A-Rosa Stella: Kajüte oder Hotelzimmer? Das schwimmende 4-Sterne-Hotel empfängt auf der Rhône

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A-Rosa: Der Name ist Programm. Eine Rose am Bug. Jeder weibliche Gast bekommt eine Rose beim Betreten des Schiffes. Überall Rosen. Das schafft gleich ein warmes Ambiente. Dazu die persönliche Begrüßung durch den Hoteldirektor Andreas Reinelt höchstpersönlich. Ich fühle mich gleich bestens aufgehoben. Noch vor der Gangway zum Schiff bitten mich ich die eifrige Pagen, meinen Koffer dort stehen zu lassen, sie werden ihn gleich an Bord tragen, während ich an der Rezeption die notwendigen Anmeldeunterlagen unterschreibe und meinen Personalausweis vorlege. Na, das ist doch schon mal ein prima Start in eine Woche Kreuzfahrt. Nicht mit einem der grossen Hochseepötte. Nein, ich will die Lande um die Rhône kennenlernen. Ich befinde mich in Lyon am Ufer der Rhône und stehe kurz vor einer Flussschiffkreuzfahrt an Bord der A-Rosa Stella.

Vor etwa einer Stunde war ich am Flughafen Lyon Saint-Exupéry angekommen, wurde gleich von einem Chauffeur in Empfang genommen und hier direkt zum Anlegekai im Herzen von Lyon gebracht. Auf dem Schiff habe ich kein Gefühl, wirklich auf einem Schiff zu sein. Ja, ich bin eben über eine kleine Gangway an Bord gekommen. Doch die Rezeption, die kleine Boutique, der Lobbybereich, die Treppe zum Wellness-Bereich nach unten und die Treppen zu den Kajüten sehen eher nach Hotel aus. Und zwar einem sehr schönen Hotel auf 4-Sterne-Niveau. Nach den Anmeldeformalitäten gehe ich zu meiner Kajüte. Der Koffer steht bereits vor der Zimmertür.

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Ich öffne – und der Eindruck wird bestätigt: Das ist keine Kajüte. Das ist ein Hotelzimmer. Sicherlich, vielleicht etwas kleiner als ein normales Zimmer in einem 4-Sterne-Hotel. Doch war ich schon in so manchem Ibis oder Motel One mit deutlich kleineren Zimmern. In meinem Video bekommt Ihr einen Eindruck vom Zimmer:

In Fotos sieht das so aus:

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Arosa_Stella_1_Schiff_Okt2012_005Auf dem Bett empfängt mich ein Willkommensbrief, der tägliche Newsletter, ein Gutschein für ein Glas Champagner am Willkommenstag sowie der Voucher für die Massage, die ich bereits vorher gebucht habe. Der kuschlig-weiche Bademantel daneben lädt dazu ein, sofort in den Wellnessbereich zu verschwinden, doch ich reisse mich zusammen und verschiebe das auf morgen. Der rot-orange-gelbe Baldachin über dem Bett, die orangenen Vorhänge und die roten Zusatzkissen sowie die rote Tagesdecke lassen das Zimmer in wunderschönen warmen Farben erstrahlen. Die Jalousie schützt vor neugierigen Blicken. Wer den Mechanismus findet, wie man die hochzieht, der hat auch Zugang zum Mini-Balkon. Hier fühlt sich der Gast gleich wohl.

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Gegenüber vom Bett, gleich neben dem geräumigen Schrank, ist ein Regal mit dem – etwas altmodischen – Röhrenbildschirm-Fernseher. Zusätzliche Handtücher für das Sonnendeck sowie Mineralwasser stehen hier ebenso.

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Arosa_Stella_1_Schiff_Okt2012_010Auf einem kleinen Tisch vor Rosentapete begrüßt mich ein Obstteller und eine Flasche Rotwein. Leider versäumt es das Zimmermädchen während meines gesamten Aufenthaltes, hier die Obstreste (Pflaumenkern, Weintraubenzweig etc.) wegzuschmeissen. Auch die leere Rotweinflasche blieb stehen, selbst als ich sie neben den Mülleimer stellte. Aber das ist nur ein Detail, eine kleine Unaufmerksamkeit, sonst war alles immer blitzeblank und sauber. Vielleicht ist das Personal auch so trainiert ausschließlich das wegzuwerfen, was auch wirklich im Mülleimer liegt. Dennoch wird in anderen Hotels dieser Kategorie das Weinglas, wenn es einmal benutzt wurde, sauber ausgespült oder durch ein frisches ersetzt. Vier Tage lang ein benutztes Rotweinglas auf dem Tisch zu haben, ist weniger schön. Aber egal, wie gesagt, das sind Details, die den Aufenthalt nicht trübten.

Arosa_Stella_1_Schiff_Okt2012_011Das kleine Tischchen neben dem Bett bietet genug Platz für Telefon und Nachttischlampe. Und MacBook und Nikon-Kamera und Kabelgedöns. Die Steckdose über dem Tisch ist so gut angebracht, dass ich auch meine kleine Mehrfachsteckdose sehr gut einstecken kann. Auf dem Hocker davor kann ich erstaunlich gut sitzen und arbeiten. Und der Spiegel davor zeigt sehr gut, ob die Krawatte sitzt. Ach nein, ich hab ja keine dabei. Der Dresscode an Bord ist locker, leger, sportlich, abends gern etwas besser, aber es gibt kein Käptns-Dinner, keinen Smokingzwang und dergleichen.

Arosa_Stella_1_Schiff_Okt2012_014Die Nasszelle ist ganz offensichtlich vor dem Schiffsbau woanders zusammengebaut und anschliessend fertig in den Schiffskörper hereingeschoben worden. So werden auch bei so manchen Hotels die Toilettenräume gefertigt, schnell, günstig, sauber – und zum Schluss muss nur noch alles angeschlossen werden. So sieht also auch hier die Nasszelle aus. (Sollte dem nicht so sein, so freue ich mich auf einen Hinweis von A-Rosa in meinen Kommentaren). Mir gefällt das orange-rote Muster der Fliesen auf dem Boden und das rote Waschbecken. Die warmen Farben werden also auch hier durchgezogen, der Wohlfühlfaktor zieht weiter. Das Kunststoffregal mit Handtüchern, Ersatz-Klopapier und anderen Toilettenartikeln sieht zwar stark nach Ibis aus, aber egal.

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Das ist also mein Blick für die nächten fünf Tage auf die Glotze – doch halt: das Schiff, die Umgebung, das Programm ist viel zu interessant, um hier länger zu verweilen. Ich richte mich hier also erstmal schnell ein. Und da noch genügend Zeit ist, bevor der Dampfer ablegt, schnappe ich mir die Kamera und lerne die Umgebung der Anlegestelle kennen. Wo sind wir hier in Lyon? Doch das ist eine andere Geschichte.

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Disclaimer: Zu der Reise wurde ich von A-Rosa eingeladen. Herzlichen Dank dafür! Alle Artikel beruhen auf meiner eigenen Erfahrung und meiner ganz persönlichen Meinung.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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