Weinrallye #11: Alles so schön Rosé

Weinrallye Logo Fisch, herzhaft mariniertes Fleisch, bunte Salate, frisch gebackene Baguettes und raffinierte Dips gehören so selbstverständlich zum perfekten Grillabend wie der richtige Wein; und der heißt in diesem Sommer eindeutig Rosé. Die Temperaturen steigen, der Klimawandel bringt den Hochsommer schon im Mai an Elbe, Havel, Rhein, Donau und Isar. Heute sah ich schon am Mittag die ganz Nackerten und Halbnackerten an der Isar in der Sonne sich selbst braten bräunen. Niko von Nikos Weinwelten hat diesmal zur Weinrallye zusammengerufen. Sein Thema: Alles so schön Rosé . "Rosé aus Deutschland, Österreich und Südtirol, gern auch Rosé-Sekt, passend zum hoffentlich dann in unseren Breiten angekommenen Frühsommer" ist dabei Nikos Vorgabe.

Weingut Schneider Spätburgunder Rosé Weiler Schlipf Gerade zu Grillgut passt Rosé hervorragend. Die Röstaromen des Fleisches verlangen nach Rot-, die Beilagen nach Weißwein, da bietet sich ein Rosé als idealer Kompromiss an. Aber auch zu leichten mediterranen Vorspeisen. passt ein Rosé hervorragend.

Seine Leichtigkeit und Frische überzeugt dabei immer mehr junge Menschen, sie nutzen ihn als Einstiegswein. Laut Deutschem Weininstitut entfallen rund 13 Prozent des Weinkonsums bei den 18- bis 29-Jährigen auf Rosé, das entspricht einer Steigerung von beachtlichen 23 Prozent im Jahr 2007.

Rosé schmeckt jung getrunken am besten, denn dann sind die
Fruchtaromen am Ausdrucksstärksten. Für eine lange Lagerung ist Rosé
ohnehin nicht gedacht: Mehr als zwei Jahre sollte man ihn in der Regel
nicht aufbewahren – so raten die Experten. Doch es gibt auch interessante Ausnahmen. Doch dazu gleich mehr.

Roséwein wird aus Rotwein hergestellt. Doch bei der Herstellung werden die roten Trauben weiß gekeltert, also ohne Schalen vergoren. Genauere Infos gibt es beispielsweise bei Wikipedia hier .

Für die Weinrallye #11 bin ich erstmals in eine Vinothek in meiner neuen Nachbarschaft gegangen. Vinum merum – Wein und Rosen , so der Name des kleinen Ladens, hat ausgesuchte deutsche, österreichische und italienische Weine im Sortiment. Und ich habe einen sehr interessanten Tropfen zum testen gekauft.

2005 Spätburgunder Rosé Weiler Schlipf
Weingut Schneider
Baden
trocken
12,5%Vol.

Weingut Schneider Spätburgunder Rosé Weiler Schlipf Das Weingut Schneider aus Weil am Rhein hat diesen 2005er Spätburgunder zwar schon – laut AP-Nummer – 2006 auf die Flasche abgezogen. Doch es ist eine gute Entscheidung, ihn bis jetzt warten zu lassen.

Der Wein kommt in einer üblichen schlanken Flasche in den Handel, zu meinem persönlichen Bedauern mit Kunststoff-Kork. Ich bevorzuge Naturkork oder Glas- bzw. Schraubverschlüsse. Doch das ist eine andere Thematik.
Im Glas präsentiert sich der QbA mit einer schönen, typischen erdbeerigen Roséfarbe. Klar, doch nicht zu hell, nicht zu dunkel. Eben genau das richtige an einem heißen Tag. Er ist minimal ölig, ganz leichte Kirchenfenster zeichnen sich ab, aber nicht weiter auffallend. Das Rosé ist farblich ein leichtes Rubinrot. Der Spätburgunder hat dem Wein genügend Farbstoffe mitgegeben.

Das Bouquet erinnert zunächst sehr stark an frische Zitrusfrüchte, auch Melonen und Erdbeeren. Eine frische Fruchtigkeit spricht mich an. Warum bekomme ich gerade Lust auf eine Bowle mit Erdbeeren und Melonen? Achja, ich habe ja auch als Essen dazu eine Melone mit Schinken vor mir zu stehen.

Am Gaumen schmecke ich eine angenehme Säure, Erdbeeren, Himbeeren, ja auch rote Johannisbeeren und Galia-Melone. Der Spätburgunder prägt auch geschmacklich diesen Rosé auf sehr angenehme Weise: ich schmecke leichte Kirscharomen von Sauerkirsche, doch nicht zu stark.

Der Abgang ist kurz und knapp. Schließlich ist es ein Rosé. Frisch, fruchtig, zwar nicht mehr ganz so jung, doch mit einer schönen Säure.

Fazit: Genau der richtige Wein für den Sommer. Der Versuch einen Rosé auch mal ein paar Jahre länger warten zu lassen, ist meines Erachtens gelungen. Ein 2005er jetzt im Jahr 2008 – das ist für Rosé nicht typisch. Doch gerade dieser Wein kann mit seiner Säure und Fruchtigkeit ein idealer Begleiter für stark gewürztes, mariniertes Grillfleisch sein. Und für mein Abendessen mit Melone und Schinken hat’s auch gepasst. Prost!

Dir gefällt der Artikel? Was ist Dir unsere Arbeit wert? Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin freut sich über Deine Spende via PayPal.

Print Friendly, PDF & Email
Follow me:

Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
Follow me: