Sri Lanka: Acht wunderschöne Erlebnisse in acht Tagen

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SriLanka_14_BoatTrip_2010_171Diese Insel ist Land und Welt für sich. Nein, wir sprechen nicht von Australien. Da fahren schon genügend andere Leute hin. Dies ist ja auch ein eigener Kontinent, der uns allerdings auch mal reizen würde. Zumal dort und in Neuseeland entfernte Verwandte wohnen. Nein, diesmal geht es um Sri Lanka. Diese kleine Insel. Dieses grosse Land. Diese reichhaltigen und reichen Kulturen. Dieser faszinierender Artenreichtum. Das Land, das so reich an wild wachsenden Früchten ist, dass keiner hungern müsste, und doch soviel arme Einwohner hat. Und   läuft fast jeder mit einem Smartphone durch die Gegend . Das Land, in dem – eigentlich – alle Religionen friedlich nebeneinander und miteinander leben, wohnen und auskommen. Eigentlich. Endlich. Wieder. Denn allzulange ging ein Riss, ein Bürgerkrieg durch die Volksgruppen der Tamilen und Singhalesen.

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Das ist nun endlich vorbei. Das Land ist zum Frieden zurückgekehrt. Der Tourismus bietet die Chance, mit den Urlaubern aus aller Welt auch Geld und Wohlstand zu den Gegenden zu bringen, die bisher verschlossen waren. Wir wollen jetzt auch die Schönheiten der Insel entdecken, die uns bisher verborgen blieben.

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Wir sprachen anlässlich der diesjährigen ITB in Berlin mit dem Minister für Tourismus des Staates Sri Lanka, Hon. Minister Navin Dissanayake. Sein Credo: „We all, the people in Sri Lanka want the change. We are all brothers“.

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SriLanka_14_BoatTrip_2010_024Wir haben Sri Lanka als ein Land kennengelernt, in dem Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum friedlich mit- und nebeneinander koexistieren können. Zumindest dort, wo wir waren, im Südwesten und in der Stadt Kandy. Im Interview stellt uns Minister Navin Dissanayake anschaulich dar, wie wichtig die aktuelle Regierung den Tourismus nimmt, und dass dieser absolute Priorität habe, um das Land wieder auf einen grünen Pfad zu bringen. „We opened the NorthEast for everyone“, sagt der Minister und macht damit klar, dass es keinerlei Zugangsbeschränkungen aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen gebe. Sri Lanka sei das Land, in dem „eight wonderful experiences in eight wonderful days“ möglich seien. Wir sind neugierig und fragen nach.

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Minister Navin Dissanayake erklärt uns, was das Sri Lanka Tourist Board genau damit meint, wenn es für acht außergewöhnliche Erfahrungen bzw. Erlebnisse werben. Es sind nach seinen Angaben:

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  • die schönsten Strände der Welt
  • einige Weltwunder
  • der weltberühmte Ceylon-Tee
  • die höchste Dichte an Leoparden
  • die Lehre von Ayurveda und die damit verbundene ayurvedische Medizin
  • Ballonfahren und Surfen sowie viele andere Outdoor-Sportarten
  • kulturelle Festivals
  • und schliesslich ist Sri Lanka die Heimat von acht UNESCO-Weltkulturerbestätten.

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Sri Lanka ist nicht nur per Flugzeug gut zu erreichen. Ringsherum um die Insel sind Häfen, die Platz für große und kleine Schiffe bieten. Kreuzfahrtschiffe und der kleine private Segler sind somit überall willkommen. Die Insel wird für den Tourismus entwickelt, gestaltet, perfektioniert, auch neue Autobahnen sind geplant. Hier bleibt zu hoffen, dass die wunderschöne Natur nicht (zu sehr) zerstört wird.

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SriLanka_5_BriefGarden_2010_016Was sind die wichtigsten Veränderungen, von denen der Tourismus auf Sri Lanka profitieren wird?
Minister Navin Dissanayake antwortet wohl auch nicht ohne Eigennutz, dass die neue Regierung, die seit den letzten Wahlen an der Macht ist, der wichtigste Wandel sei. Die Wahl von Maithripala Sirisena zum Präsidenten von Sri Lanka stehe für den positiven Wandel des Landes sowie für mehr Transparenz.

Der Schwerpunkt der neuen Regierung, die bis zum Januar 2015 noch in der Opposition war, liegt auf Tourismus und hier insbesondere auf dem Europäischen Markt. Europa sei die letzten Jahre stark vernachlässigt worden. Doch der Minister betont, „Europe is bread and butter for us“. Deutschland sei der zweitgrößte Incoming-Markt. Während die frühere Kolonialmacht Großbritannien heute nach wie vor der wichtigste Incoming-Markt sei, kamen nur etwa 7% mehr Briten, während der deutsche Markt um 20% wuchs. Sri Lanka möchte im Jahr 2015 über 2 Millionen Gäste erreichen. Im Vorjahr waren es noch 1,5 Millionen Touristen.

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SriLanka_5_BriefGarden_2010_011Es gibt auch keine gesperrten Regionen mehr, keine „No Go“-Zonen. Der gesamte Norden und Osten, der vorher wegen des Bürgerkrieges gegen die Tamil Tigers unter Kriegsrecht stand und nicht zugänglich war, ist mittlerweile frei. Ja, es gäbe noch einige militärische Kontrollposten im Lande, schränkt der Minister ein. Doch könnten sich die Touristen absolut frei und überall bewegen. Und die Zahl der Hotels wächst ebenso wie die Zahl der Touristen im ganzen Land. Jeder könne jetzt Zimmer vermieten, ein Bed & Breakfast aufmachen, um sich mit Touristen und Tourismus etwas Geld zu verdienen. Denn Home Stay ist gerade unter den Backpacker- und Surf-Touristen ein beliebtes Konzept. Es gibt bereits über 300 öffentlich zertifizierte Home Stay Anbieter im Lande, die insbesondere für den Individualtourismus zur Verfügung stehen. Dies sind oftmals Familien, die ein oder zwei Zimmer an Touristen vermieten. Die Häuser sollten traditionell gebaute Häuser sein.

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Doch was treibt den Tourismus in Sri Lanka hauptsächlich voran?
Der Minister verweist wieder auf die neue Regierung. Schliesslich war seine Partei bis zum Januar 2015 noch in der Opposition und ist sehr überraschend an die Regierung gekommen. Sie wollen jetzt alles besser, deutlich demokratischer, westlicher anpacken. Die Regierung möchte Tourismus und Industrie im Land voranbringen, um dadurch Arbeitsplätze für die Bevölkerung zu schaffen.

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Der Tourismus ist in Sri Lanka von drei Eigenschaften geprägt: Zum einen die große Artenvielfalt in Flora und Fauna, die Vielfalt an Religionen wie auch an Volksstämmen, die jetzt friedlich zusammenleben. Zum anderen die Kompaktheit, die Insel ist nicht sehr groß, doch groß im Sinne von: vielfältig genug. Der Tourismus profitiert von  nah beieinander liegenden Attraktionen. Die Natur, die Strände, die Tiere in freier Wildbahn liegen so dicht zusammen, dass es sehr einfach ist, von einer Region in die andere zu wechseln. Schliesslich profitiert Sri Lanka von seiner Authentizität. Hier ist alles natürlich, naturbelassen, die Landschaften sind nicht künstlich gestaltet. Sri Lanka ist echt.

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Der klassische Ayurveda-Tourist ist weiterhin einer der wichtigsten Gäste. Doch sind die neuen Destinationen im Osten des Landes ein absoluter Hot Spot für Surfer und andere Wassersport-Touristen. Außerdem verfügt die Insel bisher über lediglich drei 18-Loch Golfplätze. Da besteht also noch Potential, zumal die englischen Touristen extrem Golf-affin sind. Schließlich beabsichtigt China, einen Themenpark auf einer künstlichen Insel gegenüber der Hauptstadt Colombo zu errichten. Doch wie realistisch das ist, steht derzeit noch in den Sternen. Die Ausrichtung ist klar: Aktivtourismus steht im Vordergrund. Natürlich kann man auch nur Badeurlaub am Strand verbringen, doch das wäre eigentlich viel zu schade bei diesem faszinierenden Land.

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Wie engagiert sich das Land für Öko-Standards für einen nachhaltigen Tourismus bei Hotels und Restaurants?
Der Minister erklärt uns, dass es eine landeseigene Organisation gäbe, die sich alle Hotels ganz genau anschauen würde. Die Standards wären sehr hoch und die Kontrollen sehr genau. Die landeseigene Gesellschaft Sri Lanka Tourism würde den Hotels als Partner zur Seite stehen und bei einem nachhaltigen Umbau helfen. Denn im besten Sinne vollständig nachhaltig sind dann doch erst relativ wenige Hotels.

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Eine richtige grüne und bewundernswerte Aktion ist die Wiederaufforstung des Landes. „We lost a lot of our trees. We want to reconstruct them.“ Aus diesem Grunde kooperiert Sri Lanka mit der internationalen Lotterie. Touristen können 1 US-Dollar spenden, damit ein Baum gepflanzt wird. Damit erwerben sie eine „Aktie“, einen Anteil an einem Baum und können sich „ihren eigenen“ Baum bei jedem weiteren Sri Lanka-Urlaub immer wieder anschauen.

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Welche Hotelketten kommen?
Mittlerweile stehen die internationalen Hotelkonzerne Schlange und haben Hotelneubauten bereits in Planung oder schon angefangen. So dürften schon bald die Neueröffnungen von Ketten wie Shangri-La, Mövenpick, Six Senses und Hyatt bevorstehen.

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SriLanka_2_HotelAidaII_Kochkurs_2010_010Was braucht das Land noch?
Die Antwort auf die Frage ist klar: „What we want is new investment in Sri Lanka. We invite investors to come in.“ Und der Minister führt aus, woran es derzeit ganz besonders fehlt: Die Menschen brauchen mehr Bildung, sie benötigen eine gute Ausbildung. Die touristischen Dienstleister, die nach Sri Lanka kommen, sollten sich dessen bewusst sein, dass sie anfangs vor allem in Trainingsmassnahmen investieren sollten.

Das neue Rezept von Sri Lanka für den Tourismus ist also klar. Es ist kein wirklich neues Rezept, doch die Zutaten sind die typischen ceylonesischen Gewürze. Hier reichen sich Chili und Zimt die Hand. Wir haben Appetit, ein paar andere Ecken von Sri Lanka kennenzulernen. Und etwas Ayurveda würde uns auch wieder gut tun.

Darum empfehlen wir Euch, Sri Lanka in Eure Urlaubspläne mit aufzunehmen. Und damit Ihr noch etwas Appetit bekommt, gibt es hier noch ein typisch singhalesisches Curry:

Ayubowan Sri Lanka! Guten Appetit!

Mehr Infos:

Alle Bilder sind von mir selbst erstellt auf der ITB Berlin 2015 bzw. vor Ort in Sri Lanka bei meinem Ayurveda-Aufenthalt im Hotel Aida II in Bentota-Induruwa.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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