Home ReiseDeutschlandMünchenNeue Cocktails, Blindverkostung und Münchner Szene-Treff: Die neue Barkarte der Boilerman Bar im 25hours Hotel The Royal Bavarian

Neue Cocktails, Blindverkostung und Münchner Szene-Treff: Die neue Barkarte der Boilerman Bar im 25hours Hotel The Royal Bavarian

by Götz A. Primke
Boilerman Bar München, 25hours Hotel München, Blindverkostung

Zwischen Hauptbahnhof, Hotellobby und urbanem Wohnzimmer hat sich die Boilerman Bar München im 25hours Hotel The Royal Bavarian längst einen festen Platz in der Münchner Barszene erarbeitet. Dass man hier nicht nur Highballs ernst nimmt, sondern auch Atmosphäre, Musik und das Miteinander, zeigte die Präsentation der neuen Barkarte.

Bereits vor einem Jahr war Le Gourmand bei der Präsentation einer neuen Barkarte vor Ort. Nun folgte die nächste Ausgabe des Formats – erneut mit einer gelungenen Mischung aus Barkultur, Sensorik, Entertainment und entspanntem Networking.

Boilerman Bar München, 25hours Hotel München, Blindverkostung
Die Kollegen von Isarblog.de bei der Blindverkostung
Boilerman Bar München, 25hours Hotel München, Frank Beiler, Hoteldirektor
Frank Beiler, General Manager, 25hours Hotel Royal Bavarian

Blindverkostung mit Schlafmaske: Neue Cocktails einmal anders erleben

Der Abend begann nach dem persönlichen Empfang durch General Manager Frank Beiler mit einem kleinen sensorischen Experiment. Beim Blind Tasting mit Bar Manager Andre Halamicek ging es zunächst nicht darum, einen Cocktail einfach nur zu trinken. Stattdessen sollten wir herausfinden, was überhaupt im Glas steckte.

Dafür gab es Schlafmasken – und jeweils nur eine kleine Menge des Drinks. Sehen konnten wir also nichts.

Erst riechen, dann probieren, anschließend Zutaten und Aromen erraten: Was zunächst einfach klingt, erwies sich schnell als durchaus anspruchsvoll und vor allem ausgesprochen unterhaltsam.

Denn normalerweise beginnt die Wahrnehmung eines Cocktails lange vor dem ersten Schluck. Farbe, Glas, Eis, Garnitur und Präsentation liefern bereits Hinweise darauf, was einen geschmacklich erwarten könnte. Hinter der Schlafmaske fiel all das weg.

Plötzlich mußten Nase und Gaumen die Arbeit allein übernehmen: Ist da Zitrus? Welche Spirituose könnte dahinterstecken? Woher kommt die Süße? Welche Kräuter oder Bitterstoffe lassen sich erkennen?

Und selbstverständlich führte manche vermeintlich eindeutige Aromenspur auch in die falsche Richtung. Das machte die Sache für die anwesenden Medienvertreter, darunter auch die Kollegen von  isarblog.de und brusworld.com, eher besser als schlechter.

Die Highlights der neuen Barkarte der Boilerman Bar München

Im Mittelpunkt stand selbstverständlich die handwerkliche Struktur der Drinks. Das Team bewegt sich auf der neuen Karte bewusst zwischen klassischer Highball-DNA, sommerlicher Frische und unkomplizierter Trinkbarkeit – ohne in austauschbare Instagram-Cocktails abzurutschen. Zur Verkostung standen unter anderem:

Sechs Cocktails im Blind Tasting:

  • Bramble Highball
  • Clover Club
  • Millionaire Highball
  • Orange Splash
  • Sloppy Joe’s Mojito
  • Suffering Bastard
  • Virgin Gary & The Basil Lemonade (alkoholfrei)

Welcher Cocktail gerade im Glas war, wußten wir zunächst natürlich nicht. Und genau darin lag der Reiz.

Eine solche Blindverkostung eignet sich weniger dazu, nach wenigen Schlucken ein endgültiges Urteil über einen Cocktail zu fällen. Interessanter ist die Erfahrung, wie sehr sich die eigene Wahrnehmung verändert, sobald die optische Orientierung fehlt.

Bei Weinverkostungen ist dieses Prinzip nicht neu. Bei Cocktails kommt eine weitere Ebene hinzu: Neben der Basisspirituose spielen Säfte, Sirupe, Cordials, Kräuter, Bitter und Filler zusammen. Wer versucht, diese Komponenten ohne optische Hinweise auseinanderzuhalten, bekommt zumindest eine Ahnung davon, wie komplex ein scheinbar unkomplizierter Drink sein kann.

Highballs als DNA der Boilerman Bar München

Der Name Boilerman Bar ist eng mit dem Highball verbunden. Das Konzept setzt nicht auf möglichst komplizierte Inszenierungen, sondern auf Drinks, die trotz überschaubarer Zutaten präzise ausbalanciert sein müssen.

Im Mittelpunkt der Kartenpräsentation standen entsprechend nicht nur die sechs Drinks des Blind Tastings. Im Rahmen der Mixing Class mit Assistant Bar Manager Dominik Steinbeiß konnten wir weitere Cocktails und alkoholfreie Alternativen kennenlernen.

Zu den bekannten beziehungsweise etablierten Drinks gehörten unter anderem:

  • Gin Basil Highball
  • Sloppy Joe’s Mojito
  • Kentucky Longshot
  • Virgin Gary
  • The Basil Lemonade

Damit bewegt sich die Boilerman Bar weiterhin zwischen klassischer Highball-DNA, sommerlicher Frische und unkomplizierter Trinkbarkeit. Ein Cocktail muß hier nicht zwangsläufig mit spektakulärer Präsentation um Aufmerksamkeit kämpfen. Im Idealfall überzeugt das, was im Glas steckt.

Ein Blick auf weitere neue Drinks

Als Preview wurden außerdem weitere Kreationen vorgestellt.

  • Die White Lady kombiniert Gin, Cointreau und Zitronensaft mit Foamer.
  • Beim Rocco Frizzante treffen Companion Amalfi Lemon, Passoa, Limette und Zucker auf Crémant – eine deutlich sommerlichere, prickelnde Richtung.
  • Der Bitter & Bright Highball verbindet Gin mit Lime Cordial, Limette und Zuckersirup sowie Grapefruit Soda.

Gerade solche Kombinationen zeigen, wie weit sich der Begriff Highball inzwischen interpretieren läßt. Entscheidend bleibt letztlich die Balance zwischen Spirituose, Säure, Süße, Kohlensäure und gegebenenfalls Bitternoten.

Alkoholfreie Cocktails sind längst mehr als eine Randnotiz

Bemerkenswert ist zudem, welchen Raum alkoholfreie Alternativen inzwischen auf Barkarten einnehmen. Die Zeiten, in denen der Gast ohne Alkohol zwischen Fruchtsaft und Mineralwasser wählen durfte, sind zumindest in ambitionierten Bars vorbei.

Vorgestellt wurden unter anderem ein Undone Gin Tonic mit Undone Gin und Thomas Henry Tonic sowie ein Mezcal Paloma Undone mit Undone Mezcal, Lime Salt und Thomas Henry Grapefruit Soda.

Alkoholfreie Spirituosen versuchen dabei nicht zwingend, Gin oder Mezcal eins zu eins zu kopieren. Interessanter ist die Frage, ob sich mit ihnen eigenständige Drinks bauen lassen, denen ohne Alkohol nicht automatisch Struktur und aromatische Spannung fehlen.

Für eine Bar, die sich nicht ausschließlich als nächtlicher Cocktailtempel versteht, sondern auch Treffpunkt sein möchte, ist eine ernstzunehmende alkoholfreie Auswahl ohnehin konsequent.

Kleine Stärkung aus dem NENI München

Ganz ohne feste Nahrung sollte man sich durch eine Barkarte ohnehin nicht arbeiten. Aus dem benachbarten NENI München kamen deshalb kleine Snacks an die Bar: Zigarren, Popcorn Falafel und ein Mezze Trio.

Das war mehr als nur Begleitung zu den Drinks. Es erinnert daran, daß Boilerman Bar und NENI innerhalb des 25hours Hotel The Royal Bavarian praktisch ein gastronomisches Doppel bilden.

Wer sich hier am Münchner Hauptbahnhof trifft, kann entsprechend vom Essen zum Drink wechseln – oder den Abend zunächst an der Bar beginnen und anschließend im NENI fortsetzen.

Gerade diese Kombination macht das Haus auch für Münchner interessant, die gar nicht auf der Suche nach einem Hotelzimmer sind.

Vom Hauptpostamt zum Treffpunkt am Hauptbahnhof

Die Lage ist ohnehin einer der größten Pluspunkte des Ensembles. Das 25hours Hotel The Royal Bavarian befindet sich unmittelbar am Münchner Hauptbahnhof in einem Teil der ehemaligen Hauptpost.

Damit treffen hier sehr unterschiedliche Welten aufeinander: Reisende mit Koffern, Hotelgäste, Geschäftsleute und Münchner, die sich zum Essen oder auf einen Drink verabreden.

Hotelbars können seltsame Orte sein. Manche bleiben trotz beträchtlichen gestalterischen Aufwands reine Transiträume, in denen fast ausschließlich Hotelgäste sitzen.

Die Boilerman Bar versucht erkennbar das Gegenteil. Mit ihrer Mischung aus Bar, Bibliothek, Musik und Veranstaltungen soll sie auch ein Ort für die Stadt sein. Und tatsächlich wirkt das Publikum weniger wie eine zufällige Ansammlung von Übernachtungsgästen als wie eine Mischung aus internationalen Besuchern und Münchner Locals.

Für eine Hotelbar ist genau das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Spotlight Events: Die Boilerman Bar als kleine Bühne

Dazu paßt das Veranstaltungsprogramm des Hauses. Unter dem Titel Spotlight Events finden unterschiedliche Formate statt, die sich ausdrücklich auch an Münchner richten.

Das Spektrum reicht von Live-Musik und Lesungen bis zu ungewöhnlicheren Veranstaltungen wie Bier-Yoga, Graffiti-Workshops oder Seniorentanztee.

Hinzu kommen wiederkehrende Formate. Bei „Live at 25h: a stage for Munich artists“ bekommen Künstler aus München eine Bühne. Die Sing Alongs werden gemeinsam mit Caro Kelley und dem Lost Weekend umgesetzt. Mit „Sip & Solve“ gibt es zudem Quizabende mit wechselnden Themen.

Caro Kelley sorgte auch bei der Präsentation der Barkarte für die musikalische Begleitung. Später übernahm DJ Felipe de M.

Und irgendwann war die professionelle Verkostung dann ohnehin vorbei. Die Schlafmasken waren verschwunden, die Gläser wieder sichtbar und es blieb Zeit für Gespräche – unter anderem mit den Kollegen von isarblog.de und brusworld.de.

So darf eine Kartenpräsentation durchaus enden.

Boilerman Bar und NENI: Ein unkomplizierter Treffpunkt in München

Vielleicht liegt genau darin eine Stärke des Hauses. Man muß nicht zwingend einen kompletten Abend für die Boilerman Bar planen.

Die unmittelbare Lage am Hauptbahnhof macht sie zum praktischen Treffpunkt: vor dem Essen, nach dem Essen, nach der Arbeit, vor der Zugfahrt oder einfach für einen Cocktail mit Freunden.

Wer mehr Zeit mitbringt, kann den Abend mit dem NENI verbinden. Und wer eine etwas ruhigere Ecke sucht, findet innerhalb der Bar mit der Bibliothek einen eigenen Bereich, der nach Angaben des Hauses für Gruppen auch exklusiv gemietet werden kann.

Damit funktioniert die Boilerman Bar nicht nur als klassische Hotelbar, sondern als Bindeglied zwischen Hotel, Restaurant und Stadt.

Fazit: Cocktails schmecken anders, wenn man sie nicht sieht

Was bleibt von einer Präsentation einer neuen Barkarte? Im ungünstigsten Fall eine Reihe Cocktailnamen und ein Stapel Presseinformationen.

Dieser Abend blieb vor allem wegen der Blindverkostung in Erinnerung.

Für ein paar Minuten fehlte das, was in der heutigen Barwelt oft besonders wichtig erscheint: die perfekte Optik. Kein dekoriertes Glas, keine Farbe, keine Garnitur, kein Foto für Instagram. Nur Nase, Gaumen und die Frage: Was schmecke ich da eigentlich?

Das war unterhaltsam, manchmal überraschend und gelegentlich lag man mit seiner Einschätzung gründlich daneben.

Gleichzeitig zeigte der Abend, weshalb die Boilerman Bar München mehr sein kann als die Bar eines Hotels am Hauptbahnhof. Highballs und Cocktails bilden den Kern, das NENI ergänzt die gastronomische Seite, Musik und Veranstaltungen öffnen das Haus zur Stadt.

Wer in München einen zentral gelegenen Treffpunkt für Cocktails, Afterwork, einen Drink vor dem Essen oder einen entspannten Einstieg in den Abend sucht, findet in der Boilerman Bar im 25hours Hotel The Royal Bavarian weiterhin eine interessante Adresse – nur wenige Schritte von den Gleisen des Münchner Hauptbahnhofs entfernt.

Related Articles

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.