete Städtchen in Nordengland lautet. Der Hintergrund sind besonders die enormen Bemühungen anderer britischer Städte, sich neue und eindrucksvolle kulturelle Images zu schaffen. Liverpool wurde nach wirklich enormen Anstrengungen bereits 2008 die Auszeichnung zur Europäischen Kulturhauptstadt verliehen und Leeds strengt sich derzeit mächtig an, in die Auswahl für das Jahr 2023 zu kommen. Wobei das Entscheidende immer die Nachhaltigkeit ist – alle Projekte sollen auch nach einer europäischen Anerkennung fort- und weitergeführt werden und die jeweilige Stadt einschließlich ihrer Umgebung, ihres Hinterlandes kulturpolitisch nachhaltig weiter entwickeln.

Touristisch interessant, dass man in Nordengland eine Art kulturelle Themenstraße propagiert. Das macht Sinn, weil der moderne Tourist immer ganz viel auf einmal will. Daher verbindet sich Hull zusammen mit Leeds, Manchester und Liverpool zu den Cities of Northengland,.

Um das zu realisieren, ist man dabei, dafür ein neues Verbindungssystem mit der Eisenbahn, deren Image in Britannien eigentlich ein ziemlich bejammernswertes ist. Das seit einiger Zeit agierende private Unternehmen Transpennine Express verbindet alle großen Städte in Nordengland mit neuen, modernen und komfortablen Zügen zu überraschend zuverlässigen Ankunfts- und Abfahrtszeiten (– für die nächsten Jahre soll eine halbe Milliarde £ in die Erneuerung der Züge gesteckt werden). Gerade für die erkundungswilligen Touristen vom Festland, die das Risiko des Linksverkehrs mit gemieteten Wagen lieber nicht eingehen wollen, ist das eine interessante Alternative.

Die Marina von Hull

Genug der Vorrede. Hull also ist aktuell eine Stadt, deren Image, sagen wir, verbesserungs- oder ausbaufähig ist. Lange Zeit eine Walfang- und Kabeljaufischerstadt, sind jetzt die Boote und verarbeitenden Fabriken so gut wie verschwunden, sind die Docks leer und schon seit längerem ziemlich leerstehend.

Die Lösung ist: Kultur. Und zwar geballt und eindrücklich. Und Aufsehen erregend. Hull ist zum Beispiel, was sich irgendwie in Deutschland gar nicht herumgesprochen hat, in diesem Jahr „UK’s city of culture“. Diese Auszeichnung wird alle vier Jahre vergeben und bedeutet einiges an staatlichen Zuwendungen und die Vergabe von mindestens nationalen Contests und Preisveranstaltungen. Das Ziel der vom Department for Culture, Media and Sport organisierten Initiative ist, wie wir Wikipedia entnehmen können, „to build on the success of Liverpool’s year as European Capital of Culture 2008 which had significant social and economic benefits for the area.“ Der Vorgänger war 2013 übrigens Londonderry. 2017 konnte sich Hull gegenüber Dundee, Swansee Bay und Leicester durchsetzen.

Konkret heißt das, dass an wirklich 365 Tagen in Hull etwas Kulturelles stattfindet. Das ist für ein relativ kleines Städtchen wie Hull natürlich ein enormer Gewinn, aber auch eine gewaltige Anstrengung. Schliesslich bedeutet es zum einen das Aktualisieren der schon bestehenden kulturellen Einrichtungen, sprich Museen, mit spektakulären neuen Schwerpunkten. So wurde das traditionelle Ferens-Museum, auf das die Huller traditionell sowieso mächtig stolz sind, mit über 5 Mio. £ Kosten renoviert – und man organisierte neue Ausstellungen mit einigen durchaus spektakulären Leihgaben. Kirsten Simster, die Kuratorin, freute sich besonders über ein gerade geliehenes Gemälde von Rembrandt, das den Schiffsbauer Jan Rijcksen und seine Frau von 1633 zeigt. Der flämische Meister soll womöglich selbst einmal in Nordengland gewesen sein. Der Sache wird noch nachgegangen…

Der Philanthrop Thomas Ferens, Gemälde von Frank Dicksee
Kuratorin Katrin Simster im Saal der niederländischen Meister

Eigentlich ist die Ferens-Gallery, benannt nach dem Gründer und Mäzen Thomas Ferens, und eröffnet vor genau 90 Jahren, eines der überschaubaren, hübschen Museen, in die man Schulklassen hineinschicken kann, ohne zu riskieren, dass die Kids schon nach ein paar Minuten müde oder übellaunig werden oder beides. Außerdem können sich die Kinder kreativ in einer eigenen Children’s Gallery beschäftigen. (Und bei dieser Gelegenheit sollte auch erwähnt werden, dass hierzulande der Eintritt in die meisten öffentlichen Museen total kostenlos ist. Hoffentlich bleibt das auch nach dem Brexit so ..)

Schulklassen-Besuch im Ferens
Sehr beliebt bei den Kids: Die eindrucksvolle Skulptur von Michael Scrimshaw, The Bigger Man, in der Lobby des Ferens Museums

Man kann hier nicht alles aufzählen, was im Ferens zu sehen gibt, aber zum Beispiel diese Sachen hier: Frans HalsPorträt einer Frau (ca. 1660), Canalettos Canal Grande dal palazzo Balbi fino al ponte di Rialto, im Saal Viktorianisches England das Gemälde von Herbert James Draper, Ulysses and the Sirens (1909) und im Saal Mittelalter als große Attraktion das Gemälde des Sienesers Pietro Lorenzetti Christus mit Paulus und Petrus (ca. 1320).

Wer es moderner mag, schaut sich sicher die fünf Gemälde der Screaming Popes-Reihe von Francis Bacon aus den 1950er Jahren an, diese verfremdenden Erinnerungen an das Gemälde Papst Innozenz X. von Velasquez. Und sehr aktuell ist Mark Wallingers sechsteilige irritierende Fotoserie Passport Control (1988).

The Blade auf dem Queen Victoria Square
Das propellerähnliche Rotorblatt vom Blade

Über Kunst soll man stolpern, das könnte das leitende Prinzip für das Aufstellen des Blade gewesen sein, ein 75 Meter langes und 28 Tonnen schweres Windturbinen-Rotorblatt, konzipiert vom Multimedia-Künstler Nayan Kulkarni und fabriziert in der Siemens-Fabrik in Hull, das man unübersehbar auf dem bzw. längs über dem Queen Victoria Square aufstellte. Um einen Eindruck von der massiven, bewusst stören wollenden Kunst zu gewinnen: die typischen Doppeldeckerbusse passen gerade noch unter dem Blade durch, das quer über den Platz verläuft. Es soll übrigens ein Symbol für den ökonomischen Wiederaufstieg der Stadt sein.

Hull besitzt ein Museums Quarter, das aus vier verschiedenen Museen und einem kleinen Park besteht. Eine Attraktion, die man unbedingt besuchen sollte, ist das Streetlife Museum of Transportation: ein vergnüglicher Querschnitt durch die Geschichte der Bewegung und Fortbewegung. Das Besondere: Es werden nicht einfach – wie etwa in vielen Automuseen – teure oder alte Stücke nebeneinander steril aufgestellt, sondern sie sind in ihren geschichtlichen Kontext eingebunden. Dadurch wird die jeweilige Zeit richtig be-greifbar, wie etwa in der historischen Tram von 1940, mit der man sogar eine Station im Museum fahren kann. Auch historisches Spielzeug und Comics finden sich hier – in diesem wirklich netten Museum.

Eingang zum Streetlife-Museum
Streetlife-Museum
Im Streetlife-Museum, Oldtimer und eine britische Cartoonfigur

Die zweite Must-do-Attraktion, gleich daneben, ist das Wilberforce-House Museum, gewidmet der großen historischen Figur William Wilberforce (1759-1833), ein großer Sohn der Stadt Hull. Als Parlamentsabgeordneter, der sich für die Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels einsetzte, spielte Wilburforce die zentrale Rolle – und erreichte vor 210 Jahren nach über 20 Jahren hartnäckigen Kampfes die Annahme des ersten Antisklavereigesetzes durch das britische Parlament:

„Mir erschien die Verderbtheit des Sklavenhandels so enorm, so furchtbar und nicht wiedergutzumachen, dass ich mich uneingeschränkt für die Abschaffung entschieden habe. Mögen die Konsequenzen sein, wie sie wollen, ich habe für mich beschlossen, dass ich keine Ruhe geben werde, bis ich die Abschaffung des Sklavenhandels durchgesetzt habe.“

Denkmal für den großen William Wilberforce

Sein Geburtshaus wurde in eine Gedenkstätte für die von ihm mit großer Energie angetriebene frühe Bewegung des Abolitionismus umgewandelt. 1906 eröffnet, gilt es als das erste englische Museum zur Geschichte der Sklaverei und Sklavenbefreiung

2006 wurde Wilberforces Leben und Kampf von Michael Apted in „Amazing Grace“ verfilmt – mit u.a. Ioan Gruffudd, Benedict Cumberbatch und Albert Finney in den Hauptrollen.

Die Silhouette vom Aquarium The Deep!

Wieder ganz was anderes ist: The Deep! Ein vierstöckiges, in den Untergrund gehendes Aquarium in einem futuristisch-maritimen Gebäude, das an die Silhouette eines gerade untergehenden Ozeanschiffes erinnert. In diesem architektonisch ungewöhnlichen Aquariumsbau, 2002 eröffnet, das als eines der spektakulärsten in Großbritannien gewertet wird, und von den Machern als the world’s only submarium bezeichnet, könnten sich Schulklassen ganze Tage aufhalten und sich zum Beispiel von Skeletten des Superriesen-Megalodons beeindrucken lassen, des ungeheuren Vorläufers der heutigen Haie. Am beliebtesten ist hier wie anderswo natürlich der Underwater Viewing Tunnel, wo sieben Arten von Haien, Rochen und hunderte anderer Arten Fische an den Wänden oder über den Köpfen der Besucher dahingleiten. Bei den kleineren Kindern ist der große Favorit die Pinguinwelt, die hier Kingdom of Ice heißt – und natürlich der riesige Shop, wo bisher noch jeder sein spezielles maritimes Schmusetier gefunden hat.

Der eindrucksvolle Ur-Haifisch Megalodon im Aquarium The Deep!

Noch einmal zurück zur (Post-)Moderne. Ihr Symbol ist die für Kulturereignisse aller Art reservierte Humber Street, direkt an der Marina. Hier hat sich einiges geändert, was man nicht zuletzt an den neuen bunten Grafitti sieht.

Fröhlich bemalte Graffiti-Wand in der Humber Street

Sehr beliebt ist auch in Hull die Kombination von Cafe-Snackbar und Kunstgallerie – die Humber Street Gallery, 64 Humber Street, wo es unten Imbiss und Café und natürlich Tee bei rastafarischer Musik gibt, und in allen fünf Stockwerken häufig wechselnde, dabei auch kontroverse und überraschende Beispiele moderner Kunst. (Unter anderem stellte man hier Werke des in Hull beheimateten Künstlerkollektivs COUM aus.)

Die Humber Street

2017 z.B. gab es eine Ausstellung von Skulpturen von Sarah Lucas, die irgendwie irgendetwas mit feministischer Kritik zu tun haben sollen; der naive Besucher findet Torsi weiblicher Körper, denen die Künstlerin seltsamerweise Filterzigaretten in Vagina und Anus gesteckt hat. Einerseits etwas gewöhnungsbedürftig, andererseits zeigt das aber auch den Mut zur modernen Kunst

Fertig ist dieses Musterbeispiel einer Gallerie mit Café aber noch nicht. Demnächst wird ein Dachcafé fertig, von dem aus die Besucher, jedenfalls die, die an den Küstenwind gewöhnt sind, weit über die Dächer von Hull und die Nordsee schauen können.

Sarah Lucas Torsi-Ausstellung „The Power in Woman“

Adressen und Infos:

5 Jahre Parc du Petit Prince: Finde die Seele Deiner Kindheit

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Freizeitparks gibt es wie Sand am Meer, aber dieser ist wirklich etwas Besonderes. Denn: Im Elsass schlug vor über 500 Jahren ein Meteorit ein, der in Fachkreisen als Météorit Ensisheim bekannt wurde. Historisch hat das große Bedeutung, denn dies war das erste Mal in der Geschichte des Abendlandes, dass ein Objekt, das vom Himmel fiel, beschrieben und analysiert wurde. Frühere Einschläge wird es sicher in Europa gegeben haben, nur sind sie seinerzeit nicht dokumentiert worden. Man kann ihn im Rathaus von Ensisheim sehen. Unweit davon hat man vor fünf Jahren einen Freizeitpark der etwas anderen Art aufgebaut, den Parc du Petit Prince.

Eigentlich gab es davor schon einmal einen Park, das anspruchsvolle Le Bioscope, das der neue Eigentümer Grévin & Cie (heute Teil der Compagnie des Alpes) am 1. Juni 2006 für berichtete 61 Mio Euro gebaut hatte. Dies war der erste Umwelt- und Gesundheitspark Frankreichs auf 12,5 Hektar. Wie in so vielen Gegenden, wollte man hier etwas ökologisch hoch Relevantes schaffen, etwas sehr Lehrreiches. Leider aber war der von den Architekten Frederic Jung und Ursula Kunz schön gestaltete Park kein Erfolg. Wahrscheinlich hatte man die allgemeine Akzeptanz für ökologische Themen überschätzt, vielleicht war der Park auch überfrachtet mit Lehren und Lernen, vielleicht war die Mischung der Themen nicht geglückt (Umweltverschmutzung, extreme Klimaverhältnisse, Ökosystem, aber auch Pflegen und Heilen), vielleicht hatte man die Zugkraft über die Landesgrenze hinaus überschätzt. Ziemlich sicher waren es jedoch die fehlenden typischen Erlebnisse, die man nun mal sucht, wenn man in einen Themenpark geht. 2012 stellte Grévin et Cie. daher den Betrieb ein. Seitdem versuchte man, für die Anlage eine andere und möglichst sinnvolle Verwendung zu finden. Ein Glücksfall war die schließliche Übernahme des Parks durch die erfolgreiche französische Ballonfirma Aerophile SAS – die 11 Mio. Euro in den Park investierte.

Für die thematische Neuausrichtung entschied man sich für das Leben und Werk des Fliegerdichters Antoine de Saint-Exupéry (eigentlich: Antoine Marie Jean-Baptiste Roger Vicomte de Saint-Exupéry). Mehr als nur eine nationale Berühmtheit, schließlich sind seine Bücher weltweit bekannt geworden. Vor allem natürlich die Geschichte vom Kleinen Prinzen, die in viele Sprachen übersetzt worden ist und zur Standardlektüre an Schulen, aber auch an Universitäten zählt, nicht zuletzt wegen ihrer philosophischen Botschaften. (Einige Bemerkungen sind längst in die Allgemeinbildung eingegangen, wie das unendlich oft zitierte “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!”)

Dieses 1943 erschienene Buch machte den Verfasser mit einem Schlag berühmt; dazu trug auch sein tragischer, geheimnisumwitterter Tod bei: Saint-Exupéry stand im Dienste der französischen Luftwaffe und war über viele Meere und in viele Kontinente geflogen, bei einem Routineflug stürzte er 1944 bei der Île de Riou nahe Marseille ab.

Die Ausstellung St.-Exupéry, Leben und Werk  – © Michel Caumes

Dichter, Abenteuer, Flieger, Philosoph – der Stoff, aus dem Helden gemacht werden. Und eine Geschichte, aus der man einen interessanten Themenpark machen kann. Am 1. Juli 2014 also öffnete der Ungersheimer Park mit einer völlig neuen Thematik – alles dreht sich hier um Saint-Exupérys Kleinen Prinz mit einer deutlichen ZielgruppenausrichtungFamilien mit Kindern zwischen 3 und 12 JahrenAlleinbesucher haben wenig von einem Besuch, in der Familie macht es am meisten Spaß, ein paar Stunden in diesem ungewöhnlichen Themenpark zu erleben. 

Dieser Park wendet sich an alle Menschen, die ein Faible für den Literaten Saint-Exupéry haben, dessen Lebensgeschichte hier unterhaltsam ausgebreitet wird. Oder die einfach die Prinzengeschichte mögen, und das dürften eine ziemliche Menge sein, denn von der gedruckten Version des Petit Prince sollen sich auch heute noch auf der ganzen Welt an die zwei Millionen Stück verkaufen. (Eine Auswahl der übersetzten Fassungen kann man natürlich im Park ausgestellt sehen.) Geschätzte 140 Millionen Exemplare sollen verkauft worden sein, die in beeindruckenden 270 Übersetzungen – Sprachen und viele Dialekte – erschienen sind. 

Eine Auswahl der Übersetzungen vom Kleinen Prinz – © Michel Caumes

Und gerade in den letzten Jahren gab es wieder neue Fernsehserien (2011 eine 78-teilige Animationsserie) und Filme (2015, The Little Prince), was die ungebrochene Aktualität des philosophischen Kinderromans belegt. Dem kommt auch zugute, dass die Autorenrechte 70 Jahre nach dem Tod des Verfassers nun frei sind und das Werk beliebig nachgedruckt werden kann.

Der neuartige Park, der von den Betreibern auch gerne als erster ‚parc aérien au monde’, also als Luftpark weltweit bezeichnet wird – was etwas missverständlich ist, schliesslich handelt es sich um das Thema Fliegen –, und Berichten nach rd. 50 Millionen Euro gekostet hatte, wurde 2014 von den Medien sehr wohlwollend aufgenommen. Dafür sorgte die besondere Mischung von Tieren, Kinos, Labyrinthen, Ballons u.v.a.m. auf 24 Hektar. 

Ikonische Figur am Eingang des Parks: Der kleine Prinz auf seinem Meteorit B612 © Michel Caumes
© Michel Caumes

Zu den ersten Attraktionen gehörten vor allem Dinge für Kinder ( – mit mehr oder weniger deutlichen Bezug zur Prinzen-geschichte): Klassische Kinderrides, wie das Aérousel (Karoussel mit kleinen Flugzeugen und Ballons),  Jahrmarkt-Attraktionen, wie ein Kettenkarussel oder Wellenflieger (Les chaises volantes), oder der kleine Bummelzug Le petit train. Spielplätze und –geräte, wie z.B. La grande balançoire (Die grosse Schaukel), die Kinder Zipline La tyrolienne, eine Schaf-Federwippe. Nicht zu vergessen ein schöner Spieleturm mit Hängebrücke – die Citadelle; und ein Indoor-Trampolin-Park, ein Labyrinthe de fontaine (Das Labyrinth des Brunnens), L’avion, ein begehbares altes Doppeldeckerflugzeug, und Wasserspielplätze und vieles mehr.

Der Wellenflieger
Spielplatz Citadelle
Eine echte Antiquität: Avion, die alte Antonov-2
Innen im Avion – © Michel Caumes
Kreatives Malen

Kinder können baden, hüpfen und tanzen, oder auch malen – wie z.B. bei Dessine-moi un mouton (Zeichne mir ein Schaf).

Es gibt audiovisuelle Highlights, wie 3-D, 4-D-Filme und interaktive Attraktionen wie Le Planète Sous-Marine-4D (Der Unterwasserplanet) und der Courier Sud (Südkurier), und stroboskopische Effekte im Vol de Nuit (Nachtflug).

Schwindelerregend.. der Nachtflug – © Michel Caumes

Und selbstverständlich kann man im Grand Cinéma die dreidimensionalen Abenteuer des kleinen Prinzen verfolgen.

Warteschlange beim Prinzenkino
Innen im grossen Kino (Le Grand Cinéma)

Aber die Höhepunkte waren und sind die Produkte von Aerophile. Zwei grosse beeindruckende feststehende Fesselballons, sie gelten als besonders robust und technisch ausgereift und so sicher und schwankungsarm, dass auch kleine und ängstliche Kinder ohne Probleme mitfahren können: Le Ballon du Roi (Der Ballon des Königs) und Le Ballon d’Allumeur de Réverbère (Der Ballon des Lichtanzünders). Die Aussicht ist aus 135 bzw. sogar 150 Metern definitiv prächtig. Falls das Wetter günstig ist, das heißt, der Wind nicht zu stark ist, steigt man so langsam nach oben, dass auch die Kleineren keine Angst zu haben brauchen. Und wenn der Wind zu stark ist, muss man sich eben gedulden. Dann geht Sicherheit vor Fun. 

Die Ballons
© Michel Caumes

Und das gibt es noch: ein luftiges Restaurant (für das es sich empfiehlt, besser nicht unter Höhenangst zu leiden) gibt es – die L’Aérobar du Buveur (Luftbar des Trinkers): man sitzt an einer großen runden Tafel, baumelt mit den Füßen in der Luft, während man von einer Plattform langsam in 35 m Höhe befördert wird. Allgemein loben die Besucher die hervorragende Aussicht von oben, auf die Berge der Vogesen, den Schwarzwald, die Städte Mülhausen und Colmar, während man einen Aperitif oder ein Glas Sekt geniesst. Dieses fliegende Foodtainment kommt gut an.

Die Aerobar – © Michel Caumes
Die Aerobar, Instruktionen vor dem Aufstieg – © Michel Caumes

Fünf Jahre später können die Betreiber durchaus zufrieden sein: Im ersten halben Jahr kamen 90.000 Gäste, 2015 waren es 120.000, 2016 150.000, 2017 200.000, also 35% Steigerung (– übrigens konnte man am 31.10.2017 mit 5.877 Gästen einen Tagesrekord verzeichnen). 2018 gab es auch wieder 200.000 Besucher (genau: 197.834). Fast jedes Jahr also ein neuer Rekord, das macht optimistisch für die Zukunft. 

Alle Erfahrungen international zeigen, dass die Gäste etwas Neues erwarten, wenn sie motiviert werden sollen, einen Park ein zweites Mal zu besuchen. Es braucht nunmal jedes Jahr neue Attraktionen. Das schaffte man auch im kleinen Prinzenpark, obwohl das Budget nicht besonders groß ist. Das ‚Erlebnispotenzial’, wenn man so sagen will, also wurde Jahr für Jahr vergrößert: 

Seit 2017 können sich die Besucher über die erste Achterbahn freuen, den gelben Family Coaster Le Serpent (die Schlange, die ja ein klassisches Motiv aus der Buchvorlage thematisiert). Er erreicht max. 39 km/h, fährt auf einer Länge von 222 m und einer Höhe von max. 9 m. Kinder müssen 100 cm groß sein, um mitfahren zu dürfen. Die Kapazität soll 400 Personen/ Stunde betragen.

Eingang zur neuen Attraktion Die Schlange
Spaß und Geschwindigkeit mit der Schlange
In und mit der Schlange

Zum anderen gibt es seit dem 25. Mai auch die erste Wildwasserbahn im Park: Atlantique Sud (Südatlantik). 

Das Interessante an diesem Flume Ride ist die Thematisierung. Sie bezieht sich nämlich auf einen guten Freund Exupérys, den wagemutigen Flieger Jean Mermoz (1901-1936), der für den französischen Luftpostdienst Aéropostale arbeitete und als erster die Verbindung Casablanca–Dakar flog. Er war auch der erste, der über den südlichen Atlantik Post von Toulouse nach Buenos Aires brachte. Wie den Schöpfer der Kleinen Prinzen ereilte auch Mermoz das Schicksal des plötzlichen Absturz im Nirgendwo des Ozeans. Und wie jener sind heute in Frankreich Schulen und Straßen nach ihm benannt. 

Abfahrt und Schussfahrt der Wildwasserbahn Atlantique Sud
Die Streckenführung des Wildwasserrides; zum Schluss fährt man gemütlich um die Antonov-2 herum

In dieser Attraktion stimmt schon der ganz nach der ehemaligen französischen Luftpostgesellschaft thematisierte Wartebereich mit dem Einstieg in die Boote, die aber hier anstelle der üblichen Baumstämme einem Flugzeugrumpf nachempfunden sind. Maximal fünf Personen pro Boot können in einem Kanal bis auf etwa zehn Meter Höhe fahren, den Ausblick auf den Park für ein, zwei Minuten genießen, bevor es mit der Schussfahrt ins kühle Nass geht; anschließend treibt man gemächlich über das Wasser des Kanals, und hat einen Blick auf einen ausrangierten Antonov-2 Doppeldecker der späten 1930er Jahre. Der Flume Ride hat eine Länge von 230 m und eine Höhe von 10 m; 8 Flugzeug-Baumstämme bieten 5 Menschen Platz; die Kapazität beträgt 650 Personen pro Stunde; mitfahren kann jeder über 95 cm Grösse.

Seit 2018 begeistert das Weltraum-Abenteuer Dans les yeux de Thomas Pesquet (Mit den Augen von Thomas Pesquet): Viele Kinder, die das Buch vom Prinzen gelesen haben, fragen danach, wie das nun wirklich so ist mit einer Reise durch den Weltraum. Da trifft es sich gut, dass ein französischer Raumfahrer oben gewesen ist, übrigens der jüngste Astronaut bisher. Ein beeindruckender Film im IMAX-Laser-4K-Format im Grand Cinéma zeigt die außergewöhnliche Mission des Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation. Die Zuschauer entdecken so die Erde aus einer Höhe von 400.000 Meter.

Der Kleine Prinz mit dem Astronauten im Weltraum

Auch im Prinzenpark hat man den Trend zu Virtual-Reality-Erlebnissen aufgegriffen. Das VR-Abenteuer Der virtuelle Flug schickt Klein und Groß auf einen abenteuerlichen Ballonflug mit dem Kleinen Prinzen. Der etwa fünfminütige VR-Film (kostet nichts extra) zeigt den Schwarzwald, das Elsass sowie die deutsch-schweizerische Grenzregion aus der Vogelperspektive. Die Zuschauer bekommen dank der 360 Grad-Aufnahmen den Eindruck, tatsächlich wie in einem Ballonkorb durch die Lüfte zu schweben.

In der Animations-Neuheit Le Petit Prince VR reisen die Zuschauer an der Seite des Kleinen Prinzen und des Fuchses von einem Planeten zum Nächsten. Diese Filme werden dann angeboten, wenn die Ballons wegen schlechter Wetterbedingungen nicht fliegen können.

Service:


Fotos: Park / Operaprince / © Michel Caumes / Dr. Jürgen Kagelmann / Götz A. Primke

„Fürchterliche Touristen…“ Oder: Auf Urlaub in Hondurica

Fürchterliche Touristen - Hondurica © Disney

© Disney

Urlaub in Hondurica: Unser Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann reiste für uns in ein Phantasieland. Cartoons und Comics haben die nicht zu unterschätzende Eigenschaft, kom­pli­zierte Ausführungen in wenigen Textzeilen und einem oder einigen wenigen Bil­dern kondensieren zu können. So entstehen Bilder oder „strips“ – Abfolgen von 3, 4, 5 Bildern – in denen häufig wunderbar der Zeitgeist eingefan­gen ist. Manch­mal sind diese Wort-Bild-Kombi­na­tionen sogar ihrer Zeit etwas voraus, wenn sie Kritik an bestehenden, vom Autor be­obachteten gesellschaft­lichen Zuständen üben.

Zu diesen Künstlern gehört der US-Amerikaner Carl Barks (1901-2000), der das geniale Universum um die – nach wie vor – bekannteste Comic-Ente der Welt ge­schaf­fen hat: die Geschichten von Donald Duck und seinen Ver­wand­ten, Freun­den und Gegenspielern. Immer noch betrachten viele unsensible und unauf­merk­same Menschen die Geschichten und Charaktere von Barks als „Kin­der­kram“, wäh­­­rend sie in Künstler-, Medien-, auch Journalisten-Kreisen und sogar bei Wis­sen­schaftlern schon längst als einzigartig er­kannt worden sind. In Deutschland erlangten sie Kultstatus durch die kongeniale Übersetzung der An­glistin und Kunsthistorikerin Erika Fuchs (1906-2005), deren Werk seit 2015 sogar in einem ihr gewidmeten Museum in Schwarzenbach an der Saale aufbe­wahrt und gepflegt wird (* Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprach­kunst). (mehr …)

Rodrigues: Sinnliche Stunden im Botanischen Garten


Früchte, Gewürze, Kräuter, Blumen – Pflanzen aller Art blühen, wachsen und gedeihen in diesem Botanischen Garten auf der Insel Rodrigues. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin suchte Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann diesen Ort auf. Dieses süße und sinnliche Fleckchen Erde ist nur 110 Quadratmeter groß, liegt im Indischen Ozean und ist etwa 560 Kilometer von Mauritius entfernt, zu der sie politisch auch gehört. Fernab vom Massentourismus. Aber sie hat ein paar sehr interessante Dinge zu bieten – gerade richtig für den Touristen, der etwas Ruhe sucht und mitbringt.

Zum einen ist da das kleine Coco Island. Vor allem aber gehört dazu der Botanische Garten – „Jardin des Sens“ oder „Jardin des Cinq Sens“ , am besten zu beschreiben als: klein aber fein. Sehr didaktisch angelegt ist er und ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen. Denn man kann hier nicht nur „sehen“, sondern auch unbekannte Dinge „fühlen“.


Man steckt die Hand in einen der Körbe und erlebt eine taktile Überraschung.. (mehr …)

Von Rodrigues nach Coco Island: Picknick mit Vögeln


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rodrigues 01 coco island 4410Traumhafte Sandstrände, klein, nahezu unberührt: Coco Island ist sicherlich eine der schönsten Inseln im Indischen Ozean. Vermutlich heißen auf der ganzen Welt schätzungsweise mehrere Tausend Inseln, die Coco Island oder ähnlich heißen, schließlich ist ja die Kokospalme kein besonders seltenes botanisches Element in feuchtwarmen tropischen und Bereichen. Eine der sicherlich schönsten, aber wenig bekannten Kokosinseln befindet sich im „Großraum“ Mauritius.

Präziser gesagt, liegt die Ile Coco (oder Ile aux Cocos) nur etwa 4 km von der Insel Rodrigues entfernt, und wer die auch nicht kennt, dem sei gesagt, dass es sich um die kleine Schwesterinsel von Mauritius handelt. Rodrigues, etwa 650 km östlich von Mauritius gelegen, spricht man übrigens wie „Rodrig“ aus, allerdings kann sich das etwas unterschiedlich anhören, je nachdem ob man mit Menschen englischer oder fran­zö­sischer Abstammung spricht.

Man erreicht Rodrigues von Europa kommend via Mauritius, entweder mit Condor von München /Frankfurt oder mit Air France/Air Mauritius mit Zwi­schen­station in Paris–Charles de Gaulle oder mit Emirates mit Stopp in Dubai. Das dauert zwischen 11 und 12 Stunden, je nach Zwischenstopp auch länger. Ange­kommen auf dem mauritianischen Flughafen mit dem komplizierten Namen Sir Seewoosagur Ramgoolam (SSR) International Airport of Mauritius, steigt man in kleinere Maschinen um und fliegt mit Air Mauritius in ungefähr 90 Minuten zu dem putzigen kleinen Flughafen Sir Gaetan Duval (RRG) Airport auf Rodrigues, der abgesehen von den Start- und Landezeiten (angesteuert wird der Airport dreimal pro Tag), immer ziemlich verschlafen daliegt.

rodrigues 02 coco island 4405
Auf Rodrigues gibt es mittlerweile einige Hotels aller Kategorien, der Tourismus hält sich aber noch sehr in Grenzen, vor allem weil die Insel nicht so reizvolle Strände wie die Hauptinsel Mauritius hat. Besonders viel gibt es für die Touris­ten auf Rodrigues auch nicht zu sehen oder zu besuchen, aber ein sehr, sehr netter Ausflug, den auch die Einheimischen oder die lokalen Touristen von Mauritius gerne unternehmen, führt zur Kokosinsel.

Man startet von der Westküste von Rodrigues unweit der Ortschaft Baie du Nord, am Pointe Diable. Dort liegen immer bunte Pirogen für 6 Personen, die in etwa anderthalb Stunden gemächlicher Fahrt das Coco Island erreichen – bzw. erreichen sollten. (mehr …)

Ludwig II: Mythos und Musical im Festspielhaus Füssen

Ludwig II
Ein Déja-vu mit Untoten. Die Bayern können nicht loslassen. Insbesondere nicht am pompösen König Ludwig II. Dieser war zwar daran schuld, dass Bayern fast pleite war und mit Bismarck paktieren musste gegen die Franzosen. Doch spülen seine Schlösser heute, 100 Jahre nach dem „Märchenkini“ soviel Gelder ins Staatssäckel, dass keiner dem damaligen Größenwahn böse ist. Nur das Musical über ihn geht immer wieder pleite. Am 17. August hatte eine neue Version des Märchenkönigs im Festspielhaus Füssen Premiere. Je nachdem, wie man zählt, ist es die dritte oder vierte. Und die Premiere war ein großer Erfolg, das anwesende Publikum begeistert, teils euphorisch, wie unser Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann berichtet.

Ludwig II
Regisseur Benjamin Sahler © Big DimensionAn den künstlerischen Leistungen gab es nichts zu mäkeln, sowohl die Darsteller des Ludwig, als auch der Elisabeth (Anna Hofbauer, übrigens gebürtig aus dem nahen Marktoberdorf) und Dr. Guddens (Uwe Kröger, den man nun wirklich nicht mehr vorstellen muß), waren einfach phantastisch gut. Letztlich ist der Musicalort einfach ideal – unmittelbar am Forggensee gelegen, mit einem traumhaften Blick auf die Berge und natürlich das Schloss Neuschwanstein, und dann herrschte noch hervorragend sonniges Wetter. Es wäre außerordentlich schade, wenn, wie in Füssen umlaufende Gerüchte berichten, tatsächlich aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen an einen Abriß gedacht wird. (mehr …)

Wein aus Uruguay: Vier Bodegas im Vergleich

Wein aus Uruguay Bodegas Juergen Kagelmann 08
Uruguay ist nicht so sehr das zentrale Land für kulinarische Touristen, oder wie es in Neusprech heißt: für Foodies. Noch nicht. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es das nur zweitkleinste Land in Südamerika ist und gerne übersehen wird, neben Brasilien und Argentinien, oder auch, weil man es nur nach einem mehrstündigen, etwas beschwerlichen Flug erreichen kann. Zumal Economy auf dieser Langstrecke nicht bequem ist. Uruguay und insbesondere der Wein aus Uruguay könnte aber der Geheimtip für die Foodies werden, wenn nur erst mehr bekannt wird über die interessanten gastronomischen Angebote dieses Landes. Unser Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann scheute keine Mühen sich durch die Kreszenzen von Uruguay durchzutrinken.

Wein aus Uruguay Bodegas Juergen Kagelmann 02

Wein aus Uruguay: Holzfässer mit Rotwein im Keller der Bodega Juanicó-Deicas

Dazu zählt an erster Stelle der Wein. Ja, Uruguay ist ein bemerkenswertes Weinland! Angebaut werden hier erstaunlich viele Sorten – Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah bei den Rotweinen und Chardonnay, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Muscatel und Grauburgunder bei den Weißweinen.

Eine besonders wichtige Gegend, in der Wein hoher Qualität produziert wird, sind die Hügel im Departement Canelones. Dort existieren 270 große, mittlere – und immer mehr kleinere Winzereien, die auch viel ausprobieren und experimentieren. Dem expliziten Kenner südamerikanischer Weise ist die älteste Rebsorte „Tannat“ ein Begriff – in Mitteleuropa ist sie leider immer noch viel zu wenig bekannt und hat den Gout des Geheimnisvollen. 1870 oder 1875 soll sie von baskischen Einwanderen eingeführt worden sein, denn ursprünglich stammt sie aus dem französischen Baskenland. Man pflegt sie in Uruguay für einen wirklich hervorragenden Rotwein und auch einen Rosé-Wein und sie ist schlicht die erfolgreichste Rebsorte im südlichen Südamerika.

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Tai’an: Die unterirdische Attraktion – The Great Rift Valley of the Taishan

China_Ta_an_ Great Rift Valley of the Taishan 01 Juergen Kagelmann
Die Stadt Tai’an im Nordosten Chinas, in der Provinz Shandong, ist für so manche einzigartige Sehenswürdigkeiten bekannt, vor allem solche mit philosophischer Bedeutung. Schliesslich lebte und starb hier der grosse Konfuzius. Aber die zunehmende touristische Entwicklung hat zu einigen originellen Neuigkeiten geführt, die die Unbedenklichkeit demonstrieren, mit der man die Aufhübschung, also die Inszenierung von Natur betreibt. Im Great Rift Valley of the Taishan (泰山地下大裂谷/) lernt unser Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann eine etwas andere unterirdische Attraktion kennen.

China_Ta_an_ Great Rift Valley of the Taishan 01 Juergen Kagelmann
Was das bedeutet, lässt sich am besten anhand der Attraktion The Great Rift Valley of the Taishan (泰山地下大裂谷) demonstrieren. Dahinter verbirgt sich eine riesige unterirdische Höhle mit Tausenden von Stalagmiten und Stalagtiten, sowie einem unterirdischen Fluss. Die begehbare Höhle ist Teil eines sehr großen Freizeitresorts, das kontinuierlich ausgebaut werden soll.

China_Ta_an Great Rift Valley of the Taishan 01 Juergen Kagelmann

Die unterirdische Tropfsteinwelt hat man durch Hunderte von Strahlern optisch “aufbereitet”, durch sehr bunte Strahler, was deutschen Touristen etwas überreichlich und übertrieben vorkommen kann. Chinesen sind davon begeistert. – Geschmäcker sind eben verschieden… erst recht in verschiedenen Kulturen. (mehr …)

Uruguay: Wie sexy Karneval in Montevideo gefeiert wird

Uruguay Karneval in Montevideo Kagelmann © Leonardo Correa
Karneval in Rio: weltberühmt und weltbekannt. Für alle, die einmal etwas wirklich anderes erleben wollen, gibt es eine interessante Alternative. Ein paar Kilometer südlich von Brasilien (nun ja, eigentlich sind es schon 2.400 Kilometer..) zelebriert man in der Hauptstadt von Uruguay, Montevideo, eine ganz eigene Art von Karneval. Der Karneval in Montevideo hat seine besondere Geschichte, die indirekt mit der Sklaverei zu tun hat.

Im Gegensatz zu anderen süd- und mittelamerikanischen Staaten hat es in diesem kleinen Land zwar nie wirklich eine ausgebeutete, versklavte schwarze Bevölkerung gegeben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass man hier kaum arbeitsintensive Plantagen hatte. Die Landschaft ist die ideal für die Rinderzucht, sie braucht kaum Sklaven. (Aktuell sind in Uruguay z.B. nur vier Prozent der Bevölkerung afrikanischen Ursprungs). Aber der Hafen von Montevideo war offenbar ein wichtiger Umschlagplatz für schwarze Sklaven, die später in andere Länder Südamerikas transportiert wurden. Deshalb war bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ein Drittel der Stadtbevölkerung Schwarze. Sie brachten den Candombe nach Uruguay, eine sehr rhythmische Musik, die afrikanische und europäische Einflüsse vermischt – diese Musik ist wesentlicher Teil der Umzüge in den alten Stadtvierteln Sur und Palermo. (mehr …)

Monaco: Das Musikfestival Printemps des Arts de Monte-Carlo

Printemps des Arts
Printemps des ArtsIn diesen Tagen wird das neue, voluminöse Programm des Kulturfrühlings Monte Carlo 2016 versendet – und alle Musik- und Kulturtouristen sollten es sich unbedingt besorgen. Leider ist es hierzulande immer noch nicht so bekannt, wie es sein sollte – der Printemps des Arts de Monte-Carlo. Dabei findet es in diesem Jahr bereits zum 32. (!) Mal statt. Dies war Anlass genug für unseren Co-Autor Dr. Jürgen Kagelmann dieses Festival zu besuchen.

Im Jahr 1984 gefiel es der Königlichen Hoheit, Caroline, Prinzessin von Hannover, die schon immer viel für Musik übrig gehabt hatte, ein alljährliches Musik- und Tanzfestival zu organisieren, das den Ruf des Ministaates (mit 2,03 qm Fläche bekanntlich der zweitkleinste Staat nach dem Vatikan) künstlerisch und kulturell aufbessern und das Fürstentum für den Qualitäts- oder Kulturtourismus erschliessen sollte. Sie wurde Präsidentin des neu gegründeten Comitée d’Organisation du „Festival des Arts de Monte-Carlo“, woraus 1984 das „Printemps des Arts de Monte-Carlo” entstand, das jährlich und wie der Name schon sagt, in jedem Frühling durchgeführt wurde und wird. (mehr …)

Dinarobin Hotel Golf & Spa Mauritius: Wo das Traumschiff vor Anker geht

Beachcomber Dinarobin Hotel Mauritius MAURITIUS airview © Fremdenverkehrsamt Mauritius, MTPA/Bamba Sourang
Wellnessresort und Bleibe für ein Traumschiff: Das ist das Dinarobin Hotel Golf & Spa auf Mauritius. „Ach, das ist wie im Paradies”, meinte Klausjürgen Wussow in der Folge 25* vom „Traumschiff“ im Jahr 1995 über Mauritius. Mittlerweile gibt es über 70 Folgen des Kreuzschiffes, das seit 1981 von einer Traumdestination zur nächsten fährt. Die jüngste Station war Weihnachten 2014, schon zum zweiten Mal Mauritius. – Kein Wunder, die Gegend ist auch ausgesprochen hübsch…

Beachcomber Dinarobin Hotel Mauritius Abend Eingang © Beachcomber
Die Handlungsstränge gehen wie üblich bunt durcheinander. Eine Jazzsingerin, die an Bord jodeln muss, ein weißhäutiges Paar mit einem dunkelhäutigen Baby, dessen Herkunft genetisch aufgeklärt werden muss, eine sozial engagierte Friseurin, die vom fiesen Vorgesetzten frustriert wird, ein mutiger Kapitän, der früher mal mit Piraten zu tun hatte, und so weiter. Aber, und eigentlich viel interessanter und das eigentlich berichtenswerte über diese Serie: Viele Szenen der neuen Folge spielen im Dinarobin, einem sehr empfehlenswerten Hotel auf Mauritius. Die deutschen TV-Serienmacher fahren übrigens ganz gerne dahin; das Resort war auch schon Heimstatt für eine Folge des „Traumhotels“ 2012*.

Beachcomber Dinarobin Hotel Mauritius Strand Hotelanlage © Fremdenverkehrsamt Mauritius, MTPA/Bamba Sourang
Zuerst aber einmal ein paar Fakten zur Insel.
Ein wichtiger Teil der Geschichte von Mauritius (oder Ile Maurice) beginnt 1952. Damals kannte man hierzulande Mauritius höchstens von den legendären (und lange Zeit teuersten) Briefmarken der Welt, der „blauen“ und „roten Mauritius“– die allerdings ebenso wenig jemand zu Gesicht bekommen hatte wie die Insel, für deren postalische Dienste die Briefmarken der englische Generalpostmeister 1847 hatte drucken lassen. Ein Eiland im Indischen Ozean, zum britischen Empire gehörend, unerreichbar für alle und schon gar nicht ein Urlaubsgebiet. 1952 also kam eine einheimische risikofreudige Unternehmerfamilie auf die Idee, auf dieser noch ziemlich einsamen Insel ein Hotel zu bauen, das „Dinarobin“ genannt wurde – nach dem alten arabischen Namen für die Insel.

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Viking Cruises: Radkreuzfahrt durch Nordfrankreich

Juergen Kagelmann Viking Radkreuzfahrt Normandie
Manche Reisen sind unwiederbringlich. Wie diese hier, doch dazu später. Doch sie ist vor allem eins: einmalig schön. Urlauber sagen in Umfragen immer wieder, dass die Touristen sich in ihrer Auszeit bestimmte Motive und Bedürfnisse erfüllen möchten. Sie wollen mehr vom Leben und damit auch mehr vom Urlaub. Die Wunschvorstellung, in eine Reise ganz besonders viel „rein zu packen“, nimmt zu: Man kombiniert gerne verschiedene Reisearten miteinander. Eine der interessantesten neuen Kombinationen ist die Flussschiffkreuzfahrt mit Radreiseausflügen. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin begab sich Dr. Jürgen Kagelmann auf große Fahrt mit Viking und Terranova Touristik.

Juergen Kagelmann Viking Radkreuzfahrt Normandie
Zwei Reiseformen mit gleichermaßen stark ansteigenden Nutzerzahlen kommen hier zusammen. Flussschiffkreuzfahrten haben insgesamt ordentlich zugenommen; 462.000 deutsche Gäste waren es im Jahr 2011; 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr; 2001 hatten noch weniger als die Hälfte einen gemütlichen Wassertrip gebucht. Der Qualitätsaspekt ist dabei sehr wichtig, denn die Kunden von heute übertragen ihre Erwartungen von 4- und 5-Sterne Hotels auf das Schiff. Also keine Bullaugen mehr, sondern große Panoramafenster oder französische Balkone, Doppelbetten statt einzeln stehender oder gar Pullmann-Betten, Flatscreen-TV, WLAN und so weiter. (mehr …)