Hofbräukeller München und Studentenverbindungen rauchen zusammen die Friedenspfeife

Stossen an auf ein gutes Verhältnis: <strong>Der Pächter des Hofbraeukeller München, Friedrich Steinberg, und der Vertreter der KSStV Alemannia, Jakob SchmidkonzDer Anfang einer grossartigen Beziehung oder viel Rauch um Nichts? Eine Woche lang beherrschte ein Thema das Sommerloch, wie es kleiner und bunter kaum sein konnte. Selbst die grossen deutschen Tageszeitungen meinten sich des Themas bemächtigen zu müssen. Dabei versuchten sie zum Teil mit Übertreibungen und Falschdeutungen den ganzen Sachverhalt aufzubauschen. Doch letztendlich sitzen jetzt gerade die Vertreter der KSStV Alemannia zu München im KV und der Pächter des Hofbräukellers, Friedrich Steinberg, zusammen und stossen gemeinsam bei ein paar Mass Bier auf ein gutes Verhältnis an. Vorbei der Sturm im Wasserglas. Fazit:Keine Studentenverbindung hat pauschal Hausverbot. Natürlich werden weder rechtsradikales Gedankengut noch schlechtes, rüpelhaftes Benehmen toleriert. Die KSStV Alemannia wird, wie beabsichtigt, im Juli 2016 ihr 135. Stiftungsfest im Hofbräukeller München feiern können. Die Verwirrungen der letzten Tage seien lediglich „Fehler in der Kommunikation“.

Jakob Schmidkonz äußerte sich exklusiv gegenüber Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin vor Herausgabe der Pressemitteilung begeistert über das Gespräch zwischen beiden Seiten. „Wir hatten eine super angenehme und konstruktive Atmosphäre. Es hätte nicht besser laufen können“, zog der 30jährige Rechtsreferendar und Doktorand Bilanz. Es waren „Fehler in der Kommunikation“, die auf beiden Seiten die Lage etwas eskalieren liessen. Denn tausende negativer Bewertungen in den sozialen Netzwerken können letztlich auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden für das bayerische Traditionslokal bedeuten. Dann nämlich, wenn viele Touristen in München sich nicht für den Hofbräukeller, sondern für einen anderen Ort für die Mass Bier, die Schweinshaxn oder die Familienfeier entscheiden. Friedrich Steinberg, Enkel von Wienerwald-Gründer Friedrich Jahn, hatte nicht unberechtigt Sorge, dass demnächst seine Küche kalt bleiben dürfte.

Was war geschehen? Mitte Juli 2015, vor etwa einer Woche, erhielt die Münchner Studentenverbindung KSStV Alemannia zu München im KV vom Hofbräukeller München die Absage, im Jahr 2016 dort ihr Stiftungsfest feiern zu dürfen. Nachdem die Alemannia diese Absage in sozialen Netzwerken sehr erstaunt mitgeteilt hatte, erhob sich ein Sturm der Entrüstung auf den diversen Bewertungsportalen gegen den Hofbräukeller. Steinberg hatte nicht nur einer Verbindung eine pauschale Absage erteilt, sondern gleich auch noch seinem obersten Dienstherrn, dem bayerischen Finanzminister Markus Söder, Hausverbot erteilt. Außerdem noch dem bayerischen Innenminister Joachim Hermann, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., Thomas Gottschalk, Claus Kleber und vielen anderen mehr oder weniger Prominenten aus der Mitte der Gesellschaft dazu. Und dies rein aus einer emotionalen Geste heraus, da er sich über eine andere Münchner Studentenverbindung vorher geärgert hatte. (mehr…)

Restaurants in München: Sofitel München Bayerpost: 3-Sterne-Koch Christophe Muller eröffnet „The Link“

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Ein 3-Sterne-Menü: Für viele ein Traum. Denn allzu oft ist ein Menü in einem Restaurant, das vom Guide Michelin mit drei Sternen ausgezeichnet wurde, nahezu unerschwinglich. Zudem gibt es nicht allzuviele Restaurants, die mit der höchsten Ehre der Feinschmeckerbibel ausgezeichnet sind. Keine deutsche Großstadt verfügt über einen derartig edlen Gourmet-Tempel; die elf Restaurants, die der Michelin Deutschland für das Jahr 2015 mit drei Sternen krönte, sind fast alle in Kleinstädten zu finden. Und bis zu Paul Bocuse schaffen es extrem wenige. Doch das Sofitel München Bayerpost bringt die exzellenteste Küche in die bayerische Landeshauptstadt: Bocuse-Nachfolger Christophe Muller kochte bis zum 19. Juli im Restaurant Délice La Brasserie zusammen mit Küchenchef Anton Gschwendtner. Das sechsgängige 3-Sterne-Menü kostete dabei nur 129 Euro, die Weinbegleitung zusätzlich 79 Euro. So wird auch diese geniale Küche erschwinglich. Wir durften das Menü geniessen – dazu gehörte auch die berühmte V.G.E. Suppe.

Sofitel_Muenchen_Delice_Juli_2015_004Der Franzose Christophe Muller leitet seit Oktober 2011 als Executive Chef das Restaurant von Paul BocuseL’Auberge du Pont de Collonges“ bei Lyon. Anton Gschwendtner, seit April 2015 Chef de cuisine im Restaurant Délice La Brasserie im Sofitel München Bayerpost, hat sich einen Herzenswunsch erfüllt. Er kochte gemeinsam mit Christophe Muller vom 13.-19. Juli ein 7-Gänge-Menü. Dies ist der Grundstein einer künftigen Kulinarikserie im Sofitel München. Unter dem Titel „The Link“ werden weitere, international bekannte Spitzenköche zusammen mit Anton Gschwender in München am Herd stehen. Somit kommen wieder ein paar hervorragende Sterneköche zu Gast nach München. Denn seit Otto Koch nicht mehr im Restaurant 181 First kocht, gibt es dort auch die Kulinarikserie „Gourmet Towers of the World“ nicht mehr. Nach dem Motto „Beginne mit einem Erdbeben und dann steigere Dich langsam“ ist Mitte Juli also gleich kein Geringerer als 3-Sterne-Koch und Bocuse-Nachfolger Christophe Muller zu Gast. So durften wir am gestrigen Tage folgende Köstlichkeiten geniessen: (mehr…)

St Antony: Spannende Verkostung gereifter Weißweine

Große Orbel Probe von St. Antony mit tollen reifen Rieslingen. #Wein #Riesling #stantony #kleinschmecker
Kann man den trinken, ist das Kunst oder kann das weg? So mag der geneigte Leser denken, wenn er nur das übliche Weinwissen hat, das landauf landab vorhanden ist. Nur wenige Kenner wissen, dass ein exzellent gemachter Weisswein auch mal deutlich länger lagern kann, als die sonst üblichen Empfehlungen. Welch‘ Glück, dass Weine noch kein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen müssen – doch der EU trauen wir auch dieses zu. In diesen Tagen lud das Weingut St. Antony aus dem schönen Rheinhessen zu einer Vertikalverkostung gereifter und aktueller Weißweine wie auch aktueller Rotweine. Wir sind besonders wegen der gereiften Preziosen sehr gespannt, was wir da kredenzt bekommen würden. Die Weißweine sind ausschliesslich Rieslinge aus der Lage Orbel. Der Kenner schnalzt mit der Zunge, der Laie wundert sich.

Kein Geringerer als Kellermeister und Geschäftsführer Felix Peters, der seit 2006 das Weingut leitet, weist uns in die Materie ein. Der Orbel ist das Herzstück des Weingutes, das ehedem zur Gutehoffnungshütte gehörte, die dann im MAN-Konzern verschmolz. Doch Konzerne konzentrieren sich heutzutage auf ihre Kernfähigkeiten und stossen alles ab, was nicht irgendwie logisch in der Diversifizierung sein mag. So erwarb die Familie Meyer, denen bereits das alteingesessene Niersteiner Weingut Heyl zu Herrnsheim gehört, 2005 die Lage und die Marke St. Antony. Seit 2007 ist das Weingut St. Antony biologisch zertifiziert, seit 2011 sogar bio-dynamisch.

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Klosterbräu Seefeld: Kein Ort für Asketen

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Die Sommersonne stahlt über dem majestätischen Karwendelgebirge. Ringsum prahlen Balkone, Terrassen und Gärten mit üppiger Blütenpracht. Chillige Lokale und Hotels bestimmen neben hübschen Boutiquen den Ortskern Seefelds. Das Postkartenidyll hat sich in den letzten Jahren wieder zum Ganz-Jahres-Trendspot für Junge und aktive Best-Ager entwickelt. Vorbei die Zeit der Rentnerdestination. Auf dem Hochplateau wird gewandert, geradelt und in den Bergen geklettert, selbst wenn das Thermometer über die 30 Gradgrenze stolpert. Entspannte und innovative Gastlichkeit erwartet Genuss-Aktivisten im Fünf-Sterne-Traditionshaus Klosterbräu mit familiärem Charme. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin war Hanka Paetow vor Ort in der Tiroler Zugspitzarena.

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Das Klosterbräu ist eines der elegantesten Häuser, das in der Olympiaregion Seefeld zum Bleiben einlädt. Die Familie Seyrling übernahm es 1807, vor sechs Generationen, von Augustinermönchen, entwickelte das einstige Kloster bis heute zur Vorzeige-Herberge mit innovativem Anspruch in Sachen Gastlichkeit. Die Philosophie der Gastgeber ist dabei denkbar einfach: „Wir versuchen das anzubieten, was wir uns selbst an so einem Ort wünschen“, erklärt uns der derzeitige Hausherr Alois Seyrling. (mehr…)

Ai Wei Wei: Warum es sich lohnt, Kunst für die Freiheit zu gestalten

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In seiner Heimat ein Tabu. In Deutschland verehrt: Ai Wei Wei hat schon viele Aufs und Abs in seinem Leben erlebt. Zuletzt durfte er daheim in China kaum noch auftreten. Dafür hat er eine Professur an der Universität der Künste Berlin und stellte im vergangenen Jahr im Martin-Gropius-Bau seine interessantesten Kunstwerke aus. Ai Wei Wei ist keiner, der sich mit nur wenig Platz zufrieden gibt. Manche seiner Exponate sind schon extrem raumgreifend. Wie etwa die Hocker. Alle sind gleich. Doch jeder ist unterschiedlich. Andere Materialien, andere Verzierungen, andere Farbe und vor allem: unterschiedliche Herkunft und aus verschiedenen Jahrhunderten. Ein Sinnbild für alle Chinesen.

Im Lichthof des Gropiusbaus montierte der Künstler 6.000 einfache hölzerne Stühle, wie sie auf dem Land seit der Ming-Zeit (1368-1644), seit hunderten von Jahren also, Verwendung finden. Der Martin-Gropius-Bau zeigte die weltweit größte Einzelausstellung des chinesischen Künstlers Ai Wei Wei. Die ausgestellten Werke sind eigens für diese Ausstellung entstanden oder noch nie in Deutschland gezeigt worden. Die politische Ausstellung „Evidence“ zeigte Werke und Installationen des chinesischen Künstlers auf 3.000 qm in 18 Räumen und im Lichthof. Ai fragt mit der Kriminalvokabel nach Beweisen für die Vergehen, die man vorwirft. Und die „Indizien“, die er bei seiner „Wahrheitssuche“ vorlegt, werden zu Beweisstücken für die Vergehen des Staates an ihm – ebenso wie für die Widersprüche der chinesischen Gesellschaft.

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Ein Kunstwerk ist eine Darstellung der kleinen Inselgruppe „Diaoyu Islands“ bzw. Sekaku-Inseln in verkleinertem Maßstab. Wir sehen: eine größere und ein paar kleinere Inseln. Nichts als Berge, karstig, unwirtlich. Der Fußboden, über den der Besucher schlendert, – Achtung: Meer! – ist blau gestrichen. Doch genau um diese Inselgruppe streitet China mit Japan, droht dem Nachbarn militärisch. Worum geht es? Um die Inseln? Oder um Seemeilen? Oder doch eher um Bodenschätze, die man dem Meeresgrund entreissen möchte? Das Riesenreich macht den Japanern den Anspruch auf die vornehmlich von Ziegen bevölkerten Inseln streitig, in ihrer Umgebung werden große Öl-und Gasvorkommen vermutet. Die taz schreibt dazu, er kritisiere „den heftigen Nationalismus, der sich an dem kleinen Archipel im ostchinesischen Meer entzündet hat, einem ewigen Zankapfel zwischen China und Japan. Mit dem terrassierten Marmor, in die er die Inselgruppe hat meißeln lassen, abstrahiert er sie zum Symbol geopolitischer Machtspiele, verkleinert sie aber auch. Und erzielt den schönen Nebeneffekt, dass er die Objekte politischen Streits in eine fast abstrakte Schönheit überführt.“ Die Hauptinsel, die laut TIP Berlin das Gewicht eines afrikanischen Elefanten haben solle, wurde mit dem Schwergewicht-Kran durchs ausmontierte Fenster gehoben. Übrigens: Auch Taiwan und Südkorea reklamieren die Inselgruppe für sich.

Außerdem ließ Ai im Berliner Martin-Gropius-Bau jenen Raum rekonstruieren, in dem er 2011 von den chinesischen Behörden für 81 Tage festgehalten worden war. Aufgrund der Menschenmenge, die sich durch die Exposition drängte, war es hier leider nicht möglich, ein schönes Bild einzufangen. Willkürliche Verhaftungen und Korruption erleben chinesische Bürger täglich. Ai Weiwei will das nicht hinnehmen. Er fordert Redefreiheit, Gewaltenteilung, Mehrparteiendemokratie. Und er nutzt die unendlich variierbare Formensprache der Konzeptkunst, um dies auszudrücken in einem Land, in dem Meinungsfreiheit nicht existiert. (mehr…)

Laulenzi: Lustvoll geniessen im Hotel Bachmair Weissach in der Geniesserlandregion Tegernsee

Geniesserlandregion_Tegernseer_Tal_Bachmair_Weissach_Juni_2013_001Wenn’s nicht wahr ist, so ist’s doch schön erfunden: So denken wir gerne, wenn wir so manche Geschichte hören, bei der wir nicht wissen, ob sie nun wahr ist oder nicht. So geht es mir auch, als ich bei einem Hugo erfahre, wie dieses Gourmet-Restaurant im Geniesserland Tegernsee zu seinem Namen kam. Das Laulenzi spielt die euro-asiatische Karte – und das liegt in der Fabel der Namensentstehung begründet. Korbinian Kohler, der Hausherr des Bachmair Weissach, erzählt mir, dass es einst einen Jungkoch dieses Hotels, der Laurentius geheissen haben soll, in die Ferne zog. Die Karriere brachte ihn dabei über Paris nach Asien. Als er nach vielen Jahren der Wanderschaft seine letzte Station Hongkong mit dem Schiff zurück nach Europa verliess, standen angeblich einige Chinesinnen am Kai und riefen ihm sehnsüchtig und traurig „Laulenzi, Laulenzi“ hinterher. So verbindet das Restaurant Laulenzi auf köstlichste Art die Einflüsse von bayerischer und asiatischer Küche.

Das Restaurant Laulenzi im Hotel Bachmair Weissach öffnete im August 2012 – und ist nun schon wieder Geschichte. Nichtsdestotrotz möchten wir Euch gern mitnehmen auf unsere kulinarisch gar köstliche Kreuzfahrt zwischen Bayern und Asien. Das Restaurant schaffte es in kürzester Zeit im Meyers Guide auf Platz 2 der besten Restaurants in der Geniesserlandregion Tegernsee. Und das sagt schon viel aus bei der extrem starken Konkurrenz in diesem traumhaft schönen Tal. Dieser Erfolg hängt sehr stark zusammen mit dem bisherigen Chefkoch des Laulenzi: Frank Mollenhauer. Er vereint auf grandiose Art und Weise die Einflüsse der regionalen Spezialitäten rund um den Tegernsee mit asiatischer Zubereitung. Doch Köche sind wie Zugvögel. Kürzlich verkündete er seinen Wechsel hin zu den Ostiner Stuben und dem Hotel Kistlerwirt, das er wohl später auch als Eigentümer übernehmen möchte. Sein Nachfolger, Frank Pollak, wird dem Restaurant unter neuem Namen seinen eigenen Stempel aufdrücken. Es ist nicht der erste Wandel: Das Laulenzi war früher ein Kuhstall. Dieser wurde umgebaut zum Laurentikeller und war neben dem Bräustüberl das renommierte Restaurant des Hotels. Hier feierte die feinen Bürgen von Rottach-Egern Hochzeiten und Geburtstage. Allerdings wurde dieser schöne Teil des Hotel 80er Jahren des letzten Jahrhunderts kaputt renoviert. Erst mit dem jetzigen Inhaber Korbinian Kohler, Sproß der Inhaberfamilie der Papierfabrik in Gmund, kam frischer Wind und Aufschwung in das Hotel. Wir nehmen uns die Zeit und erinnern uns nochmal an unser grandioses und genial genussvolles Menü im Laulenzi zurück. Eine Art Nachruf. (mehr…)

Sri Lanka: Acht wunderschöne Erlebnisse in acht Tagen

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SriLanka_14_BoatTrip_2010_171Diese Insel ist Land und Welt für sich. Nein, wir sprechen nicht von Australien. Da fahren schon genügend andere Leute hin. Dies ist ja auch ein eigener Kontinent, der uns allerdings auch mal reizen würde. Zumal dort und in Neuseeland entfernte Verwandte wohnen. Nein, diesmal geht es um Sri Lanka. Diese kleine Insel. Dieses grosse Land. Diese reichhaltigen und reichen Kulturen. Dieser faszinierender Artenreichtum. Das Land, das so reich an wild wachsenden Früchten ist, dass keiner hungern müsste, und doch soviel arme Einwohner hat. Und   läuft fast jeder mit einem Smartphone durch die Gegend . Das Land, in dem – eigentlich – alle Religionen friedlich nebeneinander und miteinander leben, wohnen und auskommen. Eigentlich. Endlich. Wieder. Denn allzulange ging ein Riss, ein Bürgerkrieg durch die Volksgruppen der Tamilen und Singhalesen.

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Das ist nun endlich vorbei. Das Land ist zum Frieden zurückgekehrt. Der Tourismus bietet die Chance, mit den Urlaubern aus aller Welt auch Geld und Wohlstand zu den Gegenden zu bringen, die bisher verschlossen waren. Wir wollen jetzt auch die Schönheiten der Insel entdecken, die uns bisher verborgen blieben.

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Wir sprachen anlässlich der diesjährigen ITB in Berlin mit dem Minister für Tourismus des Staates Sri Lanka, Hon. Minister Navin Dissanayake. Sein Credo: „We all, the people in Sri Lanka want the change. We are all brothers“.

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SriLanka_14_BoatTrip_2010_024Wir haben Sri Lanka als ein Land kennengelernt, in dem Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum friedlich mit- und nebeneinander koexistieren können. Zumindest dort, wo wir waren, im Südwesten und in der Stadt Kandy. Im Interview stellt uns Minister Navin Dissanayake anschaulich dar, wie wichtig die aktuelle Regierung den Tourismus nimmt, und dass dieser absolute Priorität habe, um das Land wieder auf einen grünen Pfad zu bringen. „We opened the NorthEast for everyone“, sagt der Minister und macht damit klar, dass es keinerlei Zugangsbeschränkungen aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen gebe. Sri Lanka sei das Land, in dem „eight wonderful experiences in eight wonderful days“ möglich seien. Wir sind neugierig und fragen nach. (mehr…)

Hat Griechenland vorerst ausgetanzt? Gedanken über die Griechenland Krise

Elisabeth Duckeck, Apollonia Beach Hotel & Spa, Crete, GreeceTanzt Athen den letzten Tango? Entscheidet ein Referendum über einen Antrag, den es eigentlich nicht mehr gibt? Ob die Wiege der Demokratie wiederbelebt wird? Aufschwung oder Bürgerkrieg? Arbeit oder Arbeitslosigkeit? Verbleibt Griechenland im Euro? Bleiben die Griechen in unserer Runde der Europäischen Union? Oder wird das Land mit einer neuen Drachme in eine galoppierende Inflation gestürzt? Versinkt das Land in Anarchie und Chaos? Wie reagiert die Tourismusbranche? Unsere Gastautorin Elisabeth Duckeck hat für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin schon einige Artikel geschrieben. Dieser heute ist sehr persönlich, sehr privat. Er zeigt die Verzweiflung der Griechen und der Einwohner Griechenlands. Wir lassen sie sehr gern zu Wort kommen und schmücken ihre Botschaft mit einem spanischen Tango über Griechenland, zuerst das Musikvideo, darunter die Lyrics.

Ich bin keine Griechin. Ich bin auch nicht in Besitz der griechischen Staatsbürgerschaft. Ich habe mir vor 18 Jahren durch Heirat und der Tatsache, dass ich europäische Staatsbürgerin bin, das Recht erworben, dauerhaft in Griechenland leben zu dürfen. Ich habe vor 16 und 13 Jahren dafür gesorgt, dass Griechenland um zwei Einwohner reicher wurde.

Ich habe die Höhen des griechischen Lebens erleben dürfen und erlebe jetzt die Tiefen. Graue Haare habe ich, seit ich etwa 20 Jahre alt bin. Als fast 50-Jährige zeigen sich bei mir bereits die ersten Falten. Allerdings keine Sorgenfalten, da ich gerne lache. Auch jetzt noch. Denn traurig sein ändert die Situation auch nicht.

Als vor fünf Jahren der große Zusammenbruch begann, setzten die Menschen dieses Landes große Hoffnung in die von ihnen gewählte Regierung, das Land mit Hilfe der europäischen Nachbarn wieder zu dem zu machen, was es einmal war.

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Griechenland: Wie der Tourismus als Motor in der Krise wirken kann

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Kampf gegen Schwarzarbeit in der Hotellerie: Griechenland kämpft um jeden Cent. Solange es noch den Euro hat. Doch auch wenn Tsipras, Varoufakis & Co. noch so sehr versuchen, den griechischen Staat in den Bankrott zu treiben, die Tourismusbranche ist der letzte prosperierende Teil der Wirtschaft. Darum will die Politik hier auch ansetzen und zumindest den illegalen Bereich stark einschränken. Die stark vorhandene Schwarzarbeit und die Steuerunterschlagung will die griechische Regierung unter Tsipras mit ein paar neuen Regeln angehen. Gehälter sollen nur noch per Banküberweisung und nicht in bar ausgezahlt werden. So wird schon viel Schwarzarbeit ausgeschlossen. Außerdem sollen Beträge über 100 Euro nur noch per Kreditkarte bezahlt werden dürfen. So werden viele hohe Umsätze, die bisher in bar direkt in die schwarze Kasse gewandert sind, auch über Banken umgeleitet und so offensichtlich gemacht. Doch ansonsten möchte sich die Politik aus dem Tourismus heraus halten. Denn die Touristen sollen ja bitte weiterhin nach Griechenland kommen.

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Dies jedenfalls war der Tenor der Pressekonferenz von Griechenland auf der ITB im März 2015 in Berlin. Seitdem ist einige Zeit vergangen, die Regierung hat vieles getan, was sie nicht angekündigt hat, vieles unterlassen, was sie tun wollte oder besser hätte tun sollen. Zur ITB-Pressekonferenz ihres Landes war jedenfalls die seinerzeit frische griechische Tourismusministerin nicht erschienen – ganz im Gegensatz zu vielen ihrer Amtskollegen aus der ganzen Welt. Sie wollte die Emotionen, die Hitze der vorherigen Wochen herausnehmen und überliess den Fachleuten das Podium. Denn bisher stimmen die Zahlen, Griechenland profitiert von den vielen Touristen, die wieder zurückkommen.

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Cycladia_5_Day_1_Mai_2011_016Der Tourismus soll „griechischer“ werden.
Doch was heisst das? Die Hotels und Restaurants sollten möglichst mehr griechische Produkte verwenden, es sollen mehr regionale Produkte gekauft werden. Auch soll das All-Inklusive-Programm mit den Hotels und Restaurants umgearbeitet werden. Hier wird daran gearbeitet, dass in den All Inklusive Angeboten der Hotels auch andere lokale Restaurants, die in der Nähe des jeweiligen Hotels gelegen sind, mit eingebunden werden könnten. Dies würde eine Win-Win-Situation für alle bringen. Die kleinen Restaurants würden wieder mehr Gäste bekommen, die seit dem Boom der All Inklusive-Angebote ausgeblieben waren. Auch das Hotelfrühstück soll einen stärkeren griechischen Bereich haben. Aegean Airlines bietet nur noch griechisches Essen und griechischen Wein auf den Flügen an.

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