Das Prinzip Kochen: Osso Buco mit 2017 Mas Andes Reserva

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Es ist Zeit, italienische Klassiker neu zu entdecken. Risotto haben wir hier nun wirklich oft genug in verschiedensten Variationen präsentiert. Doch das ist meistens nur eine Vorspeise oder Beilage. Es wird Zeit für echte Hauptgerichte. Wie etwa das klassische Osso Buco. Das traditionelle Osso Buco alla Milanese wird eigentlich in 1,5 bis 2 Stunden Fleisch im Ofen gegart. Doch Matthias F. Mangold bringt mich in seinem Buch Das Prinzip Kochen auf die Idee, das Osso Buco nach dem Niedrigtemperaturprinzip für 5 Stunden im Ofen zu vergessen. Als Beilage passt dazu übrigens ein Risotto.

Osso buco – oder auch Ossobuco – ist ein traditionelles Schmorgericht der italienischen bzw. speziell der Mailänder Küche, weswegen es manchmal den Zusatz alla Milanese trägt. Osso buco heißt wörtlich “Knochen mit Loch”, nach dem Hohlknochen, der die im Gericht verwendete Kalbshachse durchzieht. Das Rezept hat mir so gut gefallen, dass ich es kürzlich noch einmal kochte – und die Bilder hier hinzufüge.

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Osso buco: Die Spezialität aus der Lombardei

Osso buco ist typisch für Norditalien, von Mailand über die Lombardei bis zur Po-Ebene. Hier gibt es Rinderzucht, von hier stammt das saftige Kalb- und Rindfleisch, die italienische Milchwirtschaft, aus der feinste Butter hervorgeht, frische Kräuter und Tomaten sowie Reisanbau, der Norditalien zur Heimat des Risottos macht.

Alles zusammen ergibt ein perfektes Osso Buco alla Milanese. Ossobuco ist also nicht irgendein italienisches Gericht. Ossobuco ist auch nicht irgendein Schmorgericht. Ossobuco ist DAS Schmorgericht der italienischen Großmutter, an das sich jeder Italiener und jede Italienerin gern erinnert. Der Zusatz „alla milanese“ weist nur auf die Herkunft dieser Traditionsspeise hin – Mailand. Von Mailand aus eroberte das Ossobuco die Welt der Foodies und wurde so zu einer der Nationalspeisen Italiens. 

In der italienischen Küche ist das Ossobuco alla Milanese, ein deftiges Fleischgericht mit Kalbshaxe, ein echter Klassiker! Damit das Ossobuco alla Milanese schön saftig wird, benötigen die „Knochen mit Loch“ (wie Ossobuco wörtlich übersetzt heißt) viel Zeit: Mindestens zwei Stunden bei niedriger Hitze müssen die Zutaten in einer Kasserolle oder einem flachen Bräter mit Deckel schmoren. So entfaltet sich das charakteristische Aroma, das vom ausgebratenen Fett des Markknochens herrührt, am besten.

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Osso Buco: Niedrigtemperatur-Garen oder Sous Vide?

Osso Buco eignet sich sehr gut für das Niedrigtemperatur-Garen bzw. das Sous Vide Garen. Die Muskelfasern in diesem Fleisch werden nämlich von der Kuh häufig und stark bewegt, deswegen werden sie beim normalen Garen gerne zäh. Das Gericht ist dann keine Freude. Bei meinem Rezept für das Niedrigtemperatur-Garen wird das Osso Buco dagegen garantiert immer butterzart. Man kann außerdem fast nichts falsch machen – allerdings muß man sich für das Niedrigtemperatur-Garen schon ein paar Stunden Zeit nehmen.Wir reduzieren also die Temperatur des Ofens auf 90°C und geben dafür dem Fleisch ganze fünf Stunden, um im Ofen langsam zu schmoren.

Sous Vide Garen, also Garen von Lebensmitteln in einem vakuumierten Plastikbeutel in einem Wasserbad bei etwa 60°C, wäre nochmal etwas aufwändiger. Doch mit Sicherheit würde das ein ebenso zartes und geschmacksintensives Erlebnis bringen. Aber mal unter uns: Wer legt sich schon für seinen privaten Haushalt eine Vakuumgarer, einen Vakuumierstab und ein Vakuumiergerät zu für nur ein paarmal Ausprobieren? Da sind schnell mal 200 Euro ausgegeben – und letztlich stehen die Geräte die meiste Zeit in der Küche nur rum. Wer allerdings gerne das Sous Vide Kochen erlernen möchte, dem legen wir das Grundlagenbuch von Peter Wagner über “Sous Vide” ans Herz. Wir beschränken uns also auf das Niedrigtemperatur-Garen, wie es Matthias F. Mangold in seinem Basiskochbuch “Das Prinzip Kochen” beschreibt.

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Osso Buco: Welches Fleisch?

Das traditionelle Osso Buco besteht immer nur aus Kalbfleisch, genauer aus Scheiben von der Kalbshaxe. Aber natürlich sind auch Alternativen möglich. Eine grossartige Alternative sind Rinderbeinscheiben. Der Unterschied zum Kalbs-Ossobuco ist der wesentlich intensivere Fleischgeschmack des Rindfleisches. Kalbfleisch schmeckt eher mild und fein.

Weitere Alternativen zum Kalb sind z. B. Beinscheiben vom Schwein oder auch vom Lamm.

Eine andere Sorte Fleisch (Pute oder Huhn) ist eher nicht zu empfehlen. Da das Fleisch bei diesem Gericht lange geschmort wird, empfiehlt es sich definitiv ein muskulöses Fleisch zu verwenden, das von Bindegewebe durchzogen ist. Durch das enthaltene Bindegewebe und durch den mitgegarten Knochen wird das Fleisch nämlich besonders zart und das Ossobuco besonders aromatisch. Mageres Fleisch kann bei dieser Zubereitungsart schnell trocken werden.

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Osso buco: Was passt dazu?

  • Klassisch wird das Ossobuco alla Milanese mit Gremolata bestreut serviert: Die Mischung aus zwei Bund gehackter Petersilie, Zitronenabrieb und fünf gewürfelten Knoblauchzehen verleiht dem Gericht die nötige Frische und nicht zuletzt einen unwiderstehlichen Duft. Und sie gehört als Topping auf das fertig geschmorte Ossobuco
  • Die passende Beilage zu Ossobuco alla Milanese ist ein Risotto – zum Beispiel nach Mailänder Art mit Safran gewürzt. Für mich hat an diesem Tag allerdings auch einfach dieses Gericht für sich gewirkt. Da brauchte ich nicht noch Beilagen, die Beinscheiben waren gross genug, die Gemüsebeilage absolut köstlich.
  • Polenta: Eine buttrig-cremige Polenta (Maisgrieß) passt auch ideal. Dank der smoothen Konsistenz und dem milden Geschmack kann die Polenta die Aromen des Ossobucos perfekt aufnehmen.
  • Kartoffeln: Egal in welcher Version, auch Kartoffeln schmecken super zu Ossobuco. Ob Salzkartoffeln, Kartoffelspalten aus dem Ofen oder Kartoffelpüree – Kartoffeln sind ein echtes Ossobuco-Match!
  • Reis: Einfach und schnell gemacht ist der gute alte Reis. Was soll man an dieser Stelle groß sagen: Ossobuco mit Reis schmeckt einfach.
  • Brot: Das ist wohl die unkomplizierteste Beilage. Ein krosses Ciabatta zum Beispiel, simpel und italienisch lecker. Schön in den Sud tunken und die letzten Saucenreste damit vom Teller aufwischen – so mögen wir es doch alle am liebsten!
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Osso Buco: Das Rezept nach dem Prinzip Kochen

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Das Prinzip Kochen: Das Kochbuch für Einsteiger

Wir haben das Kochbuch Das Prinzip Kochen von Matthias F. Mangold mit Genuss und Gewinn von vorn bis hinten gelesen. Wer keine Lust mehr auf Fertigprodukte und die ewig selben Nudeln mit Tomatensauce hat, der sollte sich das Buch gönnen. Die ganze Welt bloggt übers Kochen, schaut Kochshows und wirkt dabei, als ob es ganz einfach wäre, selbst zu kochen. Es ist ja auch in Wirklichkeit sich ganz einfach freizumachen vom Lieferservice, Mamas Küche oder der Mensa. Ganz nach dem Motto “Schmeiß’ Dich rein ins Vergnügen und ran an den genialsten Experimentiertisch: Deine Küche!” Das junge Grundkochbuch Das Prinzip Kochen hilft dabei, kulinarisch frei und glücklich zu werden.

Dabei bleibt man dem Prinzip Kochen treu und wird künftig sogar Prinzipienreiter, für den mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen alles locker in der Küche läuft. 50 Grundrezepte wie z.B. das Prinzip Kartofflegratin, das Prinzip Schmorbraten, Gemüsecurry, Sauce, Pudding oder Muffin sind die Basis… Und ist der innere Tiger erst mal geweckt, setzt man noch eins drauf: Fröhlich experimentieren im Kreativlabor mit den geübten Klassikern oder unter Anleitung einfach loslegen. Und schon gibt’s Gratin aus Roter Beete, Kürbis oder Birne. Oder man kreiert zum nächsten Schmorbraten eine feurigscharfe Sauce oder lässt ein Gemüsecurry aus Kraut und Rüben vor sich hin köcheln.

“No risk – no fun” für alle, die etwas erleben wollen. Und genau darauf zielt dieses Kochbuch ab: Locker-leichtes Know-how zu allen wichtigen Prinzipien des Kochens, angerichtet mit tollen Ideen für Variationen, auf einem Sößchen aus frischer Fotografie – dazu: null Chichi.

Als Extra-Beilage serviert das Kochbuch eine Auswahl an Küchenhacks, schlauen Videos, die Webseite Das Prinzip Kochen und den Hashtag #dasprinzipkochen auf Instagram. Na, da sollte doch selbst jeder Kochmuffel und jeder genussfreudige Student Lust bekommen, das Buch auszuprobieren und loszulegen.

Der Autor: Matthias F. Mangold

Matthias F. Mangold ist gebürtiger Franke, hat sich in jungen Jahren ausgiebig in der Welt umgeschaut, bevor er seine jetzige Wahlheimat in einem 1.000-Seelen-Dorf in der Pfalz fand. Dort betreibt er die erfolgreiche und viel gelobte kleine Kochschule “genusstur” nach dem Prinzip “einmal gemacht, für immer kapiert”. Er bietet Weinseminare und -touren an. Auch im TV konnte man ihn schon mehrfach in Portraits und Reportagen sehen.

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Der Wein: 2017 Mas Andes Reserva

Ob Gans oder Rinderbraten – an Weihnachten soll es schmecken. Zum liebevoll zubereiteten Festessen darf ein vollmundiger Rotwein nicht fehlen. Und der muss nicht unbedingt teuer sein: Für seine Preisklasse überzeugt der fünf Jahre gereifte Reserva Carménère von Mas Andes aus dem Hause Rothschild mit einer herausragenden Qualität.

An den Feiertagen versammelt sich die ganze Familie am Tisch um ein herrliches Weihnachtsessen zu genießen. Nicht fehlen darf dabei ein kraftvoller, fein ausbalancierter Wein, der das Mahl perfekt abrundet. Ein Preistipp für clevere Genießer ist Mas Andes aus Chile. Der reine Rebsortenwein Reserva Carménère aus dem Hause Baron Philippe de Rothschild vereint den intensiven Geschmack des chilenischen Terroirs mit französischem Know-how und bietet auch für den kleinen Geldbeutel ein Fest für die Sinne. Darüber hinaus erhielt der chilenische Rotwein bereits mehrere Gold-Auszeichnungen, zum Beispiel 2015 bei Mundus Vini oder zuletzt bei der Berliner Wine Trophy 2017.

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Der Reserva Carménère harmoniert ideal mit Braten oder gewürztem Rinderfilet und gegrilltem Fleisch. Dabei verzaubert der Wein mit der intensiv rot-violetten Färbung Genießer mit Aromen von schwarzen Früchten und Pfeffer bis zu einer leichten Vanillenote. Am Gaumen finden sich Noten von dunklen Früchten wie Heidelbeeren und Schwarzkirschen sowie von frischen Gewürzen. Ein Hauch von gerösteten Mandeln rundet das Geschmackserlebnis ab.

Am Fuße der Anden verschmelzen die außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen Chiles mit dem über Dekaden erworbenen Know-how der Familie Rothschild. Weinmacher des französischen Familienunternehmens aus dem Bordeaux hatten 1997 für das visionäre Projekt Mas Andes – zu Deutsch: jenseits der Anden – über zwei Jahre in ganz Chile nach bestmöglichen Lagen und Böden gesucht. Im Herzen von Chile herrschen durch die Lage zwischen Anden und Pazifik hervorragende Voraussetzungen, um außergewöhnlich kraftvolle Weine voller Frucht und Eleganz zu erzeugen, die immer auch die Handschrift ihrer französischen Wurzeln tragen. Diese Rebsortenweine werden unter der Leitung von Emmanuel Riffaud direkt im Valle de Maipo, in der 2002 neu errichteten Bodega, vinifiziert und abgefüllt.

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Fazit:

Das Osso Bucco und der französisch inspirierte Chilene sind eine perfekte Kombination. Das Osso Bucco mal ganz langsam über fünf Stunden im Ofen garen zu lassen bei niedriger Temperatur bringt ein ganz grosses Geschmackserlebnis.

Buchtipp:


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