Brüssel: 100 Künstlergenitalien – Protest gegen Zensur

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Flandern 100 KuenstlergenitalienMit hundert Karikaturen präsentiert der belgische Künstler Jacques Charliers die Genitalien der bedeutendsten modernen und zeitgenössischen Künstler. Die von der Biennale in Venedig zensierte Ausstellung wird nunmehr im Palast der Schönen Künste in Brüssel gezeigt. Sowohl die Organisation der Biennale als auch die Stadt Venedig hatten dieses Projekt abgelehnt. Nach Aussage des Direktors Daniel Birnbaum und des Präsidenten Paolo Baratta, könnten sich die betroffenen Künstler von den Zeichnungen diskriminiert fühlen.

Daraufhin hat Jacques Charliers die betroffenen Künstler, mit Ausnahme von Marcel Duchamps, kontaktiert, um Sie zu fragen, ob Sie sich durch die Karikatur persönlich angegriffen fühlten, was bei den meisten Künstler aber nicht der Fall war. Auch die Stadt Venedig hatte, aus Sorge das öffentliche Schamgefühl zu verletzen, das Aufstellen der Plakate mit den Karikaturen untersagt.

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Jacques Charliers ließ nicht locker und charterte ein Boot auf dem Canale Grande. So war der Künstler mit seiner satirischen Ausstellung dennoch auf der Biennale präsent und fragte dreist, ob es Aufgabe der Biennale sei, die Künstler zu „kastrieren“. Ein letzter Streich und eine Hommage an den Dadaisten Marcel Duchamps. Der Titel der Ausstellung „100 sexes d’artistes “ – ein Wortspiel – könnte auch bedeuten: „Ohne-Genitalien-Künstler“ (also: „cent sexes d’artistes“ oder eben „sans sexes d’artistes“).

Aus Protest gegen die Zensur hat der Brüsseler Bürgermeister Freddy Thielemans veranlasst, dass Plakate mit den humoristischen Porträts der imaginären Genitalien an 25 öffentlichen Plätzen der Stadt Brüssel bis zum 22. November 2009 ausgestellt werden.

Der Palast der Schönen Künste in Brüssel wird alle hundert imaginäre Genitalien der Künstler ausstellen. Ob das jeweilige Genital nun Christo oder Jeff Koons gehört, muss der Kunstliebhaber selbst erraten. Einem Test der besonderen Art können sich Kunstliebhaber hier unterziehen. Preis ist ein T-Shirt mit dem Bild des Geschlechts von Jacques Charlier selbst.

Ich würde mal eher sagen, dass die Verantwortlichen keinen Mumm in der Hose haben. Wenn sich schon nicht die Betroffenen selbst angegriffen fühlen… – ja, dann doch eher die langweiligen Sesselfurzer in den öffentlichen Gremien. Ich jedenfalls finde das sehr erheiternd. Ein paar schöne, witzig gestaltete Schwänze im öffentlichen Straßenbild sind doch mal was anderes als die üblichen Werbeplakate. Leider geben die offiziellen Pressebilder keine Auskunft, ob nur Penisse oder auch Vaginas abgebildet sind… Und Busen und noch dreistere (sorry…) Tittenbilder sehen wir doch eh permanent im Straßenbild, ob wir wollen oder nicht…

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