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Le Piaf Berlin: Der kleine Spatz an der Schlossallee

Le Piaf Berlin 2009_22Was das Schloss Versailles für Paris war, das war das Schloß Charlottenburg für die preussischen Könige. Doch während Versailles heute noch weit außerhalb von Paris liegt, ist Charlottenburg heute nur noch ein Bezirk von Groß-Berlin – und noch nicht mal der westlichste. Denn das viel schönere Spandau liegt noch westlicher, fein säuberlich mit der Havel als Grenze zu Charlottenburg. Genau an der historischen Zufahrtsstraße zum Schloß, eben der Schloßstrasse, die eigentlich wie bei Monopoly Schlossallee heissen sollte, bringen Claude und Serge im Restaurant Le Piaf den Berlinern und Touristen französische Küche und hin und wieder auch Chansons näher. Doch anders als beim Edelfranzosen.

Le Piaf Berlin 2009_28Seit 14 Jahren singt der Spatz schon in Charlottenburg. Le Piaf – das ist nicht nur eine Reminiszenz an die geniale Edith Piaf – sondern heisst auf Deutsch: Spatz. So klein wie ein Spatz, so schnucklig, gemütlich ist auch das Le Piaf. Vor dem Restaurant liegt ein schöner Vorgarten, in dem es sich auch wunderbar speisen lässt, wenn das Wetter es zulässt. Betritt der Gast das Restaurant, so steht er zuerst in einem kleinen flur-ähnlichen Raum, der mit reinen Holztischen eher Bistro-ähnlich eingerichtet ist. Zur linken hin öffnet sich ein etwas größerer Raum. Hier versprechen die Tischdecken den Restaurantstil, hier ist edel eingedeckt. An den Wänden im Le Piaf hängen alte Film- und Werbeplakate, die Speisekarten sind in alte Plattencover französischer Chansonstars gekleidet. Und die Speisekarte selbst ist kurz, knapp – und typisch französich. Wir sind hier nicht in einem der vielen Edelfranzosen, die ein winziges Etwas auf dem Teller für viel Geld verkaufen. Claude und Serge, der Elsässer und der Südwestfranzose, legen Wert auf eine ehrliche, typische Küche. Der Stil ist unprätentiös und regional. Die Regionen Frankreichs kommen hier zum Tragen mit ihrer traditionellen und rustikal-herzhaften Küche. Und die Portionen sind alles andere als klein.

Aber lassen wir doch das Le Piaf für sich selbst sprechen:

Doch – zum Glück – rennt noch nicht ganz Berlin in das Restaurant. Die Wichtigtuer zeigen sich lieber in den Szenelokalen in Berlins Mitte. Wer gern in Ruhe und unerkannt bzw. unbelässtigt exzellente französische Küche bevorzugt, der ist im Le Piaf hingegen gut aufgehoben.

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Le Piaf Berlin 2009_30Die Speisen sind nicht nur eine Auswahl regionaler Spezialitäten, sondern jeden Monat wird eine andere Region schwerpunktmässig vorgestellt. Diese Gerichte stehen dann auf den diversen Schiefertafeln, die im Restaurant verteilt sind. Es empfiehlt sich, vor der Bestellung durch das Restaurant zu wandern und wirklich jede Schiefertafel genau zu studieren, da nicht alle Speisen überall drauf stehen. Ebenfalls ausgesucht sind die Weine. Hier finden sich regionale Tropfen, die nicht jeder kennt und die perfekt zu den Speisen passen. Es muss eben nicht immer der Merlot sein. Der passt meiner Meinung nach eh nicht so gut zu einer deftigen Andouillette. Der Keller und der Weinklimaschrank beherbergen einige überdurschnittlich gute Tropfen zu vernünftigen Preisen. Natürlich besonders aus dem Elsass und dem Südwesten Frankreichs, eben der Heimat von Claude und Serge.

Le Piaf Berlin 2009_41In den zwei Innenräumen finden 30 Gäste Platz. Auf der Terrasse kommen im Sommer noch 45 Plätze dazu. Das Restaurant bietet sich für somit einen entspannenden Abend mit Freunden oder auch für ein romantisches Tête-à-tête an. Sollte die Begleitung wider Erwarten nicht süß genug sein – die Desserts im Le Piaf sind mit Sicherheit eine Sünde wert.

Mehr Infos gibts hier.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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