Mahrin: kleinste „Slowcity“ der Welt

Sie wurde 1999 in Orvieto als Tochter von „Slow Food“ gegründet: Die Bewegung „Cittaslow“. Mittlerweile zählt sie weltweit 80 Gemeinden in aller Welt. Jetzt kommt eine hinzu und wird gleichzeitig die kleinste sein: Die 260 Einwohner zählende Dorfgemeinde Marihn in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt im Dreieck zwischen Waren, Neubrandenburg und Neustrelitz.

Marihn erhält am 8. Dezember im Rahmen einer kleinen Feier die Zertifizierung, die den örtlichen Lebenswert – das gesunde, lebensfreundliche und regionaltypische Lebensumfeld – auszeichnet. Die internationale Jury war sich einig, dass mit der Wiederbelebung der dörflichen Gutsstruktur, nachhaltiger Maßnahmen im Umweltschutz und bei der Infrastruktur – vor allem durch die Wiederherstellung und Erweiterung des Ensembles Schloss und „Garten von Marihn“ in besonderer Weise die regionale Lebensqualität gefördert wird.

Der „Garten von Marihn“ wird für den Gartentourismus als Genussgarten entwickelt und 2009 Außenstandort der Bundesgartenschau Schwerin sein.

Hintergrund

Während bei Slow Food die Suche nach Lebensqualität am Geschmack und der Qualität der Lebensmittel ansetzt und damit auch weltweite Erfolge und eine starke Verbreitung auf internationaler Ebene erfahren konnte, werden die Grundideeale bei der slowcity-Vereinigung um wesentliche Elemente erweitert.
Jene Städte, die sich bei der Verwirklichung dieser Ziele in besonderer Weise hervorgetan haben, gründen das Internationalen Netz der slowcities. Sie beschließen gemeinsame Erfahrungen, auf der Grundlage eines konkreten und verifizierbaren Verhaltenskodexes auszutauschen.

Die Ziele sind im wesentlichen die Wahrung und Stärkung einer Regionalkultur auf der Grundlage der Agenda 21:

– Umweltpolitik
– Infrastrukturpolitik
– Urbane Qualität
– Aufwertung der autochthonen Erzeugnisse
– Gastfreundschaft
– Landschaftliche Qualität
-Slowcity-Bewusstsein und damit die Erhaltung der Vielfalt und einer eigenen Identität im Zeitalter der Globalisierung und Vermassung

Auf diese Weise möchte man ganz nah mit den Bürgern einer Stadt ein neues Bewusstsein und eine neue Wertschätzung prägen. Die Gemeinden sollen nicht mehr als 50.000 Einwohner haben.

Die Slowcity-Bewegung vergibt jährlich den „Slow City Award“. 2004 erhielt ihn das Projekt „Speicherstadt Potsdam“ für das von Jeremy Rifkin und Vittorio Prodi entwickelte Konzept einer Hydrogene City, die mehr Energie nach neuester Umwelttechnik erzeugt als verbraucht.

Aktueller Sitz der Cittaslow-Bewegung ist Francavilla Mare in Italien.

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