Hotelgedanken – Aus dem Tagebuch eines Reisenden

Wolf_Thomas_Karl_Hotelgedanken 2Hotels sind toll. Ich wohne gerne in Hotels. Dort kann man vor allem Dinge tun, die man zuhause nicht macht. Zum Beispiel ein Bad nehmen. Allerdings sollte man sich das Schaumbad vorher in einer Drogerie besorgen, denn oft taugt die Shampoo- und Duschseife höchstens zum Hände waschen. Ganz besonders gerne habe ich die weit verbreitete, gelbe Flüssigkeit, die wie ein Fliesenreiniger riecht. Was soll’s. Hauptsache es macht sauber.
Unser Gastautor Wolf-Thomas Karl gehört zu den vielreisenden Beratern, hat sich mithin durch diverse Hotelbetten geschlafen. Und schrieb sich diese Glosse von der Seele.

Nach dem Vollbad auf Hotelkosten sich dann einfach durch die blütenweißen Handtücher wühlen. Da helfen auch nicht die mahnenden Worte auf dem obligatorischen Warnaufkleber neben dem Waschbecken. Man soll die Umwelt schonen und das Handtuch mehrmals benutzen. Und überhaupt, eigentlich ist der Gast ja der Umweltsünder. Da läuft beispielsweise beim Einchecken der Fernseher schon zehn bis fünfzehn Minuten, nur weil der Gast sich nicht beeilen kann, um den endlich wieder abzuschalten. Aber besser von einem Flimmerkasten persönlich begrüßt werden als gar nicht. Warum macht man das eigentlich? Wahrscheinlich, weil der Versuch aus lauter Verzweiflung den Fernseher abzuschalten, immer mit der Betätigung Schmuddelfilmchentaste endet und dann 25 Euro fällig sind. Wer streitet schon gerne am Empfang öffentlich ab, Gruppenkamasutra eins bis drei nicht gesehen zu haben. Glaubt einem doch eh keiner. (mehr …)