ALDI-Reisen: Was steckt hinter dem Erfolgsgeheimnis?

Aldi Reisen LogoEin aktueller Beitrag von Florian Bauhuber auf Tourismuszukunft läßt mich aufhorchen: Was ist das Besondere an Aldi-Reisen? Der Discounter bietet nun schon seit einer Weile Reisen zum Schnäppchenpreis an. Doch hat er damit Erfolg? Sind die Kunden zufrieden? Wer steckt dahinter? Seit Jui bietet Aldi unter der Marke Aldi-Reisen im Internet Ferienwohnungen und Fernreisen, Kreuzfahrten und Freizeitparks an. Was bzw. wer steckt dahinter?

Themen-Specials stehen im Vordergrund der ausgewählten Angebote. Mit fünf ausgewählten Angeboten gestartet, gab die starke Nachfrage dem Unternehmen Recht. Kurz nach dem Start erweiterte der Discounter sein Angebot auf 13 ausgewählte Reisen pro Monat. Die Macher von Aldi-Reisen sind allerdings nicht die Discount-Könige Albrecht selbst, sondern der Reiseveranstalter Berge & Meer in Rengsdorf am Rande des Westerwalds. Den Angaben auf der Webseite zufolge arbeiten dort 400 Menschen. Pressemeldungen von Aldi zufolge kümmern sich aber „mehr als 500 Reiseberater um eine zügige Abwicklung der zahlreichen Buchungsanfragen per Telefon„. Hat Berge & Meer also mehr Personal durch die Kooperation mit Aldi einstellen können? Oder hat Aldi weitere Call-Center mit der Abwicklung beauftragt? Jedenfalls scheint der neue Clou des Discounters eine Jobmaschine zu sein.

Demzufolge startete Aldi-Reisen so gut, dass „mehr als eine Million Internet-Zugriffe und 20 000 Anrufer innerhalb der ersten Buchungsstunden für einen erfolgreichen Start bei ALDI-Reisen sorgten“. Monat für Monat sollen neue Angebote Lust auf einen günstigen, schnellen Trip in die Nähe oder Ferne machen. Der Reiseveranstalter Berge & Meer hat es sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, dass die Kunden „nur einen 2-Sterne-Preis zahlen – aber 4-Sterne-Qualität bekommen“. Berge & Mehr existiert zwar schon seit 1978, doch dürfte diese Zusammenarbeit dem Unternehmen einen großen Sprung nach vorne bereitet haben: der Veranstalter bezeichnet sich selbst als „Marktführer im Reise-Direktvertrieb“.

Doch wird der Veranstalter dem Anspruch auch gerecht? Wie bei den Lebensmitteln oder auch sonstigen Artikeln aus dem Sortiment bei Aldi ist es keineswegs immer der Fall, dass der Kunde dort den billigsten Preis erhält. Das gilt eben auch für den neuen Bereich Reisen.

Der sogenannte “Eckpreis” wird vor allem für das Marketing genutzt. Nur sehr wenige Reisen sind für den günstigen Preis zu haben. Viele Abflughäfen und Termine sind dann nur gegen Zuzahlung eines satten Aufschlags zu haben. Flexibilität oder gar Kombinationsmöglichkeiten wie bei Aufenthaltsdauer, Hotelkategorie oder Zimmerbelegung gibt es normalerweise nicht. Die Auswahl ist auf ein Minimum reduziert.

Positiv fällt auf, dass zwei Kinder im Alter bis zu elf Jahre pro Paar kostenlos mitreisen. Hier hebt sich der Kult-Discounter vom Konkurrenz-Umfeld ab. Bei vielen Anbietern müssen selbst für Kinder unter drei Jahren saftige Preise beglichen werden.

Erste Gästereaktionen im Internet lesen sich ebenfalls sehr positiv. Doch lassen sich da auch einige Kritikpunkte ersehen, wie etwa Serverüberlastung an den ersten Angebotstagen. Doch das kennt der Aldi-Kunde ja: bei bestimmten Produkten muß man eben früh aufstehen und als erster vor einem der Märkte stehen, um noch etwas zu bekommen. Die Strategie ist bei den Reisen dieselbe. Das enge Angebot ist stark nachgefragt. Der Discounter hat wieder einen Punkt für sich gewonnen.

Dennoch sei die Frage gestellt: was bleibt bei den touristischen Dienstleistern davon hängen? Wie gut/schlecht werden die Callcenter-Mitarbeiter bezahlt? Was für Hotels und Fluglinien werden genommen? Sind die Produktbestandteile nur noch Restplätze, die von den jeweiligen Anbietern zum Schleuderpreis rausgeschmissen werden nach dem Motto: nur überbucht ist gut gebucht?

Ich freue mich über Kommentare und Erfahrungsberichte. Wer war schon mit Aldi-Reisen unterwegs und wie war die Reise?

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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