Yossi Eliyahoo: Der Restaurantkonzept-Schöpfer

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Yossi Eliyahoo Izakaya
Er ist Unternehmer. Nein: Er ist Investor. Nein, besser: Er ist Restaurantkonzept-Schöpfer. Yossi Eliyahoo ist 45 Jahre jung, stammt aus Tel Aviv, wohnt in Amsterdam und ruft in ganz Europa Restaurants ins Leben. Vielmehr: Er entwickelt Restaurantkonzepte. Wir trafen Yossi Eliyahoo in seinem Münchner Restaurant Izakaya Asian Kitchen & Bar.

Yossi Eliyahoo ist eine Mischung aus Visionär und hemdsärmeligem, anpackendem Macher-Typ. Ich treffe ihn an einem ruhigen Nachmittag an der Bar seines neuen Restaurants Izakaya, das sich mit dem Hotel Roomers ein Haus teilt. Das Hotel Roomers hat sich in München keine coole Location gesucht. Das Gebäude steht an einer der wichtigsten und meistbefahrensten Ausfallstraßen im Münchner Westen, an der Landsberger Straße. Doch das Restaurant Izakaya ist cool und somit zieht es junge und junggebliebene, coole Menschen mit exzellentem Geschmack an. Allein die Bar ist schon ein Hingucker. Eine 360°-Bar in elliptischer Form, die dazu einlädt, vor dem Essen hier schon mal den Aperitif zu trinken und nach einem langen Arbeitstag zu entspannen. Oder auch nach dem Dinner den Digestif, einen Cocktail zu genießen. Oder auch einfach nur, so wie Yossi Eliyahoo und ich es jetzt tun, einen Kaffee zu trinken und zu reden.

Den Namen Yossi Eliyahoo kennt man in Deutschland nicht unbedingt in der Gastro-Branche. Dieses Understatement liegt ihm. Er schaut sich den jeweiligen Markt an und setzt dann das dort am besten passende Restaurantkonzept ein. So gibt es in Hamburg und München je ein Izakaya, seine legendäre japanische-peruanische Restaurantmarke. In Berlin jedoch gibt es mit dem The Butcher im Hotel Sir Savigny in der Kantstraße „nur“ ein Burgerrestaurant – wenngleich auch ein exquisites, dessen Gerichte in Reiseführern und Szene-Guides als die besten Burger der Stadt bezeichnet werden. Vom Interior Design ganz abgesehen… Für ein Izakaya ist in Berlin zu wenig zahlungskräftiges Publikum vorhanden, gleichzeitig ist der Markt an Restaurantkonzepten in Berlin schon extrem vielfältig. Es gibt zwar auch einige exzellente Restaurants in München, jedoch noch kein japanisch-peruanisches Konzept.

Yossi Eliyahoo Izakaya

Yossi Eliyahoo erklärt mir seine Philosophie:
„Ich möchte nicht einfach nur à la „copy & paste“ irgendetwas kopieren. Jeder Platz hat seinen eigenen Charakter. Wenn Du auf die sehr gut verdienenden Einheimischen abzielst, dann bekommst Du auch die sehr gut verdienenden Touristen als Gäste. Schau Dich um, allein diese Bar, an der wir hier stehen, ist einzigartig. Sie ist elliptisch, sie ist rundum zu bedienen, eine echte 360°-Bar. Hier fühlen sich die Gäste wohl. “

Zu den Restaurants:
„95% des Speisenangebotes sind in allen Izakaya Restaurants identisch, nur 5% sind vom jeweiligen Ort beeinflusst. Dennoch hat jedes Restaurant seine eigene Persönlichkeit, seinen individuellen Charakter. Unsere Küche lässt sich am besten beschreiben als zeitgemäße japanischer Küche mit peruanischen Einflüssen. Wir haben dazu unsere eigene Interpretation geschaffen. Unsere Version der japanisch-peruanischen Küche ist komplett maßgeschneidert für das Izakaya.

Izakaya ist das japanische Wort für Kneipe – und nichts anderes wollen wir sein. Allerdings auf einem sehr hohen Niveau. Unsere Waren importieren wir jeweils aus Peru und Japan, direkt vom Erzeuger. Alle Speisen sind exklusiv nur für uns erstellt worden. Unser Chefkoch, der das Foodkonzept entwickelt hat, kommt aus Japan. Wir beschäftigen jetzt 20 Köche hier in unserem Münchner Restaurant. Die kommen aus Japan, Thailand, Peru und auch Deutschland. Ja, wir haben sogar lokale Münchner Köche dabei. Unsere Produkte sind alle von höchster Qualität, deshalb wollen wir auch nur Top-Köche in unseren Reihen haben.“

Zu den lokalen Interpretationen:
„Im Izakaya auf Ibiza ist unser Signature-Gericht die Wagyu-Paella. Es schmeckt großartig! Unser Münchner Spezialgericht sind die Spare Ribs.“

Zu den Gästen:
„Unsere Gäste rufen vorher an und reservieren einen Tisch. Wir zielen nicht auf die Walk-in-Gäste. Unser Fokus ist vergleichbar mit dem Nobu. Heutzutage bleiben die Leute nicht einfach nur in dem Hotel, in dem sie übernachten und essen dort auch. Die Touristen wollen etwas erleben, sie gehen aus und erkunden die Stadt. Doch wir wollen auch die Einheimischen, die Münchner für unser Restaurant gewinnen. Wir möchten eine One-Stop-Destination sein: Der Aperitif an der Bar, das Dinner am Tisch, der Cocktail wieder an der Bar und am Wochenende noch zum Feiern in unseren eigenen exklusiven Club RED direkt hinter der Bar.“

Zur Restaurantgruppe und den Zukunftsplänen:
„Alle unsere Restaurants werden von der Entourage Group gemanaged. Wir sitzen in Amsterdam, wo die gesamte Geschichte aller unserer Restaurants begann. Wir haben noch viel vor, manches kann ich noch nicht verraten. Aber wir wollen mit der „The Butcher“-Restaurantmarke weiter wachsen. Dafür haben wir auch schon ganz konkrete Pläne für die kommenden fünf Jahre. Bald verrate ich gerne die Details, es ist sehr spannend!“

Zu der Spezialität des Hauses:
„Eine absolute Izakaya München Spezialität ist Shochu. Es sind verschiedene Destillate auf Basis von Kartoffeln und Reis mit Frucht-Infusionen. Unser Shochu-Menü, bei dem wir korrespondierend zu den Gerichten einige Sochu servieren, muss man einfach probiert haben. Wir machen alles frisch in unserer Küche. Alles kommt frisch aus der Küche zum Tisch. Auch Kinder sind uns willkommen, wir haben uns etwas Besonderes überlegt: Wir servieren ihnen süßen Mais-Tempura.“

Zur Lage in der Stadt:
„Wir passen sehr gut in die Stadt und zur Stadt. Wir sind derzeit noch so etwas wie ein Diamant im Rohzustand. Diese Gegend, in der wir jetzt sind, wird sich noch entwickeln. Und damit bekommen wir noch mehr Gäste. Wir bringen mit unserem Restaurantkonzept jetzt schon Leute her, die hier die Nacht verbringen werden.“

Zur Marke Izakaya:
„Die Marke Izakaya ist meine Leidenschaft. Vor fünf Jahren haben wir das erste Restaurant in Amsterdam eröffnet. Es ist mein eigenes Baby, ich habe sie selbst entwickelt und möchte, dass sie weltweit wächst und berühmt wird. Die Leute lieben das Izakaya in Amsterdam und wir hoffen, dass auch die Münchner unser Restaurant lieben, so wie wir diese Stadt lieben.“

Wir bedanken uns bei Yossi Eliyahoo für das Interview!

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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