GAP

Restaurants in München: Greeny’s: Ist das Konzept tot, weil keiner Bio-Fast Food essen will?

Dir gefällt der Artikel? Was ist Dir unsere Arbeit wert? Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin freut sich über Deine Spende via PayPal.

Greenys_Muenchen_Final_2011_01Null Bock auf Bio? Bioessen nein danke? Aber ein bisschen gesund soll es dann doch sein? Münchens erstes Bio-Fast Food Restaurant Greeny’s ist schon wieder verschwunden, bevor das Konzept überhaupt richtig lief. Wo bis vor kurzem noch der erste und einzige Laden von Greeny’s Salads & More stand, bewirtet jetzt Dean & David. Das Konzept der Greenys-Gründer Maximilian und Alexandra Schiedt wurde noch nicht einmal zwei Jahre alt. Mein Bericht von der Eröffnung im Herbst 2009 steht hier.

Greeny's Bio Fast Food Muenchen LogoDabei war die Ansage bei der Eröffnung im September 2009 eindeutig: In den nächsten fünf Jahren planten die Unternehmer von Greeny’s Salads & More insgesamt 30 Trend-Restaurants in allen großen deutschen Städten zu eröffnen. Nix is‘, aus is‘.

Zumindest fügt sich das neue Lokal weiter in die „grüne Meile“ Münchens ein. Denn die unmittelbaren Nachbarn haben alle grüne Logos: Gravis, E-plus, Freenet und der Deutsche Alpenverein DAV. Auch die Farben von Dean & David sind hauptsächlich grün.

Was sind die Gründe für das schnelle Aus von Greeny’s?

[ad name=“Google Adsense“]

Greenys_Muenchen_Eroeffnung_Sep2009_039 Annemarie Heinrichsdobler Paula PommerWar das Publikum nicht adäquat? Es wird nicht nur am Deppenapostroph gelegen haben. Haben die Banken den Unternehmern den Hahn zugedreht? Kamen nicht genug Gäste? War kein Erfolg im Franchisebereich oder in der eigenen Expansion absehbar? Oder ist Bio-Food einfach zu teuer? Denn preislich liegt Dean & David unter Greeny’s. Das Bio-Food war ähnlich teuer wie Vapiano. Nur hat Vapiano ganz andere Margen mit seinen Schnelldreher-Restaurants mit Pizza, Pasta & Co.

Oder war die Location nicht gut? Hier, gleich um die Ecke von Marienplatz und Viktualienmarkt, in der Strasse mit dem kurzen Namen Tal sind eben auch viele Wettbewerber. Die übliche Systemgastronomie mit ihrem Junk Food wie Burger King, McDonalds und Maredo, aber auch traditionelle bayerische Gaststätten wie das Weiße Bräuhaus und das Paulaner im Tal, dazu die beliebte Cocktailbar Sausalitos. Außerdem noch Schnell-Pizzerien und Take-away Asiaten. Doch die meisten Gaststätten sind näher am Marienplatz gelegen. Wer also am Marienplatz ist und Hunger hat, aber nicht zum Viktualienmarkt um die Ecke gehen will, der bleibt schon vorher bei einem der anderen Lokale hängen. Bis zum Greeny’s bzw. jetzt Dean & David kommt eigentlich nur, wer gegenüber bei Conrad oder im Müller Drogeriemarkt einkaufen will – oder gezielt dahin will. Doch dafür müsste man den Laden kennen.

Also war die PR, das Marketing zu schlecht? In den letzten zwei Jahren hat man kaum etwas von dem Bio-Fast Food Lokal gehört. Einige Presseartikel folgten auf die Eröffnung. Doch danach? Ich finde für das Greeny’s weder Twitter-Account noch eine Facebook Fanpage. Alles schon gelöscht? Angebote auf Foursquare? Nicht existent. Auf Qype? Gar nicht eingetragen. Wer aber heute ein neues Konzept hat, sollte sich auch dorthin wenden, wo seine Kunden sind. Greeny’s zielte auf die LOHAs. Und die sind auch auf diesen Social Media Plattformen zu finden.

Bei meinem Besuch im Dean & David am vergangenen Montag teilte mir ein Mitarbeiter auf Nachfrage mit, dass Greeny’s das Konzept von Dean & David in Farbe und Angebot etc. kopiert hätte – und die schlechtere Kopie eben klein beigeben musste. Er meinte außerdem, dass Greeny’s den Laden freiwillig abgegeben hätte. Auch eine interessante Sicht der Dinge. Dazu hätte ich gern eine Antwort der ehemaligen Betreiber.

Was macht Dean & David anders? Die Produkte sind frisch – aber eben nicht Bio. Und damit günstiger. Und Dean & David hat mittlerweile zumindest in München einen gut bekannten Namen, da die Gruppe mittlerweile in vielen Stadtteilen an guten Plätzen vertreten ist. Und von Hamburg über Köln, Würzburg, Stuttgart, Regensburg und Heidelberg mittlerweile Filialen hat. Hier hat also die Expansion geklappt.

Von Greeny’s selbst konnte ich bisher kein Statement bekommen. Die Telefonnummer gehört jetzt Dean & David im Tal. Der freie PR-Berater, der vor zwei Jahren die Eröffnung betreute, hat auf meine E-Mail bisher nicht reagiert.

Auf meiner Facebook-Fanpage von Le Gourmand frage ich heute: „Was haltet Ihr von Bio Fast Food? Durchsetzbar? Zu teuer? Gibt es einen Markt?“ Ich freue mich, wenn Ihr Fan werdet und mir Eure Meinung mitteilt.

Dir gefällt der Artikel? Was ist Dir unsere Arbeit wert? Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin freut sich über Deine Spende via PayPal.

Print Friendly, PDF & Email
Follow me:

Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
Follow me: