AHGZ, Abendblatt, Morgenpost: So umgeht man die Pseudo-Sperre

Pay Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung AHGZWer kennt das nicht: Eine interessante, gut gemachte Überschrift lockt den Leser auf einen bestimmten Artikel in der Homepage. Und dann steht neben einem Euro-Symbol der Hinweis, dass es den Inhalt des Artikels nur als Abonnenten gibt. Premium-Kunde heisst das bei der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ). Bei Springer kommt man sogar mit einer sofortigen Click&Buy-Zahlung sofort rein. Oder man muss für jeden einzelnen Artikel die Abo-Nummer zur Hand haben. Das ist extrem umständlich. Und ich will nicht alle Springer-Gazetten online buchen. Denn diese Sperre gilt für das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost. Die anderen Blätter (Die Welt, Bild etc) habe ich nicht getestet.

Aber: Es ist nur eine Pseudo-Sperre. Der Artikel steht komplett und kostenlos für Jedermann im Internet. Die Zahlpflicht ist nur eine lächerliche Option. Und es ist noch nicht mal schwer, an den Paid Content von AHGZ und Springer ranzukommen. Gewusst Wie? So umgeht man schnell und einfach die Deppenschranke:

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Pay Berliner MorgenpostEin Artikel interessiert uns also. Doch wir kommen nicht weiter. Beispielhaft nehme ich irgendeinen Artikel aus dem heutigen Angebot der Berliner Morgenpost. Freundlich werden wir darauf hingewiesen, dass wir schon mit nur 4,95 Euro einen 30-Tages-Zugang bekommen können. Wer sagt mir aber, dass ich in dieser Zeit wieder interessanten Content hier finde? Oder ich könnte meine Abo-Nummer eingeben. Hab ich nicht. Will ich auch nicht. Dann würde ich die Zeitung in Papier bekommen. Old School. No Way. Aufgeben? Woanders finden? Klar, das geht auch. Was aber, wenn der Content derzeit exklusiv hier steht? Oder mich genau die Meinung des MoPo-Redakteurs interessiert? Wie immer: Tante Guuugel hilft!

Pay GoogleWir kopieren einfach die Überschrift des Artikels, eröffnen einen neuen Tab mit Google und geben via paste&copy die Überschrift ins Suchfeld ein. Sofort erscheint das Suchergebnis als oberster Begriff. Denn schließlich sind die Seiten des Springer Verlags suchmaschinenoptimiert. In unserem Beispiel sind gleich die obersten drei Ergebnisse der Artikel aus der Berliner Morgenpost. Danach kommt deren Boulevard-Tochter B.Z.

Pay Berliner MorgenpostUnd jetzt ist’s ganz einfach: Mit einem Klick auf das Suchergebnis bei Google sind wir bei der Berliner Morgenpost. Und der gesamte – angebliche – „Paid Content“ liegt vor uns.
Doch warum machen es uns der Axel Springer Verlag und der Deutsche Fachverlag so schwer und doch so einfach? Nun, sie wollen, dass zwar für ihren Content bezahlt wird. Aber Google soll gleichzeitig die Artikel komplett erfassen und auffindbar machen.

Pay GoogleUnd so liegt auch der AHGZ-Artikel komplett vor uns.

Pay Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung AHGZDoch was stellen wir in diesem Fall fest? Die AHGZ hält uns zum Narren. Der gesuchte Artikel ist online nicht verfügbar, sondern „steht am Samstag im AHGZ-Teil Der Hotelier.“ Nunja, dann warten wir eben, bis er woanders erscheint… Denn dafür gibt es ja die diversen Blogs, die so etwas auch gern aufnehmen. Wie etwa den Niko, den Gerhard, den Gourmet-Report oder auch mich. Denn Papier muss man heute wirklich nicht mehr lesen.
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Pay Die WeltDoch an den Artikel aus der Berliner Morgenpost kommen wir noch einfacher. Dank des gemeinsamen Newsdesk im Springer-Verlag erscheinen die Artikel mehrfach, nur leicht abgeändert (wenn überhaupt). Der beispielhaft ausgewählte Artikel ist komplett unverschlüsselt auf der Welt zu lesen.

Pay HospitalityInsideDass es auch anders geht, das zeigen uns andere Medien. Hier funktioniert Paid Content. Hier wird auch gern gezahlt. Denn Qualität, Angebot, Preis-Leistungs-Verhältnis und einiges mehr stimmen einfach. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist etwa das Hotel-Branchenportal Hospitality Inside. Dies ist ein echter Closed Shop. Der Content ist nur gegen Bezahlung zu lesen. Dafür zwar nicht bei Google optimal auffindbar. Doch wer echte Insider-News aus der Hotellerie erfahren will, der weiss, dass er sie bei Maria zuerst bekommt. Und ausserdem deutlich fundierter als etwa in der AHGZ. (Disclosure: Seit kurzem schreibe ich als freier Autor für Hospitality Inside Artikel zu Social Media in der Hotellerie.)
Und beim Handelsblatt funktioniert es auch nicht.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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