Hotel Tappeiner: Einfacher Retro-Chic in schönster Lage Merans

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Tappeiner hatte einst Renommée in Meran. Das Hotel gleichen Namens hat es mit Sicherheit derzeit nicht. Mein Aufenthalt im Hotel Tappeiner zeigte mir nur zu deutlich auf, dass es noch zu viele Hoteliers gibt, die ihre Gäste im Charme der 70er Jahre übernachten lassen. Das wäre nicht unbedingt erwähnenswert, wenn die Preise so günstig wären, dass es sich Gäste mit schmalem Budget leisten könnten. Doch dem ist nicht so. Das Hotel Tappeiner in Meran lohnt sich nur wegen der idyllischen Lage. Doch davon gibt es in Meran bzw. in Südtirol bestimmt eine Menge mehr.

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1850 wurde in Meran das erste „Kurkomitee“ ins Leben gerufen, das sich um den Bau des neuen Kurhauses kümmern sollte. Der spätere Bürgermeister Josef Valentin Haller und besonders der angesehene Kurarzt Dr. Franz Tappeiner schufen dann im Lauf der folgenden Jahrzehnte die Voraussetzungen dafür, dass Meran bis zum Ersten Weltkrieg zu einem der beliebtesten Kurorte im Süden der Alpen aufsteigen konnte. Aus allen Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie und des Deutschen Reiches strömten die Kurgäste herbei, auch für Russen und Engländer wurde Meran zu einem beliebten Kuraufenthalt. Dieser Dr. Franz Tappeiner ist also Namensgeber des Hotels. Ob er hier je lebte, war für mich vor Ort leider nicht ersichtlich, auch auf der Webseite steht nichts zum Namensgeber. Sollte er hier je gelebt haben, dann hatte er einen grandiosen Blick auf Meran und das ganze Tal bis runter nach Bozen. Die Innenstadt Merans liegt keine zehn Fußminuten entfernt.

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Ob die Möbel noch aus der Zeit von Dr. Franz Tappeiner stammen, bestreite ich mal. Doch allzuviel jünger sind sie auch nicht. Der Charme der 70er und 80er des letzten Jahrtausends springt einen an. Abgewetzte Sitzmöbel, alte Betten, ein abgelaufener Teppich – das einzig Moderne im Zimmer war der Flatscreen-TV.

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Meran_1_Hotel_Tappeiner_Nov2010_009Ist das Hotel so günstig, dass es sich nicht rentieren würde, kräftig zu renovieren? Nein, ich habe eher das Gefühl, dass hier eine Cash Cow gemolken wird und die Inhaber es sich gut gehen lassen. Denn laut Preisliste des Hotel Tappeiner (Stand 02.07.2012) kostet in der günstigsten Saison mit Frühstück das günstigste Einzelzimmer 52 Euro, das günstigste Doppelzimmer 94 Euro (die Preise in der Tabelle auf der Webseite sind pro Person).

Wer bereit ist, zu diesen Preisen in abgewetzten Möbeln und zerschlissener, löchriger Bettwäsche zu wohnen: dann bitte. Ich selbst schaue mich dann lieber doch noch nach günstigeren und/oder besseren Hotels um. Denn auch das Frühstück war eher rustikal und hatte nicht gerade eine große, reichhaltige Auswahl. Ist das der derzeit angesagte Vintage-Chic mit Retro-Charme oder einfach nur ein veraltetes Hotel?

Meran_1_Hotel_Tappeiner_Nov2010_006Auf jeden Fall sind die Badezimmer vor kürzerer Zeit renoviert worden. Dem Stil nach könnte es in den 90ern oder auch schon in diesem Jahrtausend gewesen sein. Das finde ich auf jeden Fall sehr gut. Es sind auch alle notwendigen Dinge da, die ein 3-Sterne-Hotel haben sollte.
Nicht verschweigen möchte ich, dass das Hotel, obwohl wir spät anreisten, noch eine kleine Vesperplatte für uns zubereitete. Das war sehr angenehm, doch war der Service nicht wirklich herzlich.

Fazit: Lage und Aussicht sind wirklich toll. Wenn ganz Meran ausgebucht ist, wie etwa zum MeranO Wine Festival, dann ist man froh, hier noch unterzukommen. Doch empfehlen kann ich das Hotel leider nicht.

Andere Meinungen zum Hotel Tappeiner in Meran, die größtenteils meine Kritik noch verstärken, findet Ihr bei Tripadvisor und HolidayCheck.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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