„Alter Fränkischer Satz“ in die „Arche des Geschmacks“ aufgenommen

Adelfraenkisch historische fränkische Rebsorte Foto Josef Engelhaft LWG

Besonderer Schutz für historische Weinberge von Franken: Der „Alte Fränkische Satz“ mit teilweise 100-jährigen, gemischt angepflanzten Weinbergen ist ein wertvolles Stück fränkischer Weinbaugeschichte. Am 4. Januar 2016 wurde er in die Slow Food „Arche des Geschmacks“ aufgenommen.

Alter fränkischer Satz ist ein alter fränkischer Schatz!
Die Weine vom „Alten fränkischen Satz“ sind einzigartig! Sehr individuell, authentisch, vielschichtig, körperreich, mineralisch und sehr gute Terroir-Anzeiger. Der gemischte Anbau verschiedener Rebsorten in einem Weinberg bildet zusammen mit den Wildkräutern eine wertvolle Biodiversität. Jeder einzelne der alten Weinberge von Churfranken bis zum Steigerwald hat eine individuelle Rebsortenzusammensetzung. Kurz: Die Weine vom „Alten Fränkischen Satz“ bilden einen „Alten Fränkischen Schatz“.

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Museumsweinberg Alter Fränkischer Satz Ickelheim Foto Josef Engelhard LWG

Vergleichsweinprobe in den Würzburger Freising-Sälen
Die ganze Vielfalt der Weine vom „Alten Fränkischen Satz“ kann am 27. Februar 2016 ab 18:30 Uhr in den Würzburger Greising-Sälen in der Neubaustraße probiert werden. Für die Vergleichsweinprobe (inklusive Wasser und Brotzeit für 29,00 €) ist eine Anmeldung nötig.

Arche des Geschmacks
Die „Arche des Geschmacks“, ein internationales Slow Food Projekt, schützt traditionsreiche lokale und regionale Lebensmittel vor dem Vergessen und dem Verschwinden. Über 2.630 Passagiere bevölkern aktuell weltweit das Rettungsschiff, 10.000 sind das Ziel. In Deutschland gehört das Convivium Hohenlohe-Tauber-Main-Franken zu den Pionieren, die einen der ersten Passagiere an Bord brachten: Es war der Ostheimer Leberkäs – eine lokale Rhöner Spezialität. Heute umfasst die deutsche Arche 55 Passagiere, darunter 12 aus fränkischen Landen: Neben dem Rhönschaf sind es in unserer Region die Bamberger Gemüse mit Hörnlas-Kartoffeln, Knoblauch, Rettich und Wirsing, der Limpurger Weideochse, das Schwäbisch Hällische Landschwein, die Schwarz-Blaue Kartoffeln aus dem Frankenwald, der Rotwein Tauberschwarz und nun der „Alte fränkische Satz“.

Projekt „Alte Weinberge“ sichert historische fränkische Rebsorten
Unterstützt wurde Slow Food vom Projekt „Alte Weinberge“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, welches seit 15 Jahren die Sammlung und Sicherung der historischen fränkischen Rebsorten betreibt. In Franken setzte man Jahrhunderte lang verschiedene Rebsorten durcheinander als gemischten Satz: historische Sorten wie beispielsweise Adel- und Vogelfränkisch, Heunisch, Hartblau, Süssrot, und klassische Sorten wie Riesling, Silvaner, Traminer und Muskateller. Mit dieser Mischung unterschiedlicher Rebsorten trotzte der Winzer den Unbilden des Wetters und sicherte sich am Lesetag einen trink- und haltbaren Wein. Die Zusammenstellung der Sorten ergab im Mittelalter den berühmten „Frentsch“ (vinum francium), der sogar an den französischen Königshof geliefert wurde.

„Frentsch“ wurde an den französischen Königshof geliefert
Klassisch für den Alten fränkischen Satz ist die fränkische Kopferziehung der Reben: Der Kopf des Rebstocks sitzt im Boden, seine Reben sind an drei Stickel gebunden. Anfang des 19. Jahrhunderts begann der reinsortige Anbau den Frentsch zu verdrängen. In Franken reagierte man darauf, und baute in den guten Lagen Riesling und Silvaner reinsortig an, um am Markt mithalten zu können. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte diese Entwicklung den „Alten fränkischen Satz“ bis auf wenige Lagen in landschaftlichen Nischen verdrängt. Heute werden in Franken noch acht Hektar Weinberge mit den alten historischen Rebsorten angebaut. Doch bleibt dieser Wein gefährdet; die alten Weinberge sind nur schwer und in Handarbeit zu bewirtschaften.

Fotos: Josef Engelhart/LWG.

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Götz A. Primke

Herausgeber, Chefredakteur, Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger bei Le Gourmand - Das Geniesser-Magazin
Restaurantfachmann, Dipl.-Betriebswirt (FH) und Journalist - und immer schon Geniesser. Feinschmeckender Vielfrass, viel essender Feinschmecker. Immer auf der Suche nach Genuss und Genüssen, Destinationen, Kulturen, Charakteren und Geschichten. Reisejournalist, Reiseblogger, Foodjournalist, Foodblogger.

Götz A. Primke did a complete hotel business apprenticeship in a 5 star hotel in Berlin and completed his university years at the university of applied sciences in Munich with a degree as Diplom-Betriebswirt in tourism economics. Following some years as editor in a german renowned hotel business magazine he started to work as freelance journalist, travel journalist, travel blogger, food journalist and food blogger. His articles are published in german newspapers, magazines, web-sites and on his own platform Le Gourmand http://www.legourmand.de/ . He writes about travel, destinations, hotels, restaurants, food & beverages, cooking, gourmandise cuisine and everything that tastes good.
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