Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok – mit Wehen-auslösender Wirkung

by Götz A. Primke
Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok

Wehenschubser gesucht? Kann ein Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok die Wehen einer schwangeren Frau auslösen? Ernährung und Schwangerschaft – so manche Frau und Mutter weiss, dass sie aufpassen muss, was sie isst und was sie nicht essen darf, wenn sie schwanger ist. Vieles davon ist selbstverständlich, wie etwa keinen Alkohol zu trinken, nicht zu rauchen und keine Drogen zu nehmen. Andere Dinge zeugen schon von etwas mehr Detailkenntnis. So sollten Schwangere keinen Rohmilchkäse essen – doch warum kommen die Französinnen so gut damit klar?

Auch alle rohen Fleisch- und Fischgerichte sind tabu. Kein Sushi, kein Tatar, kein Mettbrötchen. Das Essen sollte gut durchgebraten sein, adieu rosa Rind und Lamm, vorbei mit glasigem Fisch. Gut durch = totgebraten. Auf dass das junge Leben im Mutterleib lebe und nicht von gefährlichen Bakterien und Krankheiten geschädigt werde. Wiederum andere Lebensmittel sprechen sich dann eher rum, wenn Frau schwanger ist. Und sie stehen auf diversen Webseiten. Vor allem als Warnung: was sollte Frau nicht essen, da es wehenauslösend wirken kann.

Doch ab der 40. Schwangerschaftswoche sind die ja langsam mal erwünscht. Was könnte es dann leckeres geben, was dem Baby etwas einheizt bzw. die Wehen anstupst? Ich habe mir einige Empfehlungen durchgelesen – und heute dieses Hühnchen-Curry im Wok zubereitet mit einigen Gewürzen, die angeblich anregend sind. Doch kann ich Euch keine Garantie geben, schließlich bin ich ja ein Mann. Für Männer schmeckt dies Curry einfach nur lecker.

Medizinisch belegt ist allerdings nicht, daß scharfes Essen oder ein Curry die Geburt in Gang bringen kann. Wer am Ende der Schwangerschaft Wehen fördern möchte, sollte dies mit Hebamme oder Arzt besprechen.

Doch nun zu meinem Rezept:

Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok – mit Wehen-auslösender Wirkung:

Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok

Zutaten:

  • 500g Hühnerbrustfilet
  • 1 Schalotte
  • div. Gemüse, wie etwa bei mir:
  • 2-3 Karotten
  • 1 Paprikaschote
  • 1 Fenchelknolle
  • 2-3 Tomaten
  • viel Petersilie (ich hatte noch einiges übrig von der Pfifferlingspfanne)

Gewürze:

  • Ingwer
  • 2 grüne Thai-Chilischoten
  • Currypulver
  • Paprika
  • Fenchelsamen
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 Kardamomkapsel
  • 6 Wacholder
  • 6 Korianderkörner
  • 3 Nelken
  • Kümmel

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Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok – mit Wehen-auslösender Wirkung – Die Zubereitung:

  • Hähnchenfleisch in Würfel mit ca. 1cm Kantenlänge schneiden. Hähnchenwürfel mit Currypulver und Paprikapulver bestäuben, in einer Schüssel im Kühlschrank marinieren.
  • Schalotte in kleine Würfel schneiden.
  • Ingwer schälen, in Streifen schneiden, dann diese in kleine Würfel bzw. Ingwer hacken.
  • Chilischoten klein schneiden. Wer das Essen nicht so scharf mag, möge die Chilischoten der Länge nach halbieren und die Kerne entfernen, dann klein schneiden.
  • Möhren, Paprika, Fenchel in kleine Würfel schneiden, Tomaten vom Strunk befreien, vierteln.
  • In einem Mörser Fenchelsamen, Zimtstange, Kardamomkapsel, Fenchelsamen, Wacholder, Korianderkörner, Nelken und Kümmel gut zerstösseln.
  • Einen Wok trocken auf den Herd stellen und bei kleiner Flamme langsam erhitzen. Currypulver auf dem Boden des Wok verteilen, langsam erhitzen.
  • Zerstösselte Gewürze zum heissen, leicht dampfenden Curry in den Wok hinzufügen.
  • Gut umrühren. Die Gewürze sollen etwas rösten und leicht dampfen.
  • Schalottenwürfel hinzufügen.
  • Jetzt die Hähnchenwürfel in den Wok hinzufügen. Gut anbraten.
  • Ingwerwürfel und Chilischoten hinzufügen.
  • Nun nach und nach die Gemüsewürfel in den Wok geben.
  • Gut umrühren, dünsten lassen, bis das Gemüse gut angebraten, doch auch noch bissfest ist.
  • Heiß servieren.

Warum gerade ein scharfes Curry als Wehenschubser?

Wenn schon ein Wehenschubser auf den Tisch soll, dann darf er wenigstens schmecken. Ein Curry bietet sich dafür geradezu an, denn hier lassen sich gleich eine ganze Reihe kräftiger Gewürze miteinander kombinieren. Chili sorgt für Schärfe, Ingwer bringt Frische und ebenfalls eine gewisse Schärfe mit, während Zimt, Kardamom, Koriander, Nelken, Kümmel und Fenchelsamen für Wärme und Würze sorgen.

Das Entscheidende ist für mich allerdings nicht, möglichst viele Gewürze wahllos in den Wok zu werfen. Sie müssen zusammenpassen. Deshalb werden die ganzen Gewürze zunächst im Mörser zerstoßen und anschließend zusammen mit dem Currypulver im heißen Wok angeröstet. Erst durch die Wärme entwickeln viele Gewürze ihr volles Aroma. Sobald es intensiv zu duften beginnt, kommen Schalotte und anschließend das Hühnchen dazu.

Chili, Ingwer und Gewürze geben dem Curry Feuer

Die beiden grünen Thai-Chilis sind natürlich die Kandidaten, die diesem Hühnchen-Curry den größten Schärfekick geben. Wer es weniger scharf mag, entfernt Kerne und Innenhäute. Wer gerne scharf ißt, kann sie vollständig verwenden.

Mindestens ebenso wichtig ist für mich der frische Ingwer. Seine Schärfe unterscheidet sich deutlich von der Chili: weniger vordergründig, dafür frisch, würzig und leicht zitronig. Zusammen mit Kardamom, Koriander, Zimt und Nelken bekommt das Gericht dadurch etwas, das zwischen indischer und südostasiatischer Küche liegt, ohne den Anspruch zu erheben, ein traditionelles Gericht aus einer bestimmten Region zu sein.

Der Fenchel schlägt schließlich die Brücke zum Gemüse. Genau deshalb paßt die Fenchelknolle für mich so gut in den Wok: Ihre leichte Süße und Anisnote greift die Fenchelsamen aus der Gewürzmischung wieder auf.

Gemüse aus dem Wok: bißfest statt weichgekocht

Karotten, Paprika, Fenchel und Tomaten bringen unterschiedliche Konsistenzen und Aromen in die Pfanne. Deshalb gebe ich das Gemüse nach und nach in den Wok. Am Ende soll daraus kein weichgekochter Gemüseeintopf werden. Karotten, Paprika und Fenchel dürfen durchaus noch Biß haben.

Auch die Tomaten sollen nicht vollständig verkochen. Sie bringen Saft und etwas Säure mit und verbinden dadurch Fleisch, Gemüse und Gewürze miteinander. Die Petersilie kommt schließlich als frischer Gegenpol zu den warmen Currygewürzen dazu.

Gerade dieser Kontrast macht für mich den Reiz des Gerichts aus: scharf und würzig auf der einen, frisch und gemüsig auf der anderen Seite.

Hühnchen-Curry mit Gemüse variieren

Das Gemüse läßt sich problemlos danach auswählen, was gerade vorhanden ist. Zucchini, Frühlingszwiebeln oder etwas Pak Choi kann ich mir ebenfalls gut vorstellen. Wichtig ist lediglich, Gemüse mit unterschiedlichen Garzeiten nicht gleichzeitig in den Wok zu werfen.

Auch bei der Schärfe entscheidet der persönliche Geschmack. Zwei Thai-Chilis können bereits ordentlich Feuer entwickeln. Wer vorsichtiger sein möchte, beginnt mit einer Chili. Nachschärfen ist schließlich einfacher, als ein zu scharf geratenes Curry wieder einzufangen.

Dazu paßt Reis, aber zwingend notwendig ist er nicht. Durch die große Menge Gemüse funktioniert das Curry durchaus als eigenständiges Gericht.

Dieses Hühnchen-Curry mit Gemüse läßt sich außerdem problemlos danach variieren, was gerade Saison hat oder im Kühlschrank vorhanden ist.


Hühnchen-Curry mit Gemüse aus dem Wok

Würziges Hühnchen-Curry aus dem Wok mit Karotten, Paprika, Fenchel, Tomaten, Ingwer, Chili und einer kräftigen Gewürzmischung.

Zutaten
  

Hühnchen und Gemüse
  • 500 g Hühnerbrustfilet
  • 1 Schalotte
  • 2–3 Karotten
  • 1 Paprikaschote
  • 1 Fenchelknolle
  • 2–3 Tomaten
  • Petersilie viel
Gewürze
  • Ingwer
  • 2 grüne Thai-Chilischoten
  • Currypulver
  • Paprika
  • Fenchelsamen
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 Kardamomkapsel
  • 6 Wacholder
  • 6 Korianderkörner
  • 3 Nelken
  • Kümmel

Methode
 

Zubereitung
  1. Hähnchenfleisch in Würfel mit ca. 1cm Kantenlänge schneiden. Hähnchenwürfel mit Currypulver und Paprikapulver bestäuben, in einer Schüssel im Kühlschrank marinieren.
  2. Schalotte in kleine Würfel schneiden.
  3. Ingwer schälen, in Streifen schneiden, dann diese in kleine Würfel bzw. Ingwer hacken.
  4. Chilischoten klein schneiden. Wer das Essen nicht so scharf mag, möge die Chilischoten der Länge nach halbieren und die Kerne entfernen, dann klein schneiden.
  5. Möhren, Paprika, Fenchel in kleine Würfel schneiden, Tomaten vom Strunk befreien, vierteln.
  6. In einem Mörser Fenchelsamen, Zimtstange, Kardamomkapsel, Fenchelsamen, Wacholder, Korianderkörner, Nelken und Kümmel gut zerstösseln.
  7. Einen Wok trocken auf den Herd stellen und bei kleiner Flamme langsam erhitzen. Currypulver auf dem Boden des Wok verteilen, langsam erhitzen.
  8. Zerstösselte Gewürze zum heissen, leicht dampfenden Curry in den Wok hinzufügen.
  9. Gut umrühren. Die Gewürze sollen etwas rösten und leicht dampfen.
  10. Schalottenwürfel hinzufügen.
  11. Jetzt die Hähnchenwürfel in den Wok hinzufügen. Gut anbraten.
  12. Ingwerwürfel und Chilischoten hinzufügen.
  13. Nun nach und nach die Gemüsewürfel in den Wok geben.
  14. Gut umrühren, dünsten lassen, bis das Gemüse gut angebraten, doch auch noch bissfest ist.
  15. Heiß servieren.

Was macht ein gutes Wok-Curry aus?

Ein gutes Wok-Curry lebt für mich vor allem vom Zusammenspiel aus Hitze, Gewürzen und unterschiedlichen Konsistenzen. Der Wok ist schließlich kein Kochtopf, in den sämtliche Zutaten gleichzeitig hineingeworfen und anschließend weichgekocht werden. Gerade Gemüse wie Karotten, Paprika und Fenchel soll am Ende noch Biß besitzen.

Bei diesem Hühnchen-Curry beginnt das Aroma deshalb bereits vor dem eigentlichen Braten. Currypulver und die im Mörser zerstoßenen Gewürze werden zunächst im trockenen Wok erhitzt. Dabei sollte man allerdings aufmerksam bleiben: Die Gewürze sollen warm werden und ihr Aroma entfalten, aber nicht verbrennen. Sobald es intensiv nach Curry, Koriander, Kardamom, Fenchel, Zimt und Nelken duftet, wird es interessant.

Danach kommt es auf die Reihenfolge an. Das Hühnchen braucht genügend Hitze, damit es brät und nicht im eigenen Saft kocht. Beim Gemüse wandern zuerst die festeren Zutaten in den Wok, während empfindlichere Zutaten später folgen. Die Tomaten kommen deshalb erst zum Schluß dazu. Sie dürfen etwas Saft abgeben, sollen aber nicht zu einer Tomatensauce zerfallen.

Und noch etwas ist wichtig: nicht zu viel auf einmal in den Wok geben. Ein überfüllter Wok verliert schnell an Temperatur. Dann wird aus dem Braten ein Dünsten. Gerade wenn man eine größere Menge zubereitet, lohnt es sich deshalb, Fleisch oder Gemüse gegebenenfalls portionsweise anzubraten.

So bleibt das Hühnchen-Curry mit Gemüse aromatisch, das Fleisch saftig und das Gemüse behält seinen Biß.

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Das Essen hat richtig gut geschmeckt. Eine Interpretation aus thailändischer und indischer Küche mit mediterranem Einschlag. Ob es bei der Frau die gewünschte Wirkung hat? Keine Ahnung, aber ggf. könnt Ihr es mir ja sagen. Ich habe mir das einfach mal ausgedacht anhand der diversen Empfehlungen, welche Gewürze wehenanregend wirken sollen.
Als Getränk sollte auf jeden Fall ein Sekt oder Champagner getrunken werden, denn dieser habe, so die Aussage von Hebammen, auch eine wehenauslösende Wirkung. Na dann: Prost!

Ich freue mich über Eure Kommentare!

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