Eine bayerische Weihnachtsgeschichte: I hätts‘ scho einilassn

„I hätts‘ scho einilassn!“ hot da Ochsenwirt gsagt,
wia ma’n hot nach da Heiligen Familie gfragt.

„I hätts‘ einilassen, a ganz a klarer Fall,
in mei allerbestes Zimmer und net bloß in‘ Stall.
I hätts‘ scho einilassen, des himmlische Paar,
hätt d’Hebamm aa ghoit und an Doktor sogar!“

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Da geht die Tür auf, es komma zwoa Leit,
ma sieht, bei der Frau, do is boid soweit.
Aussiedler san’s, a Zimmer dat not,
A bisserl was z’trinka, a Stückerl vom Brot.
A Bett datn’s braucha bloß for a oanzige Nacht,
bis ma zum Bruada die Weiterreis macht.
Der wohnt drobn in Hamburg, der Weg is no weit,
und wia ma grod ghert hot, geht koa Zug nimmer heit.

Der Wirt lafft rot o, der grantige Kerl,
„Ja, geht’s no grod weiter, ihr Ausländergschwerl.
Ja, buids denn ihr im Ernst eich gar ein,
i lassat eich in mei Gästezimmer nei?
Naa, naa – do geht nix, laßts mir grod mei Ruah!“
Er schiabt’s zur Tür naus und haut’s dann glei zua.

„I hätt’s scho einilassn!“ hot da Ochsenwirt gsagt,
wie ma’n hot nach da Heiligen Familie gfragt.

Ich wünsche allen Lesern Frohe und Gesegnete Weihnachten und immer ein freies Zimmer oder Bett für plötzliche und unerwartete Gäste.

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