Chocolates Brescó: Die Schokoladenmanufaktur am Fuße der Pyrenäen

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Oft liegt das grosse Glück im Kleinen. Die feinsten Speisen finden wir weit abseits ausgetretener Wege. So mancher Umweg eröffnet uns neue Perspektiven, bringt uns zu kulinarischen Hochgenüssen, wo wir sie nicht vermutet hätten. Dies trifft auf so manche exzellente Hütte in den Alpen genauso zu, wie auf diese äußerlich unscheinbare Chocolateria im Norden Spaniens. Wer Chocolates Brescó finden will, muss sich mit dem Auto von Barcelona aus in Richtung Huesca begeben. In der Provinz Aragon südlich der Pyrenäen lernten wir ein absolutes Kleinod kennen. Schokolade, Pralinen, feinste Confiserie.

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Flüssiges Glück. So sehen legale Drogen aus. Die Dosis Theobromin, Phenylethylamin, die Serotonin-Vorstufe Tryptophan sowie ein Flavonoid namens Epicatechin: das sind die Namen der glücklich machenden Inhaltsstoffe von Schokolade. Und diese befinden sich in konzentrierter Form in so einer hübschen, kleinen Tasse. Heiß wie die Hölle und süß wie die Sünde schmeckt sie. Der Löffel bleibt nahezu in dieser Tasse stehen. Dazu noch ein kleines Biskuit. Sind wir schon am Ziel unserer Reise? Mehr bräuchten wir nicht als diesen Ort der süßen Verheissungen. Doch leider nein. Wir sind vor etwas mehr als zwei Stunden erst vom Flughafen in Barcelona in Richtung Aragon abgefahren. Unser Ziel ist der Ort Benasque direkt am Fuße der Pyrenäen. Bis dahin sind es noch anderthalb Stunden Fahrt. Somit ist Benabarre, in dem sich Chocolates Bresco befindet, ein idealer Ort für einen Zwischenstopp. Der kleine Hunger wird durch die heiße Schokolade gestillt.

Und für unsere journalistische Neugier gibt es einen kleinen Rundgang durch dieses Kleinod der Confiserie:

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Chocolates Brescó: Das Schokoladenmädchen

Wenn hier ein Bild optimal hinpassen würde, dann wäre es das berühmte Wiener Schokoladenmädchen von Jean-Étienne Liotard, das zwischen 1743 und 1745 gemalt wurde. Doch dieses schöne Stillleben mit einem Schokoladenkännchen an der Wand der Chocolateria ist ebenso passend und Appetit anregend. Dabei ist die Geschichte der Familie Brescó an diesem Ort nur 90 Jahre jünger als das berühmte Gemälde. Denn 1830 kam die Familie an den Ort, nur sechs Jahre später begann sie mit der Chocolateria. Seitdem produziert Chocolates Brescó seine köstlichen Schokoladenspezialitäten in Benabarre.

Im achtzehnten Jahrhundert wurde Schokolade von den Meister-Chocolatiers fast ausschließlich von Hand zubereitet. Die Schokolade wurde mit 60% Kakao produziert, außerdem wurden Zucker sowie Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom hinzugefügt. Die Schokolade wurde ohne Zusatz von Milch, Wasser oder Mehl nur über Feuer geschmolzen und getrunken. Sie war sein sehr teures Produkt und daher den Oberschichten und der Kirche vorbehalten. Doch gab es auch eine billige Art Trinkschokolade, die die Chocolatiers für die arme Bevölkerung zubereiteten. Diese bestand aus 50% Zucker sowie zu 50% aus einer Mischung von Zucker mit ein wenig Kakao und reichlich Gewürzen wie Zimt und Vanille. Auch heute noch ist es in Spanien üblich, Trinkschokolade durch Zugabe von Stärke bzw. Mehl zu legieren und so eine eher dickflüssige Konsistenz zu erreichen. In Intensität und Süße unterscheiden sich diese Zubereitungsarten zum Teil sehr deutlich.

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Chocolates Brescó: Ein Laden voller Leckereien

Bei Chocolates Brescó wird die Schokolade auf traditionelle Art und Weise verarbeitet. Zum einen gibt es diese göttlich köstliche Trinkschokolade. Zum anderen werden hier Schokoladentafeln von Hand geschöpft, feinste Pralinen erstellt.

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Das Geschäft ist ein wahres Paradies für uns Schokoladensüchtige. Wer wollte sich hier nicht überall durchprobieren…?

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Aktuell umfasst die Prdoduktpalette über 300 verschiedene Produkte, die alle im eigenen Haus gefertigt werden.

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Chocolates Brescó: Schokolade für jeden Geschmack

Die puren Schokoladentafeln sind ein Gedicht. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Ob starke Bitterschokolade mit 80% Kakao, Milchschokolade oder wundervolle weisse Schokolade, nach der ich schon seit Kindheit süchtig bin, obwohl sie ja eigentlich keinerlei Kakao enthält, sondern nur Kakaobutter, also eigentlich pures Fett und Zucker. Aber ja, sie schmeckt lecker.

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Chocolates Brescó: Wie im Museum

Stolz zeigt uns die Chefin die historischen Schokoladenöfen und -werkzeuge, mit denen anno dazumal die Schokolade zubereitet wurde. Außerdem ein kleines Gefäß, das uns an arabische resp. türkische Mokkakännchen erinnert. Hierin wurde die Trinkschokolade für den Gast heiß gemacht. Wir kommen uns ein bisschen vor wie in einem Museum. Doch diese Werkzeuge sind zu schön fürs Museum, sie gehören hierher, sie sind authentisch und erinnern an die alte Tradition der Confiserie und Chocolateria.

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Chocolates Brescó: Traditionsfirma mit internationaler Erfahrung

Heute wird Chocolates Brescó von Lluís Morera Guirao geführt. Er hatte sich bereits im Alter von 15 Jahren der Schokolade sowie den süßen Dingen des Lebens verschrieben und absolvierte eine internationale Konditorkarriere. Im Jahr 2004 gewann er einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde, da es ihm gelang, das größte je gezeichnete Herz in Schokolade zu gestalten. 7.000kg Schokolade füllten die Plaza Colón in Madrid. Im Anschluß trat er der Familie Brescó in Benabarre bei und gestaltet seitdem das Unternehmen. Erst seit wenigen Jahren ist Chocolates Brescó auch mit Filialen vertreten, davon ein Geschäft in Barcelona. Gerade in der katalanischen Hauptstadt weiss man Schokolade und vor allem heiße Trinkschokolade sehr zu schätzen.

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Schokolade ist natürlich immer ein hervorragendes Geschenk. Fast fühlen wir uns wie in München bei Käfers oder Dallmayer oder der Feinschmeckeretage im KaDeWe Berlin. Hier steht ein grosser Tisch mit Geschenkideen, Mitbringseln, traditioneller Handwerkskunst der Umgebung. Aber wir sind ja erst auf der Hinreise nach Benasque und haben wenig Platz im Gepäck. Daher hat leider nichts von alledem seinen Weg in meinen Koffer gefunden.

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Doch ja, zu gern hätte ich die eine oder andere Köstlichkeit mitgenommen.

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Und auch in der „Küche“, der „Werkstatt“ der Confiserie hätten wir mehrfach schwach werden können…

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Ihr nicht auch? Schokolade mit Meersalz oder mit Chili, gefüllte Schokolade…

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Aber nicht, dass Ihr auf die Idee kommt, diese Maschinen sauber lecken zu wollen… Nein, das haben wir zwar mit Großmutters Kuchenschüsseln und Kochlöffeln gemacht… aber heute wissen wir uns doch zu benehmen…

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Schokolade fliesst hier direkt in die Formen… Ein Schokoladenbrunnen!

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Handgemachte Schokolade mit Nüssen und Rosinen… wer kann dazu schon Nein sagen?!

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Schokolade vom Fliessband – ja, aber nur in kleinster Menge. Hier zählt noch die reine Handarbeit. Und der Chef höchstpersönlich erklärt uns, wie die Schokolade gemacht wird.

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Also wie wär’s: Habt Ihr nicht doch Appetit bekommen auf eine heisse Trinkschokolade aus einem historischen Gefäß?

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Wenn Ihr also von Barcelona aus gen Westen in Richtung Huesca, zum Skifahren nach Benasque oder zum Bergwandern auf den Aneto, den höchsten Gipfel der Pyrenäen fahrt, dann macht einen kleinen Umweg über Benabarre. Achtet auf dieses grosse Logo an der Straße und kehrt unbedingt bei Chocolates Brescó ein. Diese Schokolade ist pures Doping, eine legale Droge, die uns alle glücklich macht.

Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin in Benasque, Aragon, Spanien:

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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