Tenimenti Angelini: Ein Weingut rund um Toskanas Trauben

Tenimenti Angelini Tre Rose VillaToskana total. Vergangenen Dienstag präsentierten die Weingüter von Tenimenti Angelini im Restaurant Weinhaus Neuner in München eine kleine Auswahl ihrer Weine im Rahmen eines Degustationsmenüs. Die Familie Angelini besitzt Weingüter in allen drei legendären und prestigereichsten DOCG Bereichen der Toskana: im Chianti Classico, in Motalcino und in Montepulciano. Damit können nicht viele Weingüter aufwarten, eine Seltenheit also. Die Familie Angelini pflegt einen feinen Weinstil mit einer wohlweislichen Balance aus Tradition und Moderne.

Tenimenti Angelini Val di Suga aereaDie Tenimenti Angelini verfolgen dabei das Ziel, während jedes Arbeitsschrittes die allerhöchsten Qualitätskriterien zu erfüllen, vom Rebstock bis ins Glas. Und so kamen wir zu der Ehre nicht nur die grossen drei Toskaner zu verkosten: Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano und Chianti Classico. Kürzlich investierte und expandierte die Familie um zwei weitere Weingüter: die Cantina Collepaglia in Jesi und die Azienda Puiatti. Letztere ist ein önologisches Schmuckstück der DOC Collio. Die Tenimenti Angelini kontrollieren heute rund 500 Hektar, von denen 210 mit Reben bestockt sind und zusammengenommen 1.500.000 Flaschen Wein pro Jahr produzieren. Was also hat uns die Familie Angelini an aktuellen Weinen mitgebracht?

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Den Auftakt machte ein Glas Puiatti Extra Brut Metodo Classico Ribolla Gialla (100% Ribolla Gialla), eine Neukreation des Hauses Puiatti. Dieser Schaumwein wird ganz ohne Holz ausgebaut, liegt etwa 18 Mnate im Stahlfass und ist heute der einzige nach klassischer Methode produzierte Schaumwein der Sorte Ribolla Gialla, der in der Zone Isonzo del Friuli produziert wird. Körperreich, reichhaltig und mit jugendlich-frischem Bukett, gefällt er mit vollmundigem, elegantem Geschmack. Die Azienda Puiatti, die neuste Perle unter den Weinbetrieben der Gruppe, umfasst 55 Hektar Reben, auf denen ein reichhaltiges Weinsortiment heranwächst. Insgesamt werden mehr als 600.000 Flaschen Wein pro Jahr produziert.

Tenimenti_Angelini_Weinhaus_Neuner_Juni_2011_01Die Degustation ging weiter mit dem Collepaglia Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico Superiore 2010. Das Weinhaus Neuner reichte als Vorspeise dazu ein Duett vom Spargel, bestehend aus gebackenem grünen Spargel mit Parmesanhülle und eingelegtem weissen Spargel. Collepaglia in den Marken zählt insgesamt 100 Hektar, von denen 60 mit Reben bestockt sind und jährlich rund 45.000 Flaschen Verdicchio di Jesi ergeben, unterteilt in Classico und Classico Superiore. Dieser Wein präsentiert sich in schönem Strohgelb mit grünlichen Reflexen, in der Nase ist er ausdrucksvoll, mit Noten von Mispeln, Anis und Äpfeln, zu denen sich Nuancen von Lindenblüten und Ginster gesellen. Im Gaumen gefällt er durch seinen saftigen, harmonischen und aromatischen Körper, seine gute Struktur, seine Persönlichkeit sowie sein lang anhaltendes, von den typischen, leichten Bitternoten des Verdicchio geprägtes Finale. Für meinen Geschmack funktioniert dieser Wein am besten zu gut gewürzten Gerichten. Als „stand-alone“ Wein ist er mir zu rustikal. Vor allem zum gebratenen Spargel schmeckte er ausgezeichnet und hielt sich dezent im Hintergrund.

Tenimenti_Angelini_Weinhaus_Neuner_Juni_2011_02Zum Hauptgang kredenzte das Weinhaus Neuner eine Milchlammkeule im Ganzen gebraten mit Thymiansauce, Roter Zwiebel und Artischockengröstl. Dazu korrespondierten zwei Rotweine: Der Monsenese Chianti Classico Riserva 2006 (90% Sangiovese, 5% Cabernet Sauvignon und 5% Petit Verdot) stammt aus der Lage Monsenese in San Leonino in Castellina in Chianti, wird nur in den besten Jahren produziert und zeigt sich in intensivem Rubinrot, körperreich und konzentriert. Der Simposio Vino Nobile di Montepulciano 2007 dagegen ist ein reinsortiger Prugnolo Gentile. Der intensiv granatrote Wein, rund 24 Monate lang in französischer Eiche verfeinert, wird in einer Auflage von lediglich 10.000 Flaschen produziert. Keine Frage, dass zu dem zartrosa gebratenen Lamm der Nobile die Montepulciano am besten passte. Er ist tanninreich, doch nicht zu schwer. Mit seinen schokoladigen und Waldbeeren-Aromen ist er ein toller Begleiter zu Wild und würzigem roten Fleisch. Doch auch der feine, leichte und dezent zurückhaltende Chianti Classico ist ein toller Wein. Ich würde ihn allerdings zu etwas leichteren Gerichten reichen wie Pasta oder einem zarten roten Wild.

Tenimenti_Angelini_Weinhaus_Neuner_Juni_2011_03Der Käsegang bestand aus einem Taleggio mit Quittensenf und Focacciachips. Hierzu wurde der Vigna Spuntali Brunello di Montalcino 2004 serviert, ein aus Trauben von 15 bis 20 Jahre alten Rebstöcken gekelterter Wein. Die Reben werden im Guyot-System erzogen und wachsen auf Südhängen. Insgesamt umfasst dieses Weingut 22 Hektar Reben, die nach sorgfältiger Selektion pro Jahr rund 13.000 Flaschen Wein ergeben. Dies resultiert in einem schweren, tanninreichen Wein, der nach bitterer Schokolade und Waldfrüchten schmeckt.

Tenimenti_Angelini_Weinhaus_Neuner_Juni_2011_04Eine lauwarme Schokoladentarte mit frischen Erdbeeren und Sauerrahmeis rundete das Menü ab. Manchmal frage ich mich, warum so ein Menü nicht einfach aus vier Gängen von so einer warmen Schokoladentarte bestehen könnte… Dazu gab es flüssigen Honig: die Tenimenti Angelini kredenzten den TreRose Vin Santo di Montepulciano 1999 (50% Trebbiano, 30% Grechetto und 20% Malvasia), der aus rund sechs Monate lang auf Holzrosten getrockneten Trauben gekeltert wird. Nach dem Pressen vergärt und reift der Most mindestens sieben Jahre lang in nicht ganz gefüllten, versiegelten 100-Liter-Fässchen.

Die Tenimenti Angelini hatten eine rundum perfekt gelungene Degustation präsentiert. Den anwesenden Münchner Journalisten und Sommeliers mundeten sehr die Speisen und die korrespondierenden Weine. Wir bekamen so nicht nur einen Überblick über das Angebot dieses Weingutes mit seinen fünf Betrieben sondern auch über die unterschiedlichen Weine der Toskana.

Mein Tipp: haltet Ausschau, wo Ihr diese Tropfen erstehen könnt. Es lohnt sich auf jeden Fall!

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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