Kulinarisches Franken: Eine Schmankerlreise durch Schweinfurt und Bamberg

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_Schweinfurt_005_2013 Weinberg Weingut Dahms
Wer den Spruch: „ Man muss Gott für alles danken, auch für Ober-, Unter– und Mittelfranken“ erfunden hat, war mit Sicherheit selbst nie in Franken unterwegs, sonst würde statt „auch“ ein „ganz besonders“ im Satz stehen. Weine, die in der Spitzenliga zuhause sind, die höchste Brauereidichte Europas, edle Brände und köstliche regionaltypische Speisen: Franken ist DAS kulinarische Schlaraffenland Bayerns. Und auch der Kulturkalender ist das ganze Jahr über prall gefüllt. Für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin war Andrea Gerum vor Ort und brachte ein 48-Stunden-Genuss-Protokoll mit. Wenn das nicht ein leckere Anregung zum Nachfahren ist…

Franken_kulinarisch_Andrea_Gerum_schweinfurt_020_Fränkisches Weinland_Terrasse Museum Georg Schäfer mit Blick auf Ebracher Hof
1.Tag

14:00 Check-In im Panorama Hotel Schweinfurt. Unsere Zimmer im 9. Stock bieten einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, die Hassberge und den Steigerwald. Erster Eindruck: Die Stadt ist viel schöner als ihr Ruf. Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, dauerte es lange, bis sich die drittgrößte Stadt Unterfrankens wieder neu definieren konnte. Noch viele Jahre nach dem Krieg bestimmten Zerstörung und Armut das Stadtbild. Bekannt als Industrie– und Arbeiterstadt wandelte sich das Image in den letzten 30 Jahren hin zu einer modernen, lebendigen Stadt, die ihre Wurzeln pflegt. Unter dem Motto: „Industrie und Kunst“ kreierte sich Schweinfurt neu mit spannenden Kontrasten aus Bauwerken vergangener Jahrhunderte und moderner Architektur.

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15:00 Wir besuchen das Weingut Dahms. Gelegen an der Peterstirn, der Burganlage des Markgrafen Berthold aus dem 10. Jahrhundert ist sie ein Wahrzeichen der Stadt Schweinfurt und seit 1994 in Besitz der Winzerfamilie Jürgen Dahms.

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Schweinfurt und Wein? Zugegeben, diese Verbindung kommt einem nicht gleich in den Sinn. Denkt man doch zuerst an Kugellagerfabriken und nicht an edle Tropfen. Aber Schweinfurt hat eine lange Weinbautradition und war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein bekanntes Weinstädtchen.

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In den ersten Jahrzehnten nach 1900 aber zerstörte die Reblausplage fast alle Weinberge. Von ehemals 320 ha Rebfläche blieben nur noch 10 ha übrig, die seit 1980 von Familie Dahms mit großem Einsatz und Erfolg bewirtschaftet werden. (mehr…)

Restaurants in München: Restaurant Alter Hof: Frankens Weine und Küche im Herzen Münchens

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Franken und Bayern: Das ist für mich Preussen so als eine Art gegenseitiger Hassliebe zu verstehen. Franken in München: Das funktioniert gut, sofern sie sich von ihren Mundarten her verstehen. So mancher Bayer definiert ja nicht etwa den Main, sondern bereits die Donau als Weisswurstäquator, die Franken rufen: Frei statt Bayern! Doch Münchner Weißwürste und Nürnberger Rostbratwürste passen immer gut zusammen. Nicht erst seit der Schwabe Uli Hoeness in Nürnberg eine der größten Rostbratwurstbratereien besitzt und damit Aldi beschickt und gleichzeitig (Noch-?)Präsident des FC Bayern München ist. Fränkische Küche in München hat immer Saison. Im Herzen der Residenz der bayerischen Könige, inmitten des ältesten Teils, eröffnete vor wenigen Tagen das Restaurant Alter Hof.

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Eigentlich ist es ja keine komplette Neueröffnung. Bis vor kurzem war hier noch das Vinorant Alter Hof. Und die Location war nur so kurz geschlossen, dass ich es nicht mitbekommen hatte. Einige XING-Abende hatten hier früher mal stattgefunden. Jetzt also ein komplett neues Konzept, eine komplett renovierte Location. Auf zwei Etagen erstreckt sich das Restaurant Alter Hof: Im Keller unter dem wunderschönen alten Gewölbe – oder in der ersten Etage. (mehr…)

Auf der Spur der Geheimnisse des Pilsner Urquell – und anderer böhmischer Spezialitäten

Pilsner Urquell Abfüllung Kupfer Andreas Burkert
Die Kellergewölbe sind kalt und feucht, und an den Stellen, an denen das Licht heller scheint, verhindert leichter Dunst den Blick auf das Dahinterliegende. Seit fast zwei Stunden ist unser Gastautor Andreas Burkert in den Kellergängen von Pilsner Urquell unterwegs, der ältesten Pils-Brauerei der Welt: Mit Václav Berka als Kellerguide sind wir sicher, das Labyrinth von Gängen, Kellern und Brunnen, das vom 14. Jahrhundert an unter dem heutigen Stadtkern angelegt wurde, rechtzeitig zu verlassen. Doch bevor wir ans Tageslicht kommen, verkosten wir frisch und noch nicht filtriertes Pils direkt aus dem Faß. Damit auch das zweite Glas zünftig getrunken werden kann, wird eine böhmische Spezialitätenplatte gereicht.

Pilsner Urquell Brauerei Keller Andreas Burkert
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine Führung in den Kellergewölben der Pilsner Urquell Brauerei in der Regel 50 Minuten dauert und im Jahr von sehr vielen der rund einer Viertelmillionen Brauerei-Touristen gebucht wird. Reservierungen für Gruppen sind daher empfehlenswert. Weil wir aber an Václav Berka zahlreiche Fragen hatten, dauerte unsere Führung eben länger. Václav Berka ist nämlich Senior-Braumeister und mit den Geheimissen der Pilsner Braukunst bestens vertraut.

Pilsner Urquell Brauerei Urquell Andreas Burkert
Gutes Wasser, guter Hopfen und edle Hefe“, antwortet er auf unsere Frage nach dem Besonderen am Pilsner Urquell. Die Antwort würden wir vermutlich von jedem Braumeister erhalten. Dennoch kann Pilsner Urquell auf ein eigenes Wasserreservoir zurückgreifen. Dies bildet, so Berka, wegen seines besonders geringen Gehalts an Mineralstoffen und natürlichen Salzen die Grundlage für das untergärige Gebräu. (mehr…)