Rakomelo: Der Heiltrunk der griechischen Götter

Aber nur einen ganz winzigen Schluck! Feiner selbstgemachter #Rakomelo aus dem @apollonia_beach_hotel daheim genossen.
Rakí ist nicht gleich Rakī. Oder anders ausgedrückt: Der türkische Raki heisst bei den Griechen Ouzo. Und der griechische Rakí entspricht eher dem italienischen Grappa. Unser Grundprodukt heute ist also der griechische Tresterbrand, nicht der Anisschnaps. Und wir möchten uns einer feinen Variation widmen: dem Rakomelo, der Kombination also von Rakí mit Honig. Dies ist ein traditionelles Getränk auf Kreta. Eigentlich wird es besonders gern zur Weihnachtszeit getrunken. Doch da die Touristen hauptsächlich im Sommer auf Kreta sind, gibt es Rakomelo mittlerweile das ganze Jahr über. Vielleicht sollten Tsipras, Merkel & Co. einfach etwas davon bei den Verhandlungen trinken? Wir wollen Euch verraten, wie Ihr Euch diesen leckeren Trunk auch selbst ansetzen könnt.

Ein genau definiertes Rezept gibt es nicht. Wie so oft bei traditionellen Gerichten und Getränken, so macht auch auf Kreta jede Familie ihren Rakomelo auf ihre ganz eigene Art und Weise. Am simpelsten ist es Rakí und Honig zu vermengen. Aber wer es so billig mag, der kann auch gleich einfach Wodka als Basis nehmen. Und Industriehonig. Als Genussmenschen lehnen wir dies ab. Und stellen Euch den Rakomelo vor, den wir in der vergangenen Woche im Apollonia Beach Hotel & Spa bei Heraklion auf Kreta erhalten haben. Ob die TUI bei ihrer heutigen Katalogpräsentation auf Kreta den Journalisten auch diese Spezialität angeboten hat? Doch wie wird der jetzt genau hergestellt?

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Yammas! Ein Schluck griechischer Raki auf die Blaue Flagge 2015 für das @apollonia_beach_hotel für Sauberkeit, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, sauberen Strand und klares Wasser!
Tsikoudia, Rakí und Rakomelo
Eigentlich lautet der korrekte Name des kretischen Rakí „Tsikoudia“. Tsikoudia wird auf Kreta üblicherweise nach der Weinlese im Herbst hergestellt. Die Winzerfamilien und ihre Freunde treffen sich und destillieren gemeinsam die Überbleibsel der Ernte. Weinmaische, Traubenkerne etc. werden gebrannt und bei leckeren Grillgerichten gleich auch getrunken. Auf Kreta gibt es jedoch auch viel Honig, die lokalen Bienen sind sehr fleissig, der Honig schmeckt dort besonders gut. Dies lädt die Insulaner zu einer perfekten Kombination ein: Rakí und Honig. Außerdem kommen noch ein paar Gewürze und Kräuter in diesen Trunk.

Das Geheimnis des Barchefs
Barchef Venizelos vom Apollonia Beach Hotel & Spa setzt diesen guten Trank selbst nach einem alten Familienrezept an. Wir hatten die Ehre, nicht nur einige leckere Gläser Rakomelo zu trinken, nein, wir durften noch ein Fläschchen dieses edlen Trunks mit nach Hause nehmen und das Rezept erhalten.

Das Kräuter-Geheimnis
Eines seiner Kräuter-Geheimnisse ist „Dictamos“, im deutschen als Diptam-Dost eher un-bekannt. Wir haben bei Wikipedia nachgeschlagen. Es ist eine endemische Pflanze der Insel Kreta. Man sagt ihm einen guten Einfluss auf die Verdauungsorgane nach und eine beruhigende Wirkung. Laut Wikipedia ist die Pflanze mit Oregano bzw. wildem Majoran verwandt. Aphrodite soll mit Diptam-Dost den trojanischen Helden Aeneas geheilt haben. Diese Dost-Art kann sowohl getrocknet wie auch frisch benutzt werden. Alternativ könnt Ihr auch Salbei verwenden. Die Kräuter am besten in einen Teebeutel stecken und diesen gut verschliessen.
Wir kombinieren also Rakí mit Honig und einem Heilkraut der griechischen Götter und erhalten einen göttlichen Heiltrunk.

Wie schmeckt der Rakomelo?
Die Farbe ist hellgelb bis golden, je nachdem wie der Rakomelo angesetzt wurde. Unser Rakomelo zeigt sich eher in einer schönen Apfelsaftfarbe.
An der Nase präsentiert sich der Rakomelo mit einer süßen Note, doch kommen dann auch die Kräuter hervor. Subtil präsentiert sich der uns unbekannte Dictamos/Diptam-Dost und der Zimt.
Am Gaumen dann schmecken wir die süße Honignote zusammen mit dem starken Tresterschnaps. Zimt, Nelken und Kräuter gehen eine wunderbare Melange ein. Fruchtig, leicht nussig und erfrischend. Und dann kommt die innere Wärme. Wie bei einer Medizin. Eine köstliche Medizin.

Warm oder kalt?
Die Kreter trinken den Rakomelo sehr gern eiskalt als Digestif im Sommer oder warm wie einen Grog oder Glühwein im Winter.

Was brauchen wir?

  • 1 Liter Tsikoudia
  • 2 Zimtstangen
  • 2-3 Nelken
  • 1 Teebeutel mit Kräutern wie Dictamos/Diptam-Dost oder Salbei
  • 4 Teelöffel Honig

Zubereitung:

  • Erwärme 250ml Tsikoudia auf etwa 40-50°C – nicht kochen!
  • Füge die Gewürze und den Teebeutel hinzu und für mindestens 5 Stunden ziehen lassen.
  • Nimm die Gewürze und den Teebeutel heraus, erwärme den Trunk wieder etwas und füge die 4 Teelöffel Honig hinzu.
  • Gut umrühren und mit dem Rest des Tsikoudia aufgiessen.

Das Rezept von Venizelos könnt Ihr hier nochmal nachlesen.

Andere Rakomelo-Zubereitungen:

Rakomelo-Shops
(keine Affiliate-Links, keine Empfehlung, ich kenne keinen davon)

Nun also endlich: Yammas! Prost! Damit können wir versuchen die griechische Krise wegzutrinken.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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