Beer and Food Pairing: Warum Bier ein perfekter Begleiter durch ein edles Menü sein kann

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Bier Genuss Rad der Privaten BrauereienZu jedem Gang eine andere Biersorte? Im kleinen 0,1- oder 0,2-Liter Glas frisch vom Fass oder aus der Flasche? Spezialbiere, die es nur zu bestimmten Jahreszeiten gibt? Könnt Ihr Euch das vorstellen? Der Verband der Privaten Brauereien möchte gern des Deutschen liebstes Getränk, das Bier, stärker in den Gourmet-Tempeln unseres Landes vertreten sehen. Statt des Weines soll Bier auch als selbstverständliches korrespondierendes Getränk genommen werden. Nicht nur zu Schweinsbraten, Eisbein oder Schweinshaxn – sondern etwa auch zu Fisch, Rind oder Lamm. Warum eigentlich nicht? Ich nahm gestern an einer kleinen Probe teil im Platzl-Hotel München. Wie praktisch: das Hotel gehört der Familie Inselkammer. Und die Privatbrauerei Ayinger auch. So begleiteten das Sechs-Gänge-Menü aus der Platzl-Hotelküche sechs verschiedene Biere aus der Ayinger Brauerei.

In den USA füllen Bücher zum Thema, wie „The Brewmaster’s Table“, ganze Bücherregale. „Beer and Food-­Pairing“ nennen die US-­Feinschmecker die Suche nach besonders harmonischen Bier­- und Speisen­-Kombinationen. In Deutschland gibt es dafür noch keine befriedigende Übersetzung – außer „korrespondierende Getränke“. Aber immer mehr Brauer und Gastronomen denken darüber nach, wie dem Verbraucher die Aromenvielfalt der unterschiedlichen Biere zum Essen vermittelt werden können. Grund genug für den Verband Private Brauereien, sich an die Spitze dieser Bewegung zu stellen und über geeignete Medien das Thema zu treiben.

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Anlässlich eines Pressegespräches in München stellten der Präsident des Verbandes, Gerhard Ilgenfritz, und Hauptgeschäftsführer, Dr. Werner Gloßner, nun der Öffentlichkeit das erste „Bier­Genuss­Rad“ vor. Ein Konfigurator quasi für die Harmonie von Bieren mit bestimmten Speisen. „Es ist höchste Zeit, dass einem zum Essen auch das passende Bier empfohlen wird!,“ stellte Ilgenfritz klar.

Der Direktor der Privatbrauerei Ayinger, Helmut Erdmann, stellte ausgewählte Biere seiner Brauerei mit eigens kreierten Speisen vor. Das erstmals aufgelegte „Bier­Genuss­Rad“ der Privaten Brauereien, sei eine absolute Neuheit in Deutschland, betonte Gloßner, „Wir wollen damit natürlich niemand mit unseren Empfehlungen bevormunden. Wir wollen erreichen, dass der Verbraucher mit den 19 meist verbreiteten Bieren, die dieser Führer bereithält, auf kulinarische Entdeckungsreise geht!“

So modern die Brauer sein wollen, so old-school sind die Herren dann leider doch: Das „BierGenussRad“ gibt es nur bei den Brauereien. Also, lieber Leser, ruf bitte die nächsten Brauereien in Deiner Umgebung an und frage nach diesem Teil. Es besteht aus zwei runden Pappscheiben, die mit einer Art Niete in der Mitte zusammengehalten werden und somit drehbar sind. Warum kann der Verband, können die angeschlossenen Brauereien das Teil nicht als pdf-Download anbieten zum Selberbasteln? Ein DIY-Kit sozusagen?

Außerdem gibt es keine flankierenden Massnahmen via Facebook, von Google+ und Twitter ganz zu schweigen. Warum? Es heißt, die jüngeren Leute sollen angesprochen werden. Ja, wo wollt Ihr die denn treffen? In Eurem Verband? In Eurer Brauerei? Wie finden die dahin?

So gut ich diese Aktion finde, so skeptisch bin ich leider auch in manchen Punkten. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass Restaurants mit Gault-Millau-Punkten und Michelin-Sternen ein komplettes Bier-Menü anbieten. Und wenn, dann nur als kurze Aktion. Viele Restaurants haben mindestens eine Biersorte am Zapfhahn – doch sieben Fassbiere haben nur die Kneipen, in denen richtig viel Umsatz ist. Diverse verschiedene Sorten als Flaschenbiere zu halten kostet nicht nur Lagerplatz. Außerdem muss das Personal in Küche und Service geschult werden. Die Gäste müssen sensibilisiert werden.

Keine Frage: Es ist lecker. Es passt. Es klappt. Biere können wir genauso gut verkosten wie Weine. Und es gibt viele sehr feine Biere, die zu den diversen Speisen passen. Also: Lasst es uns versuchen.

Die Bier-­Speisen­-Karte

  • sauer: Tafelspitzsülze in Weißbierdressing und Feldsalat | Ayinger Bräu-Weisse
  • salzig: Blätterteigtasche gefüllt mit Frsichkäse und getrockneten Sommertomaten | Ayinger Jahrhundertbier
  • scharf: Pikante Filetspieße | Ayinger Ur-Weisse
  • kräftig: Lammkarree auf Linsengemüse im Weckglas | Ayinger Altbairisch Dunkel
  • käsig: Andechser Käsenocken | Ayinger Bairisch Pils
  • süß: Bierlikörmousse mit frischen Früchten | Ayinger Celebrator

Bei diesem Gerstensaft-haltigem Menü fehlt mir dann noch der destillierte Gerstensaft am Ende: ein feiner Whisky.

Was haltet Ihr von dieser Aktion? Klappt das? Würdet Ihr ein grosses Menü komplett mit verschiedenen Biersorten ausprobieren?

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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