Weisses Rössl am Wolfgangsee: Musical, Bier und Fisch tragen seinen Namen

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Der Alte Mann und der See – nein, alt ist er wahrlich noch nicht. Seinem Alter nach geniesst er gerade seinen (Un-)Ruhestand. Doch tatenlos oder gar beschäftigungslos, nein, das ist er noch lange nicht. Auch wenn er sein Hotel bereits der nächsten Generation übergeben hat, wichtige Positionen und Ämter nicht mehr hat, so glüht in ihm nach wie vor das Herz des perfekten Gastgebers und Wirtes. Er war im österreichischen Nationalrat, er war Mitbegründer einer Partei, sein Hotel ist weltweit bekannt: die Rede ist von Helmut Peter, Altwirt des Hotels Weisses Rössl am Wolfgangsee.

Hotel Weisses Rössl, St. Wolfgang, Upper Austria

Das Weisse Rössl im Wandel der Zeiten


Dieses Bild von 1904 wurde kürzlich in einem Fundus eines bisher noch unbekannten Fotografen in Minneapolis/Minnesota gefunden. Auch damals gehörte das Hotel bereits der Familie Peter.

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Die Hotellegende Weisses Rössl

Das Romantik Hotel Im Weissen Rössl am Wolfgangsee, wie die Hotellegende richtig heisst, zählt nicht nur zu den legendären Hotels Österreichs sondern weit darüber hinaus. Mit viel Liebe und Behutsamkeit gelingt es der Familie Peter seit Generationen, die Tradition zu wahren und das Rössl aus der Operettenvergangenheit in die Gegenwart zu führen. Heute zeichnet sich das Vier Sterne Superior Hotel durch Gourmet, Wellness, Romantik und See-Erlebnis aus. Außerdem heißt nicht mehr nur das Musical nach dem Hotel, mittlerweile gibt es das Peterbräu Bier, das bei Trumerbräu gebraut wird, und den „Rössling“. Dieser Fisch kommt exklusiv aus der hauseigenen Zucht und ist nichts anderes als ein Saibling – aber eben vom Rössl-Wirt.

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Romantikhotel_ Weisses_Roessl_Wolfgangsee_April_2013_038Der „Rössling“ ist dabei die neueste Errungenschaft. Wäre Helmut Peter noch immer aktiver Wirt, dann würde es diesen Fisch nicht geben: „Ich mag keinen Fisch und ich wollte sowas auch nie“, erzählt er mir, wie es dazu kam. Doch kaum hatte er sein Hotel in die Hände seiner Tochter Gudrun und ihrem Mann Oliver Trutmann-Peter übergeben, setzten diese gleich eigene Akzente. Die Fischzucht vom Rössl-Saibling im Rußbachtal, nur sieben Kilometer vom Hotel entfernt, ist die Leidenschaft vom Schwiegersohn. Der hat das gleich so professionell umgesetzt, dass das Weiße Rössl nun ein weiteres gastronomisches Outlet hat. Die sogenannten Alpenlachse, auch als „salvelinus alpinus“ bekannt, gedeihen in drei Becken mit frischem Quell- und Bachwasser für zwei Jahre, bis sie gefischt und gegessen werden können.

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Jeden Dienstag und Samstag Abend findet der Fischerhütten-Abend statt. Die Fischerhütte ist so gebaut, dass die Gäste zum Essen ins Kellergeschoss gehen. Dort sitzen sie nur durch eine Glasscheibe getrennt dem lebendigen Fisch gegenüber, während die frisch geräucherten Exemplare auf den Teller kommen.

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Romantikhotel_ Weisses_Roessl_Wolfgangsee_April_2013_050Der Rössl-Shuttle fährt die Gäste um 18 Uhr vom Hotel direkt zur Fischerhütte. Dort erleben wir dann einen urigen Abend in lockerer Atmosphäre, entspannen in der frischen Waldluft, schauen den Saib- sorry: Rösslingen in den Becken zu, beobachten, wie Oliver Trutmann-Peter die Fische aus dem dampfenden, schwarzen Räucherofen nimmt und schauen zu, wie sie dann fachmännisch zerlegt werden. Der jetzige Rösslwirt hat schon selbst ein dermassen bewegtes Leben hinter sich, dass dies allein ein Buch füllen würde. Der Schweizer wurde in der Südsee geboren und ist in der ganzen Welt herumgekommen. Sein ganzes Wesen strahlt Lebendigkeit und Herzlichkeit aus. Helmut Peter hat nicht nur einen patenten Schwiegersohn gewonnen, der Ahnung von Hotellerie und Tourismus hat, sondern den richtigen Mann auch in seiner Rolle als Wirt und vor allem: Gastgeber.

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Die kleine Fischerhütte ist kein simples Gerätehaus, es ist kein Schuppen für die Rösslingzucht. Es ist ein veritables, voll ausgestattetes gastronomisches Outlet, ein kleines Fischrestaurant.

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In seiner Miniküche zerlegt Oliver Trutmann-Peter die Fische, richtet sie auf schönem Porzellangeschirr wunderschön an.

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Mit Kartoffelsalat und Kren/Meerrettich als Beilage ist dies ein wunderbar frischer, leckerer Hauptgang. Als Vorspeise gab es bereits einen schönen Vogelsalat.

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Dabei sind die Getränke alle perfekt gekühlt.

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Das Dessert ist die perfekte süße Abrundung für den Abend. Bis zu 25 Personen können in der Fischerhütte das dreigängige Abendessen für nur 39,50 Euro inkl. Shuttle geniessen, dabei muss sich der Gast erst bis spätestens 12 Uhr mittags am selben Tag entscheiden, ob er denn an dem Essen teilnehmen möchte. Rundum ein tolles neues Angebot im Rössl, absolut empfehlenswert!

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Am nächsten Tag empfängt uns Altwirt Helmut Peter am Platz vor dem Weissen Rössl und vor der Stadtkirche von St. Wolfgang. Wir erfahren sehr viel über die Gründung der Stadt, über die Kirche, den Pilgerort St. Wolfgang und die Geschäftstüchtigkeit der Mönche in früherer Zeit, die sehr gut davon lebten, dass St. Wolfgang ein zentraler Pilgerort wurde. Nicht nur, dass der Ort malerisch gelegen ist, er lag damals sehr verkehrsgünstig an den Pilgerwegen in Richtung Rom und am Jakobsweg.

Der Ort verdankt seinen Namen dem Heiligen Wolfgang, der um 976 als Bischof von Regensburg in seinem Eigenkloster Mondsee Zuflucht suchte. Das Kloster war 748 n. Chr. von Odilo gegründet worden. Nach der Heiligsprechung Wolfgangs 1052 trugen zahlreiche Wundertaten und Heilungen wesentlich zur Verbreitung und Bedeutung der Volksfrömmigkeit und des Wolfgangkultes bei. Ein erster romanischer Kirchenbau wurde 1183 von Papst Lucius III. bestätigt. Für das Jahr 1291 gibt es urkundliche Berichte von Wallfahrten zum Kirchlein im Wolfgangland.

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1314 bis 1318 errichtete man ein großes Pilgerhaus, das im 15. Jahrhundert prächtig ausgebaut wurde, da die vielen Gläubigen aus verschiedenen Ländern darin nicht mehr genug Platz fanden. Unter den Äbten Simon Reuchlin, Benedikt Eck und Wolfgang Haberls, der 1515 den kunsthistorisch bedeutenden Pilgerbrunnen vor der Kirche aufstellte, erfuhr St. Wolfgang eine rege Bautätigkeit. Auf dem Bild steht unsere kleine Gruppe gerade genau vor diesem Brunnen.

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Die Lage der Kirche ist einfach perfekt: direkt am Ufer des Wolfgangsees. Und die Vorfahren von Helmut Peter bzw. die Gründer der Ausspannsstation Zum Weissen Rössl haben es sich nicht nehmen lassen, direkt neben der Kirche zu bauen. So ist das berühmte Postkartenmotiv vom See aus auf den Ort unmittelbar mit der Kirche und dem Hotel verbunden. Erinnern wir uns, was Conrad Hilton über die drei wichtigsten Dinge eines erfolgreichen Hotels sagte: „Location, Location, Location!“ Recht hat er, hier ist ein Beweis.

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Das Gotteshaus gewann durch die Jahrhunderte vor allem durch die künstlerische Einrichtung an Bedeutung. Der 1481 fertiggestellte Flügelaltar Michael Pachers,

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der Barockaltar von Thomas Schwanthaler 1676 mit den Reliquien des Heiligen Wolfgang sowie der Schmerzensmann und die Kanzel des Barockbildhauers Meinrad Guggenbichler von 1706 machen die Pilgerkirche zu einem außergewöhnlichen Kunstobjekt.

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Wir schauen hinaus auf den See. Die Badelandschaft vom Weissen Rössl lädt ein, sich dort jetzt zu erquicken. Es ist an dem Tag doch leider noch etwas kühl. Doch das täuscht. Denn der große Außenpool, das Seebad vom Weissen Rössl, ist auf 30°C erwärmt. Hier können die Gäste auch im Winter eintauchen. Die Oase im See bietet darüber hinaus noch einen Whirlpool und zahlreiche Sonnenliegen. Im Hotel selbst stehen 1.500 Quadratmeter Wellnesslandschaft mit Schwimmbad, diversen Saunen und Dampfbädern sowie vielen Beauty-Anwendungen zur Verfügung.

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Das Romantikhotel Zum Weissen Rössl ist ja auch nicht nur ein einziges Haus. Es ist ein über die Jahrhunderte organisch gewachsenes Ensemble aus Häusern, die zum Teil direkt am See, zum Teil in der Reihe dahinter stehen. Erst vor wenigen Jahren wurde ein Wettbewerber Nachbar übernommen. Das Haus steht direkt am Kirchplatz – und bot sich an, hier den Hotelempfang hinzuverlegen. So wurde der ganze Hotelkomplex umgebaut. Das komplett renovierte rote Haus beherbergt jetzt die Rezeption sowie kleine gastronomische Outlets. Durch den Torbogen im in altrosa-gehaltenen Altbau gelangen wir zur Kaiserterrasse, dem wohl touristischsten Ort des Hotels. Hier sind die Tagesgäste, hier sind die Massen, hier ist immer etwas los. Doch Tagesgäste und Hotelgäste laufen sich selten über den Weg. Es gibt keinen direkten Zugang zum Hotel von der Ausflugsterrasse aus, das Ausflugsrestaurant ist vom normalen Hotelkomplex abgekoppelt. Die Restaurants für die Hotelgäste sind genau eine Etage darüber. Ein etwas elevierter Ausblick und Genuss, im doppelten Sinne.

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Dann geht es für uns ganz hoch hinaus. Unser Hotelzimmer ist direkt unter dem Dach. Für romantisch verliebte Pärchen, für Hochzeitspaare, für Flitterwöchner ideal. Mit Sicherheit ist das Zimmer nicht eines der neuesten. Doch es ist eines der Speziellsten, Besondersten. Das Weisse Rössl hat diverse Suiten, die unsere ist eine ganz Besondere: mit einem runden Bett, das sich drehen lässt. Werft doch selbst einen Blick ins Zimmer mit unserem kleinen Film:

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Das runde Drehbett ist in die Dachnische am Ende der Suite eingekuschelt. Die zwei Fenster an der Stirnseite des Zimmers gehen direkt auf den See hinaus. Was für ein wunderbarer Ausblick zum frühen Morgen: Erste Segler auf dem Wolfgangsee, die Berge des Salzkammergutes, die zum Wandern und Radeln einladen, einfach eine malerische Kulisse. Anregung für neue Perspektiven: mit dem Blick in das Zimmer hinein einschlafen, mit dem Blick auf die Berge aufwachen. Das Bett kann sich während nächtlicher Aktivitäten dezent drehen…

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Ein Grund, mit Blick in das Zimmer hinein einzuschlafen könnte beispielsweise der Fernseher sein. Doch ehrlich gesagt: nach einem schönen, abwechslungsreichen Tag habe ich kein Bedürfnis mehr auf Glotze. Der Schreibtisch ist für diejenigen, die ein paar schöne Ansichtspostkarten vom Salzkammergut und Wolfgangsee an die lieben daheim senden möchten. Für die anderen gibt es Instagram…

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Dass diese Suite keine normale Suite ist, erkennen wir schon als wir die Zimmertür offnen: Der Blick fällt sofort auf die Badewanne. Das Zimmer ist eben eine lange, schmale Flucht, direkt unter dem Dach am äußersten Ende des Hotelbaus.

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Vom kleinen Balkon direkt neben der Badewanne haben wir auch einen herrlichen Ausblick auf die traumhafte Gegend. Optimal zum Entspannen, zum flittern, zum Urlaub machen.

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Das Badezimmer bietet keine Überraschungen. Gut, der Name passt ja hier nicht so richtig, denn die Badewanne steht ja ausserhalb. Es ist alles da, was in einem Hotel der Vier-Sterne-Superior-Kategorie da sein sollte. Sehr angenehm ist in Hotels, die Wert auf Wellness legen, der Korb für Badehandtücher, Badeschlappen und andere Utensilien, die die Gäste zu Pool und Sauna mitnehmen möchten.

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Vom Weissen Rössl in die Umgebung


Das Romantikhotel im Weissen Rössl am Wolfgangsee ist der optimale Ausgangspunkt für Wanderungen rund um den See, hinein in das Salzkammergut, mit dem Schiff hinüber in den Lieblingsurlaubsort von Altkanzler Dr. Helmuth Kohl und zu Fuß zurück. Wenn man dann das großartige Glück und Vergnügen hat, als Wanderführer den Altwirt Helmuth Peter geniessen zu dürfen, ihm zu lauschen, sich mit ihm zu unterhalten und vieles zu erfahren über Österreich, österreichische Politik, österreichische Politiker, österreichische Parteien und unter welchen Bedingungen er heute (wenn überhaupt) eine Partei gründen würde und was damals in seinen Augen alles schief lief… – all das würde mehr als einen weiteren Artikel hergeben. Doch der würde inhaltlich hier nicht hinein passen. Auch seine Ansichten über einen früheren Freund, dessen Trauzeuge er war, würden einen Artikel für sich ergeben. Doch habe ich nach wie vor seine Worte im Ohr, die er Anfang der 90er Jahre im Rahmen eines Fachvortrages gehalten hat: „Wir müssen den Alpensommer wiederbeleben“. Womit er nach wie vor Recht hat. Die Berge, die Alpen im speziellen sind im Sommer ein wunderbarer Ort zum Wandern, Radfahren, Klettern, Raften, die Bergseen laden zum schwimmen und segeln ein. Das Weisse Rössl ist der perfekte Ausgangspunkt für ein paar Wochen Ferien in einer grossartigen Landschaft.

Mehr Infos gibt’s hier:

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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