Miesmuscheln in Roquefort-Weissweinsauce mit tollen Weissweinen von Johner Estate und Kiefer

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Muscheln in Käsesauce? Ja, richtig! Schmeckt sagenhaft gut! Während in diversen italienischen (und sicher auch anderen) Restaurants Miesmuscheln immer nur mit Tomatensauce oder einer Weißwein-Gemüse-Sauce serviert werden, sind unsere französischen Nachbarn etwas kreativer. Ich habe dies Gericht zum allerersten Mal bei einem Studenten-Austausch 1997 in Orléans gegessen. Die französischen Freunde schwärmten uns deutschen Studenten vor von den „Moules frîtes“. Fritierte Muscheln, verstand ich zuerst. Irrtum: Muscheln mit Pommes. Und die Stäbchenkartoffeln „à volonté“, also Nachschlag bis zum Abwinken. Auf der Speisekarte des Restaurants waren noch andere Saucen wie etwa Currysauce. Doch ich bin seitdem ein Fan der Roquefortsauce. Und die habe ich für Euch nachgekocht, dazu gab es zwei komplett verschiedene Weißweine, die beide hervorragend passten: ein 2010er Riesling von Johner Estate und ein 2010er „Mit den Wolken ziehen“ vom Weingut Kiefer.

Ein zweiter Besuch in Orléans im Sommer 2009 führte meine Schritte in ein absolutes Szeneviertel der jungen Studentenstadt. Mehrere Straßen sind hier umgebaut zu Fußgängerzonen, Kneipen, Restaurants, Clubs, diverse Läden reihen sich dicht an dicht. Wer hier essen gehen will, sollte vorher reserviert haben. Oder früher oder reichlich später essen. Wir entschieden uns für die Spätvariante, reservierten in einem typisch französischen Restaurant einen Tisch für 21 Uhr und genossen das Nachtleben. Warum wir uns genau für dies Restaurant entschieden? Ich hatte auf der Speisekarte die Muscheln in Roquefort-Sauce gelesen. Die wollte ich unbedingt wieder essen, diesmal auch unter dem Aspekt, sie mal nachzukochen. Der Abend endete nach einem leckeren, reichhaltigen und langen Essen damit, dass wir uns mit dem Wirt anfreundeten, wir als letzte Gäste gingen und er mit uns in seinen zweiten Laden ging: eine angesagte Disco mit toller Bar. On s’est bien amusé! (mehr…)

Top-Weine aus aller Welt: 2009 Vall Llach – Celler Vall Llach, Priorat, Spanien

Vall Llach 2009 Priorat Foto Markus DilgerRibera del Duero, Priorat und Rioja: von hier kommen Spaniens Top-Weine. Rioja kennt mittlerweile wohl jeder, spätestens seit diese Weine bei Aldi und Lidl stehen. Doch die anderen beiden? Für Le Gourmand verkostet und bespricht ab sofort Sommelier Markus A. Dilger exzellente Weine für Euch. Zum Einstieg heute ein starker Spanier mit viel Potential: Der heiße Sommer im Jahr 2009 ermöglichte es den wirtschafts-krisengeschüttelten spanischen Weinbauern einen Top-Jahrgang zu ernten. Die Fehler aus dem „Jahrhundert-Jahrgang“ 2003 wurden vermieden und der Säuregehalt wirkt ausbalanciert zu Frucht und Alkohol. Besonders in Ribera del Duero, Rioja und im Priorat wird der Jahrgang 2009 als „herausragend“ bezeichnet. Heute möchte ich Ihnen einen der Top-Weine dieses Jahrgangs aus dem Priorat vorstellen: den Vall Llach vom Celler Vall Llach.

Die Trauben stammen aus der Gegend von Porrera (Tarragona), wo die über 100-jährigen Rebstöcke auf traditionellen „Trossos“ – kleine Weinbergsparzellen an steilen, schieferbeladenen Steilhängen – wachsen. Diese Cuvée aus 65% Cariñena, 18% Cabernet Sauvignon und 17% Merlot wird über 14 Monate in neuen französischen Barriquefässern ausgebaut. (mehr…)

Tour Grosses Gewächs 2013: Ein Plädoyer für deutsches Winzerhandwerk

Tour Großes Gewächs 2013
Wie entwickeln sich Deutschlands Rieslinge? Pünktlich zum Jahresbeginn begaben sich Deutsche Winzer auf die große Roadshow quer durch die Republik. Im Gepäck: die besten Weine von Mosel, Nahe aus der Pfalz und Rheinhessen. Ziel der „Tour Grosses Gewächs 2013“ des Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) ist es, Experten die Gelegenheit zwischen Hamburg, Berlin, Köln und München zu bieten, besonders das Entwicklungspotential der besten, trockenen Weißweine des Jahrgangs 2011 zu beurteilen. Am 04. Februar 2013 hielt der Wanderzirkus des VDP mit seinen „Ersten Lagen“ – erkennbar an der VDP Klassifizierung mit der Traube und der unterstrichen 1 auf der Kapsel – im „The Charles Rocco Forte“ in München. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin hielt Hanka Paetow die Nase ins Glas und benetzte dezent ihren Gaumen.

Tour Großes Gewächs 2013
Ein spannender Termin und die Erwartungen waren hoch. Schließlich hatten diese Weine bereits zur Vorpremiere im August 2012 in Wiesbaden positiv überrascht. Weich, rund, samtig und fruchtig in den Aromen präsentierten sich dort die edlen Tropfen den Experten aus dem In- und Ausland. Nun ein halbes Jahr später unterstrichen die 2011er ihre hohe Komplexität. Die gleichen Weine spielten überraschend ihre Säure und Mineralität in den Vordergrund. Ein Grund für diese Veränderung: Trotz Frost, Hagel, früh einsetzender Fäulnis oder Gärproblemen sei der Herbst 2011 versöhnlich gewesen, berichteten die Topwinzer. Diese Abwechslung widerspiegle auch der Wein. Erfreulich. (mehr…)

Averna: Bittersüße Kräuter-Cocktails bringen sizilianisches Dolce Vita in die Bars

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Hustensaft ist mein erster Gedanke. Der kleine Schluck vom Cocktail, der gerade meine Zunge entlang, vorbei am Gaumen, hinunter in den Magen fliesst, erinnert mich stark an Hustensaft. Kein Wunder, ist doch das Kraut, das als Stengel im Glase steckt, der Hauptbestandteil dieses Drinks: Thymian. Der andere Hauptbestandteil ist Averna. Das sympathische kleine Familienunternehmen aus Sizilien hat zur Probierstunde gebeten. Eine kleine Journalisten-Runde hat sich im jiddischen Restaurant Schmock in München zusammengefunden und probiert insgesamt fünf Cocktails durch, die alle auf Averna basieren.

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Averna – in den Augen von Otto Normalverbraucher ist das ein Digestif. Ein Kräuterlikör, der gern nach dem Essen getrunken wird. Dabei spielt diese dunkelbraune Essenz in der gleichen Liga wie Ramazotti und Jägermeister. Ich erinnere mich an eine Blindverkostung vor fünf Jahren im Hause Averna in Caltanissetta auf Sizilien. Das kann ich Euch auch nur wärmstens ans Herz legen, das mal nachzumachen. Je ein Glas mit einem der drei Kräuterliköre. Und ohne zu wissen, was wo drin ist, erst nur riechen, dann auch schmecken. Seitdem ist meine erste und einzige Wahl: Averna. Meinen Bericht könnt Ihr hier gerne nachlesen. (mehr…)