Wie die Aktion Dein Winter. Dein Sport. uns wieder Lust auf Wintersport machen möchte

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„Das schönste Spielzeug, Natur, Erfahrungen, Erlebnisse!“ Christian Neureuther fasst in wenigen Worten zusammen, was – nicht nur – für ihn der Wintersport bedeutet. Doch mittlerweile gehen immer weniger Leute Ski fahren. Sei es, weil die Kids lieber vor der Spielkonsole oder dem Internet hängen, sei es, weil es sich viele einfach nicht mehr leisten können oder sei es, weil sie sich nach einer langen Pause nicht mehr auf die Skier trauen. Um alle Menschen wieder mehr für den Wintersport zu begeistern, haben sich die drei deutschen Wintersport-Verbände zusammengeschlossen und eine bis dato einmalige Kampagne ins Leben gerufen: „Dein Winter. Dein Sport.“ Der Deutsche Skiverband (DSV), der Deutsche Skilehrerverband (DSLV) und der Snowboard Verband Deutschland (SVD) wollen uns wieder begeistern für jede Form von Wintersport – egal wo, egal wie.

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„Wintersport lebt auch im Playstation-Zeitalter. Wer das nicht glaubt, sollte sich einmal einen Air&Style-Wettbewerb anschauen. Auch die Zuschauer-Quoten im alpinen Rennsport haben sich in den letzten Jahren wieder verdreifacht“, sagt Eurosport-Moderator Guido Heuber. Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, Nicola Thost, Bene Mayr und Konstantin Schad waren Anfang Dezember selbst vor Ort zur Auftakt-Pressekonferenz an Deutschlands höchster Stelle, der Zugspitze. Ziel der Initiative ist es, Know-how und Kräfte zu bündeln, positive Botschaften zu senden sowie mehr Menschen für den Wintersport neu oder wieder zu begeistern. Deshalb treten der DSV, der rund 950.000 Wintersportler in 20 Landesskiverbänden vertritt, der DSLV mit seinen knapp 15.000 Schneesportlehrern und der SVD erstmals gemeinsam als Absender der Botschaft auf. Hinter den drei Initiatoren versammelt sich eine breite, branchenübergreifende Allianz. Ob Bergbahnen, Tourismusverbände oder Unternehmen der Sportartikelindustrie – alle unterstützen das gemeinsame Ziel: Sie wollen den Wintersport fördern.

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Für Christian Neureuther ist Schnee „das schönste Spielzeug der Welt, es bietet für jeden etwas.“ Snowboarderin Nicola Thost unterstützt die Initiative: „Das Spielerische an Lebenserfahrung, welche ich im Sport sammeln durfte, das erlebst Du sonst nirgends. Diese gelebte Leidenschaft, diese schönen Erlebnisse will ich gerne an Kinder weitergeben.“ Freeskier Bene Mayr verdeutlicht: „Skisport ist nicht nur Wettkampf. Das kommt oft in der breiten Öffentlichkeit falsch rüber. Wintersport ist für mich hauptsächlich Lifestyle, die Lust am Berg, im Schnee draußen zu sein. In welcher Form auch immer. Es soll einfach nur Spaß machen. Das müssen wir den Menschen wieder vermitteln!“

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Wein und Essen kombinieren: Wie passen deutsche Weine zu asiatischen Köstlichkeiten?

DWI_Asia_Cooking_German_Wine_Nov_2014_001Stilistik, Aromakunde und neue Typisierung: Das sind die wichtigsten Eckpunkte für eine neue Herangehensweise an die systematische Einteilung deutscher Weine in Geschmackskategorien. Zumindest wenn es nach der renommierten Sommelière Christina Fischer geht. Zusammen mit der Sterneköchin Young Sun Sarah Henkel entwickelte sie eine Art Kochbuch mit Weintipps oder besser einen Weinberater zu asiatischen Spezialitäten oder auch einfach nur eine Broschüre mit köstlichen Kombinationen, Anregungen für deutsche Weine mit asiatischem Essen. Das Ziel dieses Heftchens ist es, in Asien deutsche Weine besser zu vermarkten – und in Deutschland in asiatischen Restaurants auch deutsche Weine auf den Tisch zu bringen. Im Auftrag des Deutschen Wein Institutes entwickelten die beiden eine Seminarreihe für Asien – die sie jetzt auch auf dem deutschen Markt anbieten. Gerade für Freunde des Food & Wine-Pairing, also der Kombinatorik von Gerichten und Weinen, ist dieses Brevier eine wunderbare Anregung. „Asiatische Küche trifft Riesling & Co.“ war kürzlich der Anlass für einen Workshop, an dem auch wir teilnahmen.

Als sehr interessanten und gut gemachten Einstieg in die Materie hilft dies Video vom Deutschen Wein-Institut – doch ist es im besten Sinne nur ein Teaser, ein Appetithäppchen, ein Magndratzerl, es fehlt etwas Fleisch:

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Deutsche Weine gelten als ideale Begleiter zu den verschiedenen asiatischen Küchenstilen. Praktische Tipps für die Harmonie der vielfältigen Zutaten mit unseren deutschen Weinen soll uns nun also diese Broschüre geben. Auf 46 Seiten laden 16 Rezepte aus der chinesischen, japanischen, vietnamesischen, thailändischen und indischen Küche mit passenden Weinempfehlungen zum Nachkochen und Verkosten ein. Sie reichen von Schweinefleisch süß-sauer über Tandoori oder Vietnamesische Sommerrollen bis hin zu Yakitori-Spießen und verschiedenen Sushi-Varianten. Die Sommelière Christina Fischer un die Sterneköchin Young Sun Sarah Henke machten sich gemeinsam auf eine Entdeckungsreise durch die Küchen asiatischer Restaurants in Deutschland und London. Auf dieser Basis entwickelten sie ein leicht verständliches System zur Kombination von deutschen Weinen mit den unterschiedlichen asiatischen Küchenstilen. Während des Workshops haben wir folgende spannende Kombinationen getestet: (mehr…)

Angesagter Trend Wintergrillen: Wir kombinieren Entenbrust mit zitroniger Honigglasur und 2011 Diedri Dorigati

Kochbuch_Weber_Wintergrillen_Entenbrust_Jan_2015_009Erinnerungen ans Studentenwohnheim: Angrillen im Winter. Auf der Terrasse des Hauses bei Wind, Kälte und Schnee. Das ist schon einige Zeit her. Mittlerweile ist das Angrillen im Winter oder kurz das Wintergrillen ein Trend geworden. Entsprechend reagieren auch die Grillhersteller. Doch nicht nur die Grillgeräte an sich sind mittlerweile winterfest geworden. Der für seine exzellenten Kochbücher beliebte Verlag Gräfe und Unzer hat jetzt das Buch „Weber’s Wintergrillen – Die besten Rezepte“ von Jamie Purviance herausgebracht. Warum sich der Verlag nicht gegen den Deppenapostroph im Titel gewehrt hat, ist mir unerklärlich. Aber wer zahlt schafft an und wahrscheinlich finden ein paar Typen in der Marketingabteilung des Grillherstellers die falsche US-Grammatik cool. Egal. Wir widmen uns dem Buch und grillen für Euch eine Entenbrust mit zitroniger Honigglasur. Als korrespondierenden Rotwein gönnen wir uns einen 2011er Diedri vom Weingut Dorigati aus dem Trentino.

Kochbuch_Weber_Wintergrillen_Entenbrust_Jan_2015_007 Während der US-amerikanische Grill-Guru in einem Interview mit der FAZ im März 2012 mit dem Begriff „Wintergrillen“ noch nichts anfangen konnte, bringt er zwei Jahre später ein Buch unter diesem Namen heraus. Liegt das Urheberrecht jetzt bei der FAZ? Das Interview ist jedenfalls sehr lesenswert, wir erfahren viel über die Philosophie von Jamie Purviance sowie über die us-amerikanischen Grill-Trends. Eine steile These von ihm: die Männer grillen lieber während die Frauen kochen, weil man für das Grillen keine Koch-Erfahrung haben muss. Die Männer legen also einfach los – und machen ihre eigenen Erfahrungen am Grill. Dass allerdings doch einiges an Erfahrung sowie Zeit und Technik gebraucht wird, sagt er vorher sehr deutlich. Purviance gibt auch ein paar sehr gute Tipps zum Wintergrillen. So empfiehlt er möglichst nur Sachen zu grillen, die sehr schnell gehen, man also nicht allzugange neben dem Grill stehen muss. Oder aber Dinge zu grillen, die sehr langsam sehr lange brauchen, man also wieder ins Haus gehen kann. Außerdem braucht der Grill deutlich mehr Temperatur als im Sommer, gleichzeitig braucht das Grillgut aber mehr Zeit. Nach einigen sehr guten Tipps mehr folgen schliesslich viele Rezepte. Dabei ist das Buch geordnet nach den Kapiteln:

  • Gut aufgelegt
  • Suppen & Eintöpfe
  • Festtagsgerichte
  • Hauptsache Gemüse
  • Beilagen & Saucen
  • Süsses & Getränke

Es kommen also auch Vegetarier und Dessertfreunde auf ihre Kosten und zum Grillvergnügen. Die – laut eigener Aussage vom GU-Verlag – Grill-Bibel ist also ein Rundum-Buch mit sehr praktischen Tipps. Wer mehr zu Jamie Purviance erfahren will, wie er zum Grill-Guru wurde und wie es dazu kam, dass ihn der Grillhersteller Weber so unterstützt, dass seine Bücher alle unter „Weber’s“ laufen und sein Name nur ganz klein erwähnt wird, dem empfehle ich diesen Artikel im Manager-Magazin.

Wir haben uns die Entenbrust mit zitroniger Honigglasur erwählt, zum einen, da wir Ente lieben, zum anderen auch, weil wir aus der Weihnachtszeit noch richtig schöne Entenbrüste im Tiefkühlfach hatten. (mehr…)

Dinarobin Hotel Golf & Spa Mauritius: Wo das Traumschiff vor Anker geht

Beachcomber Dinarobin Hotel Mauritius MAURITIUS airview © Fremdenverkehrsamt Mauritius, MTPA/Bamba Sourang
Wellnessresort und Bleibe für ein Traumschiff: Das ist das Dinarobin Hotel Golf & Spa auf Mauritius. „Ach, das ist wie im Paradies”, meinte Klausjürgen Wussow in der Folge 25* vom „Traumschiff“ im Jahr 1995 über Mauritius. Mittlerweile gibt es über 70 Folgen des Kreuzschiffes, das seit 1981 von einer Traumdestination zur nächsten fährt. Die jüngste Station war Weihnachten 2014, schon zum zweiten Mal Mauritius. – Kein Wunder, die Gegend ist auch ausgesprochen hübsch…

Beachcomber Dinarobin Hotel Mauritius Abend Eingang © Beachcomber
Die Handlungsstränge gehen wie üblich bunt durcheinander. Eine Jazzsingerin, die an Bord jodeln muss, ein weißhäutiges Paar mit einem dunkelhäutigen Baby, dessen Herkunft genetisch aufgeklärt werden muss, eine sozial engagierte Friseurin, die vom fiesen Vorgesetzten frustriert wird, ein mutiger Kapitän, der früher mal mit Piraten zu tun hatte, und so weiter. Aber, und eigentlich viel interessanter und das eigentlich berichtenswerte über diese Serie: Viele Szenen der neuen Folge spielen im Dinarobin, einem sehr empfehlenswerten Hotel auf Mauritius. Die deutschen TV-Serienmacher fahren übrigens ganz gerne dahin; das Resort war auch schon Heimstatt für eine Folge des „Traumhotels“ 2012*.

Beachcomber Dinarobin Hotel Mauritius Strand Hotelanlage © Fremdenverkehrsamt Mauritius, MTPA/Bamba Sourang
Zuerst aber einmal ein paar Fakten zur Insel.
Ein wichtiger Teil der Geschichte von Mauritius (oder Ile Maurice) beginnt 1952. Damals kannte man hierzulande Mauritius höchstens von den legendären (und lange Zeit teuersten) Briefmarken der Welt, der „blauen“ und „roten Mauritius“– die allerdings ebenso wenig jemand zu Gesicht bekommen hatte wie die Insel, für deren postalische Dienste die Briefmarken der englische Generalpostmeister 1847 hatte drucken lassen. Ein Eiland im Indischen Ozean, zum britischen Empire gehörend, unerreichbar für alle und schon gar nicht ein Urlaubsgebiet. 1952 also kam eine einheimische risikofreudige Unternehmerfamilie auf die Idee, auf dieser noch ziemlich einsamen Insel ein Hotel zu bauen, das „Dinarobin“ genannt wurde – nach dem alten arabischen Namen für die Insel.

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Karpfen, Kräuter, Kren und Kirschen: Fränkische Spezialitätenküche leicht gemacht

Karpfen Kraeuter Kren Kirschen Cover Ein fränkisches KochbuchGebacken, im Bierteig oder blau – der Karpfen ist der liebste Fisch der Franken, eines der kulinarischen Aushängeschilder der Region. Gemeinsam mit Kräutern, Kren und Kirschen steht er seit jeher für die Unverwechselbarkeit der fränkischen Küche. Die erfahrensten Kreisbäuerinnen aus dem Karpfenland haben nunmehr klassische und kreative Rezepte rund um die köstlichen fränkischen Zutaten gesammelt und verführerische Menüs arrangiert. Wir entschieden uns zum Nachkochen für einen Klassiker, eine süße Verführung, die uns an so manche Kindheitstage erinnerte: den Kirschmichel.

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Karpfen, Kräuter, Kren und Kirschen: Diese vier Komponenten bilden nicht nur eine geschmackvolle Aneinanderreihung von Buchstaben, sondern vor allem exquisite Rezeptkombinationen. Traditionelle und außergewöhnliche Rezepte finden sich in diesem Kochbuch, verbunden mit informativen Essays zu den vier Hauptzutaten. Das Buch ist übersichtlich, leicht verständlich und bringt die fränkische Spezialitätenküche auf köstliche Art und Weise näher. Wir wählten deshalb den Kirschmichel, weil wir an dem Tag Lust auf ein Dessert verspürten.

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Winterurlaub im Stubaital: Wundervolle Wanderwege und Haubenküche auf höchster Höhe

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Eine Familiendestination wie keine andere. Schneesicher, ruhig, abwechslungsreich und gut erreichbar: so präsentiert sich das Stubaital seinen Gästen. Während wir bei unserem Besuch vor drei Jahren noch lediglich oben auf dem Stubaier Gletscher zum Skifahren waren, so nutzten wir die viel zu warmen Tage im Januar 2015 zum Schneeschuhwandern.

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Doch leider müsst Ihr hier hauptsächlich mit meinen Fotos vorliebnehmen, die ich in diesem Jahr mit dem iPhone geschossen habe sowie mit den Bildern von 2012 von meiner Nikon. Denn irgendein unsympathischer Mensch hat mir – höchstwahrscheinlich während ich auf der Rückfahrt im Zug von Innsbruck nach München geschlafen habe – meine Kameratasche ausgeräumt. Auf meiner Nikon D200 waren die Bilder von der Schneeschuhwanderung drauf, dieser wunderschöne Ausblick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berge. So kann ich Euch als Erinnerung an diese Wanderung nur das Gruppenfoto unserer Pressereise sowie ein paar Selfies und das leckere Gulasch unten zeigen. Der Dieb jedoch darf sich über meine Nikon D200, mein Tokina 12-24mm, mein Nikon 70-300mm und meinen Nikon Blitz SB800 freuen. Arschloch! Sorry, das musste jetzt mal raus. Denn der Zeitwert dieser nun schon sieben Jahre alten Kameraausrüstung wird nicht mehr so hoch sein. Der Wiederbeschaffungswert wird bei ca. 3.000 Euro liegen. Dafür müssen wir Journalisten/Blogger eine ganze Weile fleissig schreiben und verkaufen. Und wenn Du, werter Leser, mir etwas Gutes tun möchtest, dann freue ich mich über eine Spende via Paypal. Denn auch mehrere kleinere Beträge steuern dann etwas zu einer neuen Ausrüstung bei. Doch genug davon.

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Ich lasse mir doch schliesslich nicht dieses grandiose Panorama vermiesen. Vom grandiosen Ausblick vom Gletscher bei meiner Skifahrt mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von etwa -20°C aus dem Januar 2013 berichtet dieses kleine Video. Stoffl, der Skilehrer erklärt mir die Aussicht auf die Berge. Wundert Euch nicht über meine leicht gepresste Aussprache. Bei diesen Temperaturen bekommt man den Mund kaum auf.

Und anschliessend ging es die zehn Kilometer lange Talabfahrt in einer knappen halben Stunde Fahrtzeit nach unten. (mehr…)

Relais & Châteaux Hotel Jagdhof: Viel Licht mit wenig Schatten im Stubaital

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Zweimal im gleichen Hotel? Selten kommt das bei uns vor. Denn wir stellen Euch gern immer wieder andere Hotels, andere Destinationen, andere Länder vor. Doch waren wir zum zweiten Mal ins schöne Stubaital eingeladen. Und zur Gourmetnacht Dine & Wine auf dem Stubaier Gletscher können wir nicht Nein sagen. Denn das ist jedes Mal anders, jedes Mal einzigartig und jedes Mal etwas Besonderes. Es gibt zwar einige Hotels im Stubaital. Doch das Relais & Châteaux Hotel Jagdhof in Neustift ist mit Abstand das Beste. So also freuten wir uns auf ein Wiedersehen mit Freunden und Kollegen zu einem opulenten Gourmetwochenende in Tirol.

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Relais_Chateaux_Spa_Hotel_Jagdhof_Neustift_Stubaital_Feb2012_01 Der Transfer vom Bahnhof Innsbruck zum Relais & Chateaux Hotel Jagdhof klappte tadellos. Der Empfang, die Begrüßung im Hotel ist gekonnt professionell wie herzlich. Zum Check-in müssen wir nicht – wie sonst üblich – vor der Rezeption stehen. Ein Mitarbeiter begrüßt uns per Handschlag und bittet uns auf einen Aperitif in die Bar. Erst dort werden unsere Personalien aufgenommen. Doch da wir ja schon mal in dem Hotel waren, sind unsere Daten alle schon erfasst, wir müssen nur noch die Anmeldung unterschreiben. Währenddessen werden die Koffer von einem der dienstbaren Geister bereits aufs Zimmer gebracht. Da anlässlich der Dine & Wine Gourmetnacht im Stubaital die besten Hotels auch immer schnell ausgebucht sind, habe ich zwar nicht das genau gleiche Zimmer, so doch aber auch wieder so ein kleines, schnuckliges Einzelzimmer erhalten. Das Zimmer ist zwar groß genug, um es ein Wochenende drin auszuhalten. Doch der Kofferbock genau vor der Balkontür zeigt, dass der Platz sehr begrenzt ist. Wer so einen Koffer auszupacken möchte, sieht sich gezwungen, das Teil auf den Fußboden zu legen. Mit dem Ergebnis, dass entweder die Zimmertür nicht mehr richtig aufgeht oder aber der Zugang zum Bad begrenzt wird. Mit Sicherheit hat das Hotel auch andere und wesentlich größere Zimmer. Aber ich kann Euch ja nur von dem berichten, das ich kennengelernt habe.

Mein kleines Hotelzimmervideo gibt Euch einen schönen Einblick:

Relais & Chateaux Hotel Jagdhof in Neustift im Stubaital from Götz A. Primke | Le Gourmand on Vimeo.

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Dine & Wine: Vom Kampf mit Petrus und der Luftfeuchtigkeit am Stubaier Gletscher

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Stubaier_Gletscher_3_Dine_Wine_Jan_2015_019Petrus der Spielverderber. Ob Hahnenkamm oder Stubaier Gletscher, ob Ski-Abfahrtsrennen oder Dine & Wine Gourmetnacht, der Wettergott spielt in diesem Winter mit gezinkten Karten und macht so manche Planung zunichte. „Ohne unser eingespieltes Team wäre das nicht möglich gewesen“, erklärt David Kostner. Der Haubenkoch vom Restaurant Schaufelspitz ist von seiner Brigade begeistert. „Wir haben uns mehrmals umentschieden. Das war zwar aufwändig. Doch es hat sich gelohnt.“ Der Wind hatte dem Restaurant-Team vom Stubaier Gletscher mehrfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir haben versucht, auf jeden Fall zumindest eine der zwei Gourmetnächte oben auf dem Gletscher stattfinden zu lassen, doch leider war das nicht möglich.“

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Bereits zum vierten Mal fand am 9. und 10. Januar das Dine & Wine Festival statt. Insgesamt über 180 Feinschmecker freuten sich auf einen Event, der in den letzten Jahren immer im Restaurant Schaufelspitz oben auf dem Stubaier Gletscher auf über 3.000 Meter Höhe stattfinden konnte. Das Besondere: in dieser Höhe herrscht ein anderer Luftdruck, eine andere Luftfeuchtigkeit, die klimatischen Bedingungen haben entsprechend Auswirkungen auf das Kochen und auf den Geschmack der Weine. David Kostner ist der höchste Haubenkoch nicht nur Österreichs sondern der ganzen Alpen, vielleicht sogar von ganz Europa. Bisher gibt es noch kein Restaurant mit einer so exzellenten Küche, das so hoch gelegen ist. Entsprechend steigt die Nachfrage nach dem Dine & Wine Event beständig. Vor vier Jahren war es noch ein einziger Abend, jetzt sind die zwei Abende auch schon komplett ausgebucht.

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„Wir haben bereits eine Woche vor der Gourmetnacht angefangen zu produzieren“, erklärt David Kostner. „Wir haben den Wetterbericht regelmässig beurteilt. Bereits am Dienstag entschieden wir, dass wir die Veranstaltung nach unten legen müssen.“ Doch hielt sich das Team alle Optionen offen. Wenn schon der Freitag unten im Tal stattfinden muss, so sollte doch bitte zumindest der Samstag oben zelebriert werden. „Wir haben uns auf alles vorbereitet. Am Donnerstag hatten wir alles für den Freitag Abend sowohl unten im Tal als auch oben am Berg.“ Orkanartige Sturmböen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 80 km/h machten die Nachtfahrt mit der Gondelbahn allerdings unmöglich. (mehr…)

Signe Reisch: Die Grande Dame des Rasmushof Kitzbühel

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Die Heroen der Streif schwingen vor ihrer Haustür ab. Die Zieleinfahrt des wohl berühmtesten Skirennens der Welt gehört zu ihrem Traditionshotel, dem Rasmushof in Kitzbühel. Urgroßvater Franz Reisch hat vor 120 Jahren mit ein Paar Skiern, die er aus Norwegen importiert hat, den Wintertourismus in Kitzbühel begründet. Signe Reisch ist am Fuße des Hahnenkamm aufgewachsen und somit wie sie selbst sagt „ein Kind der Streif.“ Die Vollbluttouristikerin führt aber nicht nur ihr Traditionshaus Rasmushof mit sehr viel Liebe, sondern steht als Präsidentin auch dem Tourismusverband Kitzbühel vor. Johanna Stöckl porträtiert die Grande Dame der österreichischen Hotellerie für Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin.

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Kitzbuehel_1_Rasmushof_Apr_2011_025Kurz vor dem Jahreshöhepunkt in Kitzbühel geht es im Rasmushof mittags wie abends sehr gesellig zu. Die ersten Promis sind schon da. Firmenbosse haben zu Events geladen. Man spricht über Wirtschaft und Business. Am Stammtisch nebenan wird viel gelacht. Kitz-Urgesteine spielen dort mit Hotelchefin Signe Reisch Karten. In der Hotelbar plaudern sich die Moderatoren des ORF warm. Ein paar Männer vom Pistenkommando tauschen sich über den Zustand der Streif aus. Skilehrer schließen Wetten ab. Wer wird die Streif gewinnen? Jansrud oder Reichelt? (mehr…)

Rudolf Nährig: Geständnisse eines Oberkellners – und was Sie schon immer über ein Restaurant wissen wollten

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Nicht Kitchen sondern Restaurant confidential: Hamburgs absolutes Top-Hotel zählt nicht nur exzellente Gäste. Auch die Mitarbeiter sind etwas besonderes. So mancher von ihnen bleibt auch deutlich länger. So hielt es den Wiener Rudolf Nährig ganze 35 Jahre als Oberkellner im Jahreszeiten Grill-Restaurant des Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg. Er avancierte selbst zu einer gastronomischen Legende der Stadt. Nun erfreut er uns mit seinen Aufzeichnungen, seinen Anekdoten, seinen Geschichten mit gekonntem hanseatischem Humor und Wiener Charme – und natürlich immer der gebotenen, professionellen Distanz zu seinen Gästen. „Gerne hab ich Sie bedient – Aufzeichnungen des Oberkellners im Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg“ ist somit ein wunderbarer Schmöker für Freunde der exzellenten Hotellerie.

Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten 2009_07Rudolf Nährig gehört noch zur alten Garde der grossartigen Oberkellner. Diese Generation wusste und weiss immer noch, wie ein richtiger Service am Gast geht, wie Kochen am Tisch des Gastes zelebriert werden kann. Er ist der perfekte Diener, der Butler, der sich um jeden einzelnen Gast in seinem Restaurant so kümmert, als hätte er nur diesen einen. Rudolf Nährig hatte das unbeschreibliche Glück einen außerordentlichen Arbeitsplatz zu bekommen. Das Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg, mit seiner göttlich-genialen und traumhaft schönen Lage an der Binnenalster in Hamburg, ist nicht nur das beste Hotel in der Hansestadt. Es gehört auch zu den Top-Adressen von ganz Deutschland. Hier geben sich die Stars und Sternchen, die Promis, die Reichen und die Schönen die Klinke in die Hand. In diesem Haus ist die Zeit stehen geblieben – oder man meint es zumindest, da alte Gegenstände, die heute nicht mehr gebraucht werden, elegant in die moderne Gestaltung eingebunden werden. (mehr…)

Florenz, Venedig und Istanbul: Ein Reiseführer auf den Spuren von Dan Browns Inferno

Helena Julian Auf den Spuren von Dan Browns Inferno CoverEin Reiseführer über Florenz, Venedig und Istanbul? Wer schreibt denn sowas? Ist das sinnvoll? Ja, aber auch nur, weil Bestseller-Autor Dan Brown seinen aktuellen Thriller „Inferno“ auf den Spuren von Dante Alighieri in diesen Städten spielen lässt. Und wie schon „Illuminati“ die Touristenflut nach Paris noch weiter anschwellen liess, so bringt der nächste Thriller neugierige Touristen in diese drei Städte. Das Buch ist zwar schon 2013 erschienen. Doch in diesem Jahr soll der Film, natürlich wieder mit Tom Hanks in der Hauptrolle, erscheinen. Helena Julian macht sich für die Dan Brown-Fans auf die Suche nach den Original-Schauplätzen und verbindet grandios die alte Geschichte der italienischen Städte, die Biographie von Dante Alighieri, die persönliche Motivation von Dan Brown mit dem Thriller Inferno. So also entsteht ein wunderschöner Reiseführer über Florenz, Venedig und Istanbul.

Gibt es die geheimen Türen und Gänge im Palazzo Vecchio wirklich? Hatte Dante Alighieri eine Geliebte? Und hört man unter der Hagia Sophia in Istanbul tatsächlich Wasser tropfen? In diesem Buch werden alle wichtigen Fragen zu Dan Browns „Inferno“ beantwortet. Fachkundig fasst Helena Julian zusammen, was man über Dante, seine „Commedia“ und Florenz um das Jahr 1300 wissen muss, um die Hintergründe von „Inferno“ besser zu verstehen. So verfasste sie mit „Auf den Spuren von Dan Browns ‚Inferno'“ nicht nur einen brandaktuellen Reiseführer, sondern auch ein Begleitbuch für alle Fans, die sich zur Lektüre auf dem heimischen Sofa Bilder und Erläuterungen zur Romanhandlung wünschen.

Hätte sich Dan Brown an die Öffnungszeiten der Florentiner Sehenswürdigkeiten gehalten, sein Held säße schon auf Seite 22 in der Falle. Die meisten der geheimen Gänge, Türchen und Treppchen, die der allwissende Professor auftut, bleiben dem gemeinen Besucher verborgen. Der legendäre Vasari-Korridor, der sich über die Ponte Vecchio streckt und den Palazzo Pitti mit den Uffizien und dem Palazzo Vecchio verbindet – man kann ihn heute nur noch von den Uffizien aus betreten. Langdon aber kommt von der anderen Seite. Oder die Zauberformel Cerca trova, die Langdon auf einer winzigen Flagge in der Ecke des riesigen Freskos im Saal der Fünfhundert entdeckt haben will – sie ist von seinem Standpunkt aus nicht zu erkennen. Und Vayenthas tödlicher Sturz durch die Leinwanddecke im Saal – unmöglich, weil die Kassetten vollständig auf Holz gemalt sind. Und die gefilmte Entwendung von Dantes Totenmaske – es gibt überhaupt keine Videoüberwachung in dem Raum. Noch nicht mal vom Badia-Turm kann man springen wie der Attentäter Zobrist. Das Gebäude ist zu jeder Tages- und Nachtzeit verschlossen. Soviel also zu der dichterischen Freiheit des Autors und den nackten Tatsachen.

Doch macht der Thriller Appetit auf diese drei Städte, auch wenn Dan Brown mit seinen Protagonisten eher durch die wunderschönen Gegenden rennt als flaniert. Allerdings kann auch das Buch von Helena Julian den Appetit auf die drei Städte wie auch auf den Thriller anregen. Man muss den Thriller nicht zuerst gelesen haben, um Helena Julian zu verstehen. Auch wer erst nach Italien kommt und dieses Buch vor Ort liest, kann ebenso motiviert sein, die Schauplätze zuerst zu besuchen und dann das Original, den echten Dan Brown lesen. Im besten Sinne ist dies also eine Vorbereitung für den Roman wie auch ein Nachbereiten.

In Helena Julians Buch lernt man dann auch noch einen anderen Dante kennen, als den aus der Literatur- und Kunstgeschichte (wegen der Illustrationen von Botticelli) bekannten Dichter. Wie eminent politisch auch Dante war, ist weniger bekannt und gehört zu den wichtigen Informationen im Buch über Dan Browns Roman hinaus. Als politisch den „Weißen“ zugehörig und in Florenz in Amt und Würden, mußte Dante die Stadt sofort verlassen, als die „Schwarzen“ ans Ruder kamen: „ein einsames Leben in Verstecken, aber auch die intellektuelle Auseinandersetzung mit der Welt.“

Auch über Dantes Comedia erfährt man mehr, als Dan Brown ahnen läßt, wobei die Autorin eindeutig wird: „Man muß die Commedia nicht gelesen haben, um Dan Browns Inferno zu verstehen.“ Das ist völlig richtig, verhält sich aber in etwas so, wie mit diesem Buch. Man muß Dan Browns Inferno nicht gelesen haben, um auch an Helena Julians Reiseführer seine Freude zu haben und seine Wißbegierde zu stillen.

Wer also Florenz, Venedig und Istanbul mal von einer anderen Seite kennenlernen möchte, einige Geheimtipps, schöne Hotels, stille Parks und Geheimgänge kennenlernen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Es ist außerdem eine interessante Vorbereitung auf den Film mit Tom Hanks, der angeblich im Dezember 2015 in die Kinos kommen soll. Dann können wir einmal mehr feststellen, was im Buch zwar vorkommt, im Film aber weggelassen wurde.

Helena Julian: „Auf den Spuren von Dan Browns ‚Inferno'“
Thriller-Schauplätze in Florenz, Venedig & Istanbul
books&friends, Essen

Den Krimi „Inferno“ von Dan Brown könnt Ihr hier bestellen:

Air Dolomiti

Wer nach der Lektüre von Dan Browns Inferno und diesem spannenden Reiseführer von Helena Julian Lust bekommen hat, sich selbst auf die Spurensuche zu begeben, dem sei der Flug mit Air Dolomiti empfohlen, die aus Deutschland sowohl Florenz wie auch Venedig anfliegen.

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Übrigens hat die FAZ hier eine schöne Buchrezension geschrieben.

Francois Loeb: Sternenzimmer und andere gruselige Hotelgeschichten

Francois Loeb Sternenzimmer Allitera Verlag Cover
Ein Buch für Klo oder Nachttisch: Dies ist mein kurzes, knappes Fazit nach der Lektüre des aktuellen Buches von Francois Loeb: „Sternenzimmer und andere Hotelgeschichten“. Wer angesichts des Titels eine leichte Lektüre erwartet, der wird schnell eines Besseren belehrt. Das Cover des Buches allerdings zeigt schon die Richtung. Es geht nicht um schöne, leichte, lustige Geschichten und Anekdoten aus den schönsten Hotels dieser Welt, gar aus den Luxushotels. Es geht eher um die triste, trübe, depressive Seite. Mit schummrig, düster und eher unheimlich mag es noch freundlich umschrieben sein, ich würde sogar sagen, dass es teilweise kafkaesk ist. Ich weiß nicht, was der Autor vor dem Schreiben seiner Kurzgeschichten eingenommen hat, ich würde ihm allerdings raten, damit aufzuhören. Es sei denn, seine Leser mögen Albträume.

Wer dies Buch Freunden schenkt, sollte wissen, dass diese einen sonderbaren Humor haben. Sonst könnte sich der Freundeskreis lichten. Denn nach der Lektüre so mancher Geschichte kurz vor dem Schlafengehen könnten die Träume ähnlich schräg werden. Weil nachdenklich, skurril, hintersinnig, verstörend, überraschend und manchmal gar mit einem leisen Hauch von Horror bestückt, kann Sternenzimmer von Francois Loeb schlecht in eine Kategorie gestellt werden. (mehr…)

Höhepunkte Sowjetischer Kochkunst: Asiatischer Palow aus einem autobiographischen Kochbuch

Kochbuch_Hoehepunkte_Sowjetischer_Kochkunst_Palow_002Puren Widerspruch in sich trägt der Titel: Höhepunkte und Sowjetisch? Sowjetisch und Kochkunst? Das ist schon sehr seltsam. Die Sowjetunion verbinden wir mit vielem, nur nicht Kochkunst. Wir verbinden sie mit viel negativem und bestimmt nicht lukullischen Leckerbissen. Früher, ja früher widmeten Tschechow, Puschkin, Tolstoi und Gogol einige ihrer fesselndsten Passagen dem Essen. Kulinarische Schwärmereien über die Gerichte der Zarenzeit, so verrät es uns Anya von Bremzen in ihrem autobiographischen Kochbuchroman, liess dem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch dieses Russland ging mit der bolschewistischen Revolution 1917 unter und ward nicht mehr gesehen. Die Sowjetzeit, die Zeit hinter dem Eisernen Vorhang verbindet jeder mit Mangel an allem. Wie kann da also eine Kochkunst entstehen?

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Sicherlich hat in der Sowjetunion fast jeder gekocht, fast jeder hat etwas zu essen gehabt. Aber was kann es da für Höhepunkte geben? Die russischstämmige New Yorkerin Anya von Bremzen kocht sich gemeinsam mit ihrer Mutter zurück in ihre Moskauer Kindheit. Dabei geht die amerikanische Kochbuchautorin nicht nur in ihre Kindheit sondern sogar in die ihrer Großeltern zurück und erzählt und verkocht jedes Jahrzehnt für sich.

Kochbuch_Hoehepunkte_Sowjetischer_Kochkunst_Palow_001Das Buch orientiert sich an der Geschichte der Familie ihrer Mutter Larissa, beginnt mit jüdischen Rezepten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Hafenstadt Odessa. Wir erleben Leningrad, Moskau, die Zeit der Familie im Krieg in Lenins Geburtsort Uljanowsk, wir reisen über Aserbaidschan schlussendlich wieder nach Moskau, wo das Mädchen Anya Anfang der 1960er Jahre geboren wird. Und so geht es weiter, die Geschichte der Familie und die Geschichte der Sowjetunion sind eng miteinander verwoben. Sozusagen ein Parforce-Ritt durch die russische Geschichte vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart bei dem die Entwicklung der russischen Küche als Leitfaden dient. Dabei ist die Familiengeschichte wahrlich spannend, denn eigentlich sind von der Großmutter über die Mutter bis zur Tochter hier vor allem die Frauen der Familie die Heroen. Es ist also auch ein Buch über starke Frauen, ein Frauenbuch, ein Frauenroman. So stehen am Ende zehn Kapitel für die zehn Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. Und am Ende gibt es zehn Rezepte, für jedes Jahrzehnt eins. Eine spannende, interessante und köstliche Autobiographie. Das wohl opulenteste, spektakulärste, exotischste und anspruchsvollste Rezept ist sicherlich die Kulebjaka, eine Terrine aus der Zarenzeit, gefüllt mit zweierlei Fisch und Waldpilzen. Im vorderen Buchteil kochen Mutter und Tochter ein wahres Festmahl, im Rezept hinten empfiehlt Anya von Bremzen dann eine deutlich leichtere Variante. Wir konnten es natürlich nicht lassen und versuchten anschliessend das Gericht, das für die 1990er Jahre stehen soll, nachzukochen: Palow – Mittelasiatischer Pilaw mit Reis, Lamm und Karotten.

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Leckere Landküche: Entenbrust mit Rosmarin-Honig

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Ente gut, alles gut. Ok, Kalauer. Aber immer wieder lecker. Die Ente, nicht der Kalauer. Dass ich ein Liebhaber der Ente bin, habe ich ja hier kürzlich erst geschrieben. Diesmal gab es nicht gleich eine ganze Ente. Allerdings eine richtig schöne große Entenbrust. Und da noch etwas Entensauce mit Rosinen und Apfelstückchen in der Tiefkühle lag, habe ich ein Rezept von Simon Tress aus seinem Buch „Landküche“ mit meiner Sauce ergänzt. Extrem lecker! Diese Sauce kann süchtig machen! Doch bei diesem Rezept habe ich ein paar Tipps, die der Küchenchef des Bio-Hotel Rose in Ehestetten leider nicht gibt. Diese Tipps helfen Euch, dass Euer Ofen deutlich sauberer bleibt…

Kochbuch_Simon_Tress_Landkueche_006Wie schon bei meiner Rezension vom ersten Buch von Simon Tress, so sind mir auch diesmal ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich bei Kochrezepten optimieren würde. Manchmal würde ein unbeteiligter Verlagsmitarbeiter, der die Rezepte selbst kocht, einem Kochbuch gut tun. Das reine, klassische Rezept aufzuschreiben hält zwar das Buch schön schlank. Es produziert keine langen Rezepte. Doch freut sich der Koch, die Köchin daheim am Herd schon, wenn ein paar handwerkliche Tipps kommen, die auch dazu beitragen, dass man nicht nach der Fressorgie eine Putzorgie vor sich hat. Außerdem finde ich dies Originalrezept doch etwas zu fetthaltig – doch dazu am Ende etwas mehr. Zuerst also das originale Rezept meiner mit Rosmarin-Honig gebratenen Entenbrust.

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Kalte Tomatensuppe: Die noch schnellere Gazpacho von Simon Tress

Kochbuch_Simon_Tress_Landkueche_009Erfrischend, leicht, gesund: Eine deutsche Gazpacho. Jedenfalls nach der Interpretation von Simon Tress in seinem Kochbuch „Landküche“. Der Küchenchef des Bio-Hotel Rose in Ehestetten verzichtet auf ein paar typische Zutaten der andalusischen Suppe und zeigt uns, wie wir in weniger als einer halben Stunde eine erfrischende Tomatensuppe auf den Tisch gezaubert haben, die gerade in heißen Sommertagen sehr gut tut. Oder auch mit wenigen Handgriffen Gemüse zu einem wohlschmeckenden Gericht zusammenbringt, die sonst im Kühlschrank vergammelt wären.

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„Wanderer, kehr ein zur Rast / wenn Du recht Durst und Hunger hast. / Wir Wirtsleut sind bei Tag und Nacht / stets auf Dein leiblich Wohl bedacht. / Der Speisen viel, auch Wein und Bier, / sogar ein Bett bekommst Du hier.“ So steht es nicht ohne Grund an der Hauswand des Bio-Hotel Rose in Ehestetten. Die Familie hat nicht nur Ahnung vom Stillen von Hunger und Durst. Die Qualität des Hauses ist schon besonders gut. Noch als gesundes, regionales Bio-Essen als Spinnerei verspottet wurde, hat die Familie auf diese Richtung gesetzt. Mit grossem Erfolg, denn mittlerweile gehört der Mutter und den drei Söhnen ein kleines Gastro-Imperium auf der Schwäbischen Alb. Erfrischen wir uns also an der Kalten Tomatensuppe, die als Vorspeise oder auch als schnelles Mittagessen eine besonders gute Figur macht. (mehr…)

Simon Tress und die Landküche: Steak vom Rind mit Erbsen-Salbei-Püree

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Ein ordentliches Steak, etwas Gemüse: himmlisch. Mehr braucht man nicht. Das ist im besten Low Carb-Sinn und schmeckt richtig gut. Jegliche Art von Kohlenhydraten, von Reis oder Kartoffeln, ist hier überflüssig. Mit dieser Beilage wird es sogar ayurvedisch, schliesslich lieben die Inder und Singhalesen jegliche Art von Erbsen und Linsen. In diesem Falle aber ist es schwäbisch. Vor uns liegt das Kochbuch von Simon Tress „Landküche“ aus dem Verlag Oertel & Spörer. Wir widmen uns dabei einer Rezept-Kombination: Steak vom Rinderrücken und ergänzen es mit dem Erbsen-Salbei-Püree.

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Kochbuch_Simon_Tress_Landkueche_002Dieses Kochbuch habe ich auf sehr herzliche Art erhalten: Von Simon Tress habe ich bereits schon vor einiger Zeit hier sein erstes Kochbuch besprochen. Ich fand allerdings ein paar wenige Punkte, die ich kritisierte, die ich anders gestaltet hätte. Nachdem mein Artikel erschienen war, postete ich den Link auch auf dem Facebook-Profil von Simon Tress. Er las die Kritik und bedankte sich für meine Anregungen, Anmerkungen. Einige Monate später erhielt ich ein Päckchen: das aktuelle Kochbuch von Simon Tress mit einer persönlichen Widmung: „Für Götz A. Primke, mit kulinarischen Grüßen, Simon Tress“. Ganz herzlichen Dank an den Küchenchef des Bio-Hotel Rose in Ehestetten auf diesem Wege. Also nehme ich mir doch genauso gern dies Kochbuch zur Brust bzw. die Rezepte als Anregung. Und genau dies ist es, was Simon Tress mit seinem Kochbuch möchte: nur Anregungen schaffen.

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Das Konzept dieses Kochbuches ist es, auf der einen Seite ein paar schöne Gerichte aus der Landküche zu skizzieren. Auf der anderen Seite aber überlässt es der Koch aus dem Bio-Hotel Zur Rose in Ehestetten dem geneigten Leser, was er als Beilage dazu kochen möchte. Er gibt uns die Freiheit selbst zu entscheiden, wie wir ein Gericht vervollkommnen wollen. Wir bekommen kein Korsett vorgesetzt – wie es in vielen anderen Kochbüchern der Fall ist. Da unser Metzger gerade ein ausserordentlich schönes Steak hatte und wir ein Kohlenhydrat-armes, gesundes und leckeres Gericht zaubern wollten, sprang uns noch das Erbsen-Salbei-Püree ins Auge. Widmen wir uns also zuerst dieser köstlichen Kombination: (mehr…)

Holger Stromberg: Der iss(t) einfach gut: Reispfanne mit Hackfleisch und Koriander

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Erst die Basics, dann das Kochvergnügen! Das ist das Motto des aktuellen Buchs des Kochs der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Vor dem Vergnügen, vor dem Kochen und Essen stellt Holger Stromberg das nahezu gesamte, komplexe Wissen über unsere Ernährung, über unsere Lebensmittel, unseren Körper und die Wechselwirkungen. Und am Ende so mancher Kapitel gibt es ein paar kleine, sehr leicht und schnell zuzubereitende Rezepte. Das Buch wendet sich besonders an Kochneulinge sowie jene, die gerade eine Küche neu einrichten möchten wie auch an jene, die gerne mehr über Ernährung erfahren möchten. Wir haben uns aus den Rezepten die Basmatireispfanne mit Hackfleisch und Koriander ausgesucht und für Euch nachgekocht.

Der Titel beinhaltet gleich zwei Ausrichtungen des Buches: Zum einen das einfache Essen. Einfach zubereiten: also mit wenigen Handgriffen in kurzer Zeit. Für Leute, die nicht lange in der Küche stehen wollen, für Leute, die nicht kochen können oder wollen, es aber müssen. Für Leute, die noch nicht viel über Lebensmittel wissen, die keine Rezepte „daheim“ gelernt haben und jetzt in in ihrer eigenen Bude allein vor Herd und Kühlschrank stehen. Auf der anderen Seite: das gute Essen. Gesund, nachhaltig, köstlich, lecker, gut verdaulich, gut verträglich. Kurzum: mit Genuss. Für viele ist genau das die größte Herausforderung, an der sie scheitern. Einfach wird leider mit Fast Food gleichgesetzt, mit gut wird das teure Nobelrestaurant, der Gourmet-Tempel identifiziert. Doch der Fußball-Weltmeister-Koch zeigt uns, dass es auch anders geht. Nämlich kombiniert, eben einfach und gut. Doch damit wir wissen, was einfach und was gut ist, müssen wir einiges über unser Essen lernen. So ist das Buch eben nicht zuerst ein Kochbuch sondern vor allem ein Ernährungsberater. Zum durchlesen, zum nachlesen, zum hin- und herblättern, zum nochmal reinschauen und zum Rezepte nachkochen. Und vor allem zum Lernen. Doch damit wir bei diesem Artikel nicht verhungern, kommt jetzt das Rezept: die Basmatireispfanne mit Hackfleisch und Koriander. (mehr…)

Die letzte Praline: Schaurig-schöne Schokoladenmorde in Brügge

Carsten Sebastian Henn - Die letzte Praline Buchcover
Für was würdest Du eher morden? Für Schokolade, für die Liebe oder für die Ehre? Ein schokoladig-lecker-lustiger Krimi lag in den letzten Tagen auf meinem Nachttisch. Und ward in kürzester Zeit ausgelesen. Kurzweilig-unterhaltsam, doch auch belehrend-naseweis und zeitweilig allzu professoral-dozierend: dies fällt mir an Stichworten ein zu dem Krimi „Die letzte Praline“ von Carsten Sebastian Henn aus dem Pendo-Verlag. Das Buch macht nicht nur Appetit auf Schokolade – sondern auch auf eine Fahrt nach Flandern ins schöne Brügge.

„Die letzte Praline“ ist ein kulinarischer Krimi. Ein lecker-lustiger, schaurig schoko-süßer kurzweiliger Krimi. Den norddeutsch drögen Professor Adalbert Bietigheim hat es nach Brügge, die selbsternannte Hauptstadt der Schokolade verschlagen. Gleich die erste Leiche wird in bester James-Bond-Manier zwar nicht à la Goldfinger vergoldet, so doch komplett mit Schokolade überzogen. Es findet gerade die Weltmeisterschaft der Chocolatiers statt, der deutsche Professor, den ich mir mit einer Gerd Fröbe-Figur vorstelle, ist als Vorsitzender der Jury geladen – und klärt nebenbei noch eine kleine Mordserie auf. Nebenbei erfahren wir alles, was wir über Schokolade wissen wollten – oder auch nicht. Herkunft, Technik, Arten, Verfeinerungen, gesundheitliche wie auch medizinische Aspekte – so ziemlich alles. (mehr…)

Das perfekte Wirtshaus: Gibt es das noch?

Juergen Roth Das perfekte Wirthshaus Oktober VerlagEin Denkmal der Wirtshauskultur! Mit Sicherheit war das nicht die eigentliche Intention, die Jürgen Roth hatte, als er sich daran machte, für die Frankfurter Rundschau über Wirtshäuser und Kneipen zu philosophieren. Doch wollte er auch keinen Reiseführer schreiben, keinen weiteren Restaurantführer erschaffen. Der Autor war eher auf der Suche nach der Antwort auf Fragen wie: Was macht ein gutes Wirtshaus aus? Das gute Bier, das schmackhafte Essen, das gesellige Beisammensein? Ist es der Ort, an dem die Zeit stehenbleibt? Herausgekommen ist eine Sammlung von literarischen Feuilletons, von Anekdoten, Geschichten, Glossen, Essays. Sie beschreiben die Eigentümlichkeiten unterschiedlicher Trinkorte, wie der Autor es selbst darstellt. Er wollte sich vor allem mit dem Niedergang der Wirtshauskultur beschäftigen und so wird so manche Kneipe, die in diesem Buch beschrieben wird, heute nicht mehr existieren. Wir haben uns das Buch von Jürgen Roth: Das perfekte Wirtshaus, erschienen im Oktober Verlag, mal genauer durchgelesen.

Wenn Linksintellektuelle einen trinken gehen, dann muss das gleich etwas mit Kultur zu tun haben. Der gewöhnliche Normalo, der Spießbürger, der Prolet geht nur in die Kneipe. Der intellektuelle Anspruch verlangt nach dem Feuilleton, nach der Kultur. Da der Autor in Franken geboren ist und in Frankfurt wohnt, ist sein Bedarf an Bier schier unermesslich und unerschöpflich. Genauso allerdings sein Händchen immer in den komischsten, merkwürdigsten, interessantesten Spelunken zu versacken. Hier wird eher die Kneipe um die Ecke als das gehobene Gasthaus beschrieben. Bei so manchem Lokal kann man sich denken, ob der Wirt nicht sein bester Gast ist. (mehr…)

Lachsfilet mit Senf-Estragon-Sauce und Champagne Dom Caudron Millésimé

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Food and Wine Paring macht Spaß. Vor allem in den Festtagen, den Feiertagen, in denen wir uns etwas mehr dem guten Essen widmen können und gern auch zu den edlen Getränken greifen. So fand ich bei meinem Fischhändler wunderschönes Bio-Lachsfilet, gönnte mir eine gute Scheibe davon und servierte sie fast pur – nur mit einer köstlich-genialen Sauce dazu. Und einem Champagner: dem Dom Caudron Millésimé. Der Lachs wird dabei schonend bei niedriger Temperatur im Ofen gegart, die Senf-Estragon-Sauce ist etwas schwerer und gibt eine schöne Kräuter-Nuance zum Lachs hinzu. Diese Sauce ist eine eigene Interpretation aus einem reichlich alten Kochbuch von Alfons Schuhbeck, das mich schon seit Studentenzeiten begleitet: „Feine leichte Küche“.

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Kürzlich erst hatte ich bei einem Termin das Vergnügen mich kurz mit Alfons Schuhbeck, dem derzeit leider etwas zu sehr omnipräsenten Sterne- und Fernsehkoch unterhalten zu können. Ich fragte ihn dabei, ob er nicht seine ganzen alten Kochbücher komplett umschreiben müsste, angesichts seiner vielen neuen Erkenntnisse über Lebensmittel, Gewürze und Kochstile in anderen Ländern. Er gab mir durchaus Recht. Während in seinen früheren Kochbüchern das „Lorbeerbladdl“ niemals fehlen durfte, so ist es heute der Ingwer, der so ziemlich überall drin ist. Die Estragon-Senf-Sauce aus dem Kochbuch „Feine leichte Küche“ gehört noch zur Lorbeerblatt-Zeit. Im Rezept nimmt Schuhbeck Rotbarschfilets. Habe ich schon ausprobiert, finde ich nicht so toll. Die Sauce ist schon sehr intensiv, da muss der Fisch mithalten können. Also lieber ein schonend gegarter Lachs. (mehr…)

Oktopus mit Sellerie: Vorspeise für Singles oder die es werden wollen…

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Die No Kiss-Garantie! Oder Knofi-Liebhaber-Vorspeise. Wer das Rezept zu dem Oktopus mit Sellerie entwickelt hat, der hat echt keine Schmerzen, keinen Partner oder einen, der ebenso gern Knoblauch liebt. Wir haben als Neujahrs-Mittagssnack etwas leichtes, feines und schnelles gesucht. Wir meinten, es in dem schnell und einfach zuzubereitenden Salat gefunden zu haben. Doch wir kamen zu dem Schluss, soviel sei hier schon verraten, dass dies eher ein Gericht für Singles ist. Oder für diejenigen, die den Rest des Tages nicht mehr geküsst werden wollen. Zu einer Party sollte man diesen Oktopussalat gegebenenfalls nicht reichen, mitbringen schon gar nicht, wenn man wieder eingeladen werden möchte. Wir haben das Rezept im GU Küchenratgeber „Antipasti und Tapas – kleine Klassiker im Trend“ gefunden.

Besonders merkwürdig im besten Sinne finde ich, dass die Autorin Cornelia Schinharl dieses Salat noch mit dem Teaser „macht was her“ versieht. Ja, er macht was her. Ja, der Salat schmeckt sehr köstlich. Und ja, ich habe es sehr gern gegessen. Doch selbst ich, der ich Knoblauch liebe – wie ihr hier in diesem Rezept zum thailändischen Papaya-Salat nachlesen könnt – würde beim nächsten Mal die Anzahl der Knoblauchzehen deutlich reduzieren. Die Autorin hat den Salat unter der Rubrik „Locker vorbereitet“ platziert und ja, das passt perfekt. Er muss eine gewisse Zeit im Kühlschrank marinieren und ist somit ein schöner Vertreter der Gerichte, die man vorbereiten kann, wenn man Freunde zum Essen einladen möchte und nichts mehr hasst als in der Küche zu stehen, während die Gäste da sind. Doch wenn es Freunde bleiben sollen, dann empfehle ich bei diesem Salat eine kleine Vorwarnung zu geben. Oder zu variieren. Kommen wir also zu dem leckeren Rezept: (mehr…)

Riedel Veritas: Mit dem Glas die Wahrheit aus dem Champagner kitzeln

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Wie wichtig ist das Glas? Champagner, Wein, Bier – ja so ziemlich jedes Getränk verlangt nach dem richtigen Glas. Nicht umsonst sind die Gläser für Pils, Helles und Weißbier so unterschiedlich. Und genau aus dem gleichen Grund sind die Gläser für Weißwein, Rotwein und Schaumwein unterschiedlich gestaltet. Doch auch innerhalb dieser Kategorien sind die Unterschiede der Weintrauben und der Cuvées sehr deutlich. Die Sektgläser früherer Jahrzehnte, die Sektschalen der Wirtschaftswunderzeiten bewirken vor allem eins: Der Sekt prickelt und schäumt sehr schnell und stark – und ist nach wenigen Minuten flach. Also schnell austrinken – was damals ja auch als schick galt. Heute wollen wir das Perlen, das Moussieren des Schaumweines geniessen. Dafür hat Riedel ein neues Glas entworfen: Das Champagner-Glas in der Veritas-Serie.

Optimal passend kurz vor Weihnachten erhielten wir von Riedel zwei Veritas Champagne Gläser um den Schaumweinen in diesen Festtagen optimal auf den Grund gehen zu können. Wir haben also sowohl die Gläser wie auch die Schaumweine auf Herz und Nieren getestet. Dabei standen uns ein 2008er Château de Passavant Crémant de Loire Brut, ein Champagne Dom Caudron Cuvée Cornaline sowie ein Champagne Dom Caudron Millésimé zur Seite. (mehr…)

Das perfekte Weihnachts-Menü: Gefüllte Ente mit Calvados-Äpfeln und Champagne Dom Caudron

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Weihnachten: Gans oder Ente? Ente! Bei mir ist diese Antwort gans eindeutig. Ich bevorzuge das Entenfleisch gegenüber dem der Gans, da es deutlich saftiger, feiner und wohlschmeckender ist. Das trifft übrigens auch auf die leckere Stopfleber bzw. Leber zu. Doch dazu ein anderes Mal. Ich habe zu Weihnachten 2014 wieder meine leicht-locker-leckere Ente serviert: Die Gefüllte Ente mit Calvados-Äpfeln und diesmal gab es dazu einen edlen Champagne Dom Caudron. Ich möchte Euch gern an diesem Rezept teilhaben lassen.

Kochen_Ente_Calvadosaepfel_Champagne_Dez_2014_002Kommen wir zuerst zur Ente. Hier stellt sich oft und gern die Frage: Welche Ente nehmen wir? Generell würde ich zur Barbarie-Ente raten. Sie ist die beste, wohlschmeckendste und köstlichste Art am Markt. In diesem Fall stammte sie von meinem Lieblingshändler vom Münchner Bauernmarkt in der Zieblandstrasse, dem Egeler Hof. Ich habe vor einigen Monaten hier an dieser Stelle bereits die Gefüllte Ente mit Calvados-Äpfeln beschrieben, doch dieses Mal ist sie mir deutlich besser gelungen. Besonders elegant passten dazu meine neuen Champagner-Gläser von Riedel aus der Serie Veritas, in denen der Dom Caudron Cuvée Cornaline besonders fein zur Geltung kam. (mehr…)

Rosa gebratenes Hirschfilet mit Kräuterkruste, Schoko-Preiselbeer-Sauce, grünen Bohnen und Sellerie-Erdäpfelstampf mit 2012 Lageder Lagrein

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Das Geniesser-Menü zu Silvester 2014: Ein wahrer Genuss, relativ schnell und mit wenig Vorkenntnissen zuzubereiten und lässt sich auch gut vorbereiten: Das waren meine Anforderungen an das Le Gourmand – Das Geniesser-Magazin Silvester-Menü 2014: Rosa gebratenes Hirschfilet mit Kräuterkruste, Schoko-Preisselbeer-Sauce, grünen Bohnen und Sellerie-Erdäpfelstampf. Dabei griff ich auf ein paar Anregungen im Netz zurück, vor allem, was die Zubereitungszeit des Hirschfilets angeht. Die Sauce ist meine klassische Bratensauce mit leichten Abwandlungen. Der Herbst und Winter ist die perfekte Zeit für frisches Wildbret. Mein Metzger auf dem Wochenmarkt hatte ein feines Hirschfilet da. Beim Geflügelhändler gab es zur Weihnachtsente ein Glas Preiselbeer-Gelee dazu. So entstand dieser wunderschöne Hauptgang zu Silvester.

KOCHEN_Silvester_2014_Hirschfilet_Schokosauce_Dez_2014_001An dieser Stelle möchte ich gern ganz herzlich den Erzeugern auf dem Münchner Bauernmarkt in der Zieblandstrasse danken für die frischen Produkte, die exzellente Qualität, die herzlichen und freundlichen Leute an den Marktständen und -wagen und ich freue mich darauf, auch im Jahr 2015 bei Euch immer wieder gern einzukaufen. Dabei habe ich drei Anbieter, bei denen ich mich regelmässig mit allen frischen Produkten aus dem bayerischen Umland eindecke: Beim Sonnenhof bekomme ich meine Wurst- und Fleischwaren, wie etwa hier auch dies Hirschfilet. Der Egeler-Hof ist dafür verantwortlich, dass ich über die Woche komme mit frischen Eiern, Butter, Brot, Hühnerfleisch – und zu Weihnachten die Ente. Für Obst, Salat und Gemüse ist der Stand von Kreilingers aus Hallbergmoos zuständig. Widmen wir uns also heute unserem Silvester-Menü für das wir mal kein Kochbuch benutzt haben. Und das, obwohl hier neben mir zig Kochbücher liegen, die von mir hier rezensiert werden wollen. Lasset uns nun also zu den Taten schreiten und das Hirschfilet geniessen. Besonders fein gelingt so ein edles Wildbret bei Niedrigtemperatur. (mehr…)